ETF-Sparplan

Mit Aktien-Indexfonds langfristig Vermögen aufbauen

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Sparplänen legen Sie regelmäßig Geld zurück.
  • Sparpläne auf Aktienfonds bieten über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren besonders gute Renditeaussichten. Sie eignen sich bestens als zentraler Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau.
  • Spardauer und -betrag sowie die Zahlungsintervalle können Sie frei anpassen: Sie sind also flexibel.
  • Wir empfehlen Sparpläne auf börsengehandelte Aktien-Indexfonds (ETFs). Sie sind bequem, preisgünstig und transparent.
  • Um Vermögen aufzubauen, sollten Sparer mit ETFs sparen, die Dividenden wieder im Fondsvermögen anlegen (thesaurieren).
  • Kostenlos ansparen können Sie bei den Depotanbietern Flatex, Consorsbank, Maxblue (Deutsche Bank) und Onvista Bank.

So gehen Sie vor

  • Überlegen Sie, mit welchem ETF Sie monatlich ansparen wollen: Wir empfehlen ETFs auf den Weltaktienindex MSCI World oder europäische Indizes.
  • Schauen Sie in unserer Tabelle nach, bei welchen kostenlosen Depotanbietern es Ihren ETF im Sparplan kostenlos zu kaufen gibt.
  • Falls Sie noch kein Depot haben: Eröffnen Sie beim passenden Anbieter ein kostenloses Depot.
  • Falls Sie bereits ein Depot haben: Vergleichen Sie die Kosten. Überlegen Sie, auf ein kostenloses Depot mit kostenlosem Sparplan zu wechseln.
  • Sparen Sie bereits in einen kostenlosen ETF und beendet Ihr Depotanbieter die Aktion, wägen Sie ab, ob Sie das Depot wechseln und Vermögen übertragen wollen. Der neue Depotanbieter kümmert sich darum.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu aktuellen ETF-Empfehlungen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Wer Geld anlegen will, muss nicht immer die große Summe auf der hohen Kante haben. Auch wer jeden Monat kleine Beträge anspart, kann über die Jahre Vermögen aufbauen. Eine gute Möglichkeit hierfür ist ein Sparplan, der möglichst günstig in Aktien-Indexfonds (ETFs) investiert. Um in einen Sparplan anzulegen, brauchen Sie zunächst ein Wertpapierdepot.

Wichtig zu wissen ist, wie Fondssparen genau funktioniert, warum ETFs für den Sparplan die beste Wahl sind und wo es kostenlose ETF-Sparpläne gibt.

So funktioniert ein Sparplan

In einen Sparplan können Anleger bei den meisten Banken bereits ab 50 Euro, bei manchen Banken auch ab 25 Euro im Monat einzahlen. Ein Sparplan ist äußerst flexibel: Wer die Raten einmal nicht bedienen kann, oder plötzlich mehr Geld zur Verfügung hat, kann die Zahlungen aussetzen oder erhöhen. Die Wertpapiere im Sparplan lassen sich außerdem jederzeit verkaufen.

Ein Fondssparplan kauft jeden Monat Anteile an einem Investmentfonds in Höhe der vom Kunden festgelegten Rate. Somit investiert der Sparer in eine Vielzahl von Wertpapieren und verteilt das Risiko: Fällt ein Wertpapier aus oder macht Verluste, ist das kein Drama, solange die anderen gut laufen. Wichtig: Um einen Sparplan zu eröffnen, brauchen Sie zunächst ein Wertpapierdepot, das Sie bei fast jeder Bank eröffnen können. 

Aktien-Indexfonds gehören zum Vermögensaufbau dazu

Warum Aktienfonds in jedes Anlagedepot gehören, wenn es um den langfristigen Vermögensaufbau geht, erläutern wir ausführlich in unserem Ratgeber zu Aktien-Indexfonds. Finanztip zieht börsengehandelte Indexfonds (ETFs) den aktiv verwalteten Aktienfonds vor: ETFs sind einfach, billig, transparent und bequem. Letzteres ist besonders beim langfristigen Fondssparen vorteilhaft.

