Wichtige Versicherungen

Welche Versicherungen Du brauchst und welche nicht

Julia Rieder
Finanztip-Expertin für Versicherungen
19. Mai 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Kran­ken­ver­si­che­rung und eine Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung sollte jeder haben.
  • Besitzt Du eine Immobilie, ist außerdem eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung unerlässlich. Sehr sinnvoll sind Berufsunfähigkeits- und eine Aus­lands­rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung.
  • Le­bens­ver­si­che­rung­en lohnen sich nicht mehr.
  • Überflüssig sind auch Handy-, Brillen-, Reisegepäck- und Tier­kran­ken­ver­si­che­rungen.
So gehst Du vor
  • Prüfe Deine Versicherungen regelmäßig, sobald sich etwas in Deinem Leben ändert – etwa wenn Du mit jemanden zusammenziehst, heiratest oder in Rente gehst.
  • Überlege vor Abschluss einer Versicherung immer, ob Du die Kosten im Versicherungsfall auch aus eigener Tasche bezahlen könntest. Dann brauchst Du die Versicherung nicht.
  • Entscheide anhand unserer Übersicht mit den empfehlenswerten Versicherungen für Singles, Familien und Rentner, ob Du ausreichend abgesichert bist.

Das Leben ist ein Risiko – nach diesem Motto verkaufen Versicherungsunternehmen vermeintlichen Schutz für alle Lebenslagen. Von der Hochzeits-Rücktrittsversicherung über Krebsversicherungen bis hin zu Verträgen für Waschmaschine und Trockner: Es gibt wenig, was sich nicht irgendwie versichern lässt. Sinnvoll ist das in vielen Fällen jedoch nicht.

Zwei Versicherungen sollte wirklich jeder haben: eine Kranken- und eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung. Darüber hinaus gibt es je nach Lebenssituation einige weitere Versicherungen, die sinnvoll sein können. Andere sind verzichtbar.

Diese Versicherungen sind Pflicht

Bei einigen Versicherungen hast Du keine Wahl, sie sind gesetzlich vorgeschrieben. Dazu gehören die Kran­ken­ver­si­che­rung, die Kfz-Haftplicht und für viele auch die gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung

Kran­ken­ver­si­che­rung

Jeder Bundesbürger muss entweder gesetzlich oder privat krankenversichert sein. Das ist vom Staat vorgeschrieben. Für die meisten Menschen ist die gesetzliche Kran­ken­kas­se sinnvoller. Bei der privaten Kran­ken­ver­si­che­rung steigen die Beiträge im Alter häufig stark. Deshalb solltest Du Dich nur privat versichern, wenn Du absolut sicher bist, das auch langfristig zahlen zu können. Wer keine Kran­ken­ver­si­che­rung hat, wird nur im Notfall behandelt.

Mehr dazu im Ratgeber Gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung

  • Bei Service, Zusatzleistungen und Beitrag gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Kran­ken­kas­sen.
  • Von uns empfohlene Anbieter: IKK Classic, HEK, SBK und BKK VBU.

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Für Autofahrer: Kfz-Haftpflichtversicherung

Jedes Fahrzeug muss mindestens haftpflichtversichert sein. Voll- und Teil­kas­ko­ver­si­che­rung sind dagegen optional. Besonders beim Kauf eines Gebrauchtwagens solltest Du aufpassen: Falls Du Dich nicht rechtzeitig um eine Autoversicherung kümmerst, musst Du ein Bußgeld zahlen.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

  • Vergleiche jeden Herbst, ob Deine Kfz-Versicherung noch die günstigste ist.
  • Empfohlener Weg zum günstigsten Tarif: Erst bei Verivox oder Check24 vergleichen, dann Angebot bei der Huk24 einholen.

