Vorsorgevollmacht

Vorher festlegen, wer im Notfall alles regeln soll

Dr. Britta Beate Schön Stand: 16. Januar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Legen Sie mit einer Vorsorgevollmacht fest, wer Sie vertreten soll, falls Sie sich selbst nicht mehr um Ihre Angelegenheiten kümmern können.
  • Wichtig: Ihr Ehepartner oder Ihre Kinder sind rechtlich nicht automatisch Ihre Vertreter. Sie müssen sie ausdrücklich bevollmächtigen. Nur so sparen Sie sich ein gerichtliches Betreuungsverfahren.
  • Die Vollmacht ist nur wirksam, wenn sie der Bevollmächtigte im Original in den Händen hält und sich so bei Bedarf legitimieren kann.
So gehen Sie vor
  • Nutzen Sie das Muster des Bundesjustizministeriums, wenn Sie keine Unterstützung bei der Vorsorgevollmacht benötigen.
  • Wer sich von einem Dienstleister unterstützen lassen will, ist mit Patientenverfügungplus gut beraten. Mithilfe eines Frage-Antwort-Systems erstellt der Anbieter ein Vorsorgepaket inklusive Vorsorgevollmacht für 29,90 Euro.
  • Wenn Sie die Dokumente nicht ausdrucken wollen, können Sie sich an meinepatientenverfuegung.de wenden. Die schicken Ihnen Ihr individuelles Vorsorgepaket für 39,50 Euro.
  • Wollen Sie ein Beratungsgespräch mit einem Rechtsanwalt, empfehlen wir Yourxpert. Das Portal vermittelt Ihnen einen spezialisierten Anwalt zum Festpreis von 192 Euro.

Keiner denkt gern daran, dass er richtig krank werden oder einen schweren Unfall erleiden könnte. Wichtig ist es dennoch, sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen. Denn: Wer kümmert sich um alles, falls Sie selbst nicht mehr in der Lage dazu sind? Ihr Ehepartner und Ihre erwachsenen Kinder sind nicht automatisch dazu berechtigt.

Warum ist eine Vorsorgevollmacht sinnvoll?

Mit einer Vorsorgevollmacht können Sie in gesunden Tagen selbst bestimmen, wer im Krankheitsfall für Sie entscheiden soll. Falls keine Vorsorgevollmacht vorliegt, muss das Betreuungsgericht für einen hilflos gewordenen Menschen einen Betreuer einsetzen. Dafür sucht der Richter zwar in der Regel einen Familienangehörigen aus, aber ein gerichtliches Verfahren mit Anhörung und ärztlichem oder psychiatrischem Gutachten ist es allemal. Und Kosten entstehen natürlich auch.

Mit einer Vorsorgevollmacht ersparen Sie sich das staatliche Verfahren. Wenn eine Vorsorgevollmacht vorliegt, darf das zuständige Gericht keinen Betreuer bestellen (§ 1896 Abs. 2 Satz 2 BGB).

Weit verbreitet ist die Vorsorgevollmacht dennoch nicht: Im Zentralen Vorsorgeregister waren laut Jahresbericht 2018 nur etwa 4,2 Millionen Vollmachten registriert – das heißt, gerade einmal 6,3 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben dort eine Vorsorgevollmacht hinterlegt.

Eine Vorsorgevollmacht ist etwas anderes als eine Patientenverfügung. Mit dieser können Sie verfügen, welche medizinischen Maßnahmen Sie im Fall unheilbarer Krankheit wünschen. Eine solche Verfügung richtet sich immer an den behandelnden Arzt sowie an eine Person, die Ihre Wünsche in Bezug auf die ärztliche Behandlung durchsetzen soll.

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Wie wähle ich einen Bevollmächtigten aus?

In einer Vorsorgevollmacht gibt jemand in gesunden Tagen einem anderen Menschen die Vollmacht, in seinem Namen zu handeln – für den Fall, dass er später aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls geschäftsunfähig wird.

Eine Vollmacht sollten Sie nicht leichtfertig erteilen. Denn der Bevollmächtigte unterliegt, anders als ein staatlich bestellter Betreuer, keiner gerichtlichen Kontrolle. Die Vollmacht ist praktisch sofort wirksam. Niemand prüft, ob Sie als Betroffener tatsächlich nicht mehr in der Lage sind, Ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Deshalb setzt eine Vorsorgevollmacht besonderes Vertrauen zum Bevollmächtigten voraus. Falls Ihnen niemand einfällt, dem Sie uneingeschränkt vertrauen, sollten Sie sich eher für eine Betreuungsverfügung entscheiden.

