Bankvollmacht

So erteilen Sie eine Vollmacht für Ihr Girokonto

Josefine Lietzau
& Co-Autor
Stand: 11. Februar 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einer Kontovollmacht gewähren Sie einer Vertrauensperson weitreichenden Zugang zu Ihren Bankgeschäften.
  • Sie können eine Vollmacht jederzeit widerrufen.
  • Eine Vollmacht kann entweder unbegrenzt (über den Tod hinaus) oder bei Eintritt gewisser Ereignisse wie Pflegebedürftigkeit oder Tod gelten.
  • Ehepartner sind nicht gesetzliche Vertreter des jeweils anderen. Für sie bietet sich als Alternative zur Vollmacht die Eröffnung eines Gemeinschaftskontos an.

Mithilfe einer Kontovollmacht für Ihr Girokonto können Sie Dritten Zugang zu fast allen Bankgeschäften und -transaktionen geben: Die Person Ihres Vertrauens kann über ein vorhandenes Guthaben verfügen, einen eingeräumten Dispositionskredit voll ausschöpfen oder auch mit Wertpapieren handeln. Der Bevollmächtigte kann außerdem Rechnungsabschlüsse und Kontoauszüge entgegennehmen und anerkennen. Die Vollmacht berechtigt jedoch nicht dazu, weitere Konten zu eröffnen, Kreditverträge abzuschließen oder zu verändern oder Kreditkarten zu beantragen.

So erteilen Sie eine Vollmacht

Grundsätzlich stellen Ihnen Banken Vordrucke für eine Vollmacht zur Verfügung. Wir empfehlen Ihnen, sich mit dem Kundenservice Ihrer Bank in Verbindung zu setzen und das Standardformular auszufüllen.

Die Standardvordrucke für eine Bankvollmacht sehen meist keine Einschränkungen auf bestimmte Konten vor. Falls Sie die Rechte des Bevollmächtigten eingrenzen möchten, können Sie eine formlose Vollmacht in eigenen Worten erstellen oder die Einschränkung in einer gesonderten Zusatzvereinbarung mit der Bank oder Sparkasse festlegen. Das sollten Sie tun, wenn Sie zwar eine Kontovollmacht für das Girokonto ausstellen wollen, aber nicht für das Wertpapierdepot.

Die kontoführende Bank ist verpflichtet, den Bevollmächtigten anhand eines gültigen Personalausweises oder Reisepasses zu identifizieren. Falls Sie Nutzer eines Onlinekontos sind, können Sie auch eine Vollmacht für die Konten bei der Direktbank erteilen, müssen dann aber zur Legitimation des Bevollmächtigten in der Regel eine Kopie des Personalausweises mitschicken. Zudem müssen Sie Ihre Steuer-Identifikationsnummer angeben. Grund dafür ist das Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz.

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Diese verschiedenen Vollmachten gibt es

Sie können in einer Vollmacht nicht nur verschiedene Rechte für den Bevollmächtigten festlegen, sondern auch bestimmen, für welche Zeiträume oder bei welchen speziellen Ereignissen die Vollmacht gelten soll.

Zeitlich unbeschränkt: Vollmacht über den Tod hinaus

Die Standardvollmacht von Ihrer Bank ist eine zeitlich unbeschränkte Vollmacht. Sie gilt über den Tod des Kontoinhabers hinaus. Das ist unter Familienangehörigen meist so gewollt, um praktische Probleme im Verkehr mit der Bank nach dem Tod des Kontoinhabers zu vermeiden. Die Vollmacht erlischt nämlich nicht automatisch mit dem Tod oder der Geschäftsunfähigkeit des Kontoinhabers gemäß § 672 BGB.

Vollmacht für den Fall der Fürsorgebedürftigkeit

Eine bedingte Vollmacht können Sie auch für den Fall vergeben, dass Sie fürsorgebedürftig werden, zum Beispiel aus Altersgründen, aufgrund eines Unfalls oder wegen einer schweren Krankheit. Auch diese Art der Bankvollmacht kann nützlich sein, da ein solcher Fall sehr plötzlich eintreten kann und Sie dann möglicherweise keine Vollmacht mehr erteilen können.