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Für Angestellte: Gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung

Die gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung ist für die meisten Menschen der wichtigste Baustein ihrer Altersvorsorge. Bei Arbeit­nehmern wird der Beitrag zur Ren­ten­ver­si­che­rung jeden Monat automatisch vom Lohn abgezogen. Auch einige Selbstständige wie Handwerker und Hebammen sind in der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung pflichtversichert, alle anderen Selbstständigen können freiwillig Beiträge zahlen. Oft reicht die gesetzliche Rente jedoch nicht aus und eine zusätzliche private Altersvorsorge ist sinnvoll.

Diese Versicherungen sind wirklich wichtig

Neben den Pflichtversicherungen gibt es einige Verträge, die Du unbedingt haben solltest, weil sie vor großen finanziellen Risiken schützen. Das Gute: Wichtige Versicherungen müssen nicht immer teuer sein. Eine vernünftige Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung gibt es schon für 5 Euro im Monat, eine Rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung für weniger als 10 Euro im Jahr.

Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung

Die private Haftpflicht ist eine der wichtigsten Versicherungen. Sie kann Dich vor existenzbedrohenden Kosten schützen, etwa wenn ein Mensch durch Deine Schuld zu Schaden kommt. Die Privathaftpflicht ist daher für jeden ein Muss. Nicht jeder Mensch braucht allerdings einen eigenen Vertrag: Viele sind über den Familientarif der Eltern oder des Partners versichert.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

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Für Immobilienbesitzer: Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung

Falls Du eine Immobilie besitzt, solltest Du für Dein Haus oder Deine Wohnung eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung abschließen. Diese versichert Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer oder Blitzschlag. Du kannst den Vertrag, wenn nötig, durch eine Ele­men­tar­scha­den­ver­si­che­rung erweitern.

Sobald Du Deutschland verlässt: Auslandsreise-Krankenversicherung

Eine Auslandsreise-Krankenversicherung ist sehr sinnvoll, auch bei Reisen innerhalb der Europäischen Union. Sie zahlt Behandlungen und medizinisch notwendige Rücktransporte. Die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung übernimmt solche Kosten im Ausland – je nach Reiseland – nur teilweise oder gar nicht. Auch als Privatversicherter solltest Du prüfen, ob Du eine Auslandsreise-Krankenversicherung benötigst. Falls Du länger als acht Wochen ins Ausland gehst, brauchst Du einen speziellen Vertrag.

Mehr dazu im Ratgeber Auslandsreise-Krankenversicherung

  • Wer ins Ausland reist, bekommt schon für unter 10 Euro im Jahr den notwendigen Kran­ken­ver­si­che­rungsschutz.
  • Von uns empfohlene Tarife: DKV (Reise Med Tarif RD) (abschließbar über die Website der Ergo) für Einzelreisende und Familien, Debeka (Tarif AR) für Senioren und Reisen bis 70 Tage.

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Für Berufstätige: Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung und Alternativen

Fast jeder braucht eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung – egal ob Dachdecker oder Sachbearbeiter. Denn nicht nur kaputte Knochen können berufsunfähig machen, sondern auch psychische Leiden. Die niedrige gesetzliche Er­werbs­min­de­rungs­ren­te reicht oft nicht. Besonders, wenn Du jung oder selbstständig bist, solltest Du Dich daher absichern – je früher Du damit anfängst, desto besser. Falls Du aus gesundheitlichen Gründen keinen Vertrag bekommst oder Dir der Schutz zu teuer ist, gibt es Alternativen zur Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung.

Mehr dazu im Ratgeber Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

  • Die staatliche Er­werbs­min­de­rungs­ren­te reicht nicht aus, eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung ist für fast jeden sinnvoll.
  • Von uns empfohlene Makler: Hoesch & Partner, Buforum24, Zeroprov, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung, P&F.

