Beiträge von Sovereign

    Wenn morgen alle Kunden zu Ihrer Bank rennen und Ihr Guthaben abheben, würde das schlichtweg nicht funktionieren, weil schlichtweg gar nicht genug physisches Geld im Umlauf ist.

    (nachträglich gefettet von mir)

    "Alle Kunden" ... ? Ist das wirklich so ?

    Hatte vor geraumer Zeit mal - interessehalber - den Anteil von ausfallsicherem Zentralbankgeld (sprich Bargeld) an der gesamten Geldmenge (M3) versucht grob zu überschlagen - war damals irgendwas um 9 Komma und ein paar Zerquetschte. Das dürfte sich vermutlich nicht wesentlich verändert haben (vermute mal mit um die 10% liegt man auch heutzutage nicht völlig daneben - wenn denn meine damalige Schätzung halbwegs stimmig war ... ?!). Oder: Demnach braucht es nicht alle Kunden - wenn auch nur jeder neunte oder achte Bundesbürger zu seiner Bank geht, um sich sein Geld sprich Bankguthaben als Bargeld auszahlen zu lassen (statt der Bank via seiner Einlage - als Giral- bzw. Buchgeld - sozusagen einen "Kredit" zu geben, der noch dazu nicht "dinglich" abgesichert ist sondern lediglich einen "schuldrechtlichen" Anspruch aus Auszahlung bedeutet) - ist bereits "Game over" in dem ziemlich fragilen Spielchen und die Banken lassen ihre Türchen zu ...

    Daher dürfte das Vertrauen der Menschen - gilt sowohl für Banken bezüglich ihrer "Solvenz" als auch für eine Notenbank bezüglich ihrer Kernaufgabe "Preisniveaustabilität" - die unverzichtbare Basis sein. Gerät dieses Vertrauen ins Wanken kann das Spielchen (Bank-Runs betreffs Banken bzw. Flucht in Sachwerte betreffs Notenbanken) zügig in Schwung kommen. Dann gilt "Never panic in financial markets. Buf if you panic - panic first" - wenn man noch was von seinem Geld (bei den Banken) bzw. Geldwert (vor der Notenbank) retten will.

    Kritische Gemüter und/oder Leute, die gerne gut vorbereitet sind - neigen dazu, solche Überlegungen antizipatorisch anzustellen und ggf. vorab geeignete Maßnahmen zu treffen.


    Wie immer lasse ich mich aber als lediglich interessierter Laie von deutlich Kundigeren und Erfahrenen - wie zum Beispiel Dir monstermania - gerne korrigieren. Gut möglich, daß ich mich damals bei meiner Schätzung auf die Schnelle ja deutlich verschätzt habe ... ?

    ... endlich mein Girokonto und alles, was damit zusammenhängt, bei der Sparkasse zu kündigen. Ich denke, dieser Schritt bedarf hier keiner weiteren Erläuterung ^^ Von anderen Banken bekommt man mittlerweile Geld, bei der Sparkasse ist immer nur Zahltag.

    Vorab: Bin kein besonderer Freund geschweige denn Fan der Sparkassen (sprich der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute), um es noch möglichst subtil zu formulieren.

    Nichtsdestotrotz und nur der guten Ordnung halber: Die Sparkassen (jedenfalls die, bei denen ich Kunde war und (teilweise) immer noch bin) haben aber auch über viele Jahre hinweg (erfolgreich) versucht ihre Kunden vor Negativzinsen (bankinternes Wording "Verwahrentgelte") abzuschirmen. Gehört nach meinem Dafürhalten jedenfalls zur Wahrheit und damit dem "ganzen Bild" dazu.

    Zusätzlich zum Girokonto bei der Sparkasse verfüge ich über ein Depot bei der Deka. Hier hatte ich bisher in mehrere (Deka-) Fonds investiert, von denen ich bereits einen Großteil verkauft habe.

    "Leider" habe ich auch einen Deka Zukunftsplan 1 mit Riesterförderung abgeschlossen,

    Ein Freund oder gar Fan der "Deka" bin ich noch weniger - das fängt schon bei den Kosten (Ausgabeaufschläge, Management Fee p. a.) an. Von so was - wie der "Deka" aber auch der "Union" etc. - würde ich (ganz persönlich !) mich immer und generell fernhalten.

