Währungsgesichere Fonds

  • Guten Morgen,

    durchs Einlesen in die Thematik der währungsgesicherten hedged Fonds habe ich (so glaube ich) folgendes verstanden:

    Bei Aktien etfs gilt, dass währungssicherung nicht empfohlen wird, da das Pendel im Laufe eines langfristigen anlagehorizontes mal in die eine und mal in die andere Richtung ausschlägt und sich daher ausgleicht.

    -> ist die Schlussfolgerung daraus, dass der Zeitpunkt des Verkaufes daher keine Rolle spielt korrekt? Oder macht der dann doch einen Unterschied?


    Weiters habe ich verstanden, dass die Währung eines Geldmarktfonds, der quasi eine Alternative oder gleichwertige Ergänzung zum Tagesgeldkonto sein soll, jedenfalls der Euro sein muss.

    Habe ich folgendes (auch) richtig verstanden: Bei anderen Anleihen etfs zur Portfoliostabilisierung und nicht nur der Liquidität dienen sollen, lautet die generelle Empfehlung, dass man soferne diese ursprünglich in einer ausländische Währung (in der Regel Dollar) laufen, auf einen hedged Fonds zurückgreifen sollte, (wenn man nicht nur staatsanleihen wählen möchte)?


    Danke wieder einmal für Eure Antworten im voraus.

  • Grundsätzlich gilt, dass jede Art einer Währungsabsicherung Rendite kostet. Ich gehe davon aus, dass die Anlage in einem Aktien ETF immer langfristig ausgerichtet ist und nicht als kurzfristige Spekulation genutzt wird.
    Wenn du also einen weltweit anlegenden ETF wählst, dann lautet die Fondswährung in der Regel USD. In dem ETF sind aber auch Wertpapiere enthalten, deren Heimatwährung nicht USD und auch nicht EUR ist. (z.B. Australien, Japan, Großbritannien, etc.)
    Eigentlich müsste man dann jede dieser Währungen absichern, das macht aber keinen Sinn, denn unterm Strich verlierst du nur Rendite.

    Einen Geldmarktfonds würde ich immer in der Währung anschaffen, in der ich selbst "zuhause" bin. Also wenn mein Lebensumfeld der Euroraum ist, dann ist dies ein Geldmarktfonds auf EUR - wäre ich in USA zuhause, dann würde es ein Geldmarktfonds auf USD sein.

  • Das ist grundsätzlich richtig.
    Bei Aktien ist das Währungsrisiko nicht so relevant, da die Firmen in der Regel ihre Umsätze auch in unterschiedlichen Währungen machen und sich daher bei einem breit gestreuten Aktienfonds eine starke Währungsdiversifikation ergibt.
    Bei Anleihen ist das anders. Investiert man in USD Anleihen, dann hat man 100% Währungsrisiko. Das kann gewollt sein, ist es in den meisten Fällen aber nicht, sofern man seine Ausgaben in EUR hat.

  • Grundsätzlich ist grundsätzlich vieles richtig, was hier geschrieben wurde. Mein Welt-ETF kostet jedoch nicht mehr, trotz Währungssicherung. Und ich bin nicht übrrzeugt, dass die Schwankungen sich in Zukunft in dem Rahmen bewegen wie bisher. Ich sehe weltweite Bestrebungen, den Dollar als Leitwährung abzuschaffen und ich sehe eine exponentiell steigende Staatsverschuldung der USA. Deshalb habe ich den DBX0VF

  • Grundsätzlich ist grundsätzlich vieles richtig, was hier geschrieben wurde. Mein Welt-ETF kostet jedoch nicht mehr, trotz Währungssicherung. Und ich bin nicht übrrzeugt, dass die Schwankungen sich in Zukunft in dem Rahmen bewegen wie bisher. Ich sehe weltweite Bestrebungen, den Dollar als Leitwährung abzuschaffen und ich sehe eine exponentiell steigende Staatsverschuldung der USA. Deshalb habe ich den DBX0VF

    Ist ja in Ordnung wenn du das für dich so entschieden hast. Damit hast du allerdings ein anderes Ertragsprofil.

  • Grundsätzlich ist grundsätzlich vieles richtig, was hier geschrieben wurde. Mein Welt-ETF kostet jedoch nicht mehr, trotz Währungssicherung. Und ich bin nicht übrrzeugt, dass die Schwankungen sich in Zukunft in dem Rahmen bewegen wie bisher. Ich sehe weltweite Bestrebungen, den Dollar als Leitwährung abzuschaffen und ich sehe eine exponentiell steigende Staatsverschuldung der USA. Deshalb habe ich den DBX0VF

    Und damit hast du in diesem Jahr knapp 10 Prozent plus, während der „Normalo-MSCI-World-ETF“ quasi ohne Gewinn dasteht,

  • Aktien: Hedging kostet und zahlt sich langfristig idR auch nicht aus. Der Wechselkurs beträgt 1,17EUR/USD, also auf dem Niveau von 2021. Es sei denn, man wettet auf den Verfall des USD im Vergleich zum EUR. Was natürlich auch sein kann und dann fährt man besser. Aber jeder wie er mag und das ist gut so.

