Der deutsche Sicherheitsparer – ein Klassiker.

  • Verkäufer sind sicherlich nicht das Problem. Das sind ganz normale Händler.

    Wenn der Arzt von Pharmaunternehmen bezahlt würde, der Architekt vom Bauunternehmen und der Anwalt von der Gegenseite, der Aufschrei wäre enorm.

    In der Finanzindustrie dagegen gilt genau dieses Prinzip schon immer als normal: Der Verkäufer wird vom Produkthersteller bezahlt, nicht direkt vom Kunden. Und trotzdem nennt man es Beratung.

    Besonders in Deutschland wird dieser Interessenkonflikt erstaunlich gelassen hingenommen. In vielen anderen Ländern ist man weiter. Dort gibt es bereits Provisionsverbote (das wurde ja von Deutschland 2023 blockiert. Nur! von Deutschland=O).

    https://www.faz.net/aktuell/finanzen/provisionsverbot-fuer-finanzberater-kommt-vorerst-nicht-18856811.htm

    Zitat

    Der massive Widerstand aus Deutschland war offenbar erfolgreich: Anders als ursprünglich angekündigt, soll Finanzberatung gegen Provision in der EU weiter erlaubt bleiben.

    Das Grundproblem ist einfach: Wer vom Produkt ,,bezahlt wird", verkauft.
    Wer vom Kunden bezahlt wird, berät. Verkauf ist im Finanzbereich ein Problem, weil es um mehr geht als eine zu teure Waschmaschine.

  • Wer vom Kunden bezahlt wird, berät. Verkauf ist im Finanzbereich ein Problem, weil es um mehr geht als eine zu teure Waschmaschine.

    Und bei den beiden großen Bankengruppen besonders dreist: Man lässt sich sich von Kunden fürstlich bezahlen (Das Girokonto der Ehefrau kostet inklusive Karte 84 Euro im Jahr) und nimmt auch noch die Provisionen für die hauseigenen, schlechten Produkte mit.

    Die Ehefrau hat mittlerweile zwei Zertifikate, beide mit Airbag. Die sind ja sicher...
    Aber mit allem Anlagegeld in den MSCI World, da würde man sich ja nicht wohlfühlen...

    Ich verstehe da mittlerweile - Achtung, Sarkasmus - den Gesetzgeber in den 50ern.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Das Grundproblem ist einfach: Wer vom Produkt ,,bezahlt wird", verkauft.

    Und warum ist es ein Problem, wenn jemand etwas verkauft?

    ...Verkauf ist im Finanzbereich ein Problem, weil es um mehr geht als eine zu teure Waschmaschine.

    Es geht um ein zu teures Finanzprodukt, wobei Du bestimmen möchtest, was zu teuer ist.

    Wenn der Arzt von Pharmaunternehmen bezahlt würde, der Architekt vom Bauunternehmen und der Anwalt von der Gegenseite, der Aufschrei wäre enorm.

    Nein, ist beim Arzt und beim Architekten nicht der Fall. Kein Aufschrei!

    Beim Rechtsanwalt ist es etwas anders.

    Und der Autoverkäufer verkauft die Autos seines Herstellers. Kein Aufschrei!

  • Schwachzocker Deine ,,Argumentation“ ist ziemlich schwach. Selbst du müsstest erkennen, dass es einen Unterschied zwischen einem Konsumgut mit transparentem Endpreis und der finanziellen Zukunft eines Menschen mit intransparenten Kosten und kompliziertem Regelwerk gibt. Wir reden hier über ,,Altersarmut ja oder nein“ und nicht über ,,Kauf ich mir halt ein anderes Auto“. Es gibt unter neutralen Experten keinen Dissens, dass Interessenskonflikte in der Finanzindustrie ein gesellschaftliches Problem darstellen. Ich habe den Eindruck, dass dir wieder mal langweilig auf dem Amt ist und du mit Trollerei provozieren willst. Ich denke nicht, dass du wirklich denkst, dass der Provisionsvertrieb bei Banken und Versicherungen eine sinnvolle Angelegenheit ist.

  • Schwachzocker Deine ,,Argumentation“ ist ziemlich schwach. Selbst du müsstest erkennen, dass es einen Unterschied zwischen einem Konsumgut mit transparentem Endpreis und der finanziellen Zukunft eines Menschen mit intransparenten Kosten und kompliziertem Regelwerk gibt....

    Natürlich gibt es da einen Unterschied. Es ist aber niemand gezwungen, Produkte zu kaufen, von denen er weiß, dass er sie nicht versteht. Und wenn alle das so halten, dann wirst Du Dich wundern, dass es plötzlich doch einfache Produkte gibt.

