R+V Altvertrag 2004 – Umschichten oder kündigen?

KI-Zusammenfassung

: Soll ein fondsgebundener R+V-Altvertrag von 2004 mit steuerfreier Auszahlung und etwa 126.000 € Vertragswert bleiben, oder ist ein günstiger globaler ETF über rund 23 Jahre die bessere Alternative? Im Mittelpunkt stehen Kosten, Steuern und unsichere Renditeannahmen.

Soll ein fondsgebundener R+V-Altvertrag von 2004 mit steuerfreier Auszahlung und etwa 126.000 € Vertragswert bleiben, oder ist ein günstiger globaler ETF über rund 23 Jahre die bessere Alternative? Im Mittelpunkt stehen Kosten, Steuern und unsichere Renditeannahmen.

  • Mehrere Beiträge sehen beim ETF niedrige Kosten und mehr Flexibilität, andere gewichten die Steuerfreiheit des Altvertrags sowie mögliche Ruhestands-, Pflege- oder Erbziele stärker.
  • Aus der Community kommt eine leichte Tendenz zum Direktinvestment, ohne klaren Konsens wegen offener Fragen zu Garantien, Rückkaufswert, Vorabpauschale und künftigen Steuern.
  • Hallo zusammen,

    einen Bekannten hat eine R+V fondsgebundene Lebensversicherung von 2004.

    Aktuell ca. 126.000 €, Alter 60 Anlagehorizont noch ca. 23 Jahre. Die Auszahlung ist bei diesem Altvertrag steuerfrei.

    Aktuell UniFond. Laut Unterlagen:

    Rendite vor Kosten: 7,45 % p.a.

    Effektivkosten: 1,74 % p.a.

    Rendite nach Kosten: 5,71 % p.a.

    Der MSCI ACWI IMI ist innerhalb des Vertrags leider nicht möglich. Möglich wäre aber wohl eine Umschichtung in R+V-Exclusive (100 % Aktien Europa).

    Alternativ könnte der Vertrag gekündigt und die 126.000 € in einen günstigen MSCI ACWI IMI investiert werden. Für den IMI werden beispielhaft 6,0 % Rendite p.a. vor ETF-Kosten angenommen, ETF-Kosten ca. 0,17 %.

    Bei 23 Jahren Anlagezeit wurde als Break-even des IMI gegenüber der steuerfreien R+V-Auszahlung etwa 6,7 % p.a. errechnet.

    Was würdet ihr hier machen?

    UniFond (1,74 Kosten )→ R+V-Exclusive ( o,9 Kosten)und den steuerfreien Altvertrag behalten oder kündigen und in den ACWI IMI wechseln?

    Mich würde besonders interessieren, ob die 1,74 % Effektivkosten den Steuervorteil des Altvertrags noch rechtfertigen und wie ihr den Break-even von ca. 6,7 % beurteilt. Übersehe ich da etwas?

    Vielen Dank.

    LG

  • Alter 60 Anlagehorizont noch ca. 23 Jahre.

    Nur zur Klarstellung für mich: Die Angaben sind kein Tippfehler? Vertragsende ist also im Alter von 83 Jahren? Damit gibt es wohl zwingend eine Einmalzahlung, so gut kann der Rentenfaktor niemals sein, selbst wenn man mit einem Alter von 100 fest plant.

    Was würdet ihr hier machen?

    Ich würde mir erst einmal überlegen, was das Ziel der LV ist, wenn diese erst mit 83 ausgezahlt werden soll. Also die typische Gesamtplanung der Finanzen und nicht die Betrachtung einer einzelnen Anlage.

    Woher ist bei einem Fondsgebundenen Vertrag die zukünftige Rendite bekannt? Lief der seit 2004 parallel zum ACWI IMI, wenn man die Kosten außer Acht lässt?

    Wenn diese zugesichert ist UND das Geld vererbt oder ggf. fürs Pflegeheim genutzt werden soll, dann würde ich schon deshalb den Vertrag laufen lassen. Das unter der Annahme, dass der Betrag im (zu frühen) Erbfall vollständig an die Erben geht.

    Ich glaube aber nicht an eine zugesicherte Rendite. Dann könnte ich (naja, jedenfalls mit Ende 60, meine Zustand mit Anfang 80 kenne ich genauso wenig wie die Strategie des Fonds) mit dem eigenen ETF darauf reagieren ohne mir dann wieder die Frage von heute zu stellen.