    Cash: Hier würde ich nur auf EUR laufende Wertpapiere setzen bzw einem EUR GeldmarktETF bzw. bis 100k die 2% von einem Neobroker mitnehmen. Anleihen können ja auch im Kurs schwanken, daher wäre das für mich ebenso nichts, wenn ich größtmögliche Flexibilität und Sicherheit möchte.

  • Die Wette gegen den Dollar ist also dieses Jahr aufgegangen.

    Im Zeitraum Okt 2024 bis Feb 2025 aber nicht.

    Diese Hedgerei wirkt ja in beide Richtungen: Der Anleger ist ja sowohl gegen das Fallen der Fremdwährung, als auch ihr Steigen geschützt. Oder anders gesagt: Den Schutz gegen das Fallen der Fremdwähnung bezahlt er dadurch, daß er vom Ansteigen der Fremdwährung nicht profitiert.

    Das Hedging mag bei den aktuellen, trotz allem relativ kleinen Schwankungen zu dem von Uwe2025 so stolz genannten geringem Tarif funktionieren. Sollte der Dollar richtig abschmieren (wie er es erwartet), wird er zu diesem Preis keinen Gegenpart mehr finden. Er nennt ja listig nur die Entwicklung seit Jahresanfang. Nimmt man diese aus der Betrachtung heraus und blickt beispielsweise 3 Jahre zurück, hat das Hedging nur Geld gekostet.

  • Das Hedging mag bei den aktuellen, trotz allem relativ kleinen Schwankungen zu dem von Uwe2025 so stolz genannten geringem Tarif funktionieren

    Ich bin niemals stolz auf die Leistung anderer. Listig übrigens auch nicht. Die Gründe für meine Entscheidung für die Zukunft habe ich genannt. Mach Du, wie Du willst. In 10 Jahren wissen wir mehr. Und wenn ich dann deutlich besser dastehe, kann ich stolz sein.

  • Habe mir der Chart von DBX0VF angesehen. Bei dem Druck auf den USD ist dieses ETF gut gelaufen. Das ETF ist vergleichsweise neu. Das Volumen ist ok.
    Als Neuanleger würde ich dennoch zu einem „nicht-währungsgesicherten“ ETF neigen, weil die Absicherung Rendite kostet und keiner Wechselkursrisiken vorhersehen kann.

  • Wo kostet der jetzt mehr, als ungehedgt? TER 0,17 hat er. Es gibt auch 0,2, 0,12. Er bewegt sich da relativ neutral im Rahmen dessen, was ungehegte an Gebühren haben. Sonst hätte ich das auch nicht gemacht, wenn die Gebühren dtl. höher wären.

    Msci world gibt es auch für 0,06%. Mit 0,17% ist der schon eher teuer.

    Msci world von xtrackers ohne hedge kostet 0,12%. Die Hedingkosten sind folglich 0,05%.

  • Wo kostet der jetzt mehr, als ungehedgt? TER 0,17 hat er. Es gibt auch 0,2, 0,12. Er bewegt sich da relativ neutral im Rahmen dessen, was ungehegte an Gebühren haben. Sonst hätte ich das auch nicht gemacht, wenn die Gebühren dtl. höher wären.

    Ich habe das Gefühl, dass du nicht verstanden hast, warum eine Währungsabsicherung etwas kostet.
    Die Kosten für eine Währungssicherung in die eine oder andere Richtung wirst in der TER nicht finden können - diese "Versicherung" kostet ganz einfach Rendite. Wenn du zwei Fonds mit den gleichen Anlagekriterien miteinander vergleichst, dann wirst du den Unterschied in der Rendite feststellen.

    Ich versuche das einmal an einem sehr simplen Beispiel zu erklären:
    A:
    Du kaufst die Aktie XYZ und machst gar nichts. Dann ist der Kursgewinn zu 100% dein Ertrag.

    B:
    Du kaufst die Aktie XYZ und versicherst dich gegen einen Kursverlust. Dazu kannst du z.B. eine Verkaufsoption erwerben, die du dann ausübst, wenn der Kurs deiner Aktie entsprechende Verluste aufweist. Steigt die Aktie entgegen deiner Befürchtung, dann verfällt deine Option wertlos.
    Du hast einen Kursgewinn von beispielhaften X % - die Kosten für die (wertlos verfallene) Verkaufsoption schmälern jedoch deinen Gewinn.
    Du hast also weniger Ertrag als im ersten Beispiel, bei dem du nichts absicherst.