Wichtige Versicherungen

Welche Versicherungen Sie brauchen und welche nicht

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Krankenversicherung und eine Privathaftpflichtversicherung sollte jeder haben.
  • Besitzen Sie eine Immobilie, ist außerdem eine Wohngebäudeversicherung unerlässlich. Sehr sinnvoll sind Berufsunfähigkeits- und eine Auslandsreisekrankenversicherung.
  • Lebensversicherungen lohnen sich nicht mehr.
  • Überflüssig sind Handy-, Brillen- und Reisegepäckversicherung.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie Ihre Versicherungen regelmäßig, sobald sich etwas in Ihrem Leben ändert – etwa wenn Sie mit jemanden zusammenziehen, heiraten oder in Rente gehen.
  • Überlegen Sie vor Abschluss einer Versicherung immer, ob Sie die Kosten im Versicherungsfall auch aus eigener Tasche bezahlen könnten. Dann brauchen Sie die Versicherung nicht.
  • Entscheiden Sie anhand unserer Übersicht mit den empfehlenswerten Versicherungen für Singles, Familien und Rentner, ob Sie ausreichend abgesichert sind.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie über Versicherungs-Empfehlungen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Das Leben ist ein Risiko – nach diesem Motto verkaufen Versicherungsunternehmen vermeintlichen Schutz für alle Lebenslagen. Von der Hochzeits-Rücktrittsversicherung über Krebsversicherungen bis hin zu Verträgen für Waschmaschine und Trockner: Es gibt wenig, was sich nicht irgendwie versichern lässt. Sinnvoll ist das in vielen Fällen jedoch nicht.

Zwei Versicherungen sollte wirklich jeder haben: eine Kranken- und eine Haftpflichtversicherung. Darüber hinaus gibt es je nach Lebenssituation einige weitere Versicherungen, die sinnvoll seien können.

Wir erklären, welche Versicherungen wirklich wichtig sind und auf welche Sie getrost verzichten können.

Diese Versicherungen sind Pflicht

Bei einigen Versicherungen haben Sie keine Wahl, sie sind gesetzlich vorgeschrieben. Dazu gehören die Krankenversicherung, die Kfz-Haftplicht und für viele auch die gesetzliche Rentenversicherung.

Krankenversicherung
Jeder Bundesbürger muss entweder gesetzlich oder privat krankenversichert sein. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Für die meisten Menschen ist die gesetzliche Krankenkasse sinnvoller. Bei der privaten Krankenversicherung (PKV) steigen die Beiträge im Alter häufig stark. Deshalb sollten Sie nur in die PKV wechseln, wenn Sie absolut sicher sind, das auch langfristig zahlen zu können. Wer keine Krankenversicherung hat, wird nur im Notfall behandelt.

Mehr dazu im Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Leistungen meist gleich

  • Kassen erheben unterschiedliche Zusatzbeiträge.
  • Achten Sie auf Zusatzleistungen und Erstattungen.
  • Sie dürfen die Krankenkasse jederzeit wechseln.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Anbieter:

Für Autofahrer: Kfz-Haftpflichtversicherung
Jedes Fahrzeug muss mindestens haftpflichtversichert sein. Voll- und Teilkaskoversicherung sind dagegen optional. Besonders beim Kauf eines Gebrauchtwagens sollten Sie aufpassen: Falls Sie sich nicht rechtzeitig um eine Autoversicherung kümmern, müssen Sie ein Bußgeld zahlen.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Internetportale nutzen

  • Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein.
  • Versichern Sie grobe Fahrlässigkeit und Mallorca-Police.
  • Werkstattbindung ist sinnvoll und spart Geld.

» Zum Ratgeber

Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

Für Angestellte: Gesetzliche Rentenversicherung
Die gesetzliche Rentenversicherung ist für die meisten Menschen der wichtigste Baustein ihrer Altersvorsorge. Bei Arbeitnehmern wird der Beitrag zur Rentenversicherung jeden Monat automatisch vom Lohn abgezogen. Auch einige Selbstständige wie Handwerker und Hebammen sind in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, alle anderen Selbständigen können freiwillig Beiträge zahlen. Oft reicht die gesetzliche Rente jedoch nicht aus und eine zusätzliche private Altersvorsorge ist sinnvoll.

