Beiträge von 12345

    Deshalb habe ich mein Tages- und Festgeld so lange dauerhaft verfügbar gehalten. Ich gehe davon aus, dass sich diese Frage in den nächsten fünf Jahren für mich klären wird.

    Um es auf den Punkt zu bringen: Das Eigenheim steht und fällt mit dem passenden Partner.

    Wenn du das so siehst und aktuell gar keinen Partner hast (geschweige denn einen der sich auch eine selbstgenutzte Immobilie wünscht) und deshalb unklar ist, ob du überhaupt jemals eine kaufen möchtest, dann würde ich an deiner Stelle das Geld in einen Aktien-ETF stecken.

    Wenn / falls irgendwann doch noch der Wunsch nach einer selbstgenutzten Immobilie kommt, kannst du immer noch schauen, wie die Kurse dann stehen und entscheiden, ob du verkaufen willst.

    Natürlich kann es passieren, dass du jetzt alles in ETF steckst, und dir in einem Jahr der perfekte Partner und die perfekte Immobilie über den Weg laufen, und gerade dann der ETF 50% im Minus ist. Wäre blöd, ja. Aber die nächsten 10 Jahre alles auf dem Tagesgeld liegen lassen und dann feststellen, es wird doch keine Immobilie, wäre eben auch blöd und kostet ggf. richtig Opportunitätskosten.

    Ich habe erst relativ spät eine Immobilie gekauft, mit Ende 30. Vorher hat sich das Geld (sechsstellig!) auf dem Tagesgeld angesammelt. Nicht wegen eines geplanten Immobilienkaufs, sondern weil ich mich nicht um meine Finanzen gekümmert habe. Wenn ich mir überlege, was ich in den Jahren mehr Geld angesammelt hätte, wenn ich es in ETF angelegt hätte…

    ups...


    hättest Du gesagt "BMW statt Porsche", "Urlaubsfernflug in Premium Eco statt Business" oder zumindest "Bosch statt Miele".....würde die Substitutionsstrategie deutlich solider klingen....noch schlimmer wäre allerdings "Tafel statt Discounter" oder "Arktisschlafsack statt Heizöl" :P

    Da habe ich auch geschluckt beim Lesen.

    "Waschsalon statt Neukauf", wenn die Waschmaschine kaputtgeht?! Was kostet so ein Teil denn? Ich habe auch keinen riesigen Notgroschen, aber für eine neue Waschmaschine würde er dann doch noch reichen.

    Möchte ich nicht mit erleben. Dann liegt alles in Schutt und Asche.

    Dann hilft mir ein günstiger Einstandskurs bei Aktien auch nicht mehr, wenn es im Supermarkt nichts mehr zu kaufen gibt.

    Stock Market Crash of 1929 | Federal Reserve History

    Zitat

    The Dow Jones Industrial Average increased six-fold from sixty-three in August 1921 to 381 in September 1929. After prices peaked, economist Irving Fisher proclaimed, "stock prices have reached 'what looks like a permanently high plateau.'"

    The epic boom ended in a cataclysmic bust. On Black Monday, October 28, 1929, the Dow declined nearly 13 percent. On the following day, Black Tuesday, the market dropped nearly 12 percent. By mid-November, the Dow had lost almost half of its value. The slide continued through the summer of 1932, when the Dow closed at 41.22, its lowest value of the twentieth century, 89 percent below its peak. The Dow did not return to its pre-crash heights until November 1954.

    Zitat aus dem verlinkten Artikel, Hervorhebung von mir.

    Das kann nicht mit hinreichender Sicherheit funktionieren. Der Markt kann, nachdem er 20% abgeschmiert ist, jederzeit wieder ins Positive drehen.

    Das ist richtiger Quatsch und reine Spekulation.

    Ich stimme Dir selten zu, aber hier dann doch.

    Und dass der Markt genau das kann und auch tut, wurde die letzten Jahre mit den Dips bei Beginn des Ukrainekriegs und den Trump-Zöllen deutlich. Noch deutlicher beim Corona-Crash!

    Wer diese Strategie gefahren wäre, hätte im Corona-Crash alles verkauft und würde bis heute immer noch auf den Wiedereinstieg warten.

    Praktisches Beispiel:

    • Der Anleger hat den FTSE All World von Vanguard als Thesaurierer bespart (diesen hier, Link:https://extraetf.com/de/etf-profile/IE00BK5BQT80 ).
    • Im Depot hat er im Februar 2020 insgesamt 2.452 Anteile zu je 81,55 EUR liegen, sein Depotvolumen liegt damit bei ungefähr 200.000 EUR.
    • Jetzt kommt im März 2020 der Corona-Crash - es geht schlagartig nach unten! Sobald die Kurse 65,24 EUR erreichen (minus 20%!) verkauft der Anleger alles gemäß der Finanztest-"Strategie".
    • Er verteilt die 200.000 EUR Erlös (abzüglich Steuern, sofern er mit Gewinn verkauft hat) auf zwei Tagesgeldkonten (alternativ einen Geldmarktfonds).
    • Jetzt muss er nur noch warten, bis die Kurse bei 40,78 EUR (minus 50%!) liegen, um laut "Strategie" im Crash wieder günstig einsteigen zu können. Total simpel!

