Auf der Suche nach einem WEG-Konto

  • Ich bin auf der Suche nach einer Bank, bei der ich ein WEG-Konto abschließen kann.

    Zum Hintergrund:

    Derzeit gibt es in unserem 3-Parteien-Haus zwei Eigentümerwechsel (unter anderem bin ich selbst Eigentümerin geworden). Die Voreigentümer hatten jahrelang alle Verträge, Versicherungen sowie ein Nebenkostenkonto privat auf sich laufen - dies möchte ich für die Zukunft vermeiden - daher unbedingt ein WEG-Konto sowie alle Verträge auf die gesamte WEG.

    Wir möchten die WEG weiterhin selbst verwalten, also keine Hausverwaltung bezahlen und auch nicht persönlich für die anderen zwei Eigentümer im Haus haften (das geht meines Wissens auch rein rechtlich nicht).

    Bei meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass es kaum Banken gibt, die solche Konten über Privatpersonen laufen lassen - meist eher gewerblich. Was sind unsere Möglichkeiten?

    Was muss ich ansonsten noch beachten?

  • Ich bin auf der Suche nach einer Bank, bei der ich ein WEG-Konto abschließen kann.

    Wenn du dein Konto bei einer Filialbank hast, dann würde ich dort nachfragen.

    Bei meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass es kaum Banken gibt, die solche Konten über Privatpersonen laufen lassen - meist eher gewerblich. Was sind unsere Möglichkeiten?

    Was muss ich ansonsten noch beachten?

    Ich weiß nicht, bei welchen Banken du angefragt hast, aber ich nehme es gleich vorweg, jede Anfrage bei einer der üblichen onlineBanken oder gar einer NeoBank kannst du dir sparen.
    Ein möglichst kostenfreies Konto und den Aufwand mit einer BGB Gesellschaft oder einem Treuhandkonto passt nicht zusammen.

  • Bei meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass es kaum Banken gibt, die solche Konten über Privatpersonen laufen lassen - meist eher gewerblich.

    Bei Deiner Filialbank - sofern Du privat eine hast - sollte das schon möglich sein.

    Ich weiß allerdings nicht, was Du in diesem Fall unter „Privatperson“ verstehst. Ein Privatkonto wäre es als WEG-Konto ja nicht, sondern der Kontoinhaber ist die WEG als Ganzes.

    Das bedeutet, dass es einen Bevollmächtigten für das Konto geben muss. Ein gewählter (WEG-)Verwalter würde sich immer zusammen mit dem unterschriebenen Vertrag auch eine Vollmacht von den Eigentümern unterschreiben lassen. Die braucht er also z. B. für die WEG-Konto-Eröffnung.

    Ihr verzichtet auf den Verwalter, aber eine Vollmacht von den Eigentümern unterschrieben brauchst Du (oder der gewählte Bevollmächtigte) natürlich trotzdem. Damit gehst Du dann zur Bank.

    Es ist auch richtig, hier auf keinen Fall mit einem privaten bzw. einem sogenannten Treuhandkonto zu arbeiten. Damit hätten die anderen Eigentümer keinerlei Sicherheit.

    Das WEG-Konto (auf den Namen Eurer Straße mit Haus-Nr.) ist also das Richtige.

    Du wirst schon eine Bank finden (mit der Vollmacht).

    Kostenfrei wird das Konto natürlich nicht sein.

  • Noch etwas zur Form der Verwaltung:

    Wir möchten die WEG weiterhin selbst verwalten, also keine Hausverwaltung bezahlen und auch nicht persönlich für die anderen zwei Eigentümer im Haus haften (das geht meines Wissens auch rein rechtlich nicht).

    Es gibt 2 Formen der Selbstverwaltung. Die sogenannte „echte“ und die „unechte“ Selbstverwaltung. Dies hat Auswirkungen auf die von Dir angeführte Haftungsfrage.

    Bei der unechten SV wählt Ihr unter Euch dreien einen internen Verwalter. An dem hängen dann auch Haftungsrisiken (Versicherung erforderlich).

    Bei Euch gibt es aber offenbar die echte Selbstverwaltung. Dann wird üblicherweise ein Geschäftsverteilungsplan erstellt, der die verschiedenen Aufgaben wenigstens ein bisschen unter den Eigentümern aufteilt. Es gibt dann jedenfalls keinen offiziellen Verwalter, so dass eine Haftung immer die WEG als Ganzes trifft (wie im Einzelfall ein Richter spezielle „Unglücksfälle“ beurteilen würde, sei mal dahin gestellt).

    Vor einigen Jahren habe ich mich auch mal mit den ganzen Fragen auseinander gesetzt, daher meine Hinweise.