    Ist es aber so, wie ich eine Fondsgebundene Versicherung verstehe, dann ist die Höhe es genauso unplanbar wie beim ACWI IMI. Außerdem frage ich mich unweigerlich, was ich mit 83 mit so einer Summe noch will (== Gesamtplanung der Finanzen im Ruhestand).

    Ich würde aber auch nicht darauf spekulieren, dass ein ACWI IMI in 23 Jahren mind. 5,71% p.A. Nettorendite erwirtschaftet. Genauso wenig werde ich pers. darauf spekulieren, dass ich mit 83 noch problemlos in der Lage bin, mich um die Umschichtung meiner Finanzen kümmern zu können oder wollen.

    Ach so, ich gehe davon aus, dass die Person bis zur Rente keine Sozialleistungen beziehen wird. Sonst sieht es vermutlich wieder anders aus.

    Umschichtung in R+V-Exclusive (100 % Aktien Europa).

    Du vergleichst allen Ernstes einen ACWI IMI mit einem Europa-Fonds? 100% Europa bei dem Betrag mag zur Gesamteallokation der Finanzen passen (u.U. ist ja die Mio im weltweiten Aktien-ETF vorhanden), aber für mich niemals zur bisher erwarteten Rendite in den kommenden 23 Jahren.

    und in den ACWI IMI wechseln?

    Und dann? Wird die Person das Geld dort garantiert liegen lassen und sich eine Auszahlungsstrategie ausdenken, die ab einem Alter von 83 greift? Wieder unter der Annahme, dass das Geld nicht "einfach" nur vererbt/verschenkt werden soll.

  • Hallo zusammen,

    Ich würde den SPDR MSCI ACWI IMI hier nicht reflexartig zum Sieger erklären. „Günstiger Welt-ETF = bessere Anlage“ greift bei einem steuerlich privilegierten Altvertrag zu kurz. Entscheidend ist die Nettorendite nach Kosten und Steuern über 23 Jahre. Und da kann ein teurerer Vertrag durchaus die bessere Lösung sein. Der ACWI IMI ist ein gutes Produkt, aber noch lange kein Naturgesetz.

    Dann noch eine Frage: wer hat den Break-Even für dich ausgerechnet ?
    Ich halte diese Berechnung für fahrlässig und die Nettorendite des ursprünglichen Vertrages nach deinen Angaben für zu hoch.

    LG

  • Hallo zusammen,

    danke für die verschiedenen Einschätzungen.

    Die 5,71 % und die übrigen Vertragsdaten stammen direkt aus den Unterlagen des Vertrags.

    Bei 126.000 € und 23 Jahren entspricht das beim Altvertrag bei 5,71 % nach Kosten und steuerfreier Auszahlung einem Endwert von rund 455.000 €. Der ACWI IMI müsste entsprechend nach Kosten und Steuern auf denselben Endwert kommen – dafür brauche ich in meiner Rechnung etwa 6,7 % Bruttorendite p.a.

    Bei der Betrachtung soll es nur darum gehen welches Vorgehen mehr Rendite erwirtschaftet und wieviele Jahre es braucht - das Geld wird so gesehen nicht gebraucht.

    Für mich ist daher genau dieser Punkt spannend: Schafft der ETF langfristig mehr als diese 6,7 %, spricht die Rendite für den ETF; darunter hat der steuerfreie Altvertrag einen entsprechenden Vorteil.

    Oder übersehe ich da was?

    LG

  • Hallo zusammen,

    ich habe hier einmal eine konkrete Rechnung gemacht und würde gerne wissen, ob ich einen Denkfehler habe:

    Ausgangslage:

    • 126.000 € im UniGlobal
    • 60 Jahre, Geld wird langfristig nicht benötigt
    • der UniGlobal liegt in einem Vertragsmantel
    • Auszahlung der 126.000 € heute ist komplett steuerfrei
    • danach ist der Vertrag beendet, die zukünftige Steuerfreiheit entfällt
    • Kirchensteuer 9 %
    • Annahme: UniGlobal und ACWI IMI erzielen vor Kosten langfristig die gleiche Marktrendite

    Kosten:

    • UniGlobal ca. 1,7 % p.a.
    • ACWI IMI ca. 0,17 % p.a.

    Beispiel mit 6 % Marktrendite vor Fondskosten:

    UniGlobal:
    6 % − 1,7 % = 4,3 % netto

    126.000 € × 1,043^20 ≈ 293.000 €

    Da der Vertrag steuerfrei ist, bleiben die ca. 293.000 € komplett steuerfrei.

    ACWI IMI:
    6 % − 0,17 % = 5,83 %

    126.000 € × 1,0583^20 ≈ 393.000 € vor Steuer.

