Laufzeitfonds - Rückzahlung

  • Moin,


    ich hab mal ne Frage zu Laufzeitfonds.

    Nehmen wir mal den iShares iBonds Dec 2027 Term € Corp UCITS ETF (Dist), IE000H5X52W8, als Beispiel.


    Der Fonds läuft am 1.1.2028 aus, die beinhalteten Anleihen werden ab ca. Juni 2026 fällig.


    Was passiert mit den Anteilen eines Laufzeitfonds, wenn der Fond ausläuft? Also hier konkret zum 1.1.2028?

    Werden die von Anlegern gehaltenen Anteile durch den Anbieter zurückgekauft?

    Passiert das fortlaufend, oder zum Stichtag 1.1.2028?

    Und wenn ja, zu welchem Preis?

  • Der Erlös der auslaufenden Anleihen wird in kurzlaufenden Staatsanleihen bester Bonität ,,geparkt". Zum Schluss werden diese im Fonds veräußert und der Fonds geschlossen. Alle Anleger erhalten ,,ihren Einsatz" zurück.

    Ich würde mir allerdings grundsätzlich die Frage stellen wie sinnvoll so ein Produkt ist. Die Effektivverzinsung liegt momentan bei 2,41%. Also deutlich unter Festgeld und vielen Tagesgeldangeboten. Ein Spread zu sicheren Staatsanleihen mit gleicher Laufzeit ist kaum vorhanden. Warum sollte man also ein Produkt kaufen das weniger Rendite und mehr Risiko hat?

  • Was passiert mit den Anteilen eines Laufzeitfonds, wenn der Fond ausläuft? Also hier konkret zum 1.1.2028?

    Werden die von Anlegern gehaltenen Anteile durch den Anbieter zurückgekauft?

    Passiert das fortlaufend, oder zum Stichtag 1.1.2028?

    Und wenn ja, zu welchem Preis?

    Der Fonds bleibt bis zu seinem Ende bestehen, und zwar solange man nicht aktiv verkauft mit der ursprünglichen Anzahl der erworbenen Anteile. Da die auslaufenden Anleihen in den Geldmarkt umgeschichtet werden, flacht die Wertentwicklung gegen Ende ab.

    Zum Stichtag wird der Fonds aufgelöst und automatisch verkauft; die Abwicklung nimmt ein paar wenige Tage in Anspruch.

    Durch die sukzessive Umschichtung in den Geldmarkt ist so ein Laufzeiten-ETF m. E. erst ab einer gewissen Laufzeit sinnvoll, ab heute bspw. ab Ende 2030 und später. Wenn das gegeben ist, kann es sehr sinnvolle Einsatzmöglichkeiten geben … Ich selbst nutze das bspw., weil solche Laufzeiten-ETFs - jedenfalls bei meiner Bank - kostenlos sparplanfähig sind, für ein Zinsdifferenzgeschäft ggü. dem Zins bei Immobilienfinanzierungen: Statt den Kredit zu tilgen, lege ich monatlich in einen Laufzeiten-ETF an … Festgeld oder Einzelanleihen würden dem ggü. höhere Handelskosten verursachen, wären weniger flexibel und würden eine geringere Rendite erbringen. Du müsstest also schauen, ob das Instrument für Deinen Zweck das am besten geeignetste ist.

  • Ich war bisher stiller Mitleser und hänge mich hier mal mit dran.

    Sehe ich es richtig, dass die angegebene Effektivverzinsung nicht die tatsächliche Rendite widerspiegelt?

    Wenn ich es richtig sehe, müsste man folgende Punkte berücksichtigen:

    • Spread (bis zu 0,2%)
    • TER (0,12%)
    • Transaktionskosten innerhalb des ETFs (ca. 0,05%)
    • Die Effektivverzinsung berücksichtigt nur die Restlaufzeit der Anleihen. Im letzten Jahr geht die Rendite Richtung Geldmarktniveau (dann, wenn das angesparte Volumen am größten ist).
    • Abwertungen der Anleihen oder Ausfälle bei niedriger Diversifikation (bei langen Laufzeiten sind weniger als 100 Anleihen enthalten). Evtl. 0,3%?

    Wenn man das alles berücksichtig, ist bei einem Sparplan nach Steuern doch keine/kaum eine Mehrrendite gegenüber den auch in Krisen deutlich liquideren Bundesanleihen vorhanden?