    Das Problem an der Sache? Bis heute, fast sechs Jahre später, sind die Kurse nicht wieder so tief gefallen. Sie sind in den fünf Jahren danach, bis Februar 2025, auf fast 140 EUR gestiegen. Selbst nach dem Trump-Zoll-Dip im letzten Frühjahr ging es nur auf ca. 113 EUR runter.

    Würde der Anleger, der nach der Finanztest-"Strategie" ausgestiegen ist, jetzt wieder einsteigen wollen, bekäme er für seine 200.000 EUR (Steuer außen vor) beim aktuellen Kurs von 146,77 EUR gerade mal 1.363 Anteile. Hätte er die ursprünglichen 2.452 Anteile einfach gehalten und nicht verkauft, hätte er jetzt knapp 360.000 EUR im Depot.

    Jetzt kann man natürlich sagen, kein Wunder, er soll ja auch nicht JETZT wieder einsteigen, sondern erst im Crash, wenn die Kurse bei minus 50% bezogen auf den Höchstkurs vor dem Ausstieg liegen. Das Problem ist nur: Bezogen auf den aktuellen Kurs von 146,77 EUR wäre ein Absturz auf 40,78 EUR ein Absturz um 72%. Kann das passieren? Theoretisch ja, aber zumindest beim MSCI World ist es noch nie passiert (der tiefste Drawdown war bei minus 55,7%, Quelle: MSCI World: historical performance from 1978 to 2025). Also wie wahrscheinlich ist es, dass es zu einem Drawdown von 72,2% überhaupt jemals kommt? Und dass das innerhalb des Anlagezeitraums dieses Anlegers passiert?

    Und wie wahrscheinlich ist es, dass (und hier kommt auch wieder die psychologische Komponente ins Spiel) der Anleger diese "Strategie" über Jahre und Jahrzehnte durchhält, das Geld zur Seite legt, auf dem Tagesgeldkonto oder in einem Geldmarktfonds, es nicht für andere Dinge verwendet, aber auch nicht wieder einsteigt, dabei aber trotzdem ständig den Markt beobachtet (man will ja die minus 50% nicht verpassen) und immer weiter steigende Kurse beobachtet, die ihm immer mehr weglaufen, während sein Geld bei Zinsen um die 2% rumdümpelt?

    Ich frage mich wirklich, was sich diese Zeitschrift bei diesem Artikel gedacht hat. Es ist ja schön, dass das in den letzten 40 Jahren in irgendeinem Anlagezeitraum das (vor Steuer und Gebühren!) rechnerisch beste Ergebnis gebracht hätte, aber bezogen auf die letzten 10 Jahre (und die meisten, die in ETFs anlegen, dürften in diesem Zeitraum angefangen haben) wäre es Harakiri gewesen.

    Die Strategie: Bei -20% vom letzten Hoch: Aktien-ETF verkaufen, Geld ins Tagesgeld; Bei -50% vom Hoch: Wieder voll einsteigen. Ziel: Die schlimmsten Crash-Phasen vermeiden und an der Erholung teilhaben

    Man „vermeidet“ dann eben auch ggf. über Jahre den Wiedereinstieg und steigende Kurse. Denn es ist ja kein Naturgesetz, dass es bei -20% weiter runtergeht auf -50%.

    Bei Beginn des Ukrainekriegs und den Trump-Zöllen gingen die Kurse jeweils um die 20% runter. Dann aber auch wieder hoch.

    Wer da eine solche „Strategie“ gefahren ist, wartet bis heute auf den Wiedereinstieg, im Fall Ukrainekrieg jetzt schon seit einigen Jahren.

    Mal ganz abgesehen von der Steuer, die bei Verkauf fällig wird (denn -20% heißt ja nicht, dass es keine Gewinne gibt), wohin mit dem Geld? Wenn man mehr als 100k im Depot hatte, stößt man bei Tagesgeld an die Grenzen der Einlagensicherung.

    Für mich ist das eine komplette Schnapsidee, sorry.

    Die Ausschüttungen müssten bei diesem Wert schon abgezogen sein.

    Ein Vergleich von „Zwillingen“ wie den beiden Vanguard FTSE All-World müsste das zeigen.

    Mhh, so ganz sicher bin ich mir nicht. Irgendwas ist abgezogen, aber so richtig passt es nicht zu den Ausschüttungen...