Anleger können in Aktien-Indexfonds über Jahrzehnte einzahlen, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob der Fonds gut oder schlecht verwaltet wird. Denn ETFs haben keine Manager, die Fehlentscheidungen treffen können. Diese Fonds entwickeln sich immer so wie der jeweilige Aktienindex, den sie kopieren – abzüglich der Verwaltungskosten, die meist einige Zehntel Prozent der Anlagesumme ausmachen. Auch die Funktionsweise von ETFs ist in unserem Ratgeber ausführlich beschrieben.

Langfristig anlegen im Sparplan

Mit einem Sparplan auf einen Aktien-Indexfonds kaufen Sie regelmäßig Fondsanteile. Da Aktienkurse zum Teil stark schwanken, schwankt auch der Wert von ETFs. Es ist also möglich, dass ein Aktien-Sparplan zwischenzeitlich ins Minus gerät. Wir raten Ihnen deswegen, nur Geld in einem solchen Sparplan anzulegen, das Sie die nächsten 10, besser 15 Jahre nicht benötigen. Denn auf lange Sicht wurden Verluste in der Vergangenheit immer wieder aufgeholt. Ein langer Atem ist beim Fondssparen also Pflicht.

Das Durchhaltevermögen der Sparer wurde in der Vergangenheit meistens mit ansehnlichen Renditen belohnt. Ein Sparplan auf einen börsengehandelten Indexfonds, der den Weltaktienindex MSCI World nachbildet, hätte in den vergangenen 15 Jahren bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro eine durchschnittliche Rendite von 7,4 Prozent erzielt, nach Abzug der Kaufkosten. Bei manchen Anbietern fallen keine Nebenkosten an, dann ist der Ertrag noch ein wenig höher. Geht man weiter zurück in die Vergangenheit, waren aber auch deutlich höhere und niedrigere Renditen möglich, wie die folgende Tabelle zeigt.

Beispiele: Rendite von Sparplänen über 15 Jahre (100 € im Monat)

Jahr Beginn Jahr Ende Endbetrag durchschnittliche Rendite pro Jahr
1969 1984 43.534 € 10,95 %
1974 1989 60.447 € 14,78 %
1979 1994 36.639 € 8,91 %
1984 1999 58.814 € 14,46 %
1989 2004 27.125 € 5,25 %
1994 2009 18.727 € 0,52 %
2000 2015 32.220 € 7.36 %

Quelle: MSCI, Finanztip-Berechnung auf MSCI World Net minus Verwaltungskosten (Stand: 24.2.2016)

Wann Sie zu sparen beginnen, ist nicht so wichtig

Achtung

Schön gerechnet

Manche Banken und Finanzvermittler rechnen für ihre Kunden Sparpläne schön. Sie behaupten zum Beispiel, über Sparpläne kämen Anleger günstiger an Fondsanteile oder Sparpläne würden immer besser abschneiden als Einmalanlagen. Finanztip hat die Werbeaussagen untersucht. Ergebnis: Sie sind nicht haltbar. Details lesen Sie in unserem Artikel zum Durchschnittskosten-Effekt.

Einen Sparplan auf einen Aktien-Indexfonds können Sie unabhängig vom aktuellen Geschehen an den Börsen abschließen. Der Einstiegszeitpunkt ist nicht so wichtig, weil zu Beginn nur wenig Kapital in einem Sparplan steckt. Fallen zunächst die Kurse, ist das kein Grund zur Aufregung. Denn beim Sparplan kaufen Sie ja über einen langen Zeitraum verteilt Aktien ein. Falls der Kurs stark schwankt, kommen Sie also mal etwas teurer, mal etwas billiger zu Ihren Aktien.