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Für Hundehalter: Hun­de­haft­pflicht­ver­si­che­rung

In einigen Bundesländern ist sie bereits gesetzlich vorgeschrieben: die Hundehaftpflicht. Sinnvoll ist ein Vertrag für alle Hundehalter. Die Versicherung ersetzt Schäden, die Dein Hund verursacht. Der Vierbeiner ist nicht in der privaten Haft­pflicht­ver­si­che­rung mitversichert.

Für Alleinverdiener und bei Hauskredit: Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung

Stirbt ein Elternteil, muss der andere allein das Einkommen der Familie sichern. Alleinerziehend zu sein, gehört zu den größten Armutsrisiken in Deutschland. Eine Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung sichert Deine Hinterbliebenen gegen Armut ab. Falls Du einen Immobilienkredit noch nicht abbezahlt hast, ist die Versicherung ein Muss. Auch wenn Deine Familie hauptsächlich von einem Gehalt lebt, ist ein Vertrag sinnvoll.

Mehr dazu im Ratgeber Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung

  • Familien mit einem Alleinverdiener oder einem Immobilienkredit brauchen eine Absicherung für den Todesfall.
  • Wir empfehlen Hannoversche, Huk24, Europa und Cosmosdirekt. Letztere solltest Du aber immer mit einem zweiten Anbieter vergleichen, um Preisausreißer zu vermeiden.

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Für Selbstständige und Gutverdiener: Krankentagegeld

Das Krankentagegeld fängt den Einkommensausfall infolge einer Krankheit auf. Sofern Du kein Krankengeld von der gesetzlichen Kran­ken­kas­se bekommst, brauchst Du ein Krankentagegeld. Das gilt für Privatversicherte und Selbstständige. Die Versicherung kann ebenfalls sinnvoll sein, wenn Dein Verdienst über der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Dann ist das Krankengeld deutlich niedriger als Dein Nettogehalt, und Du solltest prüfen, ob das Krankengeld reicht, um Deine laufenden Kosten zu decken.

Video: Die wichtigsten Versicherungen

Über diese Versicherungen kannst Du nachdenken

Einige Verträge zählen eher zur Kategorie der „Kann-Versicherungen“. Das bedeutet, sie sind nicht unbedingt notwendig, können in einigen Fällen aber eine gute Ergänzung Deines Ver­si­che­rungs­schutzes sein. Mit solchen Angeboten solltest Du Dich jedoch erst beschäftigen, wenn Du alle wirklich wichtigen Versicherungen bereits hast und in der Haushaltskasse immer noch genug Geld für zusätzlichen Schutz ist.

Pflegezusatzversicherung

Pflege ist teuer. Die Leistungen aus der gesetzlichen Pfle­ge­ver­si­che­rung reichen meist nicht aus, um die hohen Kosten für Betreuung und medizinische Versorgung zu decken. Eine private Pflegezusatzversicherung kann diese Lücke schließen, kostet aber oft recht viel. Ein solcher Vertrag ist nur sinnvoll, wenn Du Dir die hohen Beiträge auch langfristig leisten kannst.

Für Eltern: Kin­der­in­va­li­di­täts­ver­si­che­rung

Wenn ein Kind durch Krankheit oder einen schweren Unfall dauerhafte Gesundheitsschäden erleidet, kann eine Kin­der­in­va­li­di­täts­ver­si­che­rung die Zukunft finanziell absichern. Gute Policen zahlen lebenslang eine monatliche Rente. Nach dem Ende der Ausbildung braucht das Kind statt der Kinderinvaliditäts- eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung.

Hausratversicherung

Zerstört ein Wasserschaden die Wohnung, ersetzt die Hausratversicherung Kleider, Möbel und Wertsachen. Sie eignet sich vor allem, sofern Du eine teure Einrichtung hast, oder für den Fall, dass Du das wichtigste Inventar nicht aus Deinen Ersparnissen ersetzen kannst.