    Zu Themen wie "Riester" ("Rürup" etc.) weiß ich nix, da ich mich von derartigen Konstruktionen immer ferngehalten habe (ist mir schon von der Regulatorik her zu starr und auch vom Ansatz her zu paternalistisch in der Ausrichtung).

    Wenn ich heute (aktiv gemanagte) Investmentfonds kaufen würde (was ich nicht praktiziere; siehe oben), dann nur über spezielle Vermittler, bei denen es Fonds auch ohne Ausgabeaufschlag gibt (und mit weiteren Vergünstigungen wie regelmäßigen Cashbacks). Kenne einige Protagonisten, die in dem Bereich als Anleger recht erfolgreich unterwegs sind. Man muß dann aber Fondsmanager finden, die a) wirklich kompetent sind und b) zum eigenen Finanz-Weltbild passen und c) was die Kosten betrifft auch im Rahmen bleiben.

    möchte aber auch nicht mein gesamtes Vermögen nur in ETFs anlegen.

    Wieso "nur" ? Man kann m. W. (habe selbst keine ETFs sondern ausschließlich Direktanlagen) via ETFs doch in alles Mögliche anlegen wie in den Geldmarkt, Aktien, Staatsanleihen, Corporate Bonds, Immobilien, Rohstoffe, Gold usw.

    Oder einfach begleitend zu Deinen ETFs selbst (in die ein oder andere) Direktanlage einsteigen.

    Gute Gedanken und ebensolche Entscheidungen wünsche ich !

    Nur meine bescheidene persönliche Meinung.

    Hallo Townless, auch wenn ich nicht explizit angesprochen wurde ... - interessiere mich generell für Themen rund um Fahrzeuge und Autos; zwei Bekannte von mir sind zudem im gewerblichen Autohandel (Gebrauchtwagen) tätig und eine weiterer im Bereich Oldtimer.


    Sei froh, daß Deiner Frau nix passiert ist und es "nur" um einen Schaden am Auto geht !

    Alles in allem ist es doch ganz im rahmen ausgegangen oder?

    Das würde ich auch so einschätzen.

    Wenn du den Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland ein Stück weit kennst, dann wird eine Reparatur vermutlich immer sinnvoll sein.

    Das - jedenfalls in dieser Pauschalität - sehe ich eher nicht so. Auch nach einer (gelungenen) Reparatur bleibt das dann nämlich immer ein "Unfallwagen" (bzw. "nicht unfallfreier" Wagen), der später nur schwer bzw. mit entsprechenden Abschlägen verkaufbar sein wird. Nach ständiger Rspr. ist der Fall hier jedenfalls sicher nicht als "Bagatellschaden" einzustufen (auf den man nicht hinweisen muß; ein Verschweigen würde im Ernst- bzw. Streitfall eine Schadensersatzpflicht auslösen; ggf. auch ein Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag). Nicht wenige wollen generell auch kein Auto mit repariertem Unfallschaden haben (wird nicht selten bei der Suche in Portalen gleich ausgeschlossen). Anders kann das Ganze natürlich aussehen, wenn man an dem Fahrzeug "hängt" und das besagte Auto (nach erfolgter Reparatur) bis zum "bitteren Ende" fahren will (also bis die "Scheidung" sozusagen zwangsweise durch den TÜV erfolgt oder weil das Auto vorher "aufgibt").

    Aus meiner Sicht: Die Preise für Gebrauchtwagen haben sich zwar in 2023 etwas konsolidiert bzw. entspannt - aber auf sehr hohem Niveau. Das sagen auch meine Bekannten sowie diverse Statistiken. Aufgrund der damals gestörten Lieferketten (Corona) und damit sinkenden Produktionszahlen in Verbindung mit ohnehin immer höheren Neupreisen für Fahrzeuge (laut ADAC beispielsweise ist in den 10 Jahren von 2013 bis 2023 der durchschnittliche Preis für einen Neuwagen von ca. 27 Tsd. € auf 44,5 Tsd. € gestiegen) hat dies auch die Preise für Gebrauchtfahrzeuge (so denn überhaupt verfügbar) automatisch "mit hochgezogen" (und zwar überproportional; laut ADAC von ca. 9 Tsd. € (2013) auf nunmehr ca. 18 Tsd. € (2023) - mithin also eine Verdopplung in nur 10 Jahren bei den Preisen für Gebrauchtwagen ...).

