ETF-Sparplan

So bauen Sie langfristig Vermögen auf

Sara Zinnecker
& Co-Autor
Stand: 16. Oktober 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einem Aktien-Sparplan können Sie langfristig Vermögen aufbauen.
  • Sie brauchen dafür ein günstiges Wertpapierdepot und einen Aktien-Indexfonds (ETF), der viele Aktien aus der ganzen Welt enthält.
  • Halten Sie mindestens 10 bis 15 Jahre durch. Risiken gleichen sich über die Zeit aus.
So gehen Sie vor
  • Wählen Sie den ETF, mit dem Sie ansparen wollen. Weltweit investieren ETFs von iShares (ISIN: IE00B4L5Y983), Source (ISIN: IE00B60SX394) oder Xtrackers (ISIN: LU0274208692).
  • Unsere Tabelle zeigt, wo es Ihren ETF im Sparplan gebührenfrei gibt.
  • Eröffnen Sie in jedem Fall ein Depot ohne Grundgebühr, zum Beispiel bei Flatex oder der Onvista Bank. Haben Sie bereits ein Depot, überlegen Sie, ob sich ein Wechsel lohnt.

Wenn Sie Geld anlegen wollen, müssen Sie nicht immer gleich eine große Summe auf der hohen Kante haben. Auch wenn Sie jeden Monat kleine Beträge ansparen, können Sie über die Jahre Vermögen aufbauen. Eine gute Möglichkeit dafür ist ein Sparplan mit günstigen Aktien-Indexfonds (ETFs). Um in einen Sparplan anzulegen, brauchen Sie ein Wertpapierdepot.

Für wen eignet sich ein Sparplan?

Ein Sparplan eignet sich, wenn Sie Vermögen aufbauen wollen, monatlich aber nur kleinere Beträge übrighaben. Bei den meisten Banken sind Sparpläne ab 50 Euro im Monat möglich, bei manchen Banken auch ab 25 Euro im Monat.

Der Sparplan eignet sich außerdem, wenn Sie bei Ihrer Geldanlage und Altersvorsorge auf die Rendite achten, aber gleichzeitig flexibel bleiben wollen. Falls Sie Ihre Raten einmal nicht bedienen können oder plötzlich mehr Geld zur Verfügung haben, können Sie die Zahlungen aussetzen oder erhöhen. In einer Notlage können Sie die Wertpapiere im Sparplan außerdem jederzeit verkaufen.

Und so funktioniert ein Sparplan

Ein Fondssparplan kauft jeden Monat Anteile an einem Investmentfonds in Höhe einer festgelegten Rate. Investieren Sie zum Beispiel 50 Euro und kostet ein Fondsanteil 25 Euro, so werden Ihrem Depot zwei Fondsanteile gutgeschrieben.

Weil der Fonds in eine Vielzahl von Wertpapieren (Aktien) investiert ist, verteilt er Ihr Risiko: Fällt ein Wertpapier aus oder macht Verluste, ist das kein Drama, solange die anderen gut laufen. Wichtig: Um einen Sparplan zu eröffnen, braucht es zunächst ein Wertpapierdepot. Wo es gute und günstige Depots für den Sparplan gibt, lesen Sie weiter unten.

Worauf müssen Sie achten?

Wenn es um den langfristigen Vermögensaufbau geht, kommen Sie um Aktienfonds nicht herum. Finanztip zieht die sogenannten börsengehandelten Indexfonds (ETFs) den aktiv verwalteten Aktienfonds vor: ETFs sind einfach, billig, transparent und bequem. Dies ist besonders beim langfristigen Fondssparen vorteilhaft.

Aktien-Indexfonds kopieren einen Aktienindex

Anleger können in Aktien-Indexfonds über Jahrzehnte einzahlen, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob der Fondsmanager einen guten oder schlechten Job macht. Denn ETFs haben keine Manager, die Fehlentscheidungen treffen können. Diese Fonds entwickeln sich immer so wie der jeweilige Aktienindex, den sie kopieren – abzüglich der Verwaltungskosten, die meist einige Zehntel Prozent der Anlagesumme ausmachen.