Mehr dazu im Ratgeber Hausratversicherung

  • Diese Versicherung solltest Du haben, wenn Du Deine Einrichtung nach Brand oder Einbruch nicht auf eigene Kosten ersetzen kannst.
  • Von uns empfohlenes Portal: Mr-Money

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Für Autobesitzer: Vollkasko- /Teilkaskoversicherung

Die Kfz-Haftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, die Du anderen im Verkehr zufügst. Schäden an Deinem eigenen Auto kannst Du über Vollkasko- und Teil­kas­ko­ver­si­che­rungen absichern. Für Neuwagen solltest Du eine Vollkasko abschließen, für hochwertige ältere Autos genügt eine Teilkasko. Bei alten Rostlauben brauchst Du keine der beiden Versicherungen.

Für Selbstständige: Basisabsicherung Rente

Wenn Du selbstständig tätig bist, dreht sich in den ersten Jahren zunächst alles ums Geschäft. Doch spätestens wenn Dein Unternehmen rund läuft, solltest Du über Deine Altersvorsorge nachdenken. Du kannst Dich dafür entweder in der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung pflichtversichern oder in einer klassischen Rürup-Rentenversicherung ansparen. Auch eine Kombination aus freiwilliger gesetzlicher Ren­ten­ver­si­che­rung und einer fondsgebundenen Rürup-Rentenversicherung ist eine Möglichkeit.

Für Angestellte: Betriebliche Altersvorsorge (Direktversicherung)

Bist Du angestellt und gehst davon aus, dass Du Deinem Arbeitgeber die nächsten Jahre über treu bleibst, solltest Du das Thema betriebliche Altersvorsorge angehen. Dein Chef ist verpflichtet, Dir eine private Ren­ten­ver­si­che­rung zu vermitteln. Im Kontext der betrieblichen Altersvorsorge spricht man auch von Direktversicherung. Der Vorteil: Auf Deine Beiträge in die Direktversicherung zahlst Du keine Sozialabgaben und Steuern. Das lohnt sich, wenn Dein Chef Teile Deines Beitrags übernimmt. 15 Prozent Zuschuss sind ab 2019 für den Arbeitgeber Pflicht – versuch aber, mehr auszuhandeln.

Mehr dazu im Ratgeber betriebliche Altersvorsorge

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Für Familien und (angestellte) Gutverdiener: Riester

Bist Du angestellt und willst Deine gesetzliche Rente durch private Vorsorge aufstocken, kommt ein Riester-Vertrag infrage. Der Staat fördert Dein Sparvorhaben mit Zulagen und Steuervorteilen. Familien mit mehreren Kindern oder einzeln veranlagte Gutverdiener profitieren besonders von der Förderung. Du kannst über eine klassische Riester-Rentenversicherung nachdenken. Mehr Aussicht auf Rendite bietet jedoch der Riester-Fondssparplan. Verdienst Du eher durchschnittlich, solltest Du auf diese Riester-Variante setzen.

Mehr dazu im Ratgeber Riester-Fondssparplan

  • Ein Fondssparplan bietet unter allen Riester-Varianten die beste Chance auf eine hohe Aktienrendite.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Deka Zukunftsplan Classic, Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)

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Zahn­zu­satz­ver­si­che­rung

Die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung schießt bei den Kosten für Zahnersatz nur Festbeträge zu. Oft bleibt deshalb ein Eigenanteil von einigen Hundert oder gar Tausenden Euro. Trotzdem rechnet sich eine Zahn­zu­satz­ver­si­che­rung nur, wenn Du häufig kostspieligen Zahnersatz brauchst. Denn gute Verträge sind tendenziell teuer, und die Versicherung zahlt nicht für Behandlungen, zu denen der Zahnarzt schon vor Vertragsabschluss geraten hatte.