Diese Versicherungen sind wirklich wichtig

Neben den Pflicht-Versicherungen gibt es einige Verträge, die Sie unbedingt haben sollten, weil Sie vor großen finanziellen Risiken schützen. Das Schöne: Wichtige Versicherungen müssen nicht immer teuer sein. Eine gute Privathaftpflichtversicherung gibt es schon für 5 Euro im Monat, eine Reisekrankenversicherung für weniger als 10 Euro im Jahr.

Privathaftpflichtversicherung
Die private Haftpflicht ist eine der wichtigsten Versicherungen. Sie kann Sie vor existenzbedrohenden Kosten schützen, etwa wenn ein Mensch durch Ihre Schuld zu Schaden kommt. Die Privathaftpflicht ist daher für jeden ein Muss. Nicht jeder Mensch braucht allerdings einen eigenen Vertrag: Viele sind über den Familientarif der Eltern oder des Partners versichert.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

Silke Kursawe
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Keine Kür, sondern Pflicht

  • Haftpflichtschäden an Personen können Sie ruinieren.
  • Sparen Sie nicht an den Leistungen.
  • Neue Policen haben oft bessere Leistungen. Wechseln Sie.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Tarife:

  • attraktiver Preis für Alle: die Haftpflichtkasse Tarif Einfach Besser Plus
  • Preistipp für Singles: die Bayerische Tarif Prestige
  • besonders umfangreicher Schutz: VHV Tarif Klassik-Garant Exklusiv

Für Immobilienbesitzer: Wohngebäudeversicherung
Falls Sie eine Immobilie besitzen, sollten Sie für Ihr Haus oder Ihre Wohnung eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Diese versichert Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer oder Blitzschlag. Sie können den Vertrag, wenn nötig, durch eine Elementarschadenversicherung erweitern.

Sobald Sie Deutschland verlassen: Auslandsreisekrankenversicherung
Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist sehr sinnvoll, auch bei Reisen innerhalb der Europäischen Union. Sie bezahlt Behandlungen und medizinisch notwendige Rücktransporte. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt solche Kosten im Ausland – je nach Reiseland – nur teilweise oder gar nicht. Auch als privat Versicherter sollten Sie prüfen, ob Sie eine Auslandsreisekrankenversicherung benötigen. Falls Sie länger als acht Wochen ins Ausland gehen, brauchen Sie einen speziellen Vertrag.

Mehr dazu im Ratgeber Auslandsreisekrankenversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Urlaubs-Schutz für unter 10 Euro

  • Gesetzlich Versicherte brauchen für jede Auslandsreise eine Krankenversicherung.
  • Ohne Versicherung müssen Sie Behandlungskosten selbst zahlen.
  • Schließen Sie den Schutz vor der Abreise ab.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Tarife:

Für Berufstätige: Berufsunfähigkeitsversicherung und Alternativen
Fast jeder braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung – egal ob Dachdecker oder Sachbearbeiter. Denn nicht nur kaputte Knochen können berufsunfähig machen, sondern auch psychische Leiden. Die niedrige gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht oft nicht. Besonders, wenn Sie jung oder selbstständig sind, sollten Sie sich daher absichern – je früher Sie damit anfangen, desto besser. Falls Sie aus gesundheitlichen Gründen keinen Vertrag bekommen oder Ihnen der Schutz zu teuer ist, gibt es Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Mehr dazu im Ratgeber Berufsunfähigkeitsversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Staatliche Rente reicht nicht aus

  • Versichern Sie eine ausreichend hohe Rente.
  • Achten Sie auf die Leistung, nicht auf den Preis.
  • Wer Gesundheitsfragen falsch beantwortet, bekommt womöglich keine Leistung.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Makler:

Für Hundehalter: Hundehaftpflichtversicherung
In einigen Bundesländern ist sie bereits gesetzlich vorgeschrieben: die Hundehaftpflicht. Sinnvoll ist ein Vertrag für alle Hundehalter. Die Versicherung ersetzt Schäden, die der eigene Hund verursacht. Der Vierbeiner ist nicht in der privaten Haftpflichtversicherung mitversichert.

