Thesaurierender oder ausschüttender ETF?

  • Wenn ich nun im Zeitraum 15 bis 20 Jahre in einen Welt ETF für die Altersvorsorge investieren möchte, so habe ich die Wahl zwischen thesaurierend und ausschüttend. Nach eigener Überlegung finde ich ausschüttend gut, weil hier vierteljährlich eine Dividendenauszahlung stattfindet und man damit flexibel umgehen kann, also entweder sofort wieder anlegen oder auch mal in etwas anderes investieren. Und ich habe gehört, dass einem diese positiven Erträge auch ein gutes Gefühl geben. Jedoch muss man dann auch 4 mal im Jahr Anteile selber nachkaufen und man schaut automatisch mehr und häufiger in die ETF Entwicklung. Andererseits bietet die therausierende Anlage einen Automodus, in dem man nicht viel machen muss und auch mit dem Kopf prinzipiell abschaltet und die Sache einfach laufen lässt.

    Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht in Anbetracht der Aspekte des Managementaufwands und des Analagegefühls? Bringen die Ausschüttungen Motivation oder spielt das keine Rolle. Was ist Eure Erfahrung für eine solche ETF Anlage zur Altersvorsorge?

  • Elena H. 24. Januar 2025 um 08:39

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Wenn du hier etwas im Forum herumgestöbert hättest, müsstest du, dass es so oft hier Diskussionsthema war.

    Im Endeeffekt ist das wie katholisch und evangelisch….

    Ich selbst bevorzuge, ausschließlich ausschüttende ETF.

    Mich nervt diese Geschichte mit der Vorabpauschale.

    Außerdem habe ich keine Probleme, damit die Ausschüttungen nach eigenem Wunsch wieder anzulegen. Das geht zum Beispiel ganz einfach, in dem man die Sparrate für den Sparplan dann etwas erhöht.

  • Danke für den Tip mit der Sparrate. Dann könnte man abschätzen wieviel Dividende in etwa vierteljährlich anfällt und die Sparrate entsprechend vierteljährlich anpassen. Somit hätte man auch einen ähnlichen Automodus. Wie sieht es mit der Motivation aus wenn eine Dividende ausbezahlt wird, bringt das was?

  • Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht in Anbetracht der Aspekte des Managementaufwands und des Analagegefühls? Bringen die Ausschüttungen Motivation oder spielt das keine Rolle. Was ist Eure Erfahrung für eine solche ETF Anlage zur Altersvorsorge?

    Es ist in diesem Zusammenhang völlig egal, was andere Menschen für Erfahrungen gemacht haben!

    Wichtig ist einzig und allein, wie Du dazu stehst!

    Motivieren Dich die regelmäßigen Ausschüttungen um langfristig am Ball zu bleiben?

    Von der reinen Mathematik her ist ein thesauriender ETF langfristig im (minimalen) Vorteil. Zumindest so lange die Besteuerung so bliebt, wie Sie aktuell eben ist.

    PS: Ich persönlich finde schon die Idee dahinter merkwürdig.

    Wenn ich z.B. jeden Monat 200€ in einen ETF investiere, warum sollte es mich dann motivieren, wenn ich alle 3 Monate ein paar Euro Ausschüttungen erhalte? :/

    Aber da tickt eben JEDER Mensch anders. Es gibt nur ein richtig für Dich!

  • Gerade habe ich erfahren, dass man auch beim Broker eine automatische Wiederanlage aktivieren kann und dies nicht über eine Sparrate machen muss.

    Ja, es gibt Broker die so einen Service anbieten. AFAIK bietet die ING so etwas an (ab 75€ Ausschüttungen).

    Nur, wenn ich die Ausschüttungen eh wieder anlegen will, kann ich doch gleich den Thesaurierenden ETF nehmen. :/

  • Im Prinzip kann man damit dasselbe erreichen, wie mit einem Therausierenden und kann dann entweder im Automodus fahren oder auch auf manuell switchen. Das erscheint mir eine gute Lösung.

    Nicht ganz. Jetzt kommt die Mathematik ins Spiel.

    Die Ausschüttungen kommen immer und müssen umgehend versteuert werden. Auch wenn die Rendite Deines ETF mal einige Jahre negativ ist, bekommst Du die Ausschüttungen und zahlst die Steuern darauf sofort.

    Beim thesaurierenden ETF gibt es die Vorabpauschale. Diese musst Du aber nur versteuern, wenn der ETF im vorherigen Jahr auch eine Kurssteigerung erzielt hat und der Basiszins entsprechend hoch ist.

    Von 2018-2023 fiel z.B. überhaupt keine Vorabpauschale an.

    Du hast also bei einem thesaurierenden ETF langfristig einen Steuerstundungseffekt, da Du die Steuern eben erst zahlen musst, wenn Du ETF-Anteile verkaufst.

    Es ist daher eben nicht dasselbe.

    PS: So lange Du Dich mit den Ausschüttungen innerhalb des Freibetrags bewegst, spielt das keine Rolle.

  • Nur, wenn ich die Ausschüttungen eh wieder anlegen will, kann ich doch gleich den Thesaurierenden ETF nehmen.

    Ein nur keiner Randaspekt: Man verliert dadurch aber die Möglichkeit seine Ausschüttenden ETF´s in einem Niesbrauchsdepot zu vererben.

    Überall wird Diversifikation gepredigt. Warum soll man die Wertsteigerung seines ETF´s nicht auch aufteilen in Kursgewinn und Dividendenausschüttung?

    Ja, so muss ich mich um die Wiederanlage kümmern bekomme aber im Gegenzug auch ohne Verkaufsentscheidung einen Cash-Flow.

    Jede Entscheidung die wir treffen müssen fällt uns schwer. Im Alter noch viel schwerer.

    Dann könnte es gut möglich sein das die Ent-Sparer vor ihrem Berg an thesaurierenden ETFs sitzen und sich aber nicht trauen zu verkaufen weil der Kurs gerade schlecht ist.

    Zur Zeit ist eine thesaurierende Anlagestrategie noch etwas Steuergünstiger, aber eine Entscheidung nur wegen der Steuer zu treffen ist selten eine Gute.

    Die Dividenden habe ich aber dann schon mal ohne Entscheidung auf dem Konto.

    Für mich der Entscheidende Faktor pro Ausschütter ist alleine der Spaß den meine Frau hat wenn die Ausschüttungen auf ihrem Konto eintrudeln.

    Das ist mit Geld nicht zu bezahlen. Happy Wife Happy Life.

    Aber das kann ja zum Glück jeder halten wie er mag und sogar beide Anlageformen mischen.

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