Kosten meiner BAV zu hoch

  • Woran bemißt sich diese Zufriedenheit?

    Hoher AG-Zuschuss auf den Pflichtbeitrag (bin derzeit bei etwa 90 %, das hängt vom eigenen Gehalt ab), transparenter Inhalt (ich kenne die ISIN der enthaltenen ETF), transparente Kosten (nämlich keine für den Arbeitnehmer abgsehen vom TER). Zusätzliche Einzahlungen sind in beliebiger Höhe möglich (soweit das Gehalt das hergibt), allerdings da mit geringerem Arbeitgeberzuschuss.


    edit - das mit dem Zuschuss auf den Pflichtbeitrag ist missverständlich. Monatlich wird ein Betrag eingezahlt, 10 % dieses Betrags zahle ich aus meinem Brutto, 90 % zahlt mein Arbeitgeber.

  • Hoher AG-Zuschuss auf den Pflichtbeitrag (bin derzeit bei etwa 90 %, das hängt vom eigenen Gehalt ab), transparenter Inhalt (ich kenne die ISIN der enthaltenen ETF), transparente Kosten (nämlich keine für den Arbeitnehmer abgsehen vom TER). Zusätzliche Einzahlungen sind in beliebiger Höhe möglich (soweit das Gehalt das hergibt), allerdings da mit geringerem Arbeitgeberzuschuss.

    Die Höhe des Arbeitgeberzuschusses mag ein Gamechanger sein, der aus einer mittelprächtigen oder gar schlechten Anlage eine tolerable macht. Von Arbeitgeberzuschuß steht in der ganzen Lobeshymne aber nichts, wohl aber beispielsweise von Lebenszyklusfonds (von denen ich bekanntlich nichts halte). Ich habe neulich erst wieder vorgerechnet, weswegen ich von dem üblichen Verrentungsmechanismus nichts halte. Ich finde praktisch jede heute übliche Verrentungsmethode nicht so toll. Mag sein, daß mein eine hochbezuschußte bAV trotzdem mitmacht, etwa deswegen, weil man nicht statt ihrer einen Gehaltsaufschlag herausverhandeln kann, sondern nur mit der bAV einen Arbeitgeberzuschuß nennenswerter Höhe mitnehmen kann. In aller Regel ist ein Vermögen eine Mischung zwischen verschieden rentierlichen Anlagen.

    Ganz generell stimme ich in das Loblied der bAV nicht ein, die in sehr vielen Fällen nicht nur betrieblich, sondern für den Anleger auch betrüblich ist.

  • Die Höhe des Arbeitgeberzuschusses mag ein Gamechanger sein, der aus einer mittelprächtigen oder gar schlechten Anlage eine tolerable macht.

    Wenn ich den Betrag X in einen ETF stecke und mir mein Arbeitgeber 90 % dieses Betrags "schenkt", dann würde ich sagen, dass das schon ein bisschen besser ist.

    Und angesichts der Paralleldiskussion zur Frage, wie man sich im Falle des Bürgergeldbezugs absichern kann, finde ich so eine Lösung erheblich besser als das meiste andere, was man so findet.

  • Wenn ich den Betrag X in einen ETF stecke und mir mein Arbeitgeber 90 % dieses Betrags "schenkt", dann würde ich sagen, dass das schon ein bisschen besser ist.

    Man muß es individuell ausrechnen.

    Kein Arbeitgeber schenkt einem Mitarbeiter Geld, sondern er bezahlt es. Es ist Teil der Vergütung des Mitarbeiters. Viele Leute berauschen sich an Kontoständen ihres Altersvorsorgekontos und führen sich nicht vor Augen, daß sie dieses Geld nicht abheben können, sondern es verrenten müssen. Und dabei hilft es ihnen nicht, daß sie eine Geldanlage an der Börse bei tolerablem Risiko für rentabler halten als eine Festzinsanlage, sondern ihr Geld wird vorsichtshalber schon ab dem 60. Lebensjahr in festverzinsliche Papiere umgeschichtet, damit ihnen in den restlichen 35 Jahren ihres Lebens kein Börsenbeben mehr in die Suppe spucken kann. Diese bleierne Zeit muß man in die Renditeberechnung mit aufnehmen.