Stirbt der Kontoinhaber und besteht für niemanden eine Kontovollmacht, kann keine Überweisung von dessen Konto erfolgen oder Bargeld abgehoben werden, bis der Bank ein Erbschein oder andere zweifelsfrei die Erbschaft nachweisende Dokumente vorgelegt werden (BGH, Urteil vom 8. Oktober 2013, Az. XI ZR 401/12). Sie sollten daher erwägen, ob Sie nicht zumindest für Ihr Girokonto einer vertrauensvollen Person eine Vollmacht erteilen.

Eine solche Vollmacht können Sie jederzeit widerrufen. Mit dem Tod des Bevollmächtigten erlischt die Vollmacht hingegen laut § 673 BGB.

Wie allerdings die Fürsorgebedürftigkeit nachgewiesen werden muss, ist von Bank zu Bank verschieden. Bei einigen Kreditinstituten müssen Sie ein ärztliches Attest vorzulegen. Eine Formulierung in der Vollmacht, die besagt, dass Fürsorgebedürftigkeit dann vorliegt, wenn der Kontoinhaber selbst nicht mehr handeln kann, ist nicht praktikabel. Die Bank kann diese Voraussetzung nämlich nicht selbst überprüfen. 

Zu unterscheiden ist die Bankvollmacht bei Fürsorgebedürftigkeit von der allgemeinen Vorsorgevollmacht. Die Bankvollmacht ist ausschließlich für Bankgeschäfte vorgesehen, die mit der Kontoführung in einem unmittelbaren Zusammenhang stehen.

Eine allgemeine Vorsorgevollmacht erstreckt sich dagegen nicht nur auf Bankgeschäfte, sondern kann auch Fragen der Gesundheit, des Wohnen oder behördliche und andere Angelegenheiten umfassen. Der Bevollmächtigte kann mit einer solchen Vollmacht handeln, ohne dass es weiterer gerichtlicher Maßnahmen wie der Bestellung eines Betreuers bedarf. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Finanztip-Ratgeber Vorsorgevollmacht.

Vollmacht für den Todesfall

Die Kontovollmacht kann auch so ausgestaltet werden, dass sie erst mit dem Tod des Kontoinhabers in Kraft tritt. Der Sinn und Zweck dieser Vollmacht ist letztlich die Aufteilung und Verwaltung der Hinterlassenschaft des Kontoinhabers.

Die Alternative für Paare: Das Gemeinschaftskonto

Ehegatten oder Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft sind nicht gesetzliche Vertreter des jeweils anderen und müssen sich gegenseitig bevollmächtigen, um für einander Bankgeschäfte zu tätigen. Eine Alternative ist das Gemeinschaftskonto. Es lautet auf den Namen beider Ehepartner, und jeder von beiden kann einzeln über das Konto verfügen.

Beachten Sie jedoch, dass auf das gesamte Guthaben zugegriffen werden kann, wenn einer der beiden Eheleute Schulden hat.

Ein positiver Nebeneffekt ist, dass sich bei Gemeinschaftskonten die gesetzliche Einlagensicherung auf 200.000 Euro verdoppelt.

Dreikontenmodell

Da viele Banken – wie in unserem Ratgeber Girokonto beschrieben – das Girokonto komplett oder fast kostenfrei anbieten, ist für Eheleute oder Lebenspartner auch das Dreikontenmodell eine überlegenswerte Alternative: Es gibt ein gemeinsames Konto und zwei persönliche Konten. Von dem gemeinsamen Konto werden die üblichen Haushaltsausgaben und andere Lebenshaltungskosten bezahlt. So behalten Sie den Überblick, ohne sich über die jüngste Shoppingtour streiten zu müssen.

Mehr dazu im Ratgeber Girokonto

  • Mit dem richtigen Girokonto können Sie Gebühren sparen und bekommen gute Leistungen.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Comdirect, Norisbank, DKB, Santander, ING, Consorsbank

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Ihr monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchen Sie eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchen Sie die Karte auf Wunsch dazu.

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Der Finanztip-Girokontorechner basiert auf Daten von Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH Co KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise), zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass nur bundesweit verfügbare Banken angezeigt werden, die ein verbraucherfreundliches Girokonto nach den Finanztip-Kriterien anbieten. Die Auswahl der Banken mit Girokonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Die teilnehmenden Banken finden Sie am Ende des Artikels. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Autor
Josefine Lietzau
& Co-Autor
Dr. Manuel Kayl

Stand: 11. Februar 2019


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