Mehr dazu im Ratgeber Zahn­zu­satz­ver­si­che­rung

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Rechts­schutz­ver­si­che­rung

Willst Du Dich gegen die Kosten eines Rechtsstreits absichern, kannst Du eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung abschließen. Diese zahlt aber nur für Streitigkeiten in im Vertrag festgelegten Lebensbereichen. Mitglieder von Mietervereinen sind bereits günstig gegen Mietstreit versichert, Gewerkschaftsmitglieder gegen Verfahren im Arbeitsrecht. Und die Haft­pflicht­ver­si­che­rung hilft, wenn jemand eine unberechtigte Schadensersatzforderung gegen Dich erhebt.

Empfehlungen aus dem Ratgeber Rechts­schutz­ver­si­che­rung

Eine passende Rechts­schutz­ver­si­che­rung findest Du am besten über ein Vergleichsportal. Von Mai bis Juli 2021 haben wir diese untersucht. Unsere Empfehlungen aus diesem Test sind:

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Krankenhaus-Zusatzversicherung

Wer Wert auf eine Behandlung durch Spezialisten legt, kann eine Krankenhaus-Zusatzversicherung abschließen. Sie zahlt zusätzliche Honorare für Spezialisten und Mehrkosten für andere private Leistungen im Krankenhaus, etwa die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer.

Mehr dazu im Ratgeber Krankenhaus-Zusatzversicherung

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Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung zahlt, wenn nach einem Unfall eine dauerhaft körperliche Beeinträchtigung zurückbleibt. Heilen Deine Verletzungen folgenlos aus, bekommst Du kein Geld. Wichtig zu wissen: Nur 2 Prozent der Schwerbehinderungen entstehen durch einen Unfall, viel häufiger ist eine Krankheit die Ursache. Die private Unfallversicherung bietet daher nur eingeschränkten Schutz. Sie kann als Notlösung in Betracht kommen, falls eine Berufsunfähigkeits- oder Er­werbs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung nicht möglich ist. Denn diese zahlen, wenn Du nicht mehr arbeiten kannst – egal ob ein Unfall oder eine Krankheit die Ursache dafür ist.

Für Senioren und Familien: Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung

Die Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung kann sinnvoll sein, wenn Du weit im Voraus eine sehr teure Reise gebucht hast und häufig krank bist. Die Versicherung springt aber auch ein, wenn Mitreisende oder Angehörige krank werden oder sterben. Oft sind die Stornokosten allerdings niedriger als gedacht.

Diese Versicherungen brauchst Du nicht

Ein dicker Ordner mit vielen Versicherungsverträgen vermittelt vielleicht ein beruhigendes Gefühl. Doch jede Versicherung kostet Geld und nicht immer schützt sie so, wie Du Dir das wünschst. Deshalb unser Rat: Schließe Versicherungen nicht nebenbei ab, sondern überlege bei jedem Vertrag in Ruhe, ob Du ihn wirklich brauchst.

Hilfreich ist dabei, darüber nachzudenken, welche Kosten im Versicherungsfall auf Dich zukämen. Könntest Du die Kosten aus Deinen Ersparnissen zahlen, brauchst Du keine Versicherung.

Ein Beispiel: Geht das geliebte Handy kaputt, ist das ärgerlich. In existenzielle Nöte bringt Dich der Kauf eines neuen Smartphones jedoch nicht. Eine Handyversicherung ist deshalb überflüssig. Anders sieht es aus, wenn Dein Haus abbrennt. Ohne eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung stehst Du in einem solchen Fall vor dem finanziellen Ruin.

Auf die folgenden Versicherungen kannst Du verzichten.

Kapital- oder fondsgebundene Lebensversicherung

Wegen niedriger Zinsen und hoher Kosten lohnt sich der Neuabschluss von kapital- oder fondsgebundenen Le­bens­ver­si­che­rung­en nicht mehr. Auch die neuen Indexpolicen sind wenig geeignet. Für die Altersvorsorge gibt es Alternativen jenseits der Versicherung: zum Beispiel ETF-Sparpläne in Kombination mit einem Auszahlplan in der Rentenphase.

