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[Aktualisiert – erstmals erschienen am 21.12.2017]

Haben Sie schon für den Notfall vorgesorgt?

Wir meinen das ausnahmsweise einmal nicht finanziell. Vielmehr geht es um folgende Fragen: Wie stellen Sie sich die ärztliche Behandlung vor, wenn Sie einmal ernsthaft krank sind? Wer soll für Sie entscheiden, wenn Sie das nicht mehr können? Und wer erbt eigentlich, falls Ihnen etwas zustößt?

Wenn zu Weihnachten die Familie zusammenkommt, ist das eine gute Gelegenheit, mit Eltern, Geschwistern oder Kindern eine Runde spazieren zu gehen und Themen wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Testament zu besprechen.

Immerhin hat sich ein Drittel unserer Leser laut unserer Umfrage noch nicht darum gekümmert. Weitere 50 Prozent wissen nicht, ob Ihre Vorsorge-Lösung rechtssicher ist.

Nehmen wir an, Sie werden vom Auto angefahren und fallen ins Koma. Viele glauben, dass Ehegatten oder Kinder automatisch befugt sind, in ihrem Interesse zu entscheiden. Das ist nicht so. Und das, obwohl viele dringende Dinge zu erledigen sind: Die richtige Behandlung auswählen, eine Reha beantragen, Verträge schließen oder kündigen.

Dafür muss ein Gericht einen Betreuer festlegen. Die Behörden würden eine geeignete Person auch in der Familie suchen. Aber das kostet Zeit und Geld. Ein weiterer Nachteil: Ein Betreuer würde vom Gericht stark kontrolliert werden.

Das ist unser Rat:

1. Setzen Sie eine Vorsorge-Vollmacht auf

Wer jemanden hat, dem er bedingungslos vertraut, dem kann er eine Vorsorgevollmacht ausstellen. Der Bevollmächtigte kann Sie dann in allen wichtigen Fragen vertreten – auch in finanziellen. Die Vollmacht muss dazu im Original vorgelegt werden. Sie können auch mehrere Vertraute bevollmächtigen. Und Sie sollten genau regeln, welche Vollmachten Sie im Detail an wen vergeben. Falls Sie zum Beispiel eine Angehörige haben, die Ärztin ist, können Sie sie mit den medizinischen Vollmachten betrauen. Und jemand anderen mit den finanziellen.

Wichtig: Wer eine Vollmacht hat, kann für Sie entscheiden, ohne dass immer geprüft wird, ob Sie wirklich krank sind.

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2. Bestimmen Sie im Zweifel einen Betreuer

Anders als ein Bevollmächtigter unterliegt ein Betreuer immer der gerichtlichen Aufsicht. Wählen Sie diese Variante, wenn Sie niemanden haben, dem Sie hundertprozentig vertrauen.

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3. Vergessen Sie nicht die Kontovollmacht

Nicht alle Banken akzeptieren eine Vorsorgevollmacht. Einige verlangen, dass die Vollmacht notariell beglaubigt ist. Oder dass ein spezielles Bank-Formular ausgefüllt wird. Klären Sie das mit Ihrer Bank.

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4. Welche Arzt-Behandlungen wünschen Sie im Notfall?

Falls Sie krank und nicht fähig sind, sich zu äußern, kann auch ein Bevollmächtigter nicht alles entscheiden. Um vom medizinischen Standard abzuweichen, braucht der Bevollmächtigte Ihre Patientenverfügung. Darin legen Sie fest, welche Behandlungen Sie wünschen und welche nicht. Ob Sie zum Beispiel immer lebensverlängernde Maßnahmen wünschen – oder unter Umständen nicht. Nutzen Sie zur Orientierung das Muster des Bundesjustizministeriums. Lassen Sie sich rechtlich und medizinisch von Fachleuten Ihres Vertrauens beraten, bevor Sie die Patientenverfügung ausfüllen. Und sprechen Sie die Punkte auch mit Ihrem Hausarzt durch.