    ...Wir reden hier über ,,Altersarmut ja oder nein“ und nicht über ,,Kauf ich mir halt ein anderes Auto“. ...

    Nein, da liegst Du falsch. Jede Konsumentscheidung wirkt sich negativ auf die Altersvorsorge aus, und zwar gerade die Entscheidung über den Kauf eines Autos.

    Das hast Du einfach nicht begriffen.

    ... Es gibt unter neutralen Experten keinen Dissens, dass Interessenskonflikte in der Finanzindustrie ein gesellschaftliches Problem darstellen.

    Es besteht aber auch Einigkeit darüber, dass schlicht alles ein Problem darstellen kann, wenn man es nur will.

    ...Ich denke nicht, dass du wirklich denkst, dass der Provisionsvertrieb bei Banken und Versicherungen eine sinnvolle Angelegenheit ist.

    Natürlich denke ich das nicht! Die Kaufhäuser, die Versicherungen und die Dienstleister in diesem unseren Land laufen fast über von Produkten, die nicht sinnvoll sind. Das ist deshalb so, weil die Menschen, diese Produkte, die nicht sinnvoll sind, massiv nachfragen.

  • Natürlich gibt es da einen Unterschied. Es ist aber niemand gezwungen, Produkte zu kaufen, von denen er weiß, dass er sie nicht versteht. Und wenn alle das so halten, dann wirst Du Dich wundern, dass es plötzlich doch einfache Produkte gibt.

    Die logische Konsequenz deiner Analyse wäre letztlich die Abschaffung des Verbraucherschutzes. Ich halte es für fraglich, ob sich eine Gesellschaft das leisten kann. Insbesondere wenn es um die finanzielle Absicherung der Einkommen und der Altersvorsorge der Bevölkerung geht.

    Noch problematischer wird es, wenn diese „Beratung“ von einer Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Gemeinwohlauftrag durchgeführt wird. Von einer solchen Institution darf man erwarten, dass sie die Interessen der Bürger schützt und nicht strukturelle Fehlanreize reproduziert.

    Im Grunde ließe sich sonst jedes Gesetz mit dem Argument „Dein Problem“ relativieren. Nach dieser Logik bräuchten wir auch keine Gesetze gegen Drogen. Es gäbe schließlich kein Drogenproblem, wenn niemand Drogen konsumieren würde. So funktioniert eine Gesellschaft jedoch nicht. Gesetze und Regulierung existieren gerade deshalb, weil reale Märkte und menschliches Verhalten nicht perfekt sind.

    Das strukturelle Problem ist seit Langem bekannt und wird in anderen Ländern bereits deutlich erfolgreicher adressiert. In Deutschland verhindert jedoch bislang der Einfluss der Finanzlobby wirksame Reformen. Das ist problematisch. Nicht zuletzt deshalb, weil am Ende häufig der Steuerzahler die negativen Folgen dieser Fehlstrukturen tragen muss.

  • Die logische Konsequenz deiner Analyse wäre letztlich die Abschaffung des Verbraucherschutzes....

    So ein Quatsch! Wieso denn?

    ...

    Noch problematischer wird es, wenn diese „Beratung“ von einer Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Gemeinwohlauftrag durchgeführt wird. Von einer solchen Institution darf man erwarten, dass sie die Interessen der Bürger schützt...

    Nein, wieso sollte man das von denen erwarten dürfen? "Gemeinwohl" ist eben einfach nur ein schurbeliger Begriff. Die geben Dir ein Girokonto, und das dient dem Gemeinwohl.

    Du verwechselst "Gemeinwohl" mit dem Sozialamt.

    ...

    Im Grunde ließe sich sonst jedes Gesetz mit dem Argument „Dein Problem“ relativieren. Nach dieser Logik bräuchten wir auch keine Gesetze gegen Drogen. Es gäbe schließlich kein Drogenproblem, wenn niemand Drogen konsumieren würde. So funktioniert eine Gesellschaft jedoch nicht...

    Doch, genauso funktioniert es.

    Allein der Alkohol verursacht in diesem Land jährlich ca. 70.000 Todesfälle. Von indirekte Folgen, wie z.B. Gewalt, zu der es ohne Alkoholkonsum nie gekommen wäre, oder Unfällen, rede ich gar nicht erst.

    Doch, genauso funktioniert unsere Gesellschaft seit Jahrhunderten. Und das, was da als illegal bezeichnet wird, hat bei weitem nicht so schlimme Folgen wie Tabak oder Alkohol.

    Richtig! Wir brauchen kein Gesetz gegen Drogen. Das ist einfach nur eine traditionelle Angelegenheit, weiter nichts.

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