  • Ich war bisher stiller Mitleser und hänge mich hier mal mit dran.

    Na, das ist bemerkenswert, dass Dich gerade dieses etwas abseitige Thema zum Anmelden triggert! Herzlich Willkommen im Forum!

    Wenn man das alles berücksichtig, ist bei einem Sparplan nach Steuern doch keine/kaum eine Mehrrendite gegenüber den auch in Krisen deutlich liquideren Bundesanleihen vorhanden?

    Naja, man muss es sich in Detail anschauen … grds. ist bei IG-Unternehmensanleihen eine höhere Rendite zu erwarten als bei Bundesanleihen; umgekehrt nagt die besagte Umschichtung in Richtung Geldmarkt an der potentiellen Rendite. Wiederum gegenzurechnen sind die Handelskosten, die bei einem solchen Laufzeitenfonds (gerade im Sparplankauf) erheblich günstiger sein können als bei einer Bundesanleihe. Ich würde sagen: Der Einsatzbereich solcher Laufzeitenfonds ist nicht groß; aber wo es passt, passt es halt.

  • Na, das ist bemerkenswert, dass Dich gerade dieses etwas abseitige Thema zum Anmelden triggert! Herzlich Willkommen im Forum!

    Vielen Dank!

    Innerhalb der Geldanlage finde ich es eines der schwierigsten Themen.
    Die Empfehlungen für kurzfristige Geldbedarfe sind ja relativ klar, ebenso für langfristige.
    Alles zwischen 1-15 Jahren ist aber nicht so einfach. (Zumindest wenn man abseits von Tagesgeld, Festgeld und Geldmarkt sucht).
    Ich dachte, dass iBonds unter Rendite-Risiko-Gesichtigspunkten vielleicht ein guter Kompromiss für diese Zeiträume aus Rendite und Sicherheit sein könnten. Insbesondere wenn man einen groben Zielzeitpunkt hat, im Notfall aber auch schon früher darauf zugreifen können möchte (und auch noch sparplanfähig).

    Bin mir aber etwas unsicher, ob es sich das Risiko gegenüber einer Bundesanleihe lohnt, wenn es so viele renditemindernde Faktoren gibt... Aber ich habe auch mal irgendwo gelesen, dass der Erwartungswert bei den beiden Anlagemöglichkeiten ohnehin gleich sein soll..

  • Alles zwischen 1-15 Jahren ist aber nicht so einfach. (Zumindest wenn man abseits von Tagesgeld, Festgeld und Geldmarkt sucht).

    Geht es Dir darum, einen vorhandenen Betrag für einen solchen Zeitraum fest zu parken oder flexibel zu halten, oder wird sukzessive angespart, was zu einem festen Zeitpunkt verfügbar sein sollte?


    Je nach dem, kann das Instrument herausgesucht werden, das passt.

  • Von Laufzeit-ETFs rate ich dringend ab. Sie suggerieren durch ihr Laufzeitende eine Sicherheit, die faktisch nicht existiert. Das Risiko wird ausschließlich durch die enthaltenen Anleihen bestimmt. Unabhängig davon, ob diese bis zur Endfälligkeit gehalten werden oder nicht.

    Zwar sind die Risiken bei Investment-Grade-Anleihen nicht außergewöhnlich hoch, sinnvoll sind solche Produkte aber nur für Anleger mit deutlich über 100.000 Euro im festverzinslichen Teil des Portfolios. Für alle anderen sind Tages- und Festgeld klar überlegen.

    Denn warum sollte man unbesicherte Unternehmensanleihen mit 2,3–2,4 % Rendite kaufen, wenn aktuell 2,9 % auf sechs Monate Tagesgeld (VW Bank), 2,3 % ohne Begrenzung bei Ayvens oder 2,6 % Festgeld mit 12, 24 oder 36 Monaten Laufzeit (siehe Finanztip) praktisch risikolos verfügbar sind?

    Das Risiko ist real und wird erst dann sichtbar, wenn die nächste Krise eintritt. Ohne deutliche Prämie würde ich das nicht machen. Und hier ist die Prämie negativ für den durchschnittlichen Privatanleger.