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5. Lassen Sie sich von Experten helfen

Sie können Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung jeweils mit Musterdokumenten des Bundesjustizministeriums aufsetzen. Das Ministerium selbst versteht das Muster als Anregung und rät, sich beim Erstellen von einer fachkundigen Person beraten zu lassen. Denn die Gerichte akzeptieren keine zu allgemeinen Formulierungen. Sie können schon für 29,90 Euro einen Rechtsdienstleister in Anspruch nehmen. Patientenverfügungplus* führt Sie durch ein Frage-Antwort-System zum fertigen und rechtssicheren Vorsorgepaket. Wer die Dokumente nicht selbst ausdrucken will oder kann, kann sich an meinepatientenverfuegung.de* wenden. Durch den Ausdruck und den Postversand ist der Anbieter ein bisschen teurer: Er verlangt 39,50 Euro.

Falls Sie lieber einen Anwalt sprechen wollen, können Sie über den Vermittler Yourxpert einen spezialisierten Anwalt in Ihrer Umgebung finden, der Ihnen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung zu einem Festpreis von 189 Euro aufsetzt. Einige Rechtsschutzversicherungen bieten ein kostenloses Vorsorgepaket an.

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6. Machen Sie ein (einfaches) Testament

Beschäftigen Sie sich mit der gesetzlichen Erbfolge. Falls diese Ihnen nicht zusagt, machen Sie ein Testament. Das ist auch interessant für Ehepaare. Denn sobald ein Partner stirbt, erben die Kinder nach der gesetzlichen Erbfolge die Hälfte. Das kann vor allem dann schwierig werden, wenn das Vermögen im Wesentlichen eine Immobilie ist, der verbliebene Gatte diese dann verkaufen muss, um den Erbteil der Kinder auszuzahlen. Eine einfache und rechtlich unkomplizierte Abhilfe schafft das Berliner Testament. Darin setzen sich die Partner gegenseitig als Alleinerben ein, und die Kinder als Schlusserben nach dem Tod beider Eltern.

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7. Alle Jahre wieder: Überprüfen Sie Ihre Entscheidungen

Mit der Vorsorge entscheiden Sie über viele wichtige Aspekte Ihres Lebens. Wahrscheinlich ändern Sie mit der Zeit Ihre Meinung zu den Fragen oder den betroffenen Angehörigen. Gehen Sie also alle paar Jahre Ihre Unterlagen durch. Und unterschreiben Sie noch mal das Dokument mit dem neuen Datum, auch wenn sich nichts geändert hat.

Ganz wichtig, bei allem was Sie festlegen: Sie sollten Ihre Dokumente in jedem Fall Ihren Angehörigen und Vertrauten zugänglich machen.

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2 KOMMENTARE

  1. Der Hinweis Vorsorge im Newsletter veranlasst mich, meine Erfahrungen mit einem Testamentsvollstrecker kurz zu schildern und kann nur davon abraten. Der Testamentsvollstrecker blockiert und hat vor allem seine Gebührentabelle im Auge. Steigen die Gebühren je länger die Abwicklung dauert?

    Das not. begl. Testament sieht zu meiner Entlastung einen Testamensvollstrecker vor, der vom Nachlassgericht eingesetzt wurde. Meine Tochter und ich warten seit rd. zwei Jahren auf die Erfüllung der Vermächtnisse. Jetzt wird noch empfohlen einen Rechtsanwalt einzuschalten. Das steht jedoch nicht im Testament und ich meine, dass der Testamentsvollstrecker die Vermächtnisse zu erfüllen hat und weitere Gebühren für einen Rechtsanalt unnötig sind. Ich hatte eine Generalvollmacht und werde jetzt vom Testamentsvollstrecker kontrolliert für die Zeit vor dem Tod meiner Cousine, die im Alter von 96 Lebensjahren gestorben ist. Ich erhalte Hausverbot und werde kriminalisiert. Das ist die Tätigkeit des Testamentsvollstreckers!

  2. …dann sollten sie evtl. das Nachlassgericht einschalten und die Handlungsweise des Nachlassvollstreckers überprüfen lassen bzw. sich zuerst von einem Rechtspfleger des Gerichtes beraten lassen

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