Anlage, 100.000 €

  • Hallo liebe Community,

    an dieser Stelle hätte ich gerne eure Unterstützung:

    Bin 57, geschieden und wohne zur Miete. Ich werde voraussichtlich mit 65 in Rente gehen mit monatlichen Einkünften von ca. 3.200 Euro.
    Habe ein Barvermögen von ca 100.000 Euro und bräuchte Tipps, wie ich diese am besten anlegen könnte.

    Ziel: Vermögens-Erhalt-bzw Aufbau fürs Alter.
    Vielen Dank und herzliche Grüße!

  • Anna T. 8. Januar 2026 um 08:45

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Das hört sich wie eine klassische Übungssituation an.

    Mit 57 und einer sicheren Rente von ca. 3.200 € monatlich, die die Grundbedürfnisse deckt, ist die Ausgangslage doch sehr gut. Die 100.000 € müssen nicht den Lebensunterhalt sichern, sondern können strukturiert für Kaufkrafterhalt und moderaten Vermögensaufbau eingesetzt werden.

    Da du offenbar bisher keinerlei (zumindest schreibst du nichts dazu) Erfahrungen mit Geldanlage hast, würde ich dir empfehlen, dich mit Basisliteratur etwas schlau zu machen.

    Tip
    30.000 € als Liquiditätsreserve Tagesgeld/Heldmarkt-ETF.
    70.000 € investieren, breit gestreut und kostengünstig über ETF und Gold.

    Davon:
    60 % globaler Aktien-ETF
    30 % Anleihen
    10 % Gold

  • Im Prinzip das was Tomarcy sagt, nur eine kleines Detail. Ich persönlich würde mir Anleihen nicht gesondert ins Depot legen. Ein ETF sollte genügen. Da kannst du dich ganz nach Lust und Laune an den Empfehlungen von Finanztip orientieren.

    Solltest du allerdings sagen, hey das mit den Anleihen passt zu mir, dann könnte stattdessen vielleicht eine Anlage in das ETF Produkt „Lifestrategy 60“ des Anbieters Vanguard interessant sein. Hier werden die Anleihen direkt in einem ETF mit den Aktien kombiniert. Da hast du weniger Aufwand und auch steuerliche Vorteile.

    Aber sonst eigentlich so wie Tomarcy schreibt, nur ich würd einfach den finanztip 1-ETF Prinzip folgen.

  • Willkommen im Forum!

    Das mit den Tipps ist so eine Sache; sie können gutgehen oder danebenliegen ;)

    Ich würde dir empfehlen: Selbermachen. Finanzen ist nicht so schwer, wenn man einige Grundregeln beachtet. Hier kommen wieder meine zwei Standard-Leseempfehlungen:

    Saidi Sulilatu: Finanzen ganz einfach.

    oder

    Hartmut Walz: Ihre Finanzen fest im Griff.

    Beide Bücher sind verständlich geschrieben, enthalten das Wichtigste zum Selbermachen und sind für jeweils Euro 15.- zu erwerben. Meines Erachtens die beste Investition!

  • Klara68

    Vorab: Auf jeden Fall würde ich mich an Deiner Stelle wenigstens so weit informieren, daß mir zumindest die Basics bei dem Thema ("private Finanzen") etwas sagen. Das ist einen Fall wie den Deinigen betreffend keine Geheim- oder Raketenwissenschaft (das in Nr. 4 empfohlene kompakte Büchlein von Prof. Walz kenne ich und das kann ich daher ebenfalls empfehlen). Dann kann man auch Hinweise oder Ratschläge von fremden Dritten besser verstehen und einordnen. Zudem ist es von Vorteil, wenn man weiß, warum man sich finanziell aufstellt, wie man sich aufstellt. Das gilt auch für die Compliance den eigenen Finanzplan betreffend. Ein Verständnis der Grundlagen hilft generell aber insbesondere auch für den Fall, daß Du bisher (Alter 57) niemals Deine Mittel (oder Teile davon) im Aktienmarkt angelegt präziser dort investiert haben solltest.