  • Also gehe ich jetzt mal davon aus daß es besser ist diese BAV entweder zu kündigen oder wenn das nicht zulässig ist beitragsfrei zu stellen und in beiden Fällen das freigewordene Kapital in einen ETF oder einen gut ausgewählten Fond oder Direktversicherung einfließen zu lassen....

    Aber auf jeden Fall schonmal schönen Dank nochmal an alle für Ihre Tipps.

  • Ich schreibe nach wie vor über meine. Weitere Details kann ich leider nicht in einem Internetforum nennen.

    Das ist doch super. Aber kann man (wir) denn dann direkt auf deine Persönlichkeit schließen, wenn du (natürlich anonyme? Inhalte bereitstellst?


    Interessieren würde mich das schon, allein deswegen, dass ich mein Finanzwissen erweitern kann.

  • Viele Leute berauschen sich an Kontoständen ihres Altersvorsorgekontos und führen sich nicht vor Augen, daß sie dieses Geld nicht abheben können, sondern es verrenten müssen.

    Auch das hängt von der bAV Lösung ab. Sowohl den Chemie Pensionsfonds (CPF, die bAV Lösung der Chemischen Industrie, eingeführt um 2007) wie auch die vom AG im Jahr 2021 eingeführte bAV kann ich mit Renteneintritt gesamthaft auszahlen lassen.

    Bei den ständig schlechter werdenden Rentenfaktoren des CPF ist das auch die einzig sinnvolle Lösung.

    Ah! Supertoll - aber leider nicht verfügbar.

    Sowas soll nicht nicht nur in tatrifgebundenen Betrieben schonmal vorkommen.

    Bei uns ist man sogar aufgrund der schlechten Aussichten des CPF von diesem weg und hat (deutschlandweit) ein lukrativereres System aufgesetzt. Mit allen Tarif- und sonstigen Zuschüssen des AG (die es nur bei Einzahlung in die bAV gibt) komme ich damit mit Beitragsgarantie schon auf den selben Nettowert wie ich ihn bei Verzicht auf die bAV und Eigenanlage meiner Netto-Beiträge in einen MSCI World auch erhalten sollte.

    Ist nur "dumm", dass die bAV eine (nicht zugesicherte) Redite von ca. 5% p.A. (brutto nach Kosten) in den letzten Jahren zusätzlich erwirtschaftet hat. Selbst abzüglich Steuern und KV/PV müsste das der MSCI World bis zur Auszahlung erst einmal zusätzlich zu meinen vermuteten 7% Rendite p.A. erwirtschaften.

    Die bAV wird natürlich zu einem heute schon planbaren Zeitpunkt ausgezahlt, womit ich mich selber nicht darum kümmern muss, Teile meines ETFs frühzeitig umzuschichten, um einen evtl. zum Renteneintritt stattfindenden Börseneinbruch abfedern zu können.

    Das nützt aber der Mitarbeiterin im ALDI oder den ext. Mitarbeitern ohne Arbeitsvertrag beim Konzern nichts.

    Also gehe ich jetzt mal davon aus daß es besser ist diese BAV entweder zu kündigen oder wenn das nicht zulässig ist beitragsfrei zu stellen und in beiden Fällen das freigewordene Kapital in einen ETF ... einfließen zu lassen....

    Bei einem AN würde ich dem sofort zustimmen, bei einem Geschäftsführer im eigenen Betrieb würde ich dazu mind. noch den Steuerberater konsultieren.

    Der Rest ist dann recht einfache Mathematik (da die bAV schon seit 2011 läuft, sollte es auch ein paar Standinformationen dazu geben, aus denen man zumindest grob die Rendite in LIbreOffice abschätzen kann.

    Und ja, den Teil mit dem "gut ausgewählten Fond oder Direktversicherung" habe ich mit Absicht aus dem Zitat entfernt. Wenn Du zu einer solche AuswaHl in der Lage bist, dann solltest Du Dir m.M.n. auch die Frage der Kündigung/Beitragsfreistellung der bAV selbeR beantworten/ausrechnen können.

    Für mich käme max. eine ETF-Nettopolice in Frage, wenn ich mein Langlebigkeitsrisiko auf Kosten von Versicherungsbeiträgen absichern wollte. Ich wäre eher bei der privaten weltweiten ETF-Anlage und zur Not beim Abschluss einer Direktrente mit Teilen des Erlöses aus dem ETF zur Rentenphase, wenn ich das ganze dann nicht selber regeln kann oder will.

