Musterdepot für Sparpläne

  • Hallo, kennt jemand ein kostenloses, ggf. auch kostenpflichtiges Tool, bei dem man verschiedene ETF Sparpläne miteinander vergleichen kann?

    Exemplarisch meine ich jetzt einen Vergleich von meinetwegen 1000€ monatlicher Anlage zum jeweils Monatsersten in 5 verschiedene ETFs zu unterschiedlichen Eurobeträgen (Amundi MSCI USA, iShares Emerging Marktes Asia, Xtracker MSCI Europas etc.....) gegenüber 1000€ ebenfalls zum Monatsersten in eine beliebige Kombi MSCI World, FTSE World, World SmallCaps oder was auch immer.

    In allen mir bekannten Onlinediensten (Fondsweb, Onvista, Parqet, ExtraETF, justETF etc.) kann man zwar wunderschöne Musterdepots mit diversen ETFs anlegen oder auch noch viel schönere ETF Charts übereinanderlegen, aber leider immer nur eine Einmalanlage zu einem bestimmten Zeitpunkt, keine monatlichen Sparpläne simulieren.

    Am ehesten kommt noch das Tool von "Das Investment" an meine Wünsche heran

    https://www.dasinvestment.com/fonds/sparplan…Date=05.03.2024

    Leider gibt er da aber offenbar nur die Möglichkeit, alle ETFs im Portfolio gleich zu gewichten und es gibt wohl nur historische Daten ab März 2024, dafür aber eine Prognose für die kommenden 5 Jahre mittels digitaler Glaskugel.....

  • https://curvo.eu/backtest/de

    Allerdings sind nicht alle ETF verfügbar. Ggf. muss man schauen, ob man dann einen anderen ETF auf einen identischen Index findet. Vorteil ist auch, dass historische Indexdaten genutzt werden (wenn die vom Anbieter bereit gestellt werden!) und man so auch weiter in die Vergangenheit simulieren kann. ETF gibt es ja u.U. erst seit wenigen Monaten/Jahren.

    https://www.fondsweb.de

    Hier lassen sich Sparpläne für einzelne Fonds/ETF simulieren. Leider erst ab dem offiziellen Auflagedatum des Fonds/ETF und direkt in einem Diagramm vergleichen kann man Sparpläne auf mehrere Fonds/ETF nicht.

  • Nur zum Hintergrund der Frage, ich habe beim Durchforsten und Einpflegen meiner ETF Abrechnungen per PDF in Parqet einen alten Sparplan von mir aus 7/2017 gefunden, den ich leider nach kurzer Zeit wieder gestoppt habe, um erst einmal anderen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Den finde ich aber aus heutiger Sicht geradezu wahnwitzig bis revolutionär, man beachte die USA Untergewichtung, die offenbar auch damals schon Thema war, sonst hätte ich bestimmt eine andere Verteilung gewählt.

    Danach gab es bei mir - wie wahrscheinlich bei ganz vielen Leuten hier - auch diverse andere Anlageideen und ETF Kombis, nicht jeder hatte sich ja schon vor 10 Jahren ausreichend ausgetobt gehabt und konnte seinen Gestaltungsdrang in den Griff bekommen, indem er vernünftigerweise in einen beliebigen All-World-ETF investierte und danach nur noch theoretische Abhandlungen hier im Forum schrieb.

    Mich würde nur mal interessieren, wieviel Geld ich durch die "Nichtinvestition" liegen gelassen habe. Monatlich gingen da 2000€ in diese Kombi rein:

    17,50%LU0392495023Lyxor MSCI Pacific UCITS ETF - I USD DIS
    17,50%DE000A1C22M3HSBC S&P 500 UCITS ETF (GER)
    17,50%IE00B0M63177iShares MSCI Emerging Markets UCITS ETF - USD DIS
    17,50%DE0002635307iShares STOXX Europe 600(DE)UCITS ETF - EUR DIS
    15,00%IE00B66F4759iShares Euro High Yield Corporate Bond UCITS ETF - EUR DIS
    15,00%IE00B3F81R35iShares Core EUR Corp Bond UCITS ETF - DIS

    Und interessant in diesem Zusammenhang fände ich halt auch den Vergleich zu anderen ETF Kombis, daher die Frage nach dem Sparplansimulator mit Backtest Möglichkeit.

  • Parqet einen alten Sparplan von mir aus 7/2017 gefunden, den ich leider nach kurzer Zeit wieder gestoppt habe, um erst einmal anderen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

    Schulden/Sonderausgaben haben vor Investieren Vorrang. Das als ...

    wieviel Geld ich durch die "Nichtinvestition" liegen gelassen habe

    ... sehe ich nicht so. Du hast nur in etwas anderes investiert. ;)


    Natürlich ist es spannend sich mal anzuschauen, was herausgekommen wäre, wenn du deinen Plan von damals durchziehen hättest können - und das ganze mit einem einfachen 1-Welt-ETF vergleichen. Aber Achtung: Du hast 30% Anleihen in diesem Portfolio, also müsstest du es fairerweise mit sowas wie dem Lifestrategy "60/40" von Vanguard vergleichen. Du kannst natürlich es auch gegen einen 100%-Aktien-ETF legen und schauen, wie sich der Anleiheanteil in Rendite-Risiko ausgewirkt hat ;)


    Du solltest aber nicht im Rückspiegel verharren, sondern in die Zukunft blicken. Wenn ich das richtig interpretiere hast du die finanziellen Verpflichtungen von damals gewältigt und bist heute wieder auf dem Pfad des Investierens:thumbup:

    Einmal editiert, zuletzt von Julian-2 (24. Februar 2026 um 09:59)

  • Nur zum Hintergrund der Frage, ich habe beim Durchforsten und Einpflegen meiner ETF Abrechnungen per PDF in Parqet einen alten Sparplan von mir aus 7/2017 gefunden, den ich leider nach kurzer Zeit wieder gestoppt habe, um erst einmal anderen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Den finde ich aber aus heutiger Sicht geradezu wahnwitzig bis revolutionär, man beachte die USA Untergewichtung, die offenbar auch damals schon Thema war, sonst hätte ich bestimmt eine andere Verteilung gewählt.

    Danach gab es bei mir - wie wahrscheinlich bei ganz vielen Leuten hier - auch diverse andere Anlageideen und ETF Kombis, nicht jeder hatte sich ja schon vor 10 Jahren ausreichend ausgetobt gehabt und konnte seinen Gestaltungsdrang in den Griff bekommen, indem er vernünftigerweise in einen beliebigen All-World-ETF investierte und danach nur noch theoretische Abhandlungen hier im Forum schrieb.

    Mich würde nur mal interessieren, wieviel Geld ich durch die "Nichtinvestition" liegen gelassen habe. Monatlich gingen da 2000€ in diese Kombi rein:

    17,50%LU0392495023Lyxor MSCI Pacific UCITS ETF - I USD DIS
    17,50%DE000A1C22M3HSBC S&P 500 UCITS ETF (GER)
    17,50%IE00B0M63177iShares MSCI Emerging Markets UCITS ETF - USD DIS
    17,50%DE0002635307iShares STOXX Europe 600(DE)UCITS ETF - EUR DIS
    15,00%IE00B66F4759iShares Euro High Yield Corporate Bond UCITS ETF - EUR DIS
    15,00%IE00B3F81R35iShares Core EUR Corp Bond UCITS ETF - DIS

    Und interessant in diesem Zusammenhang fände ich halt auch den Vergleich zu anderen ETF Kombis, daher die Frage nach dem Sparplansimulator mit Backtest Möglichkeit.

    Voila:
    https://curvo.eu/backtest/de/po…222017-01%22%7D

    Und hier mal der Vergleich mit einem 70% SPDR MSCI ACWI IMI und 30% EUR Bonds ETF:
    https://curvo.eu/backtest/de/ve…SU3gIRkVEk7LFAA


    Und wie so häufig siegt die Einfachheit über die Komplexität. :/
    Vom komplexen operativen Aufwand beim Rebalancing einer 6-ETF-Lösung mal abgesehen.

  • Ich denke schon, das das geht. Nur nicht vollautomatisch. Aber zumindest Parqet kann auch CSV importieren. Dann legst du Dir in XLS einfach eine Tabelle mit deinen Transaktionen je Strategie an, legst entsprechend viele Depots an und importierst das als CSV gespeicherte XLS dort hinein.

    Oh vielen Dank, das kann ich noch einmal probieren.

    In Curvo habe ich das jetzt hier versucht, bis auf den HSBC S&P 500 kannte er tatsächlich alle ETFs. Ich wäre übrigens auch ein Comstage->Lyxor->Amundi Opfer geworden, habe ich gerade gesehen. Der Comstage ETF wurde erst zu Lyxor und dann liquidiert.

    https://curvo.eu/backtest/de/po…%7D#entwicklung

  • Lifestrategy - so heißt es richtig von Vanguard. Ist ein Kombiprodukt aus Aktien & Anleihen.

