Schneemann bauen
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[Aktualisiert am 27.12.2019 – erstmals erschienen am 21.12.2017]

Haben Sie für den Notfall vorgesorgt? Wir meinen das diesmal nicht nur finanziell. Vielmehr geht es um folgende Fragen: Wer soll für Sie entscheiden, wenn Sie das nicht mehr können? Wie stellen Sie sich die ärztliche Behandlung vor? Und wer erbt eigentlich, falls Ihnen etwas zustößt?

Wenn zu Weihnachten die Familie zusammenkommt, ist das eine gute Gelegenheit, mit Eltern, Geschwistern oder Kindern eine Runde spazieren zu gehen und Themen wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Testament zu besprechen. Sie schlafen ruhiger, wenn Sie ein paar Dinge geklärt haben.

Nehmen wir an, Sie werden vom Auto angefahren und fallen ins Koma. Viele glauben, dass Ehegatten oder Kinder automatisch befugt sind, in Ihrem Interesse zu entscheiden. Das ist aber nicht so. In einem solchen Fall würde das Gericht einen Betreuer bestimmen. Jahr für Jahr kommt das um die 200.000 Mal vor. Das kostet Zeit und Geld und ist unter Umständen gar nicht erforderlich.

Das sind unsere Ratschläge:

1. Legen Sie fest, wer im Notfall für Sie entscheidet

Setzen Sie eine Vorsorgevollmacht auf und bestimmen Sie, wer sich im Notfall um alles kümmern soll. Es ist sinnvoll, mehrere Personen zu bevollmächtigen – etwa den Ehepartner und die erwachsenen Kinder. So ist im Notfall immer einer erreichbar. Sie könnten ja auch gemeinsam mit Ihrem Partner einen Unfall haben.

Familie im Schnee
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Wenn Sie mehreren Menschen eine Vorsorgevollmacht erteilen, müssen Sie festlegen, ob jeder Bevollmächtigte allein handeln kann oder ob nur alle gemeinsam entscheiden dürfen. Müssen alle gemeinsam entscheiden, sichert das zwar das Vier-Augen-Prinzip, es ist im Alltag aber nicht praktikabel. Sie können auch regeln, dass nur bei bestimmten Fragen, zum Beispiel der Unterbringung in einem Pflegeheim, die Bevollmächtigten gemeinsam entscheiden müssen – und ansonsten alleine.

Wichtig: Wer eine Vollmacht hat, kann damit sofort für Sie entscheiden, ohne dass geprüft wird, ob Sie wirklich krank sind. Bestimmen Sie deshalb nur Personen, denen Sie wirklich vertrauen.

2. Bestimmen Sie im Zweifel einen Betreuer

Anders als ein Bevollmächtigter unterliegt ein Betreuer immer der gerichtlichen Aufsicht. Bei der Auswahl Ihres Betreuers können Sie aber mitwirken. Schlagen Sie eine geeignete Person vor, so muss sich das Gericht an diesen Vorschlag halten. Wählen Sie die Variante der Betreuungsverfügung, wenn Sie keine nahen Angehörigen haben – oder niemanden, dem Sie hundertprozentig vertrauen.

3. Denken Sie an die Kontovollmacht

Nicht alle Banken akzeptieren eine allgemeine Vorsorgevollmacht. Einige verlangen, dass die Vollmacht notariell beglaubigt ist. Oder dass Sie auf die eigens angebotene Konto- oder Depotvollmacht zurückgreifen. Oft muss auch der Bevollmächtigte unterschreiben. Klären Sie die Formalien mit Ihrer Bank oder Sparkasse.

Auf dem Schlitten
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4. Wie möchten Sie im Notfall ärztlich behandelt werden?

Falls Sie krank sind und nicht fähig, sich zu äußern, kann ein Bevollmächtigter nicht alles entscheiden. Um vom medizinischen Standard abzuweichen, braucht der Bevollmächtigte Ihre Patientenverfügung. Darin legen Sie fest, welche Behandlungen Sie wünschen und welche nicht: Ob Sie zum Beispiel immer lebensverlängernde Maßnahmen wünschen – oder unter Umständen nicht.

Der behandelnde Arzt soll den Willen des Patienten in der Verfügung konkret nachlesen können und danach handeln. Oft ist das schwierig, wenn die Verfügung zu allgemein verfasst wurde – sie kann dann sogar unwirksam sein.

Wir empfehlen das Muster des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz. Es enthält Textbausteine, mit denen Sie Ihre eigene Verfügung erstellen können. Trotzdem ist eine juristische Beratung sinnvoll. Und sprechen Sie die Punkte auch mit Ihrem Hausarzt durch.

5. Lassen Sie sich von Fachleuten helfen

Wenn Sie Ihre Vorsorge-Dokumente nicht selbst verfassen wollen, können Sie sich für einen Rechtsdienstleister entscheiden – das ist günstiger als ein Anwalt. Schon für knapp 30 Euro führt Sie der Anbieter Patientenverfügungplus* durch ein Frage-Antwort-System zum rechtssicheren Vorsorgepaket. Wer die Dokumente nicht selbst ausdrucken will oder kann, kann sich an meinepatientenverfuegung.de* wenden. Durch den Ausdruck und den Postversand ist der Anbieter ein bisschen teurer: Er verlangt rund 40 Euro.