Häufig benennen sich Eheleute oder Partner gegenseitig als Bevollmächtigte. Üblich ist auch, die erwachsenen Kinder zusätzlich zu bevollmächtigen. Das ist sinnvoll, denn es kann durchaus sein, dass im Ernstfall auch der Partner gesundheitlich nicht mehr in der Lage ist, für den anderen zu entscheiden. Dann sind die Kinder in der Lage zu handeln. Für einen Bevollmächtigten ist es in der Regel eine Erleichterung, wenn er nicht alles allein schultern muss. Dann ist zum Beispiel auch eine längere Reise für einen Bevollmächtigten kein Problem mehr.

Bedenken Sie auch: Niemand ist verpflichtet, eine Vollmachtstätigkeit gegen seinen Willen zu übernehmen. Es empfiehlt sich daher, den Bevollmächtigten ebenfalls unterschreiben zu lassen, um sicherzugehen, dass er tatsächlich dazu bereit ist.

Was ist bei mehreren Bevollmächtigten zu beachten?

Wenn Sie mehreren Menschen eine Vorsorgevollmacht erteilen, sollten Sie festlegen, ob jeder Bevollmächtigte allein handeln kann oder ob nur alle gemeinsam entscheiden dürfen. Müssen alle gemeinsam entscheiden (die sogenannte Gesamtvertretung), sichert das zwar das Vier-Augen-Prinzip, richtig praktikabel ist es im Alltag aber nicht. Deshalb raten viele Notare grundsätzlich davon ab. Der Bevollmächtigte muss und soll handlungsfähig sein, deshalb sollte jeder allein handeln können. Ist Ihnen ein Punkt aber besonders wichtig, zum Beispiel die Unterbringung in einem Pflegeheim, können Sie durchaus bestimmen, dass zwei Bevollmächtigte diese Frage gemeinsam entscheiden sollen.

Sie können eventuell mehrere Bevollmächtigte für unterschiedliche Bereiche benennen. Schließlich ist nicht jeder gleich talentiert, wenn es um finanzielle Dinge geht. Anderen fehlt die Empathie oder das Durchsetzungsvermögen in Fragen der medizinischen Behandlung oder Pflege. Seien Sie sich aber klar darüber, dass es zu Schwierigkeiten bei der Abgrenzung kommen kann zwischen den einzelnen Bereichen und den Bevollmächtigten – die Unterbringung im Pflegeheim ist zum Beispiel nicht nur eine Frage des Aufenthaltsorts, sondern auch eine finanzielle.

General- oder Teilvollmacht – was ist sinnvoll?

Sie können Ihrem Bevollmächtigten eine Generalvollmacht erteilen oder einzelne Lebensbereiche benennen, in denen er für Sie entscheiden soll. Die nachfolgende Auflistung der Situationen soll verdeutlichen, wie umfassend eine Vorsorgevollmacht sein kann. Aber dennoch ist der Umfang nicht so wichtig wie die Frage, wer für Sie handeln soll. Denn mit der Vollmacht schließen Sie aus, dass ein Fremder in diesen Punkten für Sie entscheidet.

Die Vorsorgevollmacht soll von ihrem Grundsatz aus möglichst weit gefasst sein. Missbrauch lässt sich verhindern, indem Sie bestimmte Dinge wie Schenkungen von vornherein ausschließen.

Gesundheit und Pflege - Sie können bestimmen, dass der Bevollmächtigte in alle medizinischen Maßnahmen einwilligen kann und Ihre Wünsche aus der Patientenverfügung umsetzt, aber auch Einsicht in alle Krankenunterlagen nehmen darf. Mit der Vorsorgevollmacht lässt sich regeln, wer über freiheitsentziehende Maßnahmen wie Gitter am Pflegebett oder Fixierung und gefährliche Heilbehandlungen entscheiden darf (§§ 1904 , 1906 Abs. 4 BGB). Sofern Sie das wollen, müssen genau diese Befugnisse ausdrücklich in der Vollmacht enthalten sein. Eine medizinische Generalvollmacht reicht dafür nicht aus.