Anders als der Einstiegs- hat der Ausstiegszeitpunkt großen Einfluss auf die Rendite eines Sparplans. Gegen Ende der Spardauer hat sich viel Kapital angesammelt, das mit den Kursen schwankt. Gehen die Börsen ausgerechnet dann in die Knie, kann das die Rendite mindern. Deshalb kann es vorteilhaft sein, die Fondsanteile länger zu behalten als geplant und auf eine Kurserholung zu hoffen, oder schon vorher auszusteigen, wenn das Sparziel erreicht ist.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Fondsanteile in den letzten Jahren der geplanten Laufzeit nach und nach in sichere Anlagen umzuschichten. Auf diese Weise sichern Sie Gewinne. Mehr Information dazu erhalten Sie in unserem Ratgeber Richtig umschichten.

Direktbanken bieten günstige ETF-Sparpläne

Die günstigsten Angebote für ETF-Sparpläne bekommen Sie bei Direktbanken im Internet. Bei vielen Sparplänen entfallen sogar sämtliche Kosten für den Kauf der Anteile. Jedoch bekommen Sie bei Onlinebanken in der Regel keine Beratung, welcher ETF-Sparplan für Sie geeignet ist. Wenn Sie sich bei der Auswahl des passenden Fonds nicht sicher sind, können Sie einen Honorarberater aufsuchen. Im Unterschied zu Bankberatern, die meist nur auf den Verkauf teurer hauseigener Produkte aus sind, geben Ihnen Honorarberater unabhängige Empfehlungen.

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Diese Indizes sind für einen Sparplan geeignet

Wichtig bei der Anlage in Indexfonds ist es, das Risiko möglichst gut zu verteilen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie mehrere Sparpläne abschließen müssen. Als Fundament für Ihre Aktienanlage genügt ein Indexfonds auf einen international orientierten Index. Wir empfehlen Ihnen Indexfonds auf den MSCI World. Dieser setzt sich aus 1.600 Einzelunternehmen aus 23 Ländern zusammen. Gut 60 Prozent der Unternehmen stammen aus den USA. Es handelt sich vor allem um große Konzerne wie Apple oder Exxon Mobil, sogenannte Standardwerte, die global tätig sind. Eine Übersicht über die Indexverteilung nach Ländern und Branchen finden Sie in unserem Detailartikel zum MSCI World

In der folgenden Tabelle haben wir noch weitere Indizes zusammengestellt, die sich fürs Fondssparen mit ETFs eignen. Wir empfehlen Einsteigern Indizes, die große Unternehmen aus mehreren Ländern und verschiedenen Branchen enthalten. Einzelne Länderindizes wie der Deutsche Aktienindex (Dax) eignen sich nicht als Grundbaustein für ein Depot. 

Indizes für ETF-Sparpläne

Index-Name Region Firmen überwiegend aus... Unternehmensgröße Währungsrisiko
MSCI World weltweit USA, Japan große und mittlere Unternehmen ja
Stoxx Europe 600 Europa Großbritannien, Schweiz große, mittlere und kleine Unternehmen ja
MSCI Europe Europa Großbritannien, Schweiz große und mittlere Unternehmen ja
MSCI EMU Euroraum Frankreich, Deutschland große und mittlere Unternehmen nein

Quellen: MSCI, Stoxx (Stand: 7. Februar 2017)

Beachten Sie, dass der Wert von Indizes, die ein internationales Aktienspektrum abdecken, auch von Währungsschwankungen abhängt. Diese sind meist deutlich kleiner als die Schwankungen der Aktien, können aber zusätzliche Rendite oder Verluste einbringen. Unterm Strich ist diese Art der Anlage auch in fremden Währungen jedoch kein Nachteil. 