Für Alleinverdiener und bei Hauskredit: Risikolebensversicherung
Stirbt ein Elternteil, muss der andere alleine das Einkommen der Familie sichern. Alleinerziehend zu sein, gehört zu den größten Armutsrisiken in Deutschland. Eine Risikolebensversicherung sichert Ihre Hinterbliebenen gegen Armut ab. Falls Sie einen Immobilienkredit noch nicht abbezahlt haben, ist die Versicherung ein Muss. Auch wenn Ihre Familie hauptsächlich von einem Gehalt lebt, ist ein Vertrag sinnvoll.

Mehr dazu im Ratgeber Risikolebensversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Sichert Hinterbliebene im Todesfall ab

  • Empfehlenswert bei Allein- oder Hauptverdienern.
  • Ein Muss bei Immobilienkrediten.
  • Die Summe richtet sich nach der individuellen Situation.

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Unsere Anbieter-Empfehlung aus dem Finanztip Ratgeber:

Für Selbstständige und Gutverdiener: Krankentagegeld
Das Krankentagegeld fängt den Einkommensausfall infolge einer Krankheit auf. Sofern Sie kein Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse bekommen, brauchen Sie ein Krankentagegeld. Das gilt für Privatversicherte und Selbstständige. Ebenfalls sinnvoll sein kann die Versicherung, wenn Sie über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen. Dann liegt das Krankengeld deutlich unter Ihrem Nettogehalt, und Sie sollten prüfen, ob es reicht, um Ihre laufenden Kosten zu decken.

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Über diese Versicherungen können Sie nachdenken

Manche Verträge zählen eher zur Kategorie der „Kann-Versicherungen“. Das bedeutet, sie sind nicht unbedingt notwendig, können in einigen Fällen aber eine gute Ergänzung Ihres Versicherungsschutzes sein. Mit solchen Angeboten sollten Sie sich jedoch erst beschäftigen, wenn Sie alle wirklich wichtigen Versicherungen bereits haben und immer noch genug Geld in der Haushaltskasse ist für zusätzlichen Schutz.

Pflegezusatzversicherung
Pflege ist teuer. Die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen meist nicht aus, um die hohen Kosten für Betreuung und medizinische Versorgung zu decken. Eine private Pflegezusatzversicherung kann diese Lücke schließen, kostet aber oft recht viel. Ein solcher Vertrag ist nur sinnvoll, wenn Sie sich die hohen Beiträge auch langfristig leisten können.

Für Eltern: Kinderinvaliditätsversicherung
Wenn ein Kind durch Krankheit oder einen schweren Unfall invalide wird, kann eine Kinderinvaliditätsversicherung die Zukunft finanziell absichern. Gute Policen leisten lebenslang eine monatliche Rente. Nach dem Ende der Ausbildung braucht das Kind statt der Kinderinvaliditäts- eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Hausratversicherung
Zerstört ein Wasserschaden die Wohnung, ersetzt die Hausratversicherung Kleider, Möbel und Wertsachen. Sie eignet sich vor allem, sofern Sie eine teure Einrichtung haben, oder für den Fall, dass Sie das wichtigste Inventar nicht aus Ihren Ersparnissen ersetzen können.

Mehr dazu im Ratgeber Hausratversicherung

Silke Kursawe
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Schützen Sie Ihr Hab und Gut

  • Die Versicherung deckt Schäden u.a. durch Feuer, Leitungswasser oder Einbruch ab.
  • Erweitern Sie Ihren Schutz auf Rauch-, Ruß- sowie Überspannungsschäden.
  • Versichern Sie auch grobe Fahrlässigkeit und wählen Sie eine Selbstbeteiligung.

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Von uns empfohlenes Portal:

Für Autobesitzer: Vollkasko- /Teilkaskoversicherung
Bei einem Unfall ist Ihr Wagen nicht durch die Kfz-Haftpflichtversicherung abgesichert, stattdessen springen dann Vollkasko- und Teilkaskoversicherungen ein. Neuwagen sollten Sie mit einer Vollkasko versichern, für hochwertige ältere Autos genügt eine Teilkasko. Bei alten Rostlauben brauchen Sie keine der beiden Versicherungen.

Für Selbstständige: Basisabsicherung Rente
Wenn Sie selbstständig tätig sind, dreht sich in den ersten Jahren zunächst alles ums Geschäft. Doch spätestens wenn Ihr Unternehmen rund läuft, sollten Sie darüber nachdenken, eine Basisabsicherung für die Zeit als Rentner abzuschließen. Sie können sich dafür entweder in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichern oder in einer klassischen Rürup-Rentenversicherung ansparen. Auch eine Kombination aus freiwilliger gesetzlicher Rentenversicherung und einer fondsgebundenen Rürup-Rentenversicherung ist eine Möglichkeit.

Für Angestellte: Betriebliche Altersvorsorge (Direktversicherung)
Sind Sie angestellt und gehen davon aus, dass Sie Ihrem Arbeitgeber die nächsten Jahre über treu bleiben, sollten Sie das Thema betriebliche Altersvorsorge angehen. Ihr Chef ist verpflichtet, Ihnen eine private Rentenversicherung zu vermitteln. Im Kontext der betrieblichen Altersvorsorge spricht man auch von Direktversicherung. Der Vorteil: Auf Ihre Beiträge in die Direktversicherung zahlen Sie keine Sozialabgaben und Steuern. Das lohnt sich, wenn Ihr Chef Teile Ihres Beitrags übernimmt. 15 Prozent Zuschuss sind ab 2019 für den Arbeitgeber Pflicht – versuchen Sie aber, mehr auszuhandeln.

Mehr dazu im Ratgeber betriebliche Altersvorsorge

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

Vorsorge mit Hilfe des Arbeitgebers

  • Lange Zeit machte der Chef direkte Pensionszuagen. Das lohnt immer.
  • Heute schließt er oft für die Belegschaft eine Rentenversicherung (Direktversicherung) ab.
  • Angestellte können Teile ihres Lohns sozialabgaben- und steuerfrei einzahlen.

» Zum Ratgeber

Für Familien und (angestellte) Gutverdiener: Riester
Sind Sie angestellt und wollen Ihre gesetzliche Rente durch private Vorsorge aufstocken, kommt ein Riester-Vertrag infrage. Der Staat fördert Ihr Sparvorhaben mit Zulagen und Steuervorteilen. Familien mit mehreren Kindern oder einzeln veranlagte Gutverdiener profitieren besonders von der Förderung. Sie können über eine klassische Riester-Rentenversicherung nachdenken. Mehr Aussicht auf Rendite bietet jedoch der Riester-Fondssparplan. Verdienen Sie eher durchschnittlich, sollten Sie auf diese Riester-Variante setzen.

Mehr dazu im Ratgeber Riester-Fondssparplan

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

Riestern mit Aktien

  • Ein Riester-Fondssparplan bietet die Chance, mit Aktien eine hohe Rendite zu erzielen.
  • Weil sie Beiträge garantieren müssen, fahren Anbieter ihre Aktienquoten aktuell zurück.
  • Sparer müssen auf die Balance zwischen Renditechancen und Kosten achten.

» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung:

  • DWS Toprente Dynamik (über Online-Vermittler)
  • Fairrriester 2.0
  • Deka Zukunftsplan Classic
  • Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)

Rechtsschutzversicherung
Wollen Sie sich gegen die Kosten eines Rechtsstreits absichern, können Sie eine Rechtsschutzversicherung abschließen. Diese zahlt aber nur für Streitigkeiten in den versicherten Bereichen. Mitglieder von Mietervereinen sind bereits günstig gegen Mietstreit versichert, Gewerkschaftsmitglieder gegen Verfahren im Arbeitsrecht. Und die Haftpflichtversicherung hilft, wenn eine unberechtigte Schadensersatzforderung gegen Sie gestellt wird.

Mehr in unserem Ratgeber Rechtsschutzversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Ein Rechtsstreit kann teuer werden

  • Rechtsschutz ist sinnvoll, aber kein Muss.
  • Viele Fälle, etwa rund um Hausbau oder Scheidung, sind nicht versichert.
  • Wir zeigen gute Tarife zu einem fairen Preis.

» Zum Ratgeber

Krankenhaus-Zusatzversicherung
Wer Wert auf eine Behandlung durch Spezialisten legt, kann eine Krankenhaus-Zusatzversicherung abschließen. Sie zahlt zusätzliche Honorare für Spezialisten und Mehrkosten für andere private Leistungen im Krankenhaus.

Mehr dazu im Ratgeber Krankenhaus-Zusatzversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Kann die GKV ergänzen

  • Spezialisten können teuer sein. Für eine solche Behandlung lohnt die Versicherung.
  • Wählen Sie lieber einen Tarif mit Altersrückstellungen.
  • Schließen Sie die Versicherung nicht zu spät ab.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Tarife:

  • Deutsche Familienversicherung Klinikschutz Premium
  • R+V Klinik premium (K1U)
  • Allianz Krankenhaus Best (KHB02 und AOPKH02)
  • Inter Qualimed Z Stationär S1

Zahnzusatzversicherung
Die gesetzliche Krankenversicherung schießt bei den Kosten für Zahnersatz nur Festbeträge zu. Oft bleibt deshalb ein Eigenanteil von einigen Hundert oder gar Tausenden Euro. Trotzdem rechnet sich eine Zahnzusatzversicherung nur, wenn Sie häufig kostspieligen Zahnersatz brauchen. Denn gute Verträge sind recht teuer, und die Versicherung zahlt nicht für Behandlungen, zu denen der Zahnarzt schon vor Vertragsabschluss geraten hatte.

Unfallversicherung
Eine Unfallversicherung deckt vor allem schwere Unfälle ab, die eine Behinderung zur Folge haben. Allerdings entstehen nur 2 Prozent der Schwerbehinderungen durch einen Unfall, viel häufiger ist eine Krankheit die Ursache. Daher bietet die private Unfallversicherung sehr eingeschränkten Schutz und kommt nur als Notlösung in Betracht, falls eine Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung nicht möglich ist.

Für Senioren und Familien: Reiserücktrittsversicherung
Die Reiserücktrittsversicherung kann sinnvoll sein, wenn Sie weit im Voraus eine sehr teure Reise gebucht haben und häufig krank sind. Die Versicherung springt aber auch ein, wenn Mitreisende oder Angehörige erkranken oder sterben. Oft sind die Stornokosten allerdings niedriger als gedacht.

Diese Versicherungen brauchen Sie nicht

Ein dicker Ordner mit vielen Versicherungsverträgen vermittelt vielleicht ein beruhigendes Gefühl. Doch jede Versicherung kostet Geld und nicht immer schützt sie so, wie Sie sich das wünschen. Deshalb unser Rat: Schließen Sie Versicherungen nicht nebenbei ab, sondern überlegen Sie bei jedem Vertrag in Ruhe, ob Sie ihn wirklich brauchen.

Hilfreich dabei ist, darüber nachzudenken, welche Kosten im Versicherungsfall auf Sie zukämen. Könnten Sie die Kosten aus Ihren Ersparnissen zahlen, brauchen Sie keine Versicherung.