    Nur am Rande

    Golf 6 Baujahr 2011 125.000km 77PS Automatik Diesel.

    In der Golf 6er Baureihe gab es meines Wissens nie einen Diesel mit 77 PS (der 1,6 Liter Diesel hatte entweder 90 oder 105 PS; eine Automatik - müßte beim kleinen 1,6er schon das 7-Gang DSG gewesen sein; der größere 2,0er war mit dem 6-Gang DSG kombiniert) - gab es m. W. nur bei dem stärkeren Motor.). Da die 105 PS Variante 77 Kw entspricht waren statt PS von Dir vermutlich Kw gemeint.

    Viel Erfolg bei der Suche nach einem Ersatz (sollte ein solcher geplant sein) - und allzeit möglichst sichere und unfallfreie Fahrt !

    Die Banken machen da nicht mehr mit

    Die Banken würde (deutlich) häufiger "mitmachen", wenn ihnen die EU-Regulatork (EU-WIKR sprich EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie; implementiert in deutsches Recht im März 2016)) nicht so stringente und starre Regeln vorgeben würden.

    By the way: Ordentlich und genau geprüft wurde bankseitig auch früher schon (Jahrzehnte vor der WIKR) - allein schon aus Eigeninteresse, denn keine Bank hat Lust und Laune auf eine Zwangsverwertung sprich Zwangsversteigerung (rechnet sich für die Bank in aller Regel weder a) rein finanziell, noch b) von Dauer und Aufwand her noch c) vom Image her).

    Zu dem Thema "Wohnen" kann man sich inzwischen ernsthaft (wie zu anderen Themen auch) Gedanken (präziser Sorgen) machen. Aus meiner Sicht ist die Wohnungsnot (in Ballungsräumen, Schwarmstädten, gefragten Regionen etc.) längst systemisch. Die Politik wirkt dabei ohnmächtig und agiert zudem noch eher kontraproduktiv.

    Die Steigerung des Mieterschutzes (einschließlich Mietpreisbremse, Mietendeckel, Mietenstopp - samt Debatten um Enteignungen usw.) ohne Rücksicht auf Kostensteigerungen für die Vermieter führt dazu, daß sich das Angebot an Mietwohnungen ständig verringert. Hier vor Ort (Frankfurt am Main) liegen die Kostenmieten (Neubauten) inzwischen bei 21 € pro qm (teilweise noch höher), plus Nebenkosten, plus TG ist man dann für die typische 3 ZKBB mit schlanken 100 qm in der Nähe von 3.000 € Warmmiete. Wer soll diese Wohnung dann noch mieten ? Also wird sie nicht mehr gebaut.

    Helfen könnte (ergänzend insbesondere für bezahlbare Wohnungen) nur ein Programm von Einfach- bzw. Schlichtbauten. Dem aber stehen die staatlichen Anforderungen (u. a. energetische Aspekte), samt weiterer Vorgaben (Brandschutz, Trittschall, Aufzüge, Balkone, Stellplatzverordnung (TG-Plätze), Fahrradkeller, etc. pp.) entgegen. Teilweise natürlich auch die Ansprüche der Mieterschaft.

    Auf der anderen Seite wird die Steigerung der Nachfrage noch durch die Politik befeuert bzw. befördert. Diese scheint sich offensichtlich massiv für das Bevölkerungswachstum einzusetzen (von Asyl über Migration bis hin zur subventionierten Steigerung der Geburtenrate). Eine Sachgesetzlichkeit: Diese Menschen müssen aber alle wohnen. Dies führt zu einer ständigen Ausweitung der Wohnungsnachfrage - während das Angebot sogar noch schrumpft (siehe oben).

    Ob ausgerechnet das staatliche Wohneigentum in Verbindung mit staatlicher Wohnraumbewirtschaftung ein Ausweg (in einer (zumindest noch) freiheitlichen Gesellschaft sein kann - wage ich mit Blick auf die von mir selbst (und auch von Angehörigen) erlebten Um- präziser Zustände rund um das Wohnen in der ehemaligen DDR stark zu bezweifeln.

    Die Unwuchten und Dysfunktionalitäten bei dem Thema sind (seit langem) so signifikant und so evident, daß man sich - als interessierter und aufmerksamer Beobachter - fragen muß, warum man es seitens der Politik immer und immer weiter so "laufen" läßt.