    In unserem Fall sind wir aber bei einer teuren HV geblieben. Ich hatte damals einen Geschäftsverteilungsplan erstellt, der aber keine breite Zustimmung fand. Auch Plan-Variationen und „Verhandeln“ brachten keinen Erfolg. Ein 6-Fam-Haus ist wohl schon zu groß für so etwas.

    Einmal editiert, zuletzt von Schlau (11. Mai 2026 um 15:59)

  • Die Voreigentümer hatten jahrelang alle Verträge, Versicherungen sowie ein Nebenkostenkonto privat auf sich laufen - dies möchte ich für die Zukunft vermeiden - daher unbedingt ein WEG-Konto sowie alle Verträge auf die gesamte WEG.

    Ich kann nur von einer großen VR Bank berichten. Bei der regulären HV war das WEG-/HV-Konto kein Problem.

    Als die HV dann wegen Personalnöten und Ressourcen Problemen gekündigt hat, war es für die VR Bank nicht möglich, einer neuen HV in Eigenregie ein solches Kontomodell anzubieten.

    Unfasslich, wir hatten über 10 Jahre ordentlich Gebühren für alles mögliche gezahlt. Aber dann stellt sich die Bank stur.

    Aus meiner Warte: ganz schwieriges Thema. Sei froh, wenn du einen Anbieter findest.

    Unsere Gesellschaft hat dann alle (20 Mietverhältnisse) direkt über das Geschäftskonto laufen lassen.

    Nächste unsägliche Thematik: Mietkautionskonten.

    Schade, dass es für diesen Markt kaum Anbieter gibt, zumindest wenn man nicht hauptberuflich Hausverwaltung betreibt…

  • Wir sind seit ca. 15 Jahren als WEG (11 WE`s) bei der DKB. Die haben eine eigene WEG Plattform, zugeschnitten auf HausGrundstücksVerwaltungen. Geht aber sicher auch ohne professionelle Hausverwaltung, allerdings nur als juristische Person (Handlungs- und Zeichnungsvollmacht der anderen Eigentümer).

    Girokontenführung 9€ / Mo

    Hausgeldkonto (Instandhaltungsrücklage) wird als Treuhandkonto geführt und mit 1,2% verzinst.

    Mietkautionskonto gibt es wohl auch.

    Ich hoffe der Tip kann helfen, viel Glück bei der weiteren Suche.

  • Wenn du dein Konto bei einer Filialbank hast, dann würde ich dort nachfragen.

    Ich weiß nicht, bei welchen Banken du angefragt hast, aber ich nehme es gleich vorweg, jede Anfrage bei einer der üblichen onlineBanken oder gar einer NeoBank kannst du dir sparen.
    Ein möglichst kostenfreies Konto und den Aufwand mit einer BGB Gesellschaft oder einem Treuhandkonto passt nicht zusammen.

    Bisher habe ich noch nirgends angefragt, sondern lediglich recherchiert, wo es solche Konten gibt. Dabei habe ich in Artikeln und Foren gelesen, dass normale Banken das nicht wirklich anbieten (bei HV wohl kein Problem, aber bei selbstverwaltenden WEGs dann schon).

    Aber ich frage mal bei meiner Filialbank an, danke. Vielleicht habe ich ja doch Glück. :)

  • Lieben Dank für die Infos- ich merke, du hast dich tatsächlich viel damit beschäftigt. Hilft mir auf jeden Fall sehr, da noch mehr in die Thematik einzutauchen und das auf dem Schirm zu haben!

    Ein Verwalter wäre aber ja selbst bei einer "echten Selbstverwaltung" unerlässlich, da Banken einen ja sonst z.B. kein Konto auf die WEG abschließen lassen wollen soweit ich weiß? Also einfach nur als Ansprechpartner, dass man da jemanden hat?

    Ärgerlich mit eurer WEG - schade, dass es keine Zustimmung gefunden hat...ich hoffe bei uns läuft das anders.

  • DKB

    Privat hatte ich mich für Mieter von uns bei der DBK auch für Mietkautionskonten angemeldet ("Verwalterplattform"). Dieses Angebot wurde per Mitte-Ende 2025 auch eingestellt.

    Sobald es einen Mieterwechsel gibt und ich die Kaution auszahle, fällt die Möglichkeit mit einem Mietkautionskonto weg.

    Bisher waren es 5. Aktuell haben wir noch drei Konten.

    Aber klar, die WEG Plattform kann da möglicherweise eine Alternative sein...

  • Habe das hier gefunden: Link


    Bin mit den Vorgaben nicht sicher, ob das Produkt für dich/euch in Frage kommt...

    Das Angebot gilt für Wohnimmobilienverwalter*innen mit Gewerbeerlaubnis nach § 34 c (1) Nr. 4 GewO und setzt die elektronische Kontoführung mittels EBICS voraus.

    Ja das ist das, was ich in Foren gelesen habe. Dass dass ein Problem sei.

    Ich werde dort mal anrufen und nachfragen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt.

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