Geldanlage im Alter

  • Was tun, Ich bin 71 Jahre alt und habe zusammen mit meiner Frau lediglich knapp 1000€ Rente, ein Haus, ETFs und Gold.
    Wieviel Geld, sollten wir in sichere Anlageformen, wie Tagesgeld, Bundesanleihen oder europ. Staatsanleihen, oder diesbezügliche ETFs umschichten.
    Vielen Dank für eueren Rat!:thumbup:

  • Konkrete Hilfe/Ratschläge kannst du ohne konkrete Zahlen nicht erwarten. Ein paar Überlegungen, die du anstellen solltest:

    Wieviel Geld eurer Rücklagen verbraucht ihr monatlich/jährlich, um existenzielle Bedürfnisse zu decken? Wieviel wäre "nice to have"?

    Wieviel Geld habt ihr insgesamt? Reicht das überschlägig bei einer Restlebenserwartung 20-25 Jahren?

    Also z.B.: Gesamtgeld / 25 Jahre = Jahresbudget (hoffentlich größer als oben ermittelter Mindest-Jahresbedarf)

    Oder: Üblicherweise genannt werden 3% sichere Entnahmerate(plus Inflationsausgleich) aus einem ETF-Depot. Wenn die Entnahmerate in schlechten Zeiten reduziert werden kann oder ein ausreichend großer Puffer besteht ggf. mehr.

    Übliche Puffergrößen, d.h. Geldmenge in sicheren Anlagen wie Tagesgeld um in schlechten Zeiten nicht aus dem ETF-Aktien-Depot entnehmen zu müssen, liegen so beim 3-5fachen Jahresbedarf. Wenn der Jahresbedarf eher als "nice to have" gilt und in Krisenzeiten reduziert werden kann, würde man einen kleineren Puffer wählen als wenn man auf diese Entnahmeratenhöhe angewiesen ist.

    So die ganz allgemeinen Überlegungen ohne ins Detail zu gehen. Wenn du sagst, welche Punkte dich interessieren, kann man dir hier im Forum mit viel Detailwissen/Hintergrundinfos/Links etc. weiterhalfen.

  • Wieviel Prozent des Vermögens man in meinem Alter, in den sicheren Hafen bringen sollte.

    Soviel, wie es zu Dir/Euch passt. Ja, das bringt Dir jetzt auch nichts, aber so ist es halt ohne konkretetre Werte. Ohne zumindest prozentuale Werte zu kennen kann man nur spekulieren. Wieviel Prozent eures Vermögens wird zwingend jährlich für Lebenshaltungskoten benötigt und/oder wieviel prozent wollt ihr jährlich verbrauchen.

    Der eine kommt mit 2000€ im Monat aus (keine Miete, kaum Heizkosten und auch sonst keine hohen Ansprüche) und hat das 50x des Jahresbedarfs im Depot, der nächste benötigt 4000€ im Monat und kommt nur dann über die Runden, wenn er dieses Depot nahezu optimal managed.

    Ich plane im Alter 2-4 Jahre meines Bedarfes in Geldmakrt-Fonds, Laufzeit-ETFs o.Ä. (planbar verzinst, ansatzweise auf Inflationshöhe) anzulegen, der Rest bleibt im Aktien-ETF. Damit gibt es keine feste Quote sondern nur eine vermutlich sinkenden prozenztualen Anteil meines Vermögens im Aktien-ETF.

    Mir sind die schwankenden Depotstände aber nahezu egal, zur Not passe ich meine Entnahme an ohne dabei zu hungern.

    Ein Haus kann in dem Alter auch noch sehr viel bedeuten. Zwischen: gerade frisch renoviert, altersgerecht, Heizung und Dämmung aktuell und die nächste größere Reparatur wird erst in 20 Jahren erwartet, falls kein (versicherter) Elementarschaden eintritt.

    Oder genau anders herum, womit ich das Geld dafür nicht im Aktien-ETF und auch nicht im Gold halten würde.

  • Wollte auch nur eine grobe richtungsweisende Einschätzung.
    Wieviel Prozent des Vermögens man in meinem Alter, in den sicheren Hafen bringen sollte.

    Ohne nähere Infos (wie Deine/Eure objektive Risikotragfähigkeit und auch subjektive Risikobereitschaft (Risikotoleranz), eure Einnahmen/Ausgaben, die Rentenlücke, die ungefähre Höhe der freien Mittel (Sparvermögen), den Depotstand die ETFs betreffend, den Goldbestand (und den Wert desselben) usw.) sind da keine seriösen Ratschläge oder auch nur konkrete Hinweise möglich.

    Kenne ältere Menschen, die keinen Cent in "risikoreichen" Anlageklassen halten aber auch solche, die mit 70 + um die 80% oder mehr in risikoreichen aber renditeträchtigen Anlageklassen halten.


    Nur am Rande: Absolut "sichere" Häfen existieren meines Erachtens in dem Bereich nicht. Die einzigen "Sicherheiten" sind da die Inflation, die Steuern und die mit jedem Investment verbundenen mehr oder weniger hohen Kosten (Gebühren)


    Um nur ein weiteres Beispiel zu nennen:

    ein Haus

    Dahinter kann sich - je nach Lage, Wohnfläche,, Grundstück, Zustand, Ausstattung - ein Wert von 200.000 € aber auch von ein oder zwei Millionen verbergen. Ebenso ein noch gut im Alter zu bewohnendes Haus oder auch ein Haus, welches man perspektivisch besser in eine altersgerechte (Lift, barrierefrei), kompakte und pflegeleichte Wohnung tauscht (sei es gemietet oder gekauft).