Allianz IndexSelect von 2017 noch sinnvoll?

  • Hallo,

    ich beschäftige mich erst seit Kurzem mit dem Thema Altersvorsorge. Bislang hat mich das nicht wirklich interessiert, was ich inzwischen bereue.

    Ich habe 2017 auf Drängen meiner Eltern eine Allianz IndexSelect Rentenversicherung abgeschlossen, an die auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung angehängt ist. Als Index wurde der EuroStoxx50 ausgewählt, der seitdem solide im Minus war (oder mir aufgrund der Cap von 2,9 % kein Geld eingebracht hat). Alternativ kann das Geld auch festverzinst werden, und zwar zwischen 2 % und 2,5 %.

    In den letzten Wochen habe ich die Versicherung einmal aufgeschlüsselt und das Fondguthaben mit den Einzahlungen verglichen (siehe Screenshot). In den letzten Jahren bleibt die Differenz zwischen den eingezahlten Beiträgen und dem Guthaben mehr oder weniger konstant. Das heißt für mich also, dass ich effektiv keine Rendite erziele, da diese durch die Kosten aufgezehrt wird. Ergo würde ich mich gerne von dieser Versicherung trennen und mein Geld in eine bessere Vorsorge investieren.

    Nun möchte ich die Berufsunfähigkeitsversicherung behalten (diverse Gründe) und habe deswegen von der Allianz das Angebot erhalten, die Beiträge der Versicherung auf ein Minimum (11 €/Monat) zu reduzieren. Alternativ bin ich gerade im Gespräch, den Rententeil der Versicherung stillzulegen oder (meine Präferenz) die BU von der Rente zu trennen und die Rentenversicherung ganz aufzulösen.

    Da ich mich erst seit Kurzem mit der Sache befasse, befürchte ich, dass mir eventuell etwas entgeht.

    Wie steht ihr dazu? Ist meine Idee sinnvoll oder sollte ich die Rentenversicherung behalten?

    Viele Grüße und schoneinmal dankeschön :)

  • Kater.Ka 6. Mai 2026 um 16:09

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Taugen fraglich, sie lässt mich aber besser schlafen. Ich habe seit ich die BU abgeschlossen habe eine Krankheit gehabt die in zukünftigen BUs die Psyche ausschließt. Deswegen die Idee sie zu behalten.

    Die Allianz geht über 900€/Monat. Mir ist bewusst dass das meinen Lebensstandard nicht halten kann, aber ich habe die Hoffnung damit zumindest mein Vermögen zu schonen.
    Für den Rest der Absicherung plane ich noch eine zusätzliche BU abzuschließen. Da werden aber psychische Krankheiten ausgeschlossen werden.

  • Nun möchte ich die Berufsunfähigkeitsversicherung behalten (diverse Gründe)

    Herzlich Willkommen TH96

    PRV und BU, leidiges Thema. Idealerweise von vorneherein getrennt aufgesetzt. Jetzt ist es so wie es ist.

    Frage: wenn du diesen eher kleinen Beitrag leistest, was würde die BU denn überhaupt abpuffern bei Berufsunfähigkeit?

    Hast du noch eine weitere BU?

    Hier im FT Forum gibt es viele ähnlich gelagerte Fragestellungen, oft andere Versicherer, andere Produkte.

    Ich empfehle dir, hier mal im Forum zu stöbern ("BU" "PRV").

    Als erste Massnahmen:

    • In Ruhe alle Unterlagen sichten
    • sich weiter informieren
    • eine Dynamisierung der PRV stoppen/aussetzen
    • evtl. von einer Verbaucherzentrale den Vertrag auf Fehler prüfen und so mglw. eine Rückabwicklung erzielen
    • ABER: wie würde es dann mit der BU aussehen?

    Hast du noch Kontakt zum Allianz "Berater" von 2017 ?

  • Hallo Finanzschlumpf,

    danke für die Einschätzung. Der Grund für die BU habe ich schon im vorherigen Post beantwortet. Der musste jedoch noch freigeschaltet werden, deshalb war er für dich noch nicht sichtbar.