In wenigen, aber besonders wichtigen Fällen unterliegt auch der Bevollmächtigte der richterliche Kontrolle: Eine Genehmigung des Gerichts ist nötig bei gewissen risikoreichen ärztlichen Eingriffen, beim Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen sowie regelmäßig bei freiheitsentziehenden Maßnahmen  (Unterbringung in der geschlossenen Abteilung einer Klinik oder eines Pflegeheims).

Die Vorsorgevollmacht regelt die medizinischen Fragen allerdings nur unvollständig. Es empfiehlt sich, die eigenen Wünsche zusätzlich in einer Patientenverfügung festzuhalten.

Aufenthalt und Wohnung - In der Vorsorgevollmacht können Sie bestimmen, dass der Bevollmächtigte alles im Zusammenhang mit Ihrem Mietvertrag regeln darf, also auch die Wohnung kündigen. Wenn Sie möchten, dass er auch einen Vertrag mit einem Pflegeheim für Sie abschließen kann, können Sie das angeben.

Behörden - Wichtig ist außerdem, dass der Bevollmächtigte Sie gegenüber der Rentenversicherung, aber auch dem Finanzamt sowie allen anderen Behörden und Versicherungen vertreten kann. Ihre Vollmacht sollte sich daher auch auf diesen Bereich erstrecken.

Vermögenssorge - Sie sollten festlegen, ob Sie dem Bevollmächtigten die komplette Betreuung Ihres Vermögens überlassen oder ihn nur ermächtigen, Rechnungen zu bezahlen. Falls Sie nicht wollen, dass Ihr Vertreter in Ihrem Namen Vermögen verschenkt, schließen Sie das am besten ausdrücklich aus.

Für Bankangelegenheiten sollten Sie auf eine Kontovollmacht Ihrer Bank oder Sparkasse zurückgreifen oder unser Muster verwenden. Die Bank muss auch eine allgemeine Vorsorgevollmacht akzeptieren (LG Detmold, Urteil vom 14. Januar 2015, Az. 10 S 110/14).

Soll der Bevollmächtigte auch Grundstücksgeschäfte wie Kauf, Verkauf oder Belastung mit einer Grundschuld tätigen können, müssen Sie zu einem Notar, der die Vollmacht beurkundet (§ 311b BGB). Gleiches gilt für gesellschaftliche Beteiligungen an Unternehmen (§ 15 Abs. 4 GmbHG).

Post und Telefon - Soll Ihr Bevollmächtigter Ihre Post entgegennehmen und lesen, halten Sie auch das am besten schriftlich fest. Ist etwa ein Telefonanschluss nicht mehr notwendig, können Sie bestimmen, dass Ihre Vertrauensperson diesen kündigen darf.

Vertretung vor Gericht - Sie können bestimmen, ob Ihr Vertreter Sie auch vor Gericht vertreten soll – etwa falls Sie verklagt werden oder in andere juristische Auseinandersetzungen verwickelt sind.

Untervollmacht - Sofern Sie nicht möchten, dass Ihr Bevollmächtigter einem Dritten gestattet, in Ihrem Namen zu handeln, sollten Sie ausschließen, dass er Untervollmachten erteilen kann. Das ist durchaus üblich, da Sie ja zu Ihrem Bevollmächtigten ein besonderes Vertrauen haben, zu einem Unterbevollmächtigten möglicherweise nicht.

Geltung über den Tod hinaus - Es kann sinnvoll sein, dass die Vollmacht auch über den Tod hinaus gilt. Dann können die Bevollmächtigten nach dem Todesfall auch ohne Erbschein zum Beispiel die Beerdigung organisieren und bezahlen.

In-sich-Geschäft - Der Begriff des In-sich-Geschäfts klingt komplizierter als es ist (§ 181 BGB). Es geht um die Frage, ob der Bevollmächtigte in Ihrem Namen mit sich selbst ein Geschäft abschließen darf. Ein Beispiel: Sie sind als Vollmachtgeber bereits betreuungsbedürftig und bekommen Pflegegeld auf Ihr Konto, um die Pflegekraft zu bezahlen. Werden Sie von Ihrem bevollmächtigten Ehepartner gepflegt, kann er sich das Pflegegeld auf sein Konto überweisen. Dies wäre ein In-sich-Geschäft. In Vorsorgevollmachten für den Ehepartner sind solche Geschäfte regelmäßig gestattet, damit auch solche familieninternen Rechtsgeschäfte möglich sind.