    Gewinn ≈ 267.000 €.

    Bei 30 % Teilfreistellung sind 70 % des Gewinns steuerpflichtig. Mit 9 % Kirchensteuer ergibt sich überschlägig eine Steuerbelastung von rund 19,6 % auf den Gewinn.

    Damit bleiben ungefähr 340.000 €.

    Ergebnis nach 20 Jahren:
    UniGlobal ≈ 293.000 €
    ACWI IMI ≈ 340.000 €

    → Vorteil IMI ca. 47.000 €.

    Die Steuerfreiheit des UniGlobal ist dabei berücksichtigt, einschließlich des steuerfreien Zinseszinseffekts.

    Für mich ist deshalb die entscheidende Frage: Der UniGlobal müsste bei dieser Rechnung künftig ungefähr 0,8 Prozentpunkte p.a. besser als der Markt laufen, um den Kostennachteil auszugleichen.

    Da niemand weiß, welcher Fonds künftig besser läuft, erscheint mir unter der Annahme gleicher Marktrendite der ACWI IMI trotz der verlorenen Steuerfreiheit wirtschaftlich attraktiver.

    Sehe ich das so richtig oder übersehe ich bei der ETF-Besteuerung/Vorabpauschale etwas Wesentliches?

    LG

  • Schafft der ETF langfristig mehr als diese 6,7 %, spricht die Rendite für den ETF

    Spekulieren darfst Du selber, ich rechne für meinen FTSE All-World nicht mit soviel. Wenn es mehr gibt, habe ich Glück, wenn weniger, ist es halt so.

    Da das Geld nicht benötigt wird, spricht für mich noch viel mehr für einen weltweiten ETF.

    Sehe ich das so richtig oder übersehe ich bei der ETF-Besteuerung/Vorabpauschale etwas Wesentliches?

    Scheint zu passen (bei aktueller Gesetzgebung in D). Da das Geld mit 83 nicht benötigt wird, ist es u.A. irrelevant, wie die Draddowns der beiden Fonds sein sollten.

  • Lieber adrianberg ,
    ich weiß nicht was oder wie Du etwas berechnen willst. Aber m.E. machst Du gerade eine reine Milchmädchenrechnung.

    Wie wurde die Versicherungssumme denn in den Vertrag eingezahlt?
    Ich bin einfach mal davon ausgegangen, dass die Versicherung monatlich ohne Dynamik gezahlt wurde.
    Über Fondsweb kann man dann einen Sparplan auf den Uniglobal-Fonds simulieren der folgendes Ergebnis geliefert hätte. Bei einem monatlichen Sparplan über 286€ hätte das Fondsguthaben im Dezember 2025 bei rund 269.000€ gelegen.
    Die reine Rendite eines nackten Sparplans lag nach allen Fondskosten bei 10,41% p.a.
    Das ist schon deutlich mehr als die 113.000€, die Du als Rückkaufwert in der Versicherung angegeben hast.
    Ich komme da bei einer gleichen Einzahlungsweise gerade mal auf eine Rendite von eff. 3,5% p.a. in der Versicherung! :/

    Gut, wohlmöglich wurde anders eingezahlt (z.B. Dynamik oder Einmalzahlungen). Aber dann muss man so etwas eben aufdröseln, wenn man jemanden beraten will!

    Hier die Daten des Sparplans auf den Uniglobal (DE0008491051):

    Was würdet ihr hier machen?

    Zunächst mal würde ich richtig rechnen! Sprich die tatsächlichen Kosten der Versicherung berechnen. Und auch die echten laufenden Kosten der Versicherung.
    Bei solch alten Verträgen muss Dir die Versicherung nämlich gar keine echten Kosten nennen. Daher würde ich die Zahlen der Versicherung auch nur als Nebelkerzen einstufen.

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für die Rückmeldung.

    Vielleicht stehe ich auf dem Schlauch.

    Es geht mir nicht darum ob der Vertrag gut ist. Den hätte man nie abschließen sollen.

    Es soll nur darum gehen ob er nun gekündigt werden soll da der IMI ohne Vertrag läuft. Also nur wegen der Steuerfreiheit behalten? Ist der Zinseszins im IMI nicht besser als auf die Steuerfreiheit der Union zu setzen?

    Danke für Eure Zeit.

    LG

  • Es geht mir nicht darum ob der Vertrag gut ist. Den hätte man nie abschließen sollen.

