Rückfrage | Gedanke zu Eurem „Steuertrick“ bei ETF-Verkauf

  • Hallo Finanztip-Community,

    Ich habe mir vor kurzem das Finanztip-Video („Legaler Steuertrick: 28.000€ Vorteil bei ETF-Verkauf | Finanztip 3x10-Strategie (1/2)“) angeschaut und hätte folgende Frage:

    Generell macht die vorgestellte „Verkaufsstrategie“ Sinn - das zeigt ja auch in das Video.

    Was ich mich jedoch frage: Hätte man nicht einen höheres Gesamtvermögen, wenn man nur einen (!) ETF bespart, weil der Zinseszins viel stärker arbeiten kann? Klar, man zahlt dann später beim Verkauf die höhere Steuer, aber hat im Gegenzug auch einen (deutlich) höheren Gesamtbetrag? Habt ihr das mal gegengerechnet?

    Ich hoffe ihr könnt meinen Gedanken nachvollziehen? Es würde mich freuen eure Rückmeldung zu erfahren.

    Freundliche Grüße
    David

  • Kater.Ka 30. Dezember 2025 um 22:40

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Willkommen im Forum.

    Überlege mal wie der Kauf von ETF läuft. Du kaufst Zug um Zug Anteile. Der "Zinseszins" wirkt auf die einzelnen Anteile. Ob die vom gleichen oder unterschiedlichen Anbietern sind ist egal solange der zugrunde liegende Index gleich ist.

  • Lustig, selber Tag, 2 Dumme, ein Gedanke :P

    utka
    30. Dezember 2025 um 17:33
  • Habt ihr das mal gegengerechnet?

    Ja. Macht letztlich keinen Unterschied. Kater.Ka hat eine mögliche Erklärung bereits geliefert. Hier mal eine andere.

    Lass uns mal zwei einfache Beispiele anschauen: 1. mit einem ETF, 2. mit zwei ETFs. Der Einfachkeit halber wird in dem Beispiel nur 1x pro Jahr eingezahlt. Ich gehe von 6% Rendite aus.

    Fall 1

    1. Jahr: 100 € rein in den ETF. Wieviel hast dann am Ende des Jahres? 100 € * 1,06 = 106 €

    2. Jahr: 100 € rein in den ETF, dann hast Anfang des zweiten Jahres 206 € drin, macht am Ende des Jahres 206 € * 1,06 = 218,36 €

    Fall 2

    1. Jahr: 100 € in den ersten ETF, macht wieder 106 € am Ende des ersten Jahres.

    2. Jahr: 100 € in den zweiten ETF, der erste läuft einfach weiter. Macht im ersten ETF 106 € * 1,06 = 112,36 € und im zweiten ETF wieder 106 €, weil das ja sein erstes Jahr war. Macht ein Gesamtvermögen von 112,36 € + 106 € = 218,36 €. Also exakt dasselbe.


    Ist jetzt natürlich ein einfaches Beispiel, aber dieser Grundsatz gilt auch in realen Beispielen.


    Falls du ein intuitives Verständnis möchtest, dann nimm Kater.Kas Erklärung. Vielleicht zur Veranschaulichung: Stell dir vor, jeder Anteil, den du kaufst, ist irgendwas, was mit der Zeit zunimmt / sich aufbläht / …. Davon kaufst du ja mit der Zeit sehr viele einzelne kleine Dinger. Ob du diese einzelnen, sich aufblähenden Dinger nun in nur eine einzige Kiste packst (= 1 ETF) oder in zwei Kisten (= 2 ETFs) oder noch viele weitere, ist völlig egal, weil sich die kleinen Dinger ja unabhängig von ihrer Umgebung aufblähen.

  • Wenn es x% Zinsen (wahlweise Rendite) gibt ....

    ... ist es vollkommen latte ob Du dein Geld in mehrere Depots aufteilst oder in einem Depot bündelst - Du bekommst nicht mehr Zinsen, folglich auch nicht mehr Zins auf Zinsen (Zinseszins).

    Oder so: Ob ein Mann mit einer Frau nacheinander 3 Kinder zeugt, oder nacheinander mit 3 Frauen je 1 Kind ... das ändert weder etwas an der Zahl der Kinder noch an der Zahl potentieller Enkel.

  • Wenn es x% Zinsen (wahlweise Rendite) gibt ....

    ... ist es vollkommen latte ob Du dein Geld in mehrere Depots aufteilst oder in einem Depot bündelst - Du bekommst nicht mehr Zinsen, folglich auch nicht mehr Zins auf Zinsen (Zinseszins).

    Oder so: Ob ein Mann mit einer Frau nacheinander 3 Kinder zeugt, oder nacheinander mit 3 Frauen je 1 Kind ... das ändert weder etwas an der Zahl der Kinder noch an der Zahl potentieller Enkel.

    Für einen höheren Zinseszins (Enkel) empfiehlt sich in diesem Fall ausnahmsweise eine aktive Anlagestrategie mit hohen Spreads.

  • 7 % Jahres-Rendite auf den MSCI World sind bei 100.000 € Position 7.000 €

    7 % bei 50.000 € sind 3.500 €, ist eine zweiter ETF im Depot mit ebenfalls 50.000 € also auch 3.500 € (Gesamtdepot also 100.000 €, Jahres-Rendite also 7.000 €). Das macht also keinen Unterschied.