Tipp: Wer für seine Bestattung vorsorgen möchte, denkt meist an eine teure Sterbegeldversicherung. Doch es gibt bessere Alternativen.

Wie erstelle ich eine Vorsorgevollmacht?

Auch wenn Sie eine Vollmacht mündlich aussprechen könnten, sollten Sie aus Beweisgründen die Schriftform wählen. Dabei haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  1. Sie können das Dokument anhand eines guten Musters selbst erstellen. Das ist die preiswerteste Variante.
  2. Sie können sich an einen Rechtsdienstleister wenden. Der erstellt eine individualisierte, rechtlich sichere Vollmacht. Das ist günstiger als eine Beratung beim Anwalt, es fehlt aber das persönliche Gespräch.
  3. Schließlich können Sie die Vorsorgevollmacht am besten zusammen mit einer Patientenverfügung auch von einem Rechtsanwalt erstellen lassen. Damit die Kosten kalkulierbar sind, empfehlen wir die Beratung zu einem Festpreis.

1. Muster für Vorsorgevollmacht verwenden

Es gibt gute Vorlagen, die Sie nutzen können. Das ist die preiswerteste Variante. Für Ihre Vorsorgevollmacht empfehlen wir das Muster des Justizministeriums, das zum Download bereitsteht, nachdem Sie die Hinweise dazu gelesen haben. In der Mustervollmacht sind die einzelnen Lebensbereiche detailliert aufgelistet, die Sie ankreuzen können. Bedenken Sie jedoch, dass so ein Kreuzchen schnell gemacht ist. Besser ist es daher, die einzelnen Punkte der Vollmacht abzuschreiben und sich dabei zu überlegen, wie Sie das alles für sich regeln wollen. Aber auch eine Vollmacht zum Ankreuzen ist rechtssicher und eine gute Lösung.

Ob abgeschrieben oder angekreuzt, Sie müssen die Vollmacht eigenhändig unterschreiben. Die zusätzliche Unterschrift des Bevollmächtigten ist zwar nicht verpflichtend, dennoch sollte er das Dokument ebenfalls gegenzeichnen. Damit die Vollmacht wirksam ist, muss sie der Bevollmächtigte in den Händen halten. Sie sollten die Vollmacht im Original Ihrer Vertrauensperson aushändigen und eine Kopie für sich behalten.

Falls Ihnen etwas nicht klar ist bei Ihrer Vollmacht, können Sie sich an eine Beratungsstelle in Ihrer Stadt, Gemeinde oder dem Landkreis wenden – die ist meist dem Sozialamt angegliedert und beglaubigt Ihre Vollmacht auch (§ 129 BGB). Betreuungsbehörden bieten eine öffentliche Beglaubigung für 10 Euro an (§ 6 Abs. 2 BtBG).

2. Von einem Dienstleister unterstützen lassen

Wenn Sie Ihre Vorsorgedokumente nicht selbst verfassen wollen, können Sie sich an einen Rechtsdienstleister wenden – das ist günstiger als ein Anwalt. Dafür beantworten Sie online verschiedene Fragen und der Dienstleister erstellt aus Ihren Antworten  dann Ihre individualisierten Vorsorgedokumente.

Diese Variante hat den Vorteil, dass die Fragen des Rechtsdienstleisters einem Beratungsgespräch beim Anwalt nachempfunden sind. Der Dialog enthält viele Hinweise und Erklärungen, die Ihnen die Entscheidung leichter machen. Damit sind Sie deutlich flexibler als mit einem starren Muster. Die Eingabe Ihrer Daten ersetzt allerdings keine Rechtsberatung, die Sie im Gespräch mit einem Anwalt bekommen.

Um Ihnen die Suche nach dem passenden Anbieter zu erleichtern, hat Finanztip verschiedene Rechtsdienstleister für den Vorsorgebereich untersucht. Besonders überzeugt hat uns Patientenverfügungplus. Das Online-Portal deckt alle Aspekte der Vorsorge ab – von der Patientenverfügung bis zur Vorsorgevollmacht. Der Online-Dialog ist einfach und gut verständlich. Von allen Anbietern war Patientenverfügungplus der günstigste in unserem Vergleich. Den Preis von insgesamt 49,40 Euro für Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung, die Sie unbegrenzt oft und jederzeit ändern können, finden wir fair und angemessen. 