    Einige Fragen, die sich mir stellen:

    Ist in dem besagten Barvermögen Deine "Rücklage für Notfälle" enthalten ? Oder hältst Du eine solche "adäquate Rücklage" zusätzlich sprich separat vor ?

    Mit Barvermögen dürftest Du kein Bargeld meinen sondern generell liquide Mittel wie Geld auf dem Konto, Tagesgeld, Festgeld usw. ... ?

    Ist Dir diese Summe einmalig (oder von außen) zugeflossen oder Ergebnis eigenen kontinuierlichen Sparens und Anlegens ? Falls ja, hast Du sicherlich einen Überblick über Punkte wie Deine Einnahmen/Ausgaben und auch Deine Sparquote ...

    Voraussichtliche monatliche Einnahmen von 3.200 € bei Eintritt in den Ruhestand (bei Dir mit 65 geplant) klingt nicht schlecht oder ganz ordentlich - können aber im Einzelfall (Miethöhe, Wohnort, persönlicher Bedarf/Konsum, Krankenversicherung als Rentner PKV vs Status KVdR) von üppig über auskömmlich bis eher knapp oder eher zu wenig bedeuten ... Je nachdem, wie das bei Dir aussieht, kann das auch die jetzige (Neu)Anlage Deines Barvermögens beeinflussen.

    Im Rahmen des Einlesens in Sachen Basics würde ich empfehlen sich auch mit Themen wie Deiner objektiven Risikotragfähigkeit und Deiner subjektiven Risikobereitschaft (Risikotoleranz) zu beschäftigen. In den Mittelpunkt des Ganzen würde ich die Aufteilung (Gewichtung) Deines besagten "Barvermögens" in "risikoarme" vs "risikoreiche" Anteile stellen, um so zur für Dich passenden Mischung (Asset-Allocation) zu kommen.


    Das wären - aus meiner Sicht - die ersten Schritte vor dem dann letzten Schritt der finalen Umsetzung (siehe Nr. 2) einer, zu Dir und Deinen Rahmenbedingungen passenden, Anlage mit den konkreten Finanzprodukten und Finanzvehikeln.


    Gutes Einlesen, gute Gedanken und ebensolche Finanz-Entscheidungen wünsche ich !

    Einmal editiert, zuletzt von Sovereign (8. Januar 2026 um 10:11)

  • Bin auch 57 :) kann allerdings meinen Renteneintritt noch nicht sicher datieren, weil es politische Unsicherheiten gibt, denn das Thema ist grad auf dem Tisch.

    Dir ist bewusst dass von deiner Rente bei Eintritt in 2033 87,5% versteuert werden müssen?

    Wie bist Du Krankenversichert?

  • Ich fand folgendes Buch von Stiftung Warentest für meine Ruhestandsplanung sehr hilfreich:

    Isabell Pohlmann: Finanzplaner 60 + - die Rente mit finanzieller Freiheit genießen - mit Finanz- und Anlage-Tipps sorgenfrei im Alter: Steuern, Recht und Finanzen für die zweite Lebenshälfte

    Euro 22.90

  • Ich würde vorschlagen, erst mal mit 50/50 anzufangen. Aus dem Tagesgeld nachkaufen kann man ja immer noch.

    Ich dagegen würde vorschlagen von solchen konkreten Gestaltungen als finalem Schritt der Umsetzung eher Abstand zu halten, da wenig zielführend - bevor nicht die grundsätzlichen relevanten Aspekte geklärt sind (Nr. 5).

    Angefangen von der Frage der individuell passenden Asset-Allocation (Gewichtung "risikoarme" vs "risikoreiche" Anlageklassen) bis hin zu den Fragen, ob es in der Konstellation und bei dem Anlagebetrag überhaupt einer Anlageklasse wie Bonds bedarf; siehe hier

    30 % Anleihen

    und diese Anlageklasse auch verstanden wird

    und auch einem Vehikel (oder einer Versicherung) wie immerhin

    10 % Gold

    bedarf.