Falls Sie lieber einen Anwalt sprechen wollen, finden Sie über den Vermittler Yourxpert* einen spezialisierten Anwalt in Ihrer Umgebung, der Ihnen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung zum Festpreis von 192 Euro aufsetzt. Einige Rechtsschutzversicherungen bieten ein kostenloses Vorsorgepaket an.

Tollen im Schnee
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6. Würden Sie Organe spenden?

Immer wieder diskutiert die Politik, wie sich die Bereitschaft der Bürger zur Organspende erhöhen lässt. Die Widerspruchslösung ist ein Weg, den unter anderem der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vertritt. Demnach dürften Organe einem Verstorbenen bereits dann entnommen werden, wenn er zu Lebzeiten einer Organspende nicht widersprochen hat. Der Vorsitzende des Ethikrats hat sich klar dagegen ausgesprochen und hält an der Zustimmungslösung fest.

Die Rechtslage ist bislang eindeutig: Ihnen können nach dem Tod nur dann Organe entnommen werden, wenn Sie ausdrücklich Ihre Bereitschaft dazu erklärt haben. Zum Beispiel mit einem Organspendeausweis.

7. Machen Sie ein (einfaches) Testament

Falls Ihnen die gesetzliche Erbfolge nicht passt, sollten Sie ein Testament schreiben. Nutzen Sie dazu unsere Checkliste. Das sollten sich vor allem Ehepaare überlegen: Denn sobald ein Partner stirbt, erben die Kinder nach der gesetzlichen Erbfolge die Hälfte.

Das kann vor allem dann schwierig werden, wenn das Vermögen im Wesentlichen eine Immobilie ist und der verbliebene Gatte diese dann verkaufen muss, um die Kinder auszuzahlen. Eine einfache und rechtlich unkomplizierte Abhilfe schafft das Berliner Testament. Darin setzen sich die Partner gegenseitig als Alleinerben ein, und die Kinder erben erst nach dem Tod beider Eltern.

Schneeengel
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8. Alle Jahre wieder: Überprüfen Sie Ihre Entscheidungen

Gehen Sie alle paar Jahre Ihre Unterlagen durch. Vielleicht hat sich Ihre Meinung zu den Bevollmächtigten oder zu anderen Fragen geändert. Unterschreiben Sie noch mal das Dokument mit dem neuen Datum – auch wenn sich nichts geändert hat.

Ganz egal, was Sie festlegen: Stellen Sie sicher, dass die Dokumente auch gefunden werden. Dabei hilft es, Ihre Vorsorgeverfügungen im Zentralen Vorsorgeregister registrieren zu lassen.

Auch im Todesfall gibt es viel zu regeln. Am besten stellen Sie einen Notfallordner zusammen und verwahren ihn so, dass Ihre Angehörigen ihn auch finden. Dazu gehört auch eine Übersicht über Ihr E-Mail-Konto und andere digitale Accounts sowie Passwörter. Natürlich sollte der Zettel nicht für Besucher einsehbar sein.

Um es Ihnen noch etwas einfacher zu machen, haben wir unsere Tipps und weitere Hinweise in einem aktuellen Vorsorge-E-Book zusammengefasst.

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5 KOMMENTARE

  1. Der Hinweis Vorsorge im Newsletter veranlasst mich, meine Erfahrungen mit einem Testamentsvollstrecker kurz zu schildern und kann nur davon abraten. Der Testamentsvollstrecker blockiert und hat vor allem seine Gebührentabelle im Auge. Steigen die Gebühren je länger die Abwicklung dauert?

    Das not. begl. Testament sieht zu meiner Entlastung einen Testamensvollstrecker vor, der vom Nachlassgericht eingesetzt wurde. Meine Tochter und ich warten seit rd. zwei Jahren auf die Erfüllung der Vermächtnisse. Jetzt wird noch empfohlen einen Rechtsanwalt einzuschalten. Das steht jedoch nicht im Testament und ich meine, dass der Testamentsvollstrecker die Vermächtnisse zu erfüllen hat und weitere Gebühren für einen Rechtsanalt unnötig sind. Ich hatte eine Generalvollmacht und werde jetzt vom Testamentsvollstrecker kontrolliert für die Zeit vor dem Tod meiner Cousine, die im Alter von 96 Lebensjahren gestorben ist. Ich erhalte Hausverbot und werde kriminalisiert. Das ist die Tätigkeit des Testamentsvollstreckers!

  2. …dann sollten sie evtl. das Nachlassgericht einschalten und die Handlungsweise des Nachlassvollstreckers überprüfen lassen bzw. sich zuerst von einem Rechtspfleger des Gerichtes beraten lassen

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