  • Ich hatte auch überlegt Geld für so 5 JAhre in Laufzeit-ETF zu parken. 3,x% Rendite erschien mir besser als 2,x%. Abgehalten hat mich bisher, das ich das noch nicht ganz verstanden habe. Und nach dem Motto: investiere nie in ein Finanzinstrument, das du nicht komplett verstehst, habe ich bisher die Finger davon gelassen.

    Aber du hast natürlich recht, es gibt ein geringes Ausfallrisiko. Ob das 0,x% Wert sind. Vermutlich nicht. Bei meinen ersten Recherchen hatte ich den Eindruck das die Rendite bei 5,x% liegt, das scheint aber zumindest aktuell eher nicht realistisch.

    Ich werde den Thread mal weiter verfolgen, denn das Thema - wie lege (rette) ich Cash mit hoher Sicherheit über 5-10 Jahre mit Rendite > Inflation an, interessiert mich derzeit auch.

  • Aber du hast natürlich recht, es gibt ein geringes Ausfallrisiko. Ob das 0,x% Wert sind. Vermutlich nicht.

    Der festverzinsliche Bereich ist ziemlich straightforward und hält kaum Überraschungen bereit. Bis auf eine Ausnahme gibt es kein Free Lunch. Auc wenn viele Anleger das glauben und es immer wieder versuchen.

    Wer außerhalb der Einlagensicherung anlegt, erhält für maximale Ausfallsicherheit und minimales Schwankungsrisiko derzeit rund 1,9 % p. a. vor Kosten. Wer mehr Rendite will, muss entweder die Laufzeit verlängern (Zinsänderungsrisiko) oder das Rating senken (Ausfall- und Schwankungsrisiko).

    Bei langlaufenden Anleihen (8 Jahre) mit AAA-Rating liegen die Renditen aktuell bei etwa 2,6 % vor Kosten. 3 % und mehr sind nur zu erreichen, wenn man in Unternehmensanleihen mit Laufzeiten von 5 Jahren und darüber investiert. Häufig inklusive Banken, die in entsprechenden ETFs rund 30 % Anteil haben. In Krisen kann es diese Titel besonders hart treffen.

    Am Ende lässt sich also an der einen oder der anderen Schraube drehen und jedes Mal verändern sich Risiko, Laufzeit und Rendite. Daran ändert auch ein Laufzeitfonds nichts. Diese Fonds werden von der (sehr einfallsreichen) Finanzindustrie verkauft, weil es dafür einen Markt gibt. Richtig viel Sinn machen sie nicht.

    Das einzige echte Free Lunch, das der Privatanleger mit begrenztem Kapital hat, ist der deutsche Staat, der 100.000 Euro pro Person über die Einlagensicherung absichert. Damit kann der Privatanleger mit kleineren Beträgen direkt zur Bank gehen und gezielt oberhalb der Zinskurve anlegen und mehr Rendite ohne Risiko erreichen (siehe Finanztip-Empfehlungen für Tagesgeld und Festgeld).

    Warum sich dennoch manche für weniger Rendite und/oder mehr Risiko entscheiden, kann ich nicht sagen.

  • … wie lege (rette) ich Cash mit hoher Sicherheit über 5-10 Jahre mit Rendite > Inflation an, …

    Das ist eine spannende Frage, aber man sollte sich da keiner Illusion hingeben: Da ist wenig bis nichts rauszuholen: bei hoher Sicherheit ggü. der Inflation. (Abgesehen von der philosophischen Frage, was schon sicher ist …)

    Der renditemäßige Vorteil von Unternehmens- ggü. Staatsanleihen ist auch überschaubar. Es gab schon frz. Unternehmensanleihen, die weniger gebracht haben als frz. Staatsanleihen … wer weiß schon, wohin die Reise geht?

    Der Vorteil eines solchen Instruments wie Laufzeitenfonds ist halt die Flexibilität … Gerade auch im kostenlosen Zukauf.

  • Das Risiko wird ausschließlich durch die enthaltenen Anleihen bestimmt. Unabhängig davon, ob diese bis zur Endfälligkeit gehalten werden oder nicht.

    Gegenüber einem normalen Corp Bond ETF wird zumindest das Kursrisiko bei Zinsänderungen zu einem bestimmten Zeitpunkt eliminiert.
    Bzgl. des Kreditrisikos (das bei <100 Anleihen bei den langen Laufzeiten sich deutlich bemerkbar machen kann) ist das auch mein Eindruck.
    Man kann hoffen, dass weniger Anleihen ausfallen als im statistischen Durchschnitt. Es können aber auch mehr ausfallen oder abgewertet werden.

    Soweit ich das bisher sehe, ist Festgeld unter 100.000€ eigentlich immer die bessere Wahl – zumindest wenn man auf das Geld ganz sicher nicht zugreifen muss.
    Dafür gibt es aber nicht sehr viele Szenarien.
    Denn wenn man bspw. für ein größeres Auto ansparen möchte, besteht ja immer auch das Risiko, dass man das Geld doch schon früher braucht, weil das alte Auto nicht mehr sinnvoll repariert werden kann.
    Dann wäre ein Produkt, auf das man schon früher zurückgreifen kann, doch die bessere Lösung (auch wenn dann ggf. Kursrisiken bestehen)?

    Was mich vor allem überrascht hatte war, dass ibonds nicht (nennenswert) besser Abschneiden als Bundesanleihen, wenn man die o.g. Faktoren und die statistisch gemittelten Ausfälle von der Effektivverzinsung abzieht.

    Die "Kosten" für die Liquidität von Bundesanleihen gegenüber deutschem Festgeld sind ca. 0,1%-0,4%, je nach Laufzeit (+Kursrisiken, wenn man zwischendurch verkauft).

    Geht es Dir darum, einen vorhandenen Betrag für einen solchen Zeitraum fest zu parken oder flexibel zu halten, oder wird sukzessive angespart, was zu einem festen Zeitpunkt verfügbar sein sollte?


    Je nach dem, kann das Instrument herausgesucht werden, das passt.

    Es soll etwas angespart werden, dass in einem bestimmten Zeitfenster zur Verfügung stehen soll und worauf man bei Bedarf auch schon früher zugreifen kann.

    Welche Alternativen gibt es dafür?

    • Tagesgeld / Geldmarktfonds
    • Bundesanleihen / Laufzeit ETFs
    • Festgeld und zur Not Kredit bis das Festgeld ausläuft. Das wäre auch eine Art Kursrisiko ;)
    • Hartmut Walz hat kürzlich in einem Interview für den Beginn des Ruhestands eine Glidepath Strategie erwähnt. Das wäre dann Ansparen mit Aktienquote, die sukzessive reduziert wird.
  • Gegenüber einem normalen Corp Bond ETF wird zumindest das Kursrisiko bei Zinsänderungen zu einem bestimmten Zeitpunkt eliminiert.

    Ich glaube du hast da einen Denkfehler. Ich kann dir diesen Artikel empfehlen:

    iBonds-ETFs - Prof. Dr. Hartmut Walz
    Seit kurzem wird eine neue Variante von Anleihen-ETFs gehypted: iBonds-ETFs. Haben sie Vorteile für Privatanleger?
    hartmutwalz.de


  • Ich glaube du hast da einen Denkfehler.

    Könntest Du ihn mir bitte aufzeigen?

    Hartmut Walz richtet sich in seinem Artikel ja gerade nicht Anleger, die einen Abbau der Duration möchten (was beim Sparen auf ein bestimmtes Ziel ja ausdrücklich gewünscht wird).
    Hier geht es ja nicht um den Sicherheitsanker Anleihen, sondern um die Frage, ob Laufzeitprämien sinnvoll genutzt werden können, wenn man einen Anlagehorizont von weniger als 10-15 Jahren hat.

  • Könntest Du ihn mir bitte aufzeigen?

    Zitat von Prof. Walz

    Auch hier wären Anleger naiv, wenn sie sich selbst belügen und glauben, dass sie durch Aussitzen bis zur Endfälligkeit keinerlei Verlust oder Risiko hätten. Sie realisieren nämlich den Kursverlust aufgrund steigender Zinsen nur nicht, sondern erleiden stattdessen Opportunitätsverluste, da sie die Position bis zur Endfälligkeit halten. Bis dahin entgehen ihnen höhere Marktzinsen, während ihr Geld zu den ursprünglichen, niedrigeren Zinsen gebunden ist.

  • Könntest Du ihn mir bitte aufzeigen?

    Es gibt keinen Denkfehler.


    Bis zu ihrem Laufzeitende verhalten sich die auslaufenden Anleihen wie … auslaufende Anleihen. Man hat kein Zinsänderungsrisiko.

    Gegen Ende wird zu Geldmarkt-Zinsen angelegt - deshalb der oben schon ausgeführte Gedanke, dass man die Fonds mit einer gewissen Laufzeit nehmen sollte und nicht bspw. jetzt bis 12/2026.

    Es gibt halt entschiedene Gegner, aber das ist nicht faktenbasiert.


    Es soll etwas angespart werden, dass in einem bestimmten Zeitfenster zur Verfügung stehen soll und worauf man bei Bedarf auch schon früher zugreifen kann.

    So nutze ich solche Laufzeiten-ETFs.

  • Es gibt keinen Denkfehler.


    Bis zu ihrem Laufzeitende verhalten sich die auslaufenden Anleihen wie … auslaufende Anleihen. Man hat kein Zinsänderungsrisiko.

    Das stimmt nur oberflächlich. Ich finde, Prof. Walz hat das sehr gut erklärt. Im Endeffekt ist es Selbstbetrug zu glauben, dass man bei einem Laufzeit-ETF kein Zinsänderungsrisiko hat. Das gilt übrigens genauso für Festgeld.

    Eine Zinsänderung nach oben spiegelt sich sofort in den Kursen wider, weil alternative Anlagen höhere Zinsen bieten. Entsprechend müssen der gehaltene ETF oder die Anleihe diese Zinsänderung durch einen niedrigeren Kurs ausgleichen. Bei einem Laufzeit-ETF passiert genau dasselbe.

    Der einzige Unterschied besteht darin, dass der ETF am Ende der Laufzeit (sofern keine anderen Risiken eintreten) zum Nominalwert zurückgezahlt wird. Während dem Rest der Laufzeit erhält man jedoch im Vergleich zu Alternativen geringere Zinsen. Insofern ist es letztlich egal. Man zahlt den gleichen Preis und hat auch das gleiche Zinsänderungsrisiko. Entweder man zahlt durch einen geringeren Kurs oder durch geringere Zinsen.

    Ich finde es trotzdem mutig, dass du hier gegen Prof. Walz argumentierst. ;)

  • Die Opportunitätskosten bei Zinserhöhungen sind doch kein Problem von Laufzeitfonds an sich, sondern von längerer Duration?
    Ganz vermeiden kann man sie doch nur, wenn man bspw. im Geldmarkt bleibt?

    Hätte man eine Ansparzeit von 8 Jahren und wählt einen Laufzeitfonds (oder eine Bundesanleihe oder Festgeld) mit einer entsprechenden Laufzeit. Im letzten Jahr käme es zu einem Zinsschock, bei dem die Zinsen um 3% angehoben werden. Zum Zeitpunkt des Auslaufens wäre zumindest der Nominalwert sicher (die Opportunitätskosten wären aufgrund der niedrigen Restlaufzeit nicht sehr groß).
    Hätte man sich stattdessen für einen Anleihen-ETF mit fester Duration (bspw. 5) entschieden (das ist ja der Vergleich von Walz), hätte man -10-15% zum Zeitpunkt des Verkaufs.

    Walz hat in dem Artikel nicht den Zielsparer vor Augen, sondern Menschen, die einen Sicherheitsanker fürs Portfolio möchten und die Summe nach Auslaufen des Laufzeitfonds wieder investieren würden.

  • Die Opportunitätskosten bei Zinserhöhungen sind doch kein Problem von Laufzeitfonds an sich, sondern von längerer Duration?

    Es kommt immer darauf an, wie du ein „Problem“ definierst. Wie Prof. Walz sehr ausführlich erklärt hat, gibt es hier kein Problem und damit auch keine Notwendigkeit für Laufzeitfonds.

    Es gibt keine Möglichkeit, sich der Risiken zu entledigen, indem man einem ETF eine feste Laufzeit gibt. Zu jedem Zeitpunkt trägt man genau die (Zinsänderungs-)Risiken, die sich aus der jeweiligen Restlaufzeit ergeben. Das Vorhandenseins auf ein Laufzeitende ist dabei irrelevant; es verschiebt das Risiko lediglich auf die Zinsseite. Man fühlt sich vielleicht besser, weil man im Depot keine roten Zahlen sieht oder sie schnell verschwinden. Sie sind aber trotzdem vorhanden. Man zahlt sie nur anderswo.

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