    Wenn der Vertrag gut wäre (Kostengünstig!) würde sich Deine Frage doch gar nicht stellen!? :rolleyes:

    Gehen wird doch einfach mal von den angegebenen Daten der Versicherung aus.
    Bei 126.000 und 23 Jahren mit 7,46% p.a. Rendite vor Kosten und Kosten von 1,74% p.a. kommst Du auf 442.749 € (steuerfrei).

    Nimmst Du nun 126.000 für 23 Jahre mit der gleichen Renditeannahme (7,46% p.a.) und Kosten von 0,17% p.a. an, kommst Du auf 634.114€.
    Davon sind 508.114€ steuerpflichtiger Gewinn.
    Du hattes angegeben, dass Kirchensteuer berücksichtigt werden soll (9%). Damit ergibt sich eine Kapitalertragssteuerbelastung von 28%
    Bei einer TFS von 30% bleiben davon eff. 19,53% Steuerlast übrig.
    Das macht dann 99.235 fällige Steuer.
    Unter dem Strich bleiben dann 534.879€ übrig. Also rund 88.000€ mehr als bei der Versicherungslösung.
    Darauf bist Du ja auch schon selbst gekommen, dass die Kosten erheblich zu Buche schlagen und den vermeintlichen Vorteil der Steuerfreiheit komplett auffressen.

    Und klar, niemand von uns weiß, ob die KeSt in 23 Jahren auch noch bei 25% liegt. Oder die Kirchensteuer bei 9% oder, oder, oder...
    Nur dürfte die Steuer schon noch erheblich steigen ohne das der Vorteil gänzlich aufgezehrt werden würde.

    Für mich ist deshalb die entscheidende Frage: Der UniGlobal müsste bei dieser Rechnung künftig ungefähr 0,8 Prozentpunkte p.a. besser als der Markt laufen, um den Kostennachteil auszugleichen.

    Ja, nach allen Kosten! Und wenn Du mit Markt den MSCI ACWI IMI meinst, ist das natürlich nicht der korrekte Benchmark für den Uniglobal. Der Uniglobal versucht den MSCI World zu übertreffen.
    Und wenn man sich de Zahlen ansieht, dann liegt der Uniglobal einzig auf 20 Jahre 0,2% p.a. vor dem ältesten (teuren) MSCI World ETF.
    Der Uniglobal hat es also nicht auf die letzten 20, 10, 5 Jahre geschafft eine nennenswerte Mehrrendite gegenüber seiner Benchmark zu erzielen.
    Warum sollte dass in den nächsten 20 Jahren anders sein? :/



  • Den hätte man nie abschließen sollen.

    Ohne alle Umstände zu kennen, würde ich noch nicht einmal das unterschreiben.

    Aber klar, vermutlich hätte der Vertragsnehme alternativ 2004 einen privaten Sparplan auf den selben Fonds abgeschlossen (2004 gab es keinen ACWI IMI ETF in D, auch wenn das im Netz bei allen hist. Vergleichen immer wieder vergessen wird) und hätte ihn auch genauso durchgezogen wie die Versicherung. Oder er hätte gar mit Eigenintiative 2004 einen bis heute renditestärkeren Fonds gefunden.

    Offensichtlich war er weder 2011, als der ACWI IMI in D verfügbar war, noch heute in der Lage, ohne fremde Hilfe selber zu rechnen und umzuschichten. Ihc wäre glücklich, ,wenn meine PRV von 1999 eine solche Rendite gehabt hätte, auch wenn ich nie damit gerechnet habe. Ich war nämlich zu dämlich 1999 ein für mich besseres Produkt zu finden.

    Da es hier um die Anlage eines in der Höhe bekannten Betrages (heutiger Rückkaufswert, was davor war ist irrelevant) geht und es irrelevant ist, wo der Vertragswert oder eine vergleichbare Anlage in 23 stehen könnte (es egth nur um die denkbare Netto-Durchschnittsrendite in 23-XX Jahren), ist es selbst ohne konkretes Nachrechnen extrem unwahrscheinlich, dass die Versicherung besser liegt.

    Wer wiess schon, warum der UniGlobal 1999 50% seines Wertes verloren hat, wo ein zurückgerechneter MSCI World erst Ende 2000 den Drawdown hatte (und der UniGlobal nach Erholung nochmal). Blieb das geld von dortan liegen, war die Erholung wieder vergleichbar, was einem aber nichts genützt hätte, wen man Ende 1999 Geld haben wollte.

  • Hallo zusammen,

    die Versicherung schreibt:

    „…ich habe mir die Berechnung noch einmal genauer angesehen. Grundsätzlich ist die Rechnung unter den von Ihnen getroffenen Annahmen nachvollziehbar und in wesentlichen Teilen auch richtig. Ein paar Punkte würde ich allerdings ergänzen bzw. etwas differenzierter betrachten.