Mehr Details zu den Vorteilen und der Funktionsweise von Indexfonds lesen Sie im Ratgeber ETFs.

Wer lange durchhält, profitiert

Mit einem Sparplan auf einen Aktien-Indexfonds kaufen Sie regelmäßig Fondsanteile. Da Aktienkurse zum Teil stark schwanken, schwankt auch der Wert von ETFs. Es ist also möglich, dass ein Aktien-Sparplan zwischenzeitlich ins Minus gerät. Wir raten Ihnen deswegen, nur Geld in einem solchen Sparplan anzulegen, das Sie die nächsten 10, besser 15 Jahre nicht benötigen. Denn auf lange Sicht wurden Verluste in der Vergangenheit immer wieder aufgeholt. Ein langer Atem ist beim Fondssparen also Pflicht.

Das Durchhaltevermögen der Sparer wurde in der Vergangenheit meistens mit ansehnlichen Renditen belohnt. Ein Sparplan auf einen börsengehandelten Indexfonds, der den Weltaktienindex MSCI World nachbildet, hätte zwischen Jahresbeginn 2004 und Jahresende 2018 bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro eine durchschnittliche Rendite von 7,3 Prozent erzielt, nach Abzug der Kaufkosten. Auch schlechte Jahre wie die Finanzkrise 2007/2008 hätten daran nichts geändert, wie die folgende Grafik zeigt. 

Geht man weiter zurück in die Vergangenheit, waren aber auch deutlich höhere und niedrigere Renditen möglich, wie die folgende Tabelle zeigt.

Beispiele: Rendite von Sparplänen über 15 Jahre (100 € im Monat)

Jahr BeginnJahr EndeEndbetragdurchschnittliche
Rendite pro Jahr
1969198443.534 €10,95 %
1974198960.447 €14,78 %
1979199436.639 €8,91 %
1984199958.814 €14,46 %
1989200427.125 €5,25 %
1994200918.727 €0,52 %
2000201532.220 €7,36 %
2003201831.956 €7,26 %

Quelle: MSCI, Finanztip-Berechnung auf MSCI World Net abzüglich Verwaltungskosten (Stand: 9. Mai 2019)

Wann Sie zu sparen beginnen, ist nicht so wichtig

Einen Sparplan auf einen Aktien-Indexfonds können Sie unabhängig vom aktuellen Geschehen an den Börsen abschließen. Der Einstiegszeitpunkt ist nicht so wichtig, weil zu Beginn nur wenig Kapital in einem Sparplan steckt. Fallen zunächst die Kurse, ist das kein Grund zur Aufregung. Denn beim Sparplan kaufen Sie ja über einen langen Zeitraum verteilt Aktien ein. Falls der Kurs stark schwankt, kommen Sie also mal etwas teurer, mal etwas billiger zu Ihren Aktien.

Anders als der Einstiegs- hat der Ausstiegszeitpunkt großen Einfluss auf die Rendite eines Sparplans. Gegen Ende der Spardauer hat sich viel Kapital angesammelt, das mit den Kursen schwankt. Gehen die Börsen ausgerechnet dann in die Knie, kann das die Rendite mindern. Deshalb kann es vorteilhaft sein, die Fondsanteile länger zu behalten als geplant und auf eine Kurserholung zu hoffen, oder schon vorher auszusteigen, wenn das Sparziel erreicht ist.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Fondsanteile in den letzten Jahren der geplanten Laufzeit nach und nach in sichere Anlagen umzuschichten. Auf diese Weise sichern Sie Gewinne.

Mehr Information dazu erhalten Sie in unserem Ratgeber Richtig umschichten.

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In welchen Aktienindex können Sie ansparen?

Wenn Sie in ETFs anlegen, ist es wichtig, das Risiko möglichst gut zu verteilen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie mehrere Sparpläne abschließen müssen. Als Fundament für Ihre Aktienanlage genügt ein Indexfonds auf einen international orientierten Aktienindex. Wir empfehlen Ihnen einen Indexfonds, der den MSCI World abbildet

Dieser setzt sich aus mehr als 1.600 Einzelunternehmen aus 23 Ländern zusammen. Gut 60 Prozent der Unternehmen stammen aus den USA. Es handelt sich vor allem um große Konzerne wie Apple oder Exxon Mobil, sogenannte Standardwerte, die global tätig sind. Eine Übersicht über die Indexverteilung nach Ländern und Branchen finden Sie in unserem Detailartikel zum MSCI World.

In der folgenden Tabelle haben wir noch weitere Indizes zusammengestellt, die sich für das Fondssparen mit ETFs eignen. Wir empfehlen Einsteigern Indizes, die große Unternehmen aus mehreren Ländern und verschiedenen Branchen enthalten. Einzelne Länderindizes wie der Deutsche Aktienindex (Dax) eignen sich nicht als Grundbaustein für ein Depot.

Indizes für ETF-Sparpläne

Index-NameRegionFirmen überwiegend aus ...Unternehmensgröße
MSCI WorldweltweitUSA, Japangroße und mittlere Unternehmen
MSCI All Country WorldweltweitUSA, Japan, etwa 11 Prozent Schwellenländer-Anteilgroße und mittlere Unternehmen
Stoxx Europe 600EuropaGroßbritannien, Schweizgroße, mittlere und kleine Unternehmen
MSCI EuropeEuropaGroßbritannien, Schweizgroße und mittlere Unternehmen

Quellen: MSCI, Stoxx (Stand: 30. April 2019)

Auch in nachhaltig ausgerichtete, weltweit streuende Aktienindizes können Sie investieren. Infrage kommen zum Beispiel der MSCI World Socially Responsible Index (MSCI World SRI) und der Dow Jones Sustainability Index World Enlarged, der Schwellenländer mit einschließt. Mehr dazu lesen Sie weiter unten.

Diese ETFs kommen infrage

Für den Weltaktienindex MSCI World oder gängige europäische Indizes gibt es Indexfonds von mehreren Anbietern. Sie unterscheiden sich nur geringfügig in der Wertentwicklung. Die Gebühren, die die Fondsgesellschaften für die Verwaltung der Fonds berechnen, bewegen sich je nach ETF zwischen 0,2 und 0,5 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr. ETFs sind damit deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds – also als Fonds, bei denen sich ein Fondsmitarbeiter um die Zusammensetzung der enthaltenen Aktien kümmert und regelmäßig Bestände austauscht. Dadurch sind die Verwaltungskosten höher als bei ETFs.

Für den Vermögensaufbau im Sparplan ist es besser, wenn die Dividenden eines ETFs wieder angelegt werden. Sparer profitieren dann von einem Zinseszinseffekt. Manche ETFs legen Dividenden automatisch wieder mit an (thesaurieren). Andere ETFs schütten die Dividende aus, aber die Depotbank kümmert sich darum, dass Dividenden gutgeschrieben werden.

Mit diesen ETFs auf den MSCI World können Sie gut ansparen:

  • iShares Core MSCI World UCITS ETF (thesaurierend, ISIN IE00B4L5Y983, WKN A0RPWH)
  • Source MSCI World UCITS ETF (thesaurierend, ISIN IE00B60SX394, WKN A0RGCS)
  • Xtrackers MSCI World Index UCITS ETF (thesaurierend, ISIN LU0274208692, WKN DBX1MW)
  • iShares MSCI World UCITS ETF (ausschüttend, ISIN IE00B0M62Q58, WKN A0HGV)
  • HSBC MSCI World ETF (ausschüttend, ISIN DE000A1C9KL8, WKN A1C9KL)
  • UBS MSCI World UCITS ETF (ausschüttend, ISIN LU0340285161, WKN A0NCFR)
  • Lyxor MSCI World Index UCITS ETF (ausschüttend, ISIN FR0010315770, WKN LYX0AG)
  • Comstage MSCI World Index UCITS ETF (ausschüttend, ISIN LU0392494562, WKN ETF110)

Die ISIN ist die Wertpapier-Identifikationsnummer. Sie dient dazu, Indexfonds und andere Wertpapiere ohne Verwechslungsgefahr auszuwählen und zu kaufen. Manchmal finden Sie auch die WKN, die Wertpapierkennnummer, die demselben Zweck dient, aber etwas anders aussieht.

Welche Sparpläne empfiehlt Finanztip?

Im Frühjahr 2019 haben wir überprüft, welche Wertpapierhändler (Broker) und Onlinebanken gute Konditionen für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren bieten – und gleichzeitig günstige Sparpläne im Programm haben. Sechs Anbieter können wir für das Wertpapierdepot empfehlen.

Mit mehr als 750 ETFs haben Anleger bei Flatex das größte Angebot an Sparplänen. Auch DKB, Consorsbank und Comdirect haben mittlerweile einige Hundert ETFs zur Auswahl. Die ING hat ihr Sparplanangebot Ende September 2019 von gut 70 auf 350 ETFs ausgebaut. Bei der Onvista Bank können Sie aus 160 ETFs für den Sparplan wählen.

Bei allen Anbietern außer der Onvista Bank gibt es kostenlose ETF-Sparpläne. Die Onvista Bank verlangt seit Juni 2019 für alle Sparpläne 1 Euro fix, egal wie hoch die Sparrate ist. 

Flatex
Online-Wertpapierdepot
  • niedrige Gebühren: eine Order im Direkthandel kostet 6,75 Euro
  • 1,50 Euro für Sparplanraten, rund 350 kostenlose Sparpläne
  • legt Dividenden automatisch im Sparplan wieder mit an
Onvista Bank
Online-Wertpapierdepot (Festpreis-Depot)
  • niedrige Gebühren: eine Order im Direkthandel kostet 7 Euro
  • seit Juni 2019: 1 Euro Fixgebühr für Sparplanraten
  • mehr als 160 Sparpläne
DKB
Online-Wertpapierdepot DKB-Broker
  • 10 Euro reguläre Gebühren für Orders bis 10.000 Euro, darüber 25 Euro
  • Sparplan 1,50 Euro, unabhängig von der Sparrate
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr
Comdirect Depot
Online-Depot der Comdirect
  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro
  • Sparplan für 1,5 Prozent der Sparrate, mehr als 100 kostenlose Sparpläne
  • Depot nur kostenlos mit kostenlosem Girokonto oder Wertpapier-Sparplan, sonst 1,95 Euro pro Monat nach drei Jahren.
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr
Consorsbank Depot
Online-Depot der Consorsbank
  • reguläre Gebühren von 4,95 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,95 Euro, maximal 69 Euro
  • Sparplan für 1,5 Prozent der Sparrate, mehr als 250 kostenlose Sparpläne
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr
ING Direkt-Depot
Online-Depot der ING
  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, höchstens 69,90 Euro
  • ETF-Sparplan für 1,75 Prozent der Sparrate, 1,75 Euro bei 100 Euro
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr

Ansparen mit dem Weltaktienindex

Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich besonders gut thesaurierende ETFs, da sie Dividenden wieder im Fondsvermögen anlegen und Sparer von einer Art Zinseszinseffekt profitieren. Bei den ausschüttenden ETFs haben wir markiert, wenn der Depotanbieter Dividenden automatisch wieder mit anlegt. Praktisch wird der ETF dann zu einem thesaurierenden.

Zum Zeitpunkt unserer Untersuchung im Frühjahr 2019, gab es diesen Service bei Flatex (kostenlos ab einer Dividende von 25 Euro) und der Consorsbank (kostenlos, sofern ETF Teil einer kostenlos-Aktion). Die ING legt Dividenden ab einem Betrag von 75 Euro kostenpflichtig wieder an. Bei quartalsweiser Ausschüttung eines MSCI-Word-ETFs müssten Sie bereits viel Geld angespart haben (schätzungsweise 15.000 Euro), um von der Wiederanlage zu profitieren. Gerade, wer mit einem Sparplan erst beginnt, hat hier also keinen Vorteil.

In der folgenden Tabelle sehen Sie, welche unserer ETF-Empfehlungen auf den MSCI World Sie bei unseren Depotempfehlungen bekommen – und zu welchem Preis.

ETFs auf den MSCI World: So viel kostet eine Sparplanrate von 100 Euro

 Flatex Onvista
Bank
DKBCom-direct

Consors-
bank

ING

Anzahl Sparpläne insgesamt> 750160> 600> 600460

350

thesaurierende ETFs 
iShares
(ISIN IE00B4L5Y983)
1,501,50 1,50 1,50 

1,75

Source
(ISIN IE00B60SX394)
1,50 --1,50 1,50 --

--

Xtrackers (ISIN LU0274208692)--1,50 1,50 

1,75

ausschüttende ETFs  

iShares (ISIN IE00B0M62Q58)

1,501--1,501,50 1,501

01

HSBC (ISIN DE000A1C9KL8)

1,501--01,50 --

--

UBS
(ISIN LU0340285161)
----1,501,50----
Lyxor (ISIN FR0010315770)01--01,50 01 

--

Comstage
(ISIN LU0392494562)
011--1,50 1,501 

--

¹ Der Depotanbieter legt die Dividenden des ausschüttenden ETF automatisch wieder mit im Fondsvermögen an. Bei der ING geht das, wenn Sie mindestens 75 Euro Dividende erhalten. Dies ist für Sparer erst bei hohem Sparguthaben zu erreichen.
Quelle: Anbieter (Stand: 16. Oktober 2019)

Alternativ zum MSCI World können Sie auch mithilfe des etwas breiter gefassten MSCI All Countries World Index (MSCI ACWI) ansparen. Dieser Index umfasst rund 2.700 Aktien der größten Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Der Anteil der Schwellenländer liegt bei etwa 11 Prozent.

ETFs auf den MSCI ACWI: So viel kostet eine Sparplanrate von 100 Euro

 FlatexDKBComdirectING
Anzahl Sparpläne Insgesamt> 750> 600> 600350
thesaurierende ETFs¹  
SPDR (ISIN IE00B44Z5B48)1,50 1,50 1,50 --
iShares (ISIN IE00B6R52259)1,50 1,50 1,50 0

¹ Der Lyxor-ETF (ISIN FR0011079466) wurde im November 2018 in Luxemburg neu aufgelegt. Wir listen ihn seither nicht mehr, weil ihm die fünf Jahre am Markt fehlen.
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand Konditionen: 9. Oktober 2019)

Ansparen mit nachhaltigen Aktienindizes

Wenn Ihnen Umweltschutz und soziale Verantwortung bei Ihrer Geldanlage wichtig sind, können Sie monatlich auch in sogenannte nachhaltige ETFs ansparen.

Infrage kommt der ETF der Marke UBS (ISIN: LU0629459743), der die rund 400 Aktien des Weltaktienindex MSCI World zusammenfasst, die zum Beispiel bei Ökologie und Produktionsbedingungen ethische Standards erfüllen. Als Kunden der Consorsbank und ING profitieren Sie davon, dass die Banken Dividenden automatisch wieder für Sie anlegen.

Falls Sie zusätzlich auch in Schwellenländer investieren wollen, ist ein ETF von iShares (ISIN: IE00B57X3V84) eine gute Wahl. Welchen Regeln zur Auswahl die beiden ETFs genau folgen und welche Unternehmen darin zu finden sind, lesen Sie in unserem Ratgeber Nachhaltige Geldanlagen.

Nachhaltige ETFs: So viel kostet eine Sparplanrate von 100 Euro

 FlatexOnvista BankDKB  Com-directConsors-bankING

Anzahl Sparpläne insgesamt

> 750160> 600> 600460350

thesaurierender ETF

iShares (ISIN IE00B57X3V84)

1,5011,501,501,500

ausschüttender ETF

UBS (ISIN LU0629459743)

----1,501,501,5011,501

¹ Der Depotanbieter legt die Dividenden des ausschüttenden ETF automatisch wieder mit im Fondsvermögen an. Bei der ING geht das, wenn Sie mindestens 75 Euro Dividende erhalten. Dies ist für Sparer erst bei hohem Sparguthaben zu erreichen.
Quelle: Anbieter (Stand: 16. Oktober 2019)

Ansparen mit europäischen Indizes

Im Weltaktienindex haben die Aktien US-amerikanischer Unternehmen ein großes Gewicht. Ihr Anteil macht mehr als die Hälfte des Indexwerts aus. Wer europäische Aktien etwas stärker gewichten will, kann ergänzend zum MSCI World auch noch einen europäischen Index besparen.

Besonders geeignet sind der Stoxx Europe 600 Index und der MSCI Europe. Beide Indizes fassen die Aktien von Europas größten Unternehmen zusammen. Der Stoxx Europe 600 Index ist dabei noch etwas breiter angelegt als der MSCI Europe. In zahlreiche ETFs auf diese beiden Indizes können Sie bei unseren Depot-Empfehlungen in Form eines Sparplans besparen. Welche ETFs wir empfehlen, lesen Sie im Ratgeber zu Stoxx Europe 600 und MSCI Europe.

Wie starten Sie Ihren Sparplan?

Haben Sie sich für einen Depotanbieter und einen ETF entschieden, mit dem Sie ansparen wollen, müssen Sie zunächst das Depot eröffnen, sofern Sie noch keines haben. Dazu müssen Sie persönliche Daten in ein Online-Formular eingeben und sich anschließend per Post-Ident-Verfahren in einer Postfiliale legitimieren. Rechnen Sie damit, dass es zwei Wochen oder länger dauern kann, bis Sie Zugang zu Ihrem Depot haben.

Sobald Sie sich einloggen können, suchen Sie in der Menüleiste nach dem Stichwort ETF-Sparplan. In der Regel genügt es dann, die Identifikationsnummer des ETFs anzugeben und das Sparintervall sowie die Sparrate festzulegen.

Sie können häufig wählen, ob Ihr Sparplan am 1. oder 15. eines Monats ausgeführt wird. Das bedeutet, die Depotbank kauft dann entweder zum Monatsbeginn oder zur Monatsmitte regelmäßig für Sie ETF-Anteile. Welcher Termin Ihnen lieber ist, könnte zum Beispiel davon abhängen, wann Ihr Gehalt auf Ihrem Konto eingeht und Sie in dem Moment besonders flüssig sind. Was den Kurs angeht, sollte das Ausführungsdatum am Ende keine Rolle spielen.

Bei fixen Gebühren und kleinen Raten: Zahlen Sie quartalsweise ein 

Die meisten Sparer wählen eine monatliche Rate. Sie können jedoch auch einstellen, dass nur alle drei Monate – dann eine größere Summe – abgebucht wird. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie nur kleine Summen, zum Beispiel 50 Euro, monatlich ansparen können.

Falls Sie in einen Fond einzahlen, bei dem fixe Gebühren fällig werden, fallen diese weniger ins Gewicht: Kostet eine Sparplanausführung zum Beispiel unverändert 1,50 Euro und sparen Sie nur 50 Euro an, wären das stolze 3 Prozent der Anlagesumme – das ist vergleichsweise teuer und nicht zu empfehlen.

Sparen Sie dagegen 150 Euro an und zahlen dafür 1,50 Euro, liegen die Kosten mit 1 Prozent der Sparsumme im Rahmen. Die quartalsweise Abbuchung kann auch eine Möglichkeit sein, wenn Sie eine größere Summe in mehreren Etappen investieren wollen.

Im Oktober 2019 verlangen Flatex, Onvista Bank und DKB fixe Gebühren für die Ausführung einer Sparplanrate (1,50 Euro Flatex und DKB, 1 Euro Onvista Bank). Die Comdirect, Consorsbank und ING verlangen Gebühren, die sich prozentual an der Sparrate bemessen (Comdirect und Consorsbank 1,5 Prozent der Sparrate, ING 1,75 Prozent der Sparrate).

Was tun, wenn Ihr laufender Sparplan kostenpflichtig wird?

Kostet ein ETF bei einer Depotbank aktuell nichts, ist dies häufig nicht für immer so. Nach ein, zwei Jahren kann es passieren, dass die Depotbank die Aktion beendet.

Das liegt daran, dass in der Regel der ETF-Anbieter die Bankgebühren für Sparplan-Sparer für eine gewisse Zeit übernimmt. Er schafft dadurch einen Anreiz, dass Verbraucher mit dem ETF-Sparen beginnen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit wird aber kein ETF-Anbieter dauerhaft Sparpläne subventionieren. Endet eine Aktion, verlangt die Bank oder der Broker die Gebühren dann wieder von den Kunden.

Als Sparer haben Sie in einem solchen Fall immer mehrere Möglichkeiten.

Einfach weiter sparen - Sie können den bestehenden Sparplan einfach weiter besparen. Die Gebühren verringern die Wertentwicklung pro Jahr um wenige Zehntel Prozentpunkte. Ein Beispiel: Wer pro Monat 100 Euro über 15 Jahre in einen ETF anspart, der pro Jahr 5 Prozent Rendite erzielt hat, verzichtet auf etwa 400 Euro Gewinn. So mancher mag das verschmerzen können.

Sparplan aussetzen - Alternativ können Sie Ihren laufenden Sparplan auch immer aussetzen (pausieren) oder beenden (löschen) und beim gleichen Depotanbieter mit einem anderen kostenlosen ETF weiter sparen. Das Guthaben im ersten ETF-Sparplan bleibt einfach liegen und entwickelt sich wie eine Einmalanlage mit dem Markt weiter.

Depotanbieter wechseln - Hat Ihre Depotbank keine weiteren kostenlosen ETF-Sparpläne auf breit gestreute, thesaurierende ETFs im Angebot, können Sie auch bei einem anderen Anbieter ein kostenloses Depot eröffnen. Sie können Ihre ETF-Anteile vom ersten Sparplan beim ursprünglichen Depotanbieter liegen lassen – oder in der Regel kostenlos auf das neue Depot übertragen. Der neue Anbieter kümmert sich um den Depotübertrag, der einige Tage dauern kann; Sie müssen in der Regel nur ein Formular ausfüllen.

Wie Sie sich entscheiden, hängt von Ihren persönlichen Präferenzen ab. Es ist nicht jedermanns Sache, alle paar Jahre das Depot zu wechseln – selbst, wenn es nichts kostet. Wen die Gebühren aber allzu sehr ärgern, hat keine andere Wahl, als sich immer mal wieder umzusehen.

Sonderfall Flatex

Beim Wertpapierhändler Flatex gibt es mehr als 350 ETFs kostenlos für den Sparplan – das mit Abstand größte Angebot unter allen Depotempfehlungen. Manche Kunden sind jedoch irritiert, da Flatex bei den ETFs stets sogenannte zusätzliche Handelskosten (ATC) mit angibt. Die Bezeichnung mag in die Irre führen: Die ATC sind bereits im Kaufpreis der ETF-Anteile inbegriffen. Sparer zahlen sie also nicht extra.

Die Kosten rühren daher, dass Flatex die ETF-Anteile direkt vom ETF-Anbieter bezieht und nicht über die Börse. Für Kunden hat dieses Vorgehen keinen Nachteil, die Preise sind sehr nah am Börsenpreis.

Eine kleine Untersuchung und detailliertere Erklärung zum außerbörslichen Erwerb von ETF-Anteilen bei Flatex finden Sie in unserem Blog-Beitrag.

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

  • Mit dem richtigen Wertpapierdepot zahlen Sie wenig fürs Kaufen und Verkaufen von Aktienfonds (ETFs).
  • Unsere Empfehlung der günstigsten Anbieter: Flatex und Onvista-Bank; die besten Kombiangebote aus Depot, Girokonto und Kreditkarte: DKB, Comdirect, Consorsbank und ING.

Zum Ratgeber

Autor
Sara Zinnecker
& Co-Autor
Max Mergenbaum

Stand: 16. Oktober 2019


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