ETF vs Rentenversicherung an konkreten Beispiel

  • Hallo finanztip-community,


    Ich bin nun schon seit 2 Jahren dabei, meine Finanzen bzw. Altersvorsorge selbst zu machen. Seit fast einem Jahr informiere ich mich auch über gängige Finanzbildungskanäle (Finanztip, Finanzfluss, Gerd Kommer, etc.).

    Meine meine Altersvorsorge habe ich soweit erstmal aus meiner Sicht bestens ausgeplant über die letzten zwei Jahre.

    Nun wollte ich auch meine Partnerin etwas beraten. Da die sie von der Debeka derzeit 2 chancenorientierte Rentenversicherungne zu 95€ bzw 100€ mit Dynamik hat.

    Als ich die bisherigen Verwaltungs-, etc. Kosten gesehen habe fiel mir fast die Kinnlade runter (ähnlich wilde Kosten wie bei meiner damaligen Kapitalrentenversicherung, die ich dann gekündigt hatte und auf ETFs umgestiegen bin.

    Jedoch bei der Gegenüberstellung wie im unten aufgeführten Beispiel ist meine Freundin doch eigentlich besser aufgestellt wie ich, trotz der immens hohen Verwaltungskosten.

    Ich hab mal die Ergebnisse aus dem u.a. Artikel gegen einen Sparplanrechner von Finanztip gelegt.({Artikel wegen werblichem Charakter gelöscht} vs https://www.finanztip.de/rechner/sparplanrechner/#c89493)

    Daten: 0€ Startkapital, 100 mtl. Sparrate, 6% Rendite, 41 Jahre Anlagedauer, Dynamik 5%, Steuern berücksichtigt.

    Tatsächlich kommt beim Sparplanrechner von Finanztip weniger Netto-Endvermögen raus als bei der Debeka chancenorientierten Rente?!

    Wie kann das sein?

    Übersehe ich hier irgendetwas oder habe ich beim sparplanrechner etwas falsch eingegeben?


    Ich freue mich auf die Anregungen und Erleuchtungen.

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  • Kater.Ka 19. Juli 2026 um 07:17

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Willkommen im Forum.

    Den Link zum Artikel habe ich entfernt, da das mMn eine Werbung des Verfassers - Honorarberater - ist. Ergebnis dort sind 420.661 € nach 89.599 € Kosten. Wie hier Steuern berechnet wurden ist nicht transparent. Nach den Zahlen muss in der Größenordnung von 8% Rendite der Anlage gerechnet worden sein. (613 T€ brutto, nach Abzug der Kosten und 70 T€ Steuer im Halbeinkünfteverfahren kommt man in den genannten Netto-Bereich)

    Der besparte Fonds hat seit Auflage 2016 10% p.a. gebracht. (Quelle https://www.debeka.de/landingpages/s…bal-shares.html)

    Ein MSCI World - Empfehlung von FT bis vor kurzem - hat in 10 Jahren 12,7 % gebracht. Setzt man 12% in den Sparplanrechner ein kommt man auf ein Endvermögen von 1,6 Mio. € brutto, 1,36 Mio. netto, Kaufkraft 606 T€.

    Fazit: der Artikel ist mMn nicht geeignet, sich hinsichtlich der Rendite einer ETF-Anlage Sorgen zu machen. Er zeigt auf, dass die Kosten der aufgezeigten Rentenversicherung hoch sind. Unter Annahme, dass eine gemanagte Fondsanlage den Index nicht schlagen kann bleint mMn die ETF-Anlage vorne.

  • Das kam mir schon spanisch vor und hatte kurz meine kurze 2 jährige Erfahrung völlig in Frage gestellt, aber danke nochmal für die Klarstellung. Jetzt macht das etwas mehr Sinn ;)


    Das mit dem Werbungslink hatte ich nicht auf dem Schirm, sorry dafür.

  • Wie kann das sein?

    Übersehe ich hier irgendetwas oder habe ich beim sparplanrechner etwas falsch eingegeben?

    Ich freue mich auf die Anregungen und Erleuchtungen.

    Ich habe ja die Vergleichsrechnung des Versicherungsberatersverkäufers nicht gesehen. Aber eine Komplettberechnung der gesamten steuerlichen Belastungen von der Anspar- bis zur Entnahmephase ich höchst komplex und spekulativ.
    Wir betrachten da ja häufig einen Zeitabschnitt von 60 Jahren. Wer weiß schon wie die Besteuerung sind in diesen 60 Jahren ändert? Wer kennt schon mit 30, wenn man eine Rentenversicherung abschließt, seinen konkreten Steuersatz mit 67, 68, 69 wenn es in Rente geht?

    Wenn ich solche Berechnungen sehe, fällt mir zumeist auf, dass die Nutzung des Sparerfreibetrags von den Versicherungsberatersverkäufern gern 'vergessen' wird. Der Sparerfreibetrag kann für das private Depot genutzt werden. Für die Versicherung eben nicht. ;)
    Auch wird dann gern mit dem Steuersatz von 25% + Soli (26,375%) für das Depot gerechnet. Dabei wird das 'vergessen', dass eine TFS von 30% auf Fonds/ETF mit einem Aktienanteil > 51% gibt. Es fallen damit effektiv 'nur' 18,46% Steuern auf den Gewinn im Depot an. Wer dann noch immer seinen Freibetrag genutzt hat, wird nochmal etwas weniger zahlen.;)
    Bisher konnte ich noch keine Berechnung finden, die mich wirklich überzeugt hat!

    PS: Eine ETF Nettopolice kann aber sehr wohl zusätzlich zum ETF-Depot einen Sinn machen. Nehmen wir mal an, Du bist so um die 50 herum und kommst dann zu einem größeren Geldbetrag (z.B. Erbe).
    Du weißt dann schon in etwa wie Deine finanzielle Situation in der Rente aussehen wird (Steuerbelastung). Dann kann es durchaus Sinn ergeben zusätzlich eine günstige ETF-Nettopolice abzuschließen (Einmalzahlung in die Nettopolice).
    Du hast in der ETF-Police die Möglichkeit steuerunschädlich umzuschichten. Du kannst also die Police zunächst 15-20 Jahre mit 100% Aktien laufen lassen, schichtest dann steuerfrei mit 70-75 in sicherere Anlageformen um (reduzierst den Aktienanteil) und entnimmst dann bis 85 Geld aus der Nettopolice oder ziehst die Verrentungsoption der Police um Dir eine lebenslange Rente auszahlen zu lassen.
    So etwas kann auch eine Option sein.

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