    LifeStrategy Vanguard

    Leider stellt Vanguard keine historischen Kursdaten zur Verfügung. Daher kann man bei Curvo erst seit 2020 mit diesen Life Strategy ETF vergleiche anstellen.
    Natürlich kann man sich selbst ein 60/40 Aktien/Anleihe Portfolio bauen. Aber die Vanguard Produkte rebalancen täglich. Das bekommt man dann einfach nicht mehr hin in einem Vergleich.

  • Leider stellt Vanguard keine historischen Kursdaten zur Verfügung. Daher kann man bei Curvo erst seit 2020 mit diesen Life Strategy ETF vergleiche anstellen.
    Natürlich kann man sich selbst ein 60/40 Aktien/Anleihe Portfolio bauen. Aber die Vanguard Produkte rebalancen täglich. Das bekommt man dann einfach nicht mehr hin in einem Vergleich.

    So genau habe ich nicht geschaut. Das ist mir nur auf die Schnelle eingefallen. Hätte ja sein können, dass es diese mit einer längeren Historie gibt, sodass man es für den Vergleich nicht zusammenbasteln muss.

    Wie genau die Vanguard-Produkte funktionieren habe ich mich nicht mit beschäftigt. Aber wieder etwas gelernt! Ich bin darüber nur mal gestolpert und blieben mir im Kopf.

    Ob es für einen solchen Vergleich wirklich relevant ist, dass das tägliche Rebalancing berücksichtigt wird oder nicht. Für so eine Vergleichsrechnung würde ich mich jetzt nicht zu sehr verbiegen.

  • Aber die Vanguard Produkte rebalancen täglich.

    Wir hatten das glaube ich schon mal früher.
    Es wird zwar täglich überwacht und geschaut, die realen Verschiebungen finden aber nicht durch Käufe und Verkäufe statt.

    Das wäre viel zu kostenintensiv. Im UK-Prospekt wird anhand der Musterportfolios sogar von einer Anpassung einmal im Quartal gesprochen.

    https://www.vanguard.co.uk/content/dam/in…rce=chatgpt.com

    Hinweis: der Prospekt für UK sprachlich natürlich viel besser wie der teilweise gruselige Auftritt auf der deutschen Homepage.

    Ich komme gerade bei schlimmsten Regenwetter vom Yogakurs zurück und werde das nun bei einer Tasse Tee mal durchschauen.
    Wir haben im Kurs bekanntlich Rudi Ratlos, der nach seinem Deutsche Bank Robo-Ausstieg quasi vernarrt in diese Produkte von Vanguard ist.

    Dank diesen Forums konnte er sich als älterer Selbständiger aus den „Klauen“ der „Beratungen“ lösen.

  • Vielen Dank schon mal an alle, mit Curvo werde ich auf jeden Fall mal etwas rumspielen. Mein damaliger ETF Mix hätte im Corona-Crash echt gelitten, dafür hätte er in den kommenden Jahren beim Max Drawdown etwas besser abgeschnitten als die Mischung aus 70% ACWI IMI und 30% Euro Bonds. Dafür hätte letztere Kombi mit 286k€ gegenüber 282k€ knapp besser abgeschnitten - und das trotz völlig anderer geographischer Verteilung. Der ACWI IMI hatte wohl auch schon damals etwas mehr USA Anteil (schätze ca. 50%???).

    Als erste Zusammenfassung kann man wohl sagen: es ist besser, investiert zu sein als nicht investiert zu sein, Einfachheit schlägt offenbar Komplexität, aber die Zusammensetzung des ETF Mixes macht vielleicht viel weniger aus, als man landläufig denkt. Mit einer wie auch immer zusammengestellten 70/30 Mischung wäre man wohl über die Jahre ganz gut gefahren.

    Wenn ich hier an die wochenlangen Diskussionen im Forum zum Thema "welchen MSCI/ACWI/FTSE World/Kommer nehme ich denn jetzt am besten" oder auch "wie reduziere ich geschicktesten den USA-Anteil in meinem Portfolio", sollte man sich vielleicht gar nicht so stressen und nicht dem letzten Zehntelprozent Rendite hinterherhecheln, sondern mit einem beliebigen 60/40, 70/30 oder 80/20 Produkt von Vanguard, Xtracker oder Arero einfach sein Leben genießen und sich ein [anderes] Hobby suchen :thumbup:

  • Wenn ich hier an die wochenlangen Diskussionen im Forum zum Thema "welchen MSCI/ACWI/FTSE World/Kommer nehme ich denn jetzt am besten" oder auch "wie reduziere ich geschicktesten den USA-Anteil in meinem Portfolio", sollte man sich vielleicht gar nicht so stressen und nicht dem letzten Zehntelprozent Rendite hinterherhecheln, sondern mit einem beliebigen 60/40, 70/30 oder 80/20 Produkt von Vanguard, Xtracker oder Arero einfach sein Leben genießen und sich ein [anderes] Hobby suchen :thumbup:

    Optimieren an der falschen Stelle. Die meisten optimieren in diesem Bereich, weil es für sie sichtbar ist. Die Frage ist, was will man optimieren: Rendite? Risiko? Rendite-Risiko-Verhältnis? Drawdown? Je nach Ziel sind es andere Strategien.

    Nur als Beispiel:

    Machst du eine berufliche Weiterbildung, die z.B. der Arbeitgeber dir zahlt. Dafür hast du danach 10% mehr Netto für die gleiche Arbeitszeiten. Sind es 10% mehr Rendite für das "gleiche Risiko".


    Ich sehe es so: Ich investiere ich breitgestreute ETFs. Das bedeutet ja nicht, dass ich nicht gerne mich mit der Thematik auseinandersetze, Erfahrungsberichte und -strategien anderer Lese und in den Austausch gehe. Das Entscheidende sehe ich aber darin: Wenn ich es nicht machen will, hat das keinen Einfluss auf meine Geldanlage. Dafür zahle ich eine kleine Gebühr, dass das Rebalancing mein ETF-Anbieter übernimmt. Ich würde sagen, die von dir genannten Produkte sind was Vermögensaufbau betrifft alle samt besser geeignet als das Bankguthaben.

  • Dachte ich auch. Aber mein viel zu komplexes Depot schneidet tatsächlich etwas besser ab als einfach MSCI World.

    Die Frage ist halt: schaffst du das dauerhaft? Mein damaliges, natürlich nach bestem Wissen und Gewissen und nicht etwa aus erratischen Gründen zusammengestelltem Portfolio hat es nicht geschafft. Zumindest nicht im Vergleichszeitraum von Mitte 2017 bis Mitte 2025. Aber bestimmt finde ich auch einen Zeitraum, in dem ich besser war :*

  • Optimieren an der falschen Stelle. Die meisten optimieren in diesem Bereich, weil es für sie sichtbar ist. Die Frage ist, was will man optimieren: Rendite? Risiko? Rendite-Risiko-Verhältnis? Drawdown? Je nach Ziel sind es andere Strategien.

    Nur als Beispiel:

    Machst du eine berufliche Weiterbildung, die z.B. der Arbeitgeber dir zahlt. Dafür hast du danach 10% mehr Netto für die gleiche Arbeitszeiten. Sind es 10% mehr Rendite für das "gleiche Risiko".

    Ist völlig richtig, was du schreibst. Die Kurse der ETFs kann man täglich beobachten - und kommt auch durchaus in Versuchung, da zu optimieren. Die eigentliche Rendite betrachtet auf die Lebenszeit spielt sich zumindest bei mir aber in ganz anderen Bereichen und Größenordnungen ab. Beruflich Selbstständig, Haus abbezahlt, eine wirklich große Firmeninvestition ist mit der Schlussrate des Kredits Ende Februar nach 15 Jahren auch endlich abbezahlt. Jetzt ist noch ein paar Jahre Zeit und auch endlich Geld da, die irgendwann kommende Rente mit ETFs ein bissl aufzuhübschen.

  • Dachte ich auch. Aber mein viel zu komplexes Depot schneidet tatsächlich etwas besser ab als einfach MSCI World.

    Was ist denn die Definition von 'etwas besser'? Bessere Rendite bei höherer Volatilität? Und über welchen Zeitraum? Und welchen Aufwand hat es gebraucht?

    Nicht falsch verstehen. Der MSCI World ist bestimmt nicht der heilige Gral der Geldanlage. Aber eine bessere Rendite bei gleicher Volatilität über einen Zeitraum von 10 oder gar 20 Jahren muss man erstmal schaffen, bevor man sich rühmen kann 'besser' zu sein.
    Ich will auch gar nicht versuchen 'besser' zu sein, weil es mir reicht die Marktrendite abzüglich der Kosten zu erzielen. Und die Gefahr dann langfristig doch schlechter abzuschneiden besteht halt auch. Immer daran denken, dass der gesamte Aktienmarkt in Gänze ein Nullsummenspiel ist. Für jeden der eine 'Überendite' gegenüber einem Index wie dem MSCI World erzielt muss es zwangsläufig auch jemanden geben, der eine 'Unterrendite' gegenüber dem Index erzielt.

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