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  • Notfallausweis für 19,90 Euro im Jahr buchbar
  • Hinterlegung im Vorsorgeregister für 9,90 Euro im Jahr buchbar

Wer die Vorsorgevollmacht nicht selbst ausdrucken kann oder will, sondern lieber ein individuelles und ordentlich sortiertes Vorsorgepaket mit Vorsorgevollmacht per Post bekommen möchte, kann sich an meinepatientenverfuegung.de wenden. Durch den Ausdruck und den Postversand ist der Anbieter ein bisschen teurer. Der Grundpreis beläuft sich auf 39,50 Euro zuzüglich 19,50 Euro, wenn Sie einmalig die Dokumente ändern wollen. Wir halten den Preis für fair.

meine Patientenverfügung
versendet die Vorsorgedokumente mit der Post
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  • telefonische Unterstützung für einmalig 15 Euro buchbar

3. Von einem Rechtsanwalt erstellen lassen 

Sie können Ihre Vorsorgevollmacht zusammen mit einer Patientenverfügung durch einen Rechtsanwalt erstellen lassen. Sie bekommen dann rechtssichere und auf Ihre Person zugeschnittene Dokumente, für die der Anwalt die Haftung übernimmt. Suchen Sie sich einen Anwalt, der auf die rechtliche Vorsorge spezialisiert ist. Damit die Kosten vorher klar sind, empfehlen wir ein anwaltliches Vorsorgepaket zu einem Festpreis.

Einen spezialisierten Anwalt finden Sie am besten im Internet über Anwaltsvermittlungsportale, die wir näher untersucht haben. Wir empfehlen das Portal Yourxpert, das einen spezialisierten Anwalt vermittelt, der zum Festpreis von 192 Euro eine Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung erstellt.

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Anwaltsvermittlungsportal bietet Rechtsprodukte zum Festpreis
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Tipp: Service der Rechtsschutzversicherung nutzen

Sind Sie rechtsschutzversichert, sollten Sie sich bei Ihrer Versicherung erkundigen. Einige bieten im Rahmen des Privatrechtsschutzes Serviceleistungen bei der Notfallvorsorge an. Von der Erstellung bis zur Registrierung der Dokumente kann man sich an den Versicherer wenden.

Wann muss ich wegen der Vollmacht zum Notar?

Sie können sich zur Vorsorgevollmacht auch von einem Notar beraten lassen. Eine notarielle Beurkundung ist rechtlich sicherer als die Beglaubigung (§ 128 BGB). Sie ist nicht verpflichtend, kann aber durchaus sinnvoll sein. Denn der Notar muss von Amts wegen auch die Geschäftsfähigkeit prüfen. Dies ist besonders wichtig, weil es ansonsten zum Streit kommen kann, ob Sie überhaupt noch geschäftsfähig waren, als Sie die Vollmacht erteilt haben.

Für bestimmte Rechtsgeschäfte, zum Beispiel die Aufnahme eines Darlehens, um Pflegekosten vorzufinanzieren, ist die notarielle Beurkundung unumgänglich (§ 492 Abs. 4 BGB). Auch für Immobilienangelegenheiten muss die Vollmacht zumindest notariell beglaubigt sein. Hat der Notar die Vollmacht für Sie erstellt, behält er die Original-Urkunde. Der Bevollmächtigte bekommt eine beglaubigte Abschrift.

Die Kosten einer Beurkundung sind abhängig vom Umfang des Vermögens. Bei einem Geschäftswert von 100.000 Euro kostet die Beurkundung rund 200 Euro inklusive Mehrwertsteuer und Kosten für Auslagen und Porto (KV-Nr. 21200 GNotKG).

Soll ich die Vorsorgevollmacht registrieren lassen?

Im Zentralen Vorsorgeregister können Sie Ihre Vorsorgevollmacht registrieren lassen. Das stellt sicher, dass das Betreuungsgericht im Notfall keinen Betreuer bestellt, da Sie selbst bereits eine Vertrauensperson benannt haben. Denn bevor das Gericht jemanden bestellt, fragt es beim Register ab, ob und welche Vorsorgeurkunden eingetragen sind. Im Jahr 2018 haben die Gerichte in rund 260.000 Fällen um Auskunft gefragt.

Beurkundet der Notar die Vollmacht, lässt er sie meist auch registrieren – das waren im Jahr 2018 fast 85 Prozent aller Anträge. Wer die Vorsorgevollmacht ohne Notar aufgesetzt hat, sollte sie ebenfalls registrieren lassen, damit sie im Zweifel auch gefunden wird. Das machen allerdings nur wenige – im Jahr 2018 waren es nur 7,6 Prozent aller Anträge.