    Richtig ist zunächst die steuerliche Berechnung beim ACWI IMI: Sofern es sich um einen Aktienfonds handelt, greift grundsätzlich die 30%ige Teilfreistellung, sodass 70 % der Erträge steuerpflichtig sind. Unter Einbeziehung von Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und 9 % Kirchensteuer kommt man überschlägig tatsächlich auf eine effektive Steuerbelastung von rund 19,6 % bezogen auf den gesamten Gewinn. Diese Größenordnung ist also korrekt.

    Auch die grundsätzliche Gegenüberstellung der Fondskosten und der daraus resultierenden Endwerte ist unter der Annahme einer identischen Bruttomarktrendite von 6 % rechnerisch schlüssig. Ebenso haben Sie die bestehende Steuerfreiheit des Altvertrages berücksichtigt.

    Nicht vollständig berücksichtigt ist allerdings die laufende Besteuerung des Fondsdepots. Beim ACWI IMI kann während der Haltedauer bereits eine Vorabpauschale anfallen. Die darauf gezahlten Steuern werden bei einer späteren Veräußerung zwar berücksichtigt und es entsteht keine Doppelbesteuerung, die Steuerbeträge stehen aber gegebenenfalls bereits während der Laufzeit nicht mehr für den weiteren Zinseszinseffekt zur Verfügung. Die dargestellten rund 340.000 € sind deshalb eine vereinfachte Modellrechnung und nicht ohne Weiteres als sicherer Nettoendwert nach 20 Jahren anzusehen. Wie groß dieser Effekt tatsächlich sein wird, lässt sich heute nicht seriös vorhersagen, da er unter anderem von der zukünftigen Wertentwicklung und den jeweiligen Basiszinsen abhängt.

    Ihre Aussage zu den rund 0,8 Prozentpunkten Mehrrendite habe ich ebenfalls nachgerechnet. Unter genau Ihren Annahmen ist auch diese Größenordnung richtig: Um nach 20 Jahren ungefähr auf denselben Nettoendwert wie der von Ihnen berechnete ACWI IMI zu kommen, müsste der UniGlobal nach Kosten etwa 5,08 % p. a. statt der angenommenen 4,3 % p. a. erzielen. Bei angenommenen Fondskosten von 1,7 % entspräche das einer Rendite vor Kosten von rund 6,78 % p. a. und damit etwa 0,78 Prozentpunkten mehr als die für den ACWI IMI unterstellte Marktrendite von 6 %.

    Wichtig ist aus meiner Sicht aber auch: Damit ist nicht gesagt, dass der Wechsel wirtschaftlich zwangsläufig die bessere Entscheidung ist. Die Rechnung basiert vollständig auf Modellannahmen – insbesondere auf einer identischen zukünftigen Bruttorendite beider Anlagen, konstanten Kosten, unveränderten steuerlichen Rahmenbedingungen und einem Anlagezeitraum von 20 Jahren. Die tatsächliche zukünftige Wertentwicklung beider Fonds kennen wir natürlich nicht.

    Unterm Strich würde ich daher sagen: Die Berechnung von Ihnen ist grundsätzlich gut nachvollziehbar und mathematisch weitgehend korrekt. Ergänzen würde ich insbesondere die Vorabpauschale bzw. den damit verbundenen möglichen Verlust eines Teils des Steuerstundungs- und Zinseszinseffekts. Die genannten Endwerte sind deshalb als Modellrechnung zu verstehen und nicht als Prognose des tatsächlichen Ergebnisses.

    Bei näherer Betrachtung würde ich Ihnen vorschlagen, dass Sie sich an Herrn … wenden und er Ihnen gegebenfalls den Ansprechpartner von Union Investment nennt. Wir sind aus der Versicherung und nicht aus dem Wertpapiergeschäft. Somit ist das rein meine persönliche Einschätzung.

    Jede Rückfrage beantworte ich gern und freu mich von Ihnen zu hören.“

    LG

  • Hallo zusammen,

    die Bank schreibt:

    “Guten Tag

    Grds. passen Ihre und die Punkte und Berechnungen … der R u. V. …

    Beide Modelle haben Vorteile. Da wir die künftige Steuerpolitik nicht kennen, sind einige Unsicherheiten in den Vermutungen…

    Somit wären beide Varianten denkbar.

    Gerne können wir aber auch kurz telefonieren. Dann kann ich noch die ein oder andere Frage beantworten.
    Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund. Freundliche Grüße“

    LG

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