    Bizarres und Kafkaeskes ist dabei auch nie ausgeschlossen

    und auch die Mieten sind so gebremst, dass diese für eine Abzahlung der Schuld nicht reichen.

    Mir allein sind persönlich mehrere Fälle bekannt, wo (humane und/oder bequeme) Vermieter (noch dazu nicht ganz unvermögend) bankseitig aufgefordert wurden (wegen der EU-Regulatorik WIKR) doch "die Mieten endlich mal adäquat") anzuheben (typische Stichworte in dem Kontext: WIKR und "Kreditwürdigkeitsprüfung", "Kapitaldienstfähigkeit" über die gesamte Laufzeit, "Haushaltsrechnung" mit Einnahmen/Überschußberechnung etc. pp - aufgrund der WIKR stehen nämlich solche Aspekte seit 2016 im Vordergrund und nicht mehr ganz prioritär die Immobilie(n) als Sicherheit und/oder sonstiges freies Vermögen im Hintergrund).

    Ist mir selbst schon einmal so begegnet (übrigens seitens einer öffentlich-rechtlichen Bank; im Klartext einer sehr große Sparkasse hier vor Ort). Wäre ich nicht live dabei gewesen - ich hätte es nicht geglaubt ... Wurde für die Damen und Herren der Kreditabteilung dann ein eher unangenehmer Termin - so viel kann ich dazu sagen.

    Ansonsten: Wie ich in diesem Kontext (Stichwort: Eigenheim bzw. selbst genutzte Immobilie) schon mehrfach geschrieben habe: Immer eine Melange aus "Lebensstil und Einstellung" einerseits und "Finanzen sowie Investment" andererseits (mit unterschiedlichen Gewichtungen je nach Einzelfall).

    Wem das Wohnen im eigenen Haus oder Wohnung den hohen Kaufpreis wert ist, soll damit glücklich werden.

    Bei aller Berechnung bitte nicht vergessen:

    Eine eigene Immobilie bietet mehr Freiheit, Unabhängigkeit und ist natürlich auch ein Vermögenswert den man an die nachfolgende Generation weitergeben kann.

    Daher dazu von mir ein :thumbup:


    Nur meine bescheidene persönliche Meinung.

    In dem Fall aufgrund sehr langjähriger Erfahrungen - und garniert mit einem persönlichen Bank-"Erlebnis".

    Solche Begriffe würde ich erwarten (nicht herbeisehnen, eher befürchten), wenn die durchschnittliche Lehrkraft anfangen würde, im Unterricht über Finanzen zu sprechen.

    In meinem Fall haben - wie schon geschildert - weder die "durchschnittlichen" noch die "überdurchschnittlichen" Lehrkräfte, in immerhin 13 Schuljahren, jemals über "private Finanzen" gesprochen und/oder da Hinweise gegeben. Selbst nicht auf meine mehrfachen Nachfragen hin.

    In der Retrospektive möglicherweise eine gute Sache - besser jedenfalls, als wenn sie damals "Stuss" erzählt hätten (was ich aus heutiger Sicht nicht für ganz ausgeschlossen (präziser eher wahrscheinlich) halten würde - da ist es dann ja deutlich besser ganz zu schweigen).

    Noch viel besser wäre es aber schon damals gewesen den Schülern wenigstens die Basics zu dem Thema nahe zu bringen (natürlich "lege artis" und denknotwendig nach dem damaligen Stand der 70er).

    Bezüglich der Qualifizierung der Lehrerschaft hätte ich da ebenfalls große bis größte Bedenken. Kam später einmal - aber noch in früheren Jahren - mit relativ hochrangigen Protagonisten der GEW in Frankfurt in Berührung - die Vorstellung, daß diese Leute einen Lehrplan für die Kinder und Jugendlichen zu dem Thema erstellen - scary ... =O

    Vermiete (prinzipiell) nicht an Angehörige - im Notfall lasse ich aber schon mal jemand (aus meinen nahen Umfeld) kostenfrei wohnen oder zumindest nur gegen Zahlung der NK aber ohne Miete. Zu dem Thema (Vermietung an Angehörige) weiß ich daher fast nix.