    Dazu käme, falls überhaupt gewünscht, noch die Frage - aus meiner Laiensicht - in welcher Variante bzw. Form (physisches Gold (Münzen oder Barren) im Eigenbesitz (bei dem geringen Betrag problematische Stückelung, je kleiner die Stückelung desto höher der Preis pro Gramm) Papiergold (ETCs, Zertifikate - einfach und liquide aber vom Emittenten abhängig sprich Kontrahentenrisiko (Gegenpartrisiko), teilweise nicht physisch hinterlegt; es sei denn ein Produkt mit physischer Hinterlegung und mit zumindest Auslieferungsanspruch). Das wäre ich aber bei der Phrase, daß ein "Rettungsboot selbst was anderes ist nur als ein Lieferungsanspruch auf ein solches".


    Bedeutet aber meines Erachtens alles nur die letzten Schritte der finalen Umsetzung vor den ersten Schritt gesetzt (Nr. 5).

  • Bin 57, geschieden und wohne zur Miete. Ich werde voraussichtlich mit 65 in Rente gehen mit monatlichen Einkünften von ca. 3.200 Euro.
    Habe ein Barvermögen von ca 100.000 Euro und bräuchte Tipps, wie ich diese am besten anlegen könnte.

    Die ersten 15 € gehen in den Walz, mit dem Du Dir die Grundlagen der Geldanlage anlesen kannst.

    Alles weitere ist ziemlich unklar.

    Ich dreh mal den Spieß um und frage Dich, was für ein Auto ich mir kaufen soll. Diese Frage kannst Du auch nicht beantworten, weil Du meine Bedürfnisse und Möglichkeiten nicht kennst.

    Wo steckt das Geld jetzt? Liegt es dort denn schon länger? Kann es dort, wo es jetzt ist, schadlos noch ein Weilchen liegen bleiben? Wenn ja, nimm Dir die Zeit, Dich einzulesen. Du wirst bei Deiner eigenen Lektüre schnell erkennen, daß Deine Angaben nicht ausreichend für einen guten Rat sind.

    Wenn Du nicht nachlegst, wird hier im Forum keine verwertbare Antwort kommen können.

    :)

  • Wenn Du nicht nachlegst, wird hier im Forum keine verwertbare Antwort kommen können.

    Es wird nichtsdestotrotz mit konkreten Vorschlägen en Detail versucht werden ...; siehe hier

    Tip
    30.000 € als Liquiditätsreserve Tagesgeld/Heldmarkt-ETF.
    70.000 € investieren, breit gestreut und kostengünstig über ETF und Gold.

    Davon:
    60 % globaler Aktien-ETF
    30 % Anleihen
    10 % Gold

  • Och sooo unklar fand ich es nicht; jedenfalls hab ich aus der letzten Zeile des Ursprungspostings geschlossen, dass es keine Rentenlücke geben wird => die 100.000 bis auf weiteres nicht angetastet, sondern erhalten und wenn's geht vermehrt werden sollen.
    Klara, hab ich Dich richtig verstanden?

  • Och sooo unklar fand ich es nicht ...

    Warum dann braucht es dann eine Rückfrage

    Klara, hab ich Dich richtig verstanden?

    Wenn dem so ist

    jedenfalls hab ich aus der letzten Zeile des Ursprungspostings geschlossen, dass es keine Rentenlücke geben wird

    und es keine Rentenlücke gibt

    Letzte Zeile des Ursprunspostings

    Ziel: Vermögens-Erhalt-bzw Aufbau fürs Alter.

    Warum dann "Vermögensaufbau fürs Alter" - ohne Rentenlücke reicht auch Vermögenserhalt.


    Von den diversen anderen Aspekten (Nr. 5) ganz abgesehen.