Ein Beispiel: Geht das geliebte Handy kaputt, ist das ärgerlich. In existenzielle Nöte bringt Sie der Kauf eines neuen Smartphones jedoch nicht. Eine Handyversicherung ist deshalb überflüssig. Anders sieht es aus, wenn Ihr Haus abbrennt. Ohne eine Wohngebäudeversicherung stehen Sie in einem solchen Fall vor dem finanziellen Ruin.

Auf die folgenden Versicherungen können Sie verzichten.

Kapital- oder fondsgebundene Lebensversicherung
Wegen niedriger Zinsen und hoher Kosten lohnt sich der Neuabschluss von kapital- oder fondsgebundenen Lebensversicherungen nicht mehr. Auch die neuen Indexpolicen sind wenig geeignet. Für die Altersvorsorge gibt es Alternativen jenseits der Versicherung: zum Beispiel ETF-Sparpläne in Kombination mit einem Auszahlplan in der Rentenphase.

Rentenversicherung
Auch der Neuabschluss einer klassischen oder fondsgebundenen Rentenversicherung rechnet sich wegen hoher Kosten und niedriger Zinsen derzeit nicht. Nur eine provisionsfreie Nettopolice, die mit günstigen Aktien-Indexfonds (ETFs) anspart, kann sich lohnen. Die beste flexible Altersvorsorge bekommen Sie aber mit einem ETF-Sparplan und kombiniertem Auszahlplan hin.

Ausbildungsversicherung
Eine Ausbildungsversicherung ist eigentlich eine Lebensversicherung für Kinder, die meist Eltern oder Großeltern abschließen. Sie ist teuer und unflexibel – in der Regel ist es sinnvoller, das Geld selbst anzulegen.

Ambulante Zusatzversicherung
Eine ambulante Zusatzversicherung hat nur Sinn, wenn Sie häufig alternative Heilmethoden nutzen wollen. Allerdings ist die Erstattung meist begrenzt.

Restschuldversicherung/Kreditausfallversicherung
Besonders bei kleineren Ratenkrediten lohnt sich eine Restschuldversicherung nicht. Sie ist zu teuer und springt in vielen Fällen gar nicht ein, wenn Sie die Raten nicht mehr zahlen können.

Sterbegeldversicherung
Von der Sterbegeldversicherung bekommen Angehörige im Todesfall des Versicherten Geld für die Beerdigung. Sinnvoller ist, das Geld für eine Beisetzung selbst anzusparen.

Handyversicherung
Handyversicherungen sind oft teuer und schließen viele Schäden aus. Bezahlen Sie Reparaturen lieber selbst.

Glasbruchversicherung
Viele Glasschäden sind bereits mit der Privathaftpflicht-, der Wohngebäude- oder der Hausratversicherung abgedeckt.

Brillenversicherung
Es gibt keine reinen Brillenversicherungen. Meist wird der Schutz im Paket mit anderen Versicherungen verkauft, etwa einer Auslandsreisekrankenversicherung. Sparen Sie lieber Geld für eine neue Brille, statt Beiträge zu bezahlen.

Krankenhaustagegeldversicherung
Die Krankenhaustagegeldversicherung zahlt einen Betrag für jeden Tag, den Sie im Krankenhaus verbringen. Sinnvoller ist eine Krankentagegeldversicherung, denn die leistet auch, wenn Sie krank zuhause sind.

Reisegepäckversicherung
Meist deckt die Hausratversicherung den Verlust von Gepäck im Urlaub ab. Eine Reisegepäckversicherung ist daher unnötig.

Kinderunfallversicherung
Die Kinderunfallversicherung soll Kinder finanziell schützen, falls sie durch die Folgen eines Unfalls für den Rest ihres Lebens auf Hilfe angewiesen sind. Da sie nur im Falle eines schweren Unfalls bezahlt, sichert die Versicherung Kinder nur unzureichend ab. Besser ist eine Kinderinvaliditätsversicherung.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Julia Rieder

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen (bis Januar 2018)

Annika Krempel war Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Zuvor hatte sie bereits bei ZDF Wiso, dem RBB und der Stiftung Warentest Erfahrungen als Verbraucherjournalistin gesammelt.