    Ich habe nochmal nachgerechnet (der Einfachheit halber mit einem Anteil, die ING gibt ja auch die Vorabpauschale je Anteil an):

    • Wert je Anteil am 1. Januar 2025: 36,18 EUR
    • Basisertrag: 0,915354 EUR (2,53% des Werts bei Jahresbeginn)
    • Wertsteigerung je Anteil: 1,90 EUR (Differenz zwischen 36,18 EUR bei Jahresbeginn und 38,08 EUR bei Jahresende)

    Der Basisertrag ist niedriger als die Wertsteigerung, also wird er als Vorabpauschale genommen.

    • Basisertrag nach 30% Teilfreistellung: 0,6407478 EUR
    • Erhaltene Ausschüttungen: 0,49 EUR

    Zieht man die erhaltenen Ausschüttungen ab, landet man bei ca. 0,15 EUR für die Vorabpauschale je Anteil.

    Merkwürdigerweise wird bei der ING die Vorabpauschale pro Stück VOR Teilfreistellung mit 0,15 EUR angegeben (nach Teilfreistellung wären es nur ca. 0,10 EUR). Ich komme bei meiner Rechnung auf 0,15 EUR NACH Teilfreistellung (vor Teilfreistellung entsprechend mehr).

    Was mich aber wundert: Ausschüttungen tauchen in der Abrechnung überhaupt nicht auf. Müssten die nicht noch in Abzug gebraucht werden, so dass die Steuer auf die Vorabpauschale nur auf die Differenz fällig wird?

    Gerechnet wird schlicht mit einer Vorabpauschale pro Stück von 0,15081904 EUR (also ca. 15 Cent), nach Teilfreistellung 0,10557332 EUR (also ca. 10 Cent).

    Diese Werte werden dann mit der Anzahl der vorhandenen Anteile multipliziert (für unterjährig gekaufte Anteile ggf. nur anteilig).

    Das Multiplikationsergebnis (mit dem Wert nach Teilfreistellung) wird dann als Kapitalertrag angesetzt und mindert den Sparer-Pauschbetrag entsprechend.

    Dieser Thread ist jetzt schon bald ein Jahr alt, Anfang April 2025 wurde er gestartet.

    Ich mache immer noch das gleiche wie die letzten Jahre: Einfach jeden Monat meinen Sparplan laufen lassen!

    Was auf der Welt passiert, weiß man ohnehin nicht vorher. Und wie es sich auf die Börse auswirkt erst recht nicht. Gefühlt bricht gerade die Weltordnung, wie wir sie die letzten Jahrzehnte kannten, auseinander, es brennt an allen Ecken und Enden, und trotzdem (oder deswegen?) steigen die Kurse von Höchststand zu Höchststand. Ich persönlich fände ja etwas mehr Pessimismus angebracht, aber die Märkte sehen das offenbar anders, warum auch immer.

    Ein Grund mehr, gar nicht erst nach persönlichen Befindlichkeiten zu investieren, umzuschichten oder sonst aktiv ins Depot einzugreifen, sondern eindach stumpf passiv weiter den Sparplan laufen lassen.

    Kontrolle über das eigene Vermögen abzugeben erscheint meinem Vater sehr schwer.

    Du schreibst weiter unten, deine Eltern sind 62 und 63. Wieso sollten sie, vor allem in diesem Alter, überhaupt „Kontrolle über das eigene Vermögen abgeben“?

    Sie haben ggf. noch 30-35 Jahre vor sich, da kann viel passieren. Wer weiß, was überhaupt noch übrig ist, wenn beide irgendwann versterben. Mit einem oder zwei Pflegefällen ist ein Haus schnell weg.

    Und wenn einer der beiden Eltern der Hauptverdiener ist/war, kann es sehr gut sein, dass beim anderen die Rente/Pension eben nicht für ein komfortables Leben reicht, wenn der mit der höheren Rente/Pension zuerst verstirbt. Der ist dann auf die Mieterträge und das sonstige angesparte Geld angewiesen (und hätte ein Problem, wenn das alles hergeschenkt worden wäre…).

    Sowas hatte ich in einem Deutschen Forum schon befürchtet - ist das dieses Typische Boomer-Denken? Entschuldige, wenn das negativ klingt, aber was soll mir die wertende aussage denn jetzt sagen? "oh ein Junger mensch, der Glück gehabt hat in der Berufswahl und sich eine Teure Wohnung leisten kann,

    Wer sich mit 23 kurz nach der Ausbildung ein 4,5-Zimmer-Penthouse in der Düsseldorfer Innenstadt leistet, darf sich dann eben nicht wundern, wenn das Eigenkapital fehlt und die Finanzierung teuer und schwierig wird.