Die günstigsten Banken und Sparpläne für empfohlene ETFs

Für den Weltaktienindex MSCI World oder gängige europäische Indizes gibt es Indexfonds von mehreren Anbietern. Sie unterscheiden sich kaum in der Wertentwicklung. Die Gebühren, die die Fondsgesellschaften für die Verwaltung der Fonds berechnen, bewegen sich je nach ETF zwischen 0,2 und 0,5 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr. ETFs sind damit deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds.

Für den Vermögensaufbau im Sparplan gut geeignet sind ETFs, die Dividenden wiederanlegen (thesaurieren) und damit einen Zinseszinseffekt erzielen. Für den MSCI World sind mögliche ETFs die folgenden:

  • Amundi ETF MSCI World UCITS ETF (ISIN FR0010756098)
  • db x-trackers MSCI World Index UCITS ETF (ISIN LU0274208692)
  • iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN IE00B4L5Y983)

Der ETF auf den MSCI World von Comstage (ISIN: LU0392494562), bisher Finanztip Sparplan-Empfehlung, schüttet ab 2018 Dividenden aus. Wir haben ihn daher aus der Tabelle genommen, da wir für den langfristigen Vermögensaufbau thesaurierende ETFs bevorzugen, die Dividenden im Fondsvermögen wieder anlegen.

Die ISIN ist die Wertpapier-Identifikationsnummer. Sie dient dazu, Indexfonds und andere Wertpapiere ohne Verwechslungsgefahr auszuwählen und zu kaufen. Manchmal finden Sie auch die WKN, die Wertpapier-Kennnummer, die demselben Zweck dient.

Onlinebanken sind günstiger
Wir haben im Dezember 2017 überprüft, welche Onlinebanken ab 2018 mindestens einen der von uns empfohlenen thesaurierenden ETFs auf den MSCI World als Sparplan kostenlos anbieten. Sofern die Anbieter auch kostenlose thesaurierende ETFs auf den Stoxx Europe 600, MSCI Europe und MSCI EMU anbieten, haben wir die Finanztip-Epfehlungen ergänzt. Kostenlos bedeutet, dass die Bank bis auf Weiteres nichts für den Ankauf und die Verwahrung der ETF-Anteile berechnet. Das Ergebnis ist in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

Wo Sie kostenlos in ETFs ansparen können¹

Anbieter kostenlose Sparpläne MSCI World Stoxx Europe 600 MSCI Europe MSCI EMU
Flatex 365 db x-trackers (LU0274208692) db x-trackers (LU0328475792) db x-trackers (LU0274209237) -
Consorsbank 251 Lyxor (FR0010315770)² Lyxor (FR0010261198)² -
db x-trackers (LU0274208692) db x-trackers (LU0328475792) db x-trackers (LU0274209237) -
Maxblue 107 db x-trackers (LU0274208692) db x-trackers (LU0328475792) db x-trackers (LU0274209237) -
Onvista Bank 84 iShares (IE00B4L5Y983) - - -

¹ Wir nennen nur Sparpläne auf ETF-Emfpehlungen, bei denen Dividenden wieder im Fondsvermögen angelegt (thesauriert) werden. 
² Bei der Consorsbank können Sie auch mit ausschüttenden ETFs von Lyxor ansparen. Dividenden werden automatisch reinvestiert.
Quellen: Anbieter (Stand: 15. Dezember 2017)

Bei Flatex und Maxblue und voraussichtlich der Consorsbank erhalten Sie den MSCI-World-ETF von db x-trackers (LU0274208692) umsonst im Sparplan. Nur noch bei der Onvista Bank kostenlos gibt es den MSCI-World-ETF von iShares (ISIN IE00B4L5Y983). Mit dem Lyxor-ETF auf den MSCI World (ISIN: FR0010315770) können Sie bei der Consorsbank ansparen. Der ETF schüttet zwar Dividenden aus. Im Sparplan der Consorsbank werden diese aber automatisch wiederangelegt. Den Amundi-ETF hat keiner der Empfehlungen im Programm.