    Generell dürfte aber (aus Sicht der Finanzämter) stets der Aspekt "Gewinnerzielungsabsicht" (zumindest mal langfristig) eine wichtige Rolle spielen (vermutlich auch in Abgrenzung zur reinen "Liebhaberei), wenn die üblichen steuerlichen Regelungen beim Vermieten gelten sollen.

    Zudem behandelt man die Mutter (Angehörige) vermutlich am besten wie eine "fremde Dritte", um da rechtlich und steuertechnisch auf der sicheren Seite zu ein. Also auch ein Vertrag wie unter "fremden Dritten": Mietvertrag schriftlich, unbefristet, keine Mitbenutzung der Immobilie als Vermieter, angemessene Nebenkostenvorauszahlung, bei der Miete keine Barzahlung sondern nur via Dauerauftrag bzw. via Überweisung etc.

    Nach meiner Erinnerung gab es damals auch eine Mindestanforderung an die Miethöhe (meine mind. 66% der ortsüblichen Vergleichsmiete - habe mal aufgeschnappt, daß inzwischen (ab 2021 rum ?) auch eine Miete im Korridor zwischen 50 - 65% der ortsüblichen Vergleichsmiete ausreichen kann; jedenfalls dann, wenn man von einem positiven Gesamt- bzw. Totalüberschuß ausgehen kann, um die üblichen steuerlichen Regelungen auszulösen.

    Wobei das ja alles schon die konkrete Umsetzungsebene "en detail" wäre. Da sollte man davon ausgehen können, daß sich die gute DanielaSch da schon vorab selbst Gedanken gemacht hat und/oder dies zumindest noch rechtzeitig tun wird. Blauäugigkeit gegenüber dem Finanzamt samt der zumeist komplexen Regelungen ist ja generell und niemals zu empfehlen.

    Hallo Daniela ! Nur spontan und aus der Hüfte geschossen ...

    Ich (w, 40) bewohne eine abbezahlte Eigentumswohnung. Ich möchte nun eine weitere Wohnung als Kapitalanlage kaufen,

    Eine übergeordnete ganz generelle Frage wäre vorab, ob eine weitere Immobilie (zu Dir, Deiner Lage und Deiner Einstellung sprich) in Deine persönliche Asset-Allocation paßt ... ?!

    Für manche (so wie meine Wenigkeit) ist Diversifikation unabdingbar - andere setzen (auch durchaus erfolgreich) auf das Gegenteil sprich Konzentration. Sollte man dann nur bewußt machen und in Kenntnis der typischen Vor- und Nachteile.

    in welche meine Mutter (71) dann zur Miete einziehen soll.

    "Kapitalanlage" und die eigene "Mutter" (als Mieterin) ist - zumindest auf den ersten Blick - nicht unbedingt eine völlig logische bzw. zwingende sich aufdrängende Konstellation (nichtsdestotrotz "kann" das in bestimmten Konstellationen durchaus Sinn entfalten).

    Um nur einen Aspekt zu nennen: Ist Deine Mutter finanziell so aufgestellt, daß sie eine ortübliche Miete zahlen kann (und man lediglich eine Eigenbedarfskündigung samt neuer Wohnungssuche und Umzug usw. vermeiden will) - oder wird das nur angedacht, weil Deine Mutter gerade das (also eine "normale" Miete entrichten) nicht kann ?

    Nun stellt sich mir die Frage: Macht es Sinn alles aus Eigenkapital zu bezahlen? Bei einer Vermietung kann ich ja die Kreditzinsen absetzen.

    Ohne Deine persönliche finanzielle Situation näher zu kennen, wird es diesbezüglich schwer bis unmöglich einen fundierten Rat zu geben (sonstiges ggf. Anlagen, sonstiges ggf. Vermögen, insbesondere Höhe des Einkommens, Sicherheit desselben, Deine steuerliche Situation (!), Idee bzw. Strategie (so denn vorhanden) bezüglich Deiner Altersvorsorge, subjektive Risikobereitschaft, Bereitschaft sich um eine weitere Immobilie zu kümmern usw. - mal ganz unabhängig von den Details der Immobilie wie Makrolage, Mikrolage (in Deutschland stehen m. W. 1,5 Mio. Wohnungen leer ... - hier vor Ort kommen aber auf eine Wohnungs-Anzeige binnen kürzester Zeit einige Hundert Anfragen ...), