Dr.Walz und das nachgewürzte ETF-Depot

  • Sehr gute und berechtigte Fragen und Gedankengänge von dir.

    Ich befürchte wir werden darauf keine klare Antwort finden wenn es nicht einmal die Finanzwissenschaft kann.

    Und wenn ich die ganzen Überlegungen und Gedankengänge hier im Forum Revue passieren lasse...so lässt sich eines feststellen: eine zunehmende Komplexität.

    Und das ist genau das wovor Bogle himself gewarnt hatte. Es wäre viel leichter die Asset Allokation anpassen wenn man bedenken hat. Das erachte ich auch nicht einmal als Market Timing wenn es das Ziel hat der persönlichen Risikotragfähigkeit und deren Anpassung und nicht der Spekulation im Anschluss günstiger wieder einzusteigen. Wir wissen ja das ein 60/40 bzw 75/25 eine gute risikoadjustierte Rendite erzielt hat auf lange Sicht. Krisen und Klumpenrisiken gab es auch zu dieser Zeit.

    Denn du sprichst es ja auch an: Es wird immer ein Szenario geben wo dies oder jenes...und man müsste dies oder jenes..und man müsste dann über Einzelaktien nachdenken. Meist ist wird es nicht besser wenn man aus einem guten Portfolio ein noch besseres machen möchte. Um man müsste immer vor der Welle sein und nicht mitten drinnen. Am Schluss rauch auch nur der kopf 😄

  • Sehe ich genauso, wobei ich bereit wäre, die Komplexität auf bis zu 10 ETFs zu erhöhen.

    Solange ich allerdings noch keine zufriedenstellenden Antworten auf die CAPM Frage gefunden habe, bleibe ich beim FTSE All World und nutze den best vorhergesagtesten Crash aller Zeiten, um mit den Sparraten günstig nachzukaufen, (wenn er kommt).

    Wenn es einen Equal Weight FTSE All World gäbe, könnte ich mir auch ein festes Mischungsverhältnis aus den beiden ETFs vorstellen.

    (Rebalancing Kosten werden evtl. überschätzt. Bei den Vanguard LS 60/80 ist der Mischfonds wenn überhaupt, dann nur leicht im Vorteil gegenüber 2 getrennten Fonds, trotz Teilfreistellung der Anleihengewinne.)

  • Sehe ich genauso, wobei ich bereit wäre, die Komplexität auf bis zu 10 ETFs zu erhöhen.

    Solange ich allerdings noch keine zufriedenstellenden Antworten auf die CAPM Frage gefunden habe, bleibe ich beim FTSE All World und nutze den best vorhergesagtesten Crash aller Zeiten, um mit den Sparraten günstig nachzukaufen, (wenn er kommt).

    Wenn es einen Equal Weight FTSE All World gäbe, könnte ich mir auch ein festes Mischungsverhältnis aus den beiden ETFs vorstellen.

    (Rebalancing Kosten werden evtl. überschätzt. Bei den Vanguard LS 60/80 ist der Mischfonds wenn überhaupt, dann nur leicht im Vorteil gegenüber 2 getrennten Fonds, trotz Teilfreistellung der Anleihengewinne.)

    Mensch Amnesty...du kannst doch nicht 10 ETFs schreiben...ich hätte jetzt fast meinen Espresso ausgeschüttet 😂

    10 ETFs ist ja mal eine Ansage! Da stellt sich mir die Frage wie man so eine Komplexität handeln soll - ganz besonders wenn ich alt bin. Das stelle ich mir bei der Entnahmephase nicht gerade leicht vor. Vorallem das Rebalancing. Es wären nicht mal so sehr die Kosten sondern eher die Steuern die ich nur wegen dem Rebalancing zahlen müsste. Das ist ja der Vorteil des vanguard lifestrategy. Da verursacht das interne Rebalancing keine Steuern.

  • Das tut mir leid! Ich hoffe, der Espresso hat es gut überstanden und Du auch! 😉

    So komplex finde ich das nicht. Bei der ING werden die Größenverhältnisse ja im Depot angezeigt.

    Falls nicht gibt es ja Programme, die das machen oder man tippt die Werte einfach in Excel ein.

    Ob ich jetzt Anteile eines Fonds verkaufe oder 5 ist jetzt nicht so der Riesenunterschied…

    Im Wertpapier Forum wurde die Steuer beim LS Rebalancing in der Rechnung mit berücksichtigt..

    Du kannst aber beruhigt den nächsten Espresso austrinken: Ich bleibe ja wie gesagt beim FTSE All World 😉

  • Das schreit förmlich nach einem neuen Thread.

    ,,Maximale Diversifizierung. Maximale Anzahl an ETFs. Maximaler Spass"

    10 ETFs sind Kindergarten. Als Rentner hat man später Zeit und braucht eine Aufgabe.

    Wenn, dann sollte das Portfolio nach Unternehmensgewinnen aufgeteilt sein. Das bedeutet Branchen-ETFs aus jedem Land und wöchentliche Rebalancings.

    100 ETFs Minimum.

    Wer traut sich?

  • Ja ich konnte meinen geliebten Espresso gerade noch retten und die Küche vor einer Sauerei bewahren 😂

    Das nächste mal bin ich aber besser vorbereitet 😉

  • Also meine Oma hatte 13 Kinder (ohne Witz)....das war noch eine Zeit wo es kein Netflix gab und die Winter lange und kalt waren und man noch mehr gekuschelt hatte...anders kann ich es mir auch nicht erklären 😆

    Ich dachte schon dass ist viel 13 Kinder...Aber 10 ETFs im Depot ist finde ich sogar noch lustiger 😃

    Aber schauen wir mal wer der Spitzenreiter hier im Forum ist mit den meisten ETFs im Portfolio 🙂

  • :/

  • Unter Berücksichtigung der Inflation ist nach 30 Jahren ca. 60% garantiert weg durch Kaufkraftverlust bei der Staatsanleihen.

    Wir sind uns ja einig, das über lange Zeiträume Aktien zu den besten Assetklassen gehören. Aber Deine übertriebene Angst vor Anleihen kann ich gar nicht nachvollziehen. Selbst Kommer berechnet positive Realrenditen für Anleihen und Geldmarkt (z.B. Tabelle 2 in Konzept "Sachwertanlage"). Wie kommst Du dann auf "60% garantiert weg"??

    Gut, dass ich keinen Espresso trinke ...

  • Wir sind uns ja einig, das über lange Zeiträume Aktien zu den besten Assetklassen gehören. Aber Deine übertriebene Angst vor Anleihen kann ich gar nicht nachvollziehen. Selbst Kommer berechnet positive Realrenditen für Anleihen und Geldmarkt (z.B. Tabelle 2 in Konzept "Sachwertanlage"). Wie kommst Du dann auf "60% garantiert weg"??

    Gut, dass ich keinen Espresso trinke ...

    Geldmarktanlagen haben keine positive Realrendite. Bei Kommer fehlen die Steuern. Einfach mal von den Zinsen 25% KapESt plus Soli und dann die Inflation abziehen. Das haut ganz schön rein. Ich sehe da nicht ein positives Jahr. Je nach Jahr aber 1-4% Minus.

    Übrigens. Meistens gilt: Je höher die Zinsen, desto schlechter die reale Rendite, weil die Steuern auf den nominalen Ertrag anfallen.

  • Wir sind uns ja einig, das über lange Zeiträume Aktien zu den besten Assetklassen gehören. Aber Deine übertriebene Angst vor Anleihen kann ich gar nicht nachvollziehen. Selbst Kommer berechnet positive Realrenditen für Anleihen und Geldmarkt (z.B. Tabelle 2 in Konzept "Sachwertanlage"). Wie kommst Du dann auf "60% garantiert weg"??

    Gut, dass ich keinen Espresso trinke ...

    Bitte immer im Kontext betrachten und nicht einzelne Sätze aus den Zusammenhang nehmen. Danke!

  • Ich dachte, das hatte ich mit dem ersten Satz getan.

    Oder Gegenfrage: In welchem Kontext sind die -60% garantiert?

    Ich habe nirgends erwähnt, dass ich irgendwie Angst habe vor Anleihen. Daher weiß ich nicht wo du das gelesen hast oder rein interpretierst. Die Aussage war bezogen auf wenn ich 100K jetzt hätte und die Wahl hätte SP500 oder kurzlaufende Staatsanleihen für 30 Jahre zu halten wäre meine Wahl ganz klar der SP500 ETFs. Wegen dem Kaufkraftverlust.

    Du kannst auch einfach ganz normal fragen wenn du eine Rückfrage hast. Dann gibt es auch eine Antwort...

  • Ich habe nirgends erwähnt, dass ich irgendwie Angst habe vor Anleihen. Daher weiß ich nicht wo du das gelesen hast oder rein interpretierst. Die Aussage war bezogen auf wenn ich 100K jetzt hätte und die Wahl hätte SP500 oder kurzlaufende Staatsanleihen für 30 Jahre zu halten wäre meine Wahl ganz klar der SP500 ETFs. Wegen dem Kaufkraftverlust.

    Du kannst auch einfach ganz normal fragen wenn du eine Rückfrage hast. Dann gibt es auch eine Antwort...

    Hat Dich der Gedanke an mehr als einen ETF im Depot so aus der Bahn geworfen, dass jetzt der Ton pampig werden muss?

  • Aber schauen wir mal wer der Spitzenreiter hier im Forum ist mit den meisten ETFs im Portfolio 🙂

    Mit 16 ETFs (14 Aktien, 1 Gemischt, 1 Geldmarkt) gehöre ich wohl zu den Spitzenreitern. Das ist scheinbar weit entfernt von KISS.

    Mein Excel macht aber schnell eine Gesamtposition daraus. Aktuell US/CAN-Anteil 55%, das entspricht genau meiner Zielallokation. Wenn`s passt, wird eher Welt gekauft, sonst die Region mit negativer Abweichung.

    Dabei sind auch viele ETFs mit gleichem oder ähnlichem Index. Das ist eben die Folge, da ich den gleichen ETF nur nachkaufe, wenn der Einstand grob auf gleichem Niveau ist (ähnlich 3x10 J. von Finanztip). Auch Altbestände wurden nach 2008 nicht aufgestockt.