Den thesaurierenden ETF auf den Stoxx Europe 600 von db x-trackers (ISIN LU0328475792) gibt es 2018 bei Flatex und Maxblue ohne Kaufgebühren. 

Auch beim MSCI Europe zahlen Sie bei Flatex und Maxblue für den ETF von db x-trackers (ISIN LU0274209237) im Sparplan nichts extra. Den kostenlosen Lyxor-ETF (FR0010261198) bekommen Sie bei der Consorsbank. Dividenden dieses ausschüttenden ETF werden automatisch im Sparplan wiederangelegt.

Einen kostenlosen ETF auf den MSCI EMU, der Dividenden wiederanlegt, bietet keiner der Anbieter kostenlos für den Sparplan. Den ausschüttenden Lyxor ETF auf den MSCI EMU bekommen Sparer bei Flatex (ISIN FR0007085501). 

Flatex
Depotbank mit sehr großem Angebot an ETF-Sparplänen

  • kostenlose ETF-Sparpläne auf MSCI World, Stoxx Europe 600, MSCI Europe und MSCI EMU
  • sehr großes Angebot mit rund 750 Sparplänen
  • knapp 370 Sparpläne mit ETFs von Comstage, db x-trackers und Lyxor kostenlos

Consorsbank
Depotbank mit großem Angebot an ETF-Sparplänen

  • kostenlose ETF-Sparpläne auf MSCI World und Stoxx Europe 600
  • großes Angebot mit rund 400 Sparplänen ab 2018
  • Rund 250 Sparpläne von db x-trackers und Lyxor ab 2018 kostenlos.
  • Rabattaktion gilt mindestens bis Januar 2019 für Lyxor

Maxblue
Online-Depot der Deutschen Bank mit großem Angebot an ETF-Sparplänen

  • kostenlose ETF-Sparpläne auf MSCI World, Stoxx Europe 600 und MSCI Europe
  • großes Angebot mit 130 Sparplänen
  • 107 Sparpläne von Comstage und db x-trackers kostenlos

Onvista Bank
Depotbank mit kostenlosen ETF-Sparplänen

  • ETF-Sparpläne auf den MSCI World und Stoxx Europe 600 kostenlos
  • Mit 84 Sparplänen gutes Angebot
  • Alle Sparpläne kostenlos

Die günstigsten Banken für spezielle Indexfonds

Als Fundament für ein gemischtes Portfolio empfehlen wir börsengehandelte Indexfonds auf den MSCI World. Viele Anleger versuchen zusätzlich durch gezielte Investments in ETFs auf weitere Indizes eine höhere Rendite zu erzielen. Für diese Kunden ist es vor allem wichtig, dass die Depotbanken ein breites Angebot an kostenlosen Sparplänen bieten und dass die Kosten für die übrigen Sparpläne niedrig sind. Eine Übersicht zu den Angeboten ab 2018 für unterschiedliche monatliche Sparraten bietet folgende Tabelle:

Angebot und Konditionen der Onlinebanken 2018

Anbieter Anzahl ETF-Sparpläne (davon kostenlos) im kostenpflichtigen Sparplan kosten 100 € Rate im kostenpflichtigen Sparplan kosten 200 € Rate im kostenpflichtigen Sparplan kosten 300 € Rate
Flatex 758 (365) 1,50 €¹ 1,50 € 1,50 €
Consorsbank rund 400 (rund 250)² 1,50 € 3 € 4,50 €
Maxblue 130 (107) 2,90 € 3,30 € 3,70 €
Onvista Bank 84 (84) - - -

¹ Gültig ab 1. November 2017 für Neukunden und ab 1. Januar 2018 für Bestandskunden. Vorher kostete eine Sparplanausführung 90 Cent.
² Ab 2018 hat die Consorsbank neben 71 kostenlosen ETFs von Lyxor auch 180 kostenlose ETFs von db x-trackers für den Sparplan im Programm.
Quellen: Anbieter (Stand: 15. Dezember 2017)

Mit knapp 760 ETF-Sparplänen hat Flatex auch 2018 mit Abstand das größte Angebot. Bei den kostenlosen ETFs liegt Flatex ebenfalls vorn: Knapp 370 ETFs von Comstage, db x-trackers und Lyxor kosten beim Ankauf nichts.