  • Viele Leute berauschen sich an Kontoständen ihres Altersvorsorgekontos und führen sich nicht vor Augen, daß sie dieses Geld nicht abheben können, sondern es verrenten müssen.

    Auch das hängt von der bAV-Lösung ab. Sowohl den Chemie Pensionsfonds (CPF, die bAV-Lösung der Chemischen Industrie, eingeführt um 2007) wie auch die vom AG im Jahr 2021 eingeführte bAV kann ich mit Renteneintritt gesamthaft auszahlen lassen.

    ... mußt dann allerdings vermutlich hohe Steuern auf die Auszahlung leisten (und die Krankenkasse will auch ihr Teil abhaben. Wenn zum normalen Einkommen einmalig einige zehntausend Euro dazukommen, geht die Progression ab wie eine Rakete.

    Ich habe im Hinterkopf die in Deutschland völlig undenkbare Option eines Altersvorsorgedepots, nämlich eines Depots, in das man während der Berufstätigkeit nur einzahlen, aber nicht abheben kann. Selbst wenn man die Abhebungen aus diesem Depot in der Rentenzeit voll versteuern müßte (was unangemessen wäre, weil man damit die Inflation besteuert), so würde der Ruheständler dieses Depot graduell entsparen, was den Steuersatz dann nur mäßig erhöhen, nicht aber in die Höhe schnellen ließe.

    Bei uns ist man sogar aufgrund der schlechten Aussichten des CPF von diesem weg und hat (deutschlandweit) ein lukrativereres System aufgesetzt. Mit allen Tarif- und sonstigen Zuschüssen des AG (die es nur bei Einzahlung in die bAV gibt) komme ich damit mit Beitragsgarantie schon auf den selben Nettowert, wie ich ihn bei Verzicht auf die bAV und Eigenanlage meiner Netto-Beiträge in einen MSCI World auch erhalten sollte.

    Ist nur "dumm", dass die bAV eine (nicht zugesicherte) Redite von ca. 5% p.A. (brutto nach Kosten) in den letzten Jahren zusätzlich erwirtschaftet hat. Selbst abzüglich Steuern und KV/PV müsste das der MSCI World bis zur Auszahlung erst einmal zusätzlich zu meinen vermuteten 7% Rendite p.A. erwirtschaften.

    [Hervorhebungen von mir]. In den letzten Jahren hat der MSCI World das geschafft. Ist ja auch logisch: Was ist in dieser bAV denn drin, wenn die abgegangen ist?

    Die bAV wird natürlich zu einem heute schon planbaren Zeitpunkt ausgezahlt, womit ich mich selber nicht darum kümmern muss, Teile meines ETFs frühzeitig umzuschichten, um einen evtl. zum Renteneintritt stattfindenden Börseneinbruch abfedern zu können.

    Daß ich davon nichts halte, habe ich schon öfter mal erläutert. Ich stelle mich hier ganz explizit gegen den Mainstream.

    Der Mensch geht von sich selber aus, ich also von mir und meinem Geldbeutel. Ich werde mal mehrere Renten bekommen (unabhängig von meinen privaten Ersparnissen). Die Hauptrente wird meinen Lebensunterhalt abdecken, die ist zwangsläufig rentenähnlich, also ähnlich einem Auszahlplan eines festverzinslichen Kapitalstocks. Das heißt, ich brauche diese "Sicherheit" für die anderen Renten nicht und auch nicht für mein frei investierbares Vermögen. Selbst dann, wenn finanziell eine Katastrophe einträte (nämlich ein wüster Börseneinbruch genau zu Beginn der Auszahlphase), könnte ich das kompensieren. Ich könnte mir dann zwar nicht all das gönnen, was verschiedene Leute mir nahelegen, aber in Not brächte mich das nicht. Hätte ich die Wahl, würde ich gern bereits diese anderen Renten auf Aktiendeckung umstellen. Ich habe diese Wahl aber nicht.

    Diese Sicherheit, dieses Umschichten in schlecht verzinste festverzinsliche Papiere ist eben nicht die zwingende Notwendigkeit, als die sie gemeinhin dargestellt wird. Wenn der Vermögensmix stimmt (bei mir würde er stimmen, bei vielen anderen auch) kann man beruhigt nennenswerte Teile des Vermögens am Aktienmarkt lassen. Ich werde das jedenfalls tun, wenn es mal soweit ist.

    :)