Die Registrierung geht online über die Website des Vorsorgeregisters der Bundesnotarkammer (www.zvr-online.de). Sie können den Antrag aber auch schriftlich stellen. Vom Bundesjustizministerium gibt es dazu ein Datenblatt, das Sie ausfüllen und per Post an das Register schicken können. Die Internet-Meldung einer Vollmacht kostet 13 Euro. Schicken Sie den Antrag mit der Post, fallen 16 Euro an. Das gilt, wenn Sie die Gebühr abbuchen lassen. Wollen Sie überweisen, kostet die Registrierung 3 Euro mehr (Stand: November 2019).

Die Registrierung stellt sicher, dass Ihre Vorsorgevollmacht im Fall der Fälle gefunden wird. Sie erspart Ihnen nicht, zuvor jemandem eine Vollmacht zu erteilen. Die Vollmacht wird auch nicht rechtlich geprüft. Bei der Registrierung geben Sie nur an, ob Sie jemanden bevollmächtigt haben, bestimmte Angelegenheiten, etwa Vermögensfragen, zu erledigen. Wie die Vollmacht konkret ausgestaltet ist, erfährt das Register nicht.

Es wird jedoch abgefragt, ob die Genehmigung von besonderen ärztlichen Maßnahmen erfasst ist, für die ansonsten das Gericht einen Betreuer bestellen müsste. Darunter fallen Operationen, bei denen die Gefahr besteht, dass der Patient stirbt oder einen schweren und länger dauernden gesundheitlichen Schaden erleidet (§ 1904 Abs. 1 Satz 1 BGB).

Wichtig ist auch die Frage, ob Sie dem Bevollmächtigten die Erlaubnis erteilt haben, Sie in eine geschlossene Klinik einweisen zu lassen oder ärztliche Zwangsmaßnahmen wie Bettgitter zuzulassen (§ 1906 Abs. 1, 3 und 4 BGB). In dem Formular zur Registrierung wird nur auf die Paragrafen verwiesen, ohne dass sie näher erläutert sind.

Haben Sie diese besonderen Situationen in der Vorsorgevollmacht geregelt, setzt das Gericht zwar keinen Betreuer ein, es muss diese Entscheidungen aber genehmigen.

Und noch ein praktischer Tipp: Wenn Sie mit den Bevollmächtigten alle Angelegenheiten besprechen, sollten Sie ihnen auch sagen, wo Sie alle wichtigen Unterlagen wie Verträge, Versicherungsscheine, Bank- und Steuerunterlagen aufbewahren. Legen Sie außerdem eine Liste mit Ihren verschiedenen Benutzernamen und Passwörtern von E-Mail- und anderen Konten im Internet an. Das bedeutet im Ernstfall eine große Erleichterung für die Personen, die sich um Ihre Angelegenheiten kümmern sollen, falls Sie es selbst nicht mehr können.

Die Vorsorgevollmacht regelmäßig überprüfen

Sie können die Vollmacht jederzeit ändern oder widerrufen. Manchmal ist das notwendig: etwa wenn sich Eheleute gegenseitig als Bevollmächtigte eingesetzt haben und ein Partner so krank geworden ist, dass er sich nicht mehr um den anderen kümmern kann. Dann sollten Sie alle ausgehändigten Vollmachtsurkunden zurückverlangen und einen anderen Bevollmächtigten einsetzen.

So haben wir getestet

Wir haben im Dezember 2017 vier spezialisierte Dienstleister untersucht, die ein Frage-Antwort-Tool bieten und nach Auswertung der Antworten individualisierte Vorsorgedokumente erstellen. Ferner haben wir uns drei Anwaltsvermittlungsportale angesehen, die vom Anwalt erstellte Vorsorgeverfügungen zu einem Festpreis anbieten.

Im Dezember 2019 haben wir die Preise unserer Empfehlungen erneut abgefragt und entsprechend aktualisiert. Ausführliche Informationen zu unserem Test, den Testkriterien und den Ergebnissen finden Sie im Ratgeber Patientenverfügung.

Mehr dazu im Ratgeber Rechtsschutzversicherung

Zum Ratgeber

Autor
Dr. Britta Beate Schön

Stand: 16. Januar 2020


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