Mit rund 400 ETFs bietet auch die Consorsbank ab 2018 ein großes Angebot an ETF-fähigen Sparplänen. Mit 250 ETFs der Anbieter db x-trackers und Lyxor können Kunden dann kostenlos ansparen. Für die regulären Sparpläne berechnet die Bank 1,5 Prozent des Ordervolumens an Gebühren. Wer zehn Jahre lang 100 Euro pro Monat anspart, muss so auf jährlich 0,3 Prozent Rendite verzichten. Das ist mehr als bei Flatex, das ab 2018 immer 1,50 Euro fix berechnet. Wir empfehlen die Consorsbank als Alternative für Sparer mit Sparraten bis 200 Euro – dabei fallen die Kostenunterschiede noch nicht so ins Gewicht.

Maxblue, der Onlinebroker der Deutschen Bank, hat mit 130 sparplanfähigen ETFs, von denen 107 kostenlos sind, auch noch ein großes Angebot. Die Onvista Bank hat im November 2017 kostenlos 84 Sparpläne im Programm.

Alle anderen getesteten Onlinebanken führen entweder keine kostenlosen ETF-Sparpläne oder haben Zusatzbedingungen, die die Flexibilität des Sparplans einschränken. Details dazu finden Sie weiter unten im Abschnitt So haben wir getestet.

Achtung

Flatex bietet mit Abstand das größte Angebot an kostenlosen ETFs für den Sparplan. Allerdings ergibt sich der Ankaufskurs, zu dem Sparer den ETF-Anteil ins Depot kaufen, nach anderen Kriterien als bei den übrigen Sparplan-Anbietern. Denn statt über die Börse bezieht Flatex die ETF-Anteile über einen Händler direkt von der jeweiligen Kapitalanlagegesellschaft (ETF-Anbieter), die den ETF-Anteil zum sogenannten Nettoinventarwert (NAV) abgibt.

Dieser NAV beinhaltet aber noch keine Handelskosten. Obendrauf kommen also noch die sogenannten Abwicklungsfremdkosten (Additional Trading Costs, ATC), die dem Händler zustehen. Die ATC sind umso höher, je exotischer der ETF ist, den Sparer für den Sparplan wählen. Unter den Zusatzinformationen für jeden Sparplan-ETF sind die ATC stets aufgelistet.

Empirische Studien zum Unterschied der Kaufkurse an der Börse und der Nettoinventarwerte plus Händlerkosten liegen uns nicht vor. Am Ende ist aber von keinen systematischen Unterschieden bei den Kursen auszugehen. Denn der Kurspfleger (Market Maker, Händler), der im börslichen Handel Angebot und Nachfrage der ETF-Anteile zusammenbringt, erzielt über An- und Verkaufskurse ebenfalls eine Marge (Arbitrage-Gewinn). 

Der außerbörsliche Erwerb und Verkauf der Anteile ist allerdings für Sparer deutlich schwerer nachzuvollziehen.

Eine kleine Untersuchung zu Unterschieden bei Ankaufskursen im Sparplan und eine detailliertere Erklärung zum außerbörslichem Erwerb von ETF-Anteilen bei Flatex finden Sie in unserem Blog-Beitrag.

Was tun, wenn Ihr laufender Sparplan kostenpflichtig wird?

Die kostenlosen Aktionen der Depotbanken und Broker sind zwar zunächst dauerhaft gültig, können aber jederzeit beendet werden. Das liegt daran, dass in der Regel der ETF-Anbieter die Bankgebühren für den Sparplan-Sparer für eine gewisse Zeit übernimmt. Er schafft dadurch einen Anreiz, dass Verbraucher mit dem ETF-Sparen beginnen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit wird aber kein ETF-Anbieter dauerhaft Sparpläne subventionieren. Endet eine Aktion, verlangt die Bank oder der Broker die Gebühren dann wieder von ihren Kunden. 