    Kontakt zum ursprünglichen Berater habe ich keinen mehr. Mein aktueller "Berater" hat mir versucht in einer etwas windigen Sitzung diverse andere Rentenversicherungen anzudrehen und meine BU zu kündigen. Deshalb bin ich aktuell im Diskurs direkt mit der Allianz.

    Unabhängig von der BU, die Rentenversicherung ist Mumpitz oder nicht? Habe heute einmal mit Nummern jongliert und da hat die nicht gut abgeschlossen.

    Aktuelle Idee ist es erstmal die Reduzierung der PRV Beiträge zu akzeptieren und danach zu schauen was man mit der BU noch machen kann.

  • Rentenversicherung ist Mumpitz oder nicht?

    Es ist eben eine Versicherung. Rente bis zum Lebensende. Damit am Ende des Geldes nicht noch Leben da ist…

    Ansonsten: in der Regel teuer, unflexibel, nicht sehr rentabel. Steuerliche Aspekte sind heutzutage kaum mehr von Relevanz und sollten bei einer Finanzentscheidung ohnehin keine oder eine sehr geringe Bedeutung haben.

    Zu mir: wir haben auch noch „bestmöglich optimierte“ Altlasten mit Steuerhebel auf die Gewinne. Ich habe aber auch schon mal ein Produkt gekündigt, allerdings ohne BU. Denkbar einfach, befreiend, mir fehlt nix 😉

  • Meine Freundin hat einen SchatzBrief IndexSelect 2021 abgeschlossen (fällt unter Lebensversicherung) und wollte sich mit Finanzfragen nicht wirklich beschäftigen. Es sollte sicher sein und ein wenig was abwerfen.
    "Beteiligung" an den Indizes klang gut.
    Die ersten Jahre brachten den Indizes rund 50% Zuwachs, davon bekam sie NIX, Null, nada, niente. Und warum? Der Cap sorgt für die max. mögliche Verzinsung (er veränderte sich übrigens von Jahr zu Jahr auf nicht nachvollziehbare Weise - wie auch immer)
    Wenn der Cap also bei 2,8% lag, dann wurden gute Monate mit max. 2,8% verzinst, auch wenn die Indizes z.B. um 9% steigen. Verluste werden aber bei der monatlichen Betrachtung 1:1 angerechnet. (Cap war aber auch schon mal 2,2% ....)
    d.h. je stärker die "Ausschläge" nach oben und unten sind, umso schlechter stellt sich der Kunde, umso besser für die Allianz. Erst in diesem Sommer gab es zum ersten Mal ein Plus ...
    Das ist für mathematisch weniger Veranlagte schwer zu erkennen.
    Und ich behaupte der Quer-Einsteiger bei der Allianz (ein Kumpel) hat das selber nicht wirklich verstanden und verkauft es einfach ...
    Deswegen: FINGER WEG !!!
    4 Jahre lang Null-Verzinsung !!!
    PS: die bereits durch das "Cap" nach oben begrenzte Gewinn-Möglichkeit wird am Schluss noch mal mit dem "Währungsfaktor" z.B. 0,97 und dem "Partizipationssatz" z.B. 75% multipliziert. So werden dann aus scheinbaren aufaddierten Monats-Prozenten von z.B. 11,5% auf einmal 8,3%. Dazu noch recht gepflegte "übrige Kosten" und man fühlt sich echt über den Tisch gezogen.
    Ja, alles steht irgendwie irgendwo, aber wenn man einer nicht-fachkundigen Person ein solches Konstrukt verkauft/andreht, dann ist das eine klare Übervorteilung.
    PPS: Finanztest hatte in über 60% der berechneten Jahre eine Null-Verzinsung.
    Deckt sich mit unseren Erfahrungen.
    PPPS: der nächste Beitrag geht entweder um unsere Erfahrungen im Rechtsstreit oder beim Ausstieg aus diesem finanzmathematischen Machwerk.

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