Ren­ten­ver­si­che­rung

Auch der Neuabschluss einer klassischen oder fondsgebundenen Ren­ten­ver­si­che­rung rechnet sich wegen hoher Kosten und niedriger Zinsen derzeit nicht. Nur eine provisionsfreie Nettopolice, die mit günstigen Aktien-Indexfonds (ETFs) anspart, kann sich lohnen. Die beste flexible Altersvorsorge bekommst Du aber mit einem ETF-Sparplan und kombiniertem Auszahlplan hin.

Ausbildungsversicherung

Eine Ausbildungsversicherung ist eigentlich eine Lebensversicherung für Kinder, die meist Eltern oder Großeltern abschließen. Sie ist teuer und unflexibel – in der Regel ist es sinnvoller, das Geld selbst anzulegen.

Ambulante Zusatzversicherung

Eine ambulante Zusatzversicherung hat nur Sinn, wenn Du häufig alternative Heilmethoden nutzen willst. Allerdings ist die jährliche Erstattung meist begrenzt und viele Kran­ken­kas­sen bieten mittlerweile umfangreiche Zusatzleistungen für Homöopathie, alternative Arzneimittel und Osteopathie.

Restschuldversicherung / Kreditausfallversicherung

Besonders bei kleineren Ratenkrediten lohnt sich eine Restschuldversicherung nicht. Sie ist zu teuer und springt in vielen Fällen gar nicht ein, wenn Du die Raten nicht mehr zahlen kannst.

Sterbegeldversicherung

Von der Sterbegeldversicherung bekommen Angehörige im Todesfall des Versicherten Geld für die Beerdigung. Sinnvoller ist, das Geld für eine Beisetzung selbst anzusparen.

Handyversicherung

Handyversicherungen sind oft teuer und schließen viele Schäden aus. Bezahle die Reparaturen also lieber selbst.

Tier­kran­ken­ver­si­che­rung

Kran­ken­ver­si­che­rungen für Dein Haustier sind unnötig teuer und übernehmen viele Kosten nicht oder nur zum Teil. Die meisten Behandlungen für Hund oder Katze sind zudem nicht so teuer, dass sie Dich finanziell ruinieren. Sinnvoller als eine Tier­kran­ken­ver­si­che­rung ist es, jeden Monat etwas Geld für spätere Tierarztbesuche zurückzulegen.

Glasbruchversicherung

Viele Glasschäden sind bereits mit der Privathaftpflicht-, der Wohngebäude- oder der Hausratversicherung abgedeckt.

Brillenversicherung

Meist wird die Brillenversicherung im Paket mit anderen Versicherungen verkauft, die alle nicht besonders leistungsstark sind. Doch auch auf eine einzelne Brillenversicherung kannst Du verzichten. Die Erstattungshöhen sind immer gedeckelt, oft gibt es zwischen 100 bis 400 Euro alle ein bis drei Jahre. Spare lieber Geld für eine neue Brille, statt Beiträge zu bezahlen.

Kran­ken­haus­ta­ge­geld­ver­si­che­rung

Die Kran­ken­haus­ta­ge­geld­ver­si­che­rung zahlt einen Betrag für jeden Tag, den Du im Krankenhaus verbringst. Sinnvoller ist eine Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung, denn die leistet auch, wenn Du krank zuhause bist.

Reisegepäckversicherung

Meist deckt die Hausratversicherung den Verlust von Gepäck im Urlaub ab. Eine Reisegepäckversicherung ist daher unnötig.

Kinderunfallversicherung

Die Kinderunfallversicherung soll Kinder finanziell schützen, falls sie durch die Folgen eines Unfalls für den Rest ihres Lebens auf Hilfe angewiesen sind. Da sie nur im Falle eines schweren Unfalls bezahlt, sichert die Versicherung Kinder nur unzureichend ab. Besser ist eine Kin­der­in­va­li­di­täts­ver­si­che­rung.

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