Als Sparer haben Sie in einem solchen Fall immer mehrere Möglichkeiten.

Einfach weiter sparen - Sie können den bestehenden Sparplan einfach weiter besparen. Die Gebühren verringern die Wertentwicklung pro Jahr um wenige Zehntel Prozentpunkte. Ein Beispiel: Wer pro Monat 100 Euro über 15 Jahre in einen ETF anspart, der pro Jahr 5 Prozent Rendite erzielt hat, verzichtet auf etwa 400 Euro Gewinn. So mancher mag das verschmerzen können.

Sparplan aussetzen - Alternativ können Sie  Ihren laufenden Sparplan auch immer aussetzen (pausieren) oder beenden (löschen) und beim gleichen Depotanbieter mit einem anderen kostenlosen ETF weiter sparen. Das Guthaben im ersten ETF-Sparplan bleibt einfach liegen und entwickelt sich wie eine Einmalanlage mit dem Markt weiter. 

Depotanbieter wechseln - Hat Ihre Depotbank keine weiteren kostenlosen ETF-Sparpläne auf breit gestreute, thesaurierende ETFs im Angebot, können Sie auch bei einem anderen Anbieter ein kostenloses Depot eröffnen. Sie können Ihre ETF-Anteile vom ersten Sparplan beim ursprünglichen Depotanbieter liegen lassen – oder in der Regel kostenlos auf das neue Depot übertragen. Der neue Anbieter kümmert sich um den Depotübertrag, der einige Tage dauern kann; Sie müssen in der Regel nur ein Formular ausfüllen.

Wie Sie sich entscheiden, hängt von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Es ist nicht jedermanns Sache, alle paar Jahre das Depot zu wechseln – selbst, wenn es nichts kostet. Wen die Gebühren aber allzu sehr ärgern, hat keine andere Wahl, als sich immer mal wieder umzusehen.

Hinweis: Zum 1. Januar 2018 gibt es Comstage-ETFs bei der Comdirect und der Consorsbank nicht länger kostenlos im Sparplan. Wer davon betroffen ist, hat einige gute Alternativen. Lesen Sie mehr zu den Details in unserem Blogartikel.

So haben wir getestet

Vergleich ETF-Sparpläne 2016
Im Februar 2016 haben wir Anbieter für ETF-Sparpläne untersucht, die auf Vergleichs- oder Informationsportalen gelistet sind oder unter den ersten 20 Einträgen bei einer Google-Suche zu den Begriffen „ETF Sparplan“, „ETF Sparplan Vergleich“, „Depot Sparplan“ und „Wertpapierdepot Sparplan“ erscheinen. So haben wir insgesamt 13 Anbieter ermittelt: 12 Onlinebroker und das Onlinedepot samt Sparplan der Commerzbank. Bei allen Anbietern können Sie direkt im Internet Ihren ETF-Sparplan eröffnen.

Die 13 Anbieter waren Flatex, Consorsbank, DAB Bank, Maxblue, Onvista Bank, 1822direkt, Comdirect, Commerzbank (Direkt-Depot), ING-Diba, Wüstenrot Direct, S-broker, Ebase, Finvesto. 

Ergänzung im November 2017
Im November 2017 haben wir die Konditionen von noch 12 Anbietern erneut überprüft. Die DAB Bank hat in der Zwischenzeit das Angebot eingestellt und ist mit der Consorsbank fusioniert. 

Wir haben anschließend die Anbieter herausgefiltert, die ein kostenloses Depot anbieten und bei denen Sparer mindestens einen der von uns empfohlenen thesaurierenden ETFs auf den Weltaktienindex MSCI World kostenlos ansparen können. Thesaurierend bedeutet, dass der ETF die Dividenden nicht ausschüttet, sondern im Fondsvermögen wieder anlegt. So kommt eine Art Zinseszinseffekt zustande, der die Vermögensbildung unterstützt.

Zwei Anbieter haben wir ausgeschlossen, weil sie keine kostenlose Depotführung bieten: Die Comdirect-Töchter Ebase und Finvesto (ehemals Cominvest) blieben trotz umfangreicher ETF-Auswahl außen vor. Für sein Investmentdepot verlangt Ebase pro Jahr 12 Euro, Kunden können es nur mit Hilfe eines Vermittlers eröffnen. Bei Finvesto, der Nachfolgerin von Cominvest, kostet das Wertpapierdepot für alle volljährigen Kunden pro Jahr 30 Euro.

Bei den verbleibenden zehn Depots haben wir geschaut, ob Sparer dauerhaft kostenlos mindestens in einen ETF kostenlos ansparen können, der den MSCI World abbildet und Dividenden wieder im Fondsvermögen anlegt. Sechs Anbieter erfüllten dieses Kriterium nicht:

Die Commerzbank, ING-Diba, Wüstenrot Direct und 1822direkt bieten keine (dauerhaft) kostenlosen ETF-Sparpläne an. Bei S-Broker gibt es zwar kostenlose ETFs auf den MSCI World. Wer jedoch seinen Sparplan aussetzt, zahlt dort monatlich 2,95 Euro an Gebühren. Die Comdirect bietet ab 2018 90 kostenlose ETFs der Marken Lyxor, db x-trackers, Vanguard und Franklin Templeton. Darunter befindet sich aber kein von Finanztip empfohlener thesaurierender ETF auf den MSCI World.

Bei den verbleibenden vier Anbietern Flatex, Consorsbank, Maxblue und Onvista Bank gibt es eine bestimmte Anzahl an sparplanfähigen ETFs umsonst, die Dividenden wiederanlegen. Darunter sind auch ETFs auf den von uns empfohlenen MSCI World und verschiedene europäische Indizes. 

Die Finanztip-Empfehlungen haben wir danach sortiert, wie viele ETFs auf breit gestreute Indizes Sparer kostenlos für ihren Sparplan verwenden können. Wir haben zudem ausgewertet, wie viele ETFs insgesamt zur Auswahl stehen und wie viel die Kunden ein gemischtes Portfolio mit kostenpflichtigen ETFs kosten würde.

Die Tabelle liefert einen Überblick über alle im Test berücksichtigten Depot-Anbieter für den ETF-Sparplan.

Getestete Depots im Vergleich

Anzahl kostenlose sparplanfähige ETFs Gesamtzahl sparplanfähige ETFs Anmerkung
Flatex 365 758
Consorsbank 251 rund 400
Maxblue 107 130
Onvista Bank 84 84
1822direkt 0 280 keine kostenlosen ETFs, bzw. nur befristete kostenlose Aktion
Comdirect 40 274 Die kostenlosen ETFs von Lyxor sind ausschüttend. Für den Sparplan empfiehlt Finanztip aber, dass Dividenden wieder mit angelegt werden sollten.
Commerzbank (Direkt Depot) 0 k.A. keine kostenlosen ETFs, bzw. nur befristete Aktionen
ING-Diba 0 mehr als 60 keine kostenlosen ETFs
Wüstenrot Direct 0 mehr als 350 keine kostenlosen ETFs
S-broker 150 574 3,99 Euro Gebühren bei Aussetzung des Sparplans und weniger als 10.000 Euro Sparguthaben
Ebase 0 knapp 400 12 Euro Depotführungsentgelt, keine kostenlosen ETFs
Finvesto 0 ca. 340 30 Euro Depotführungsentgelt; keine kostenlosen ETFs, bzw. nur befristete kostenlose Aktion

Quelle: Anbieter (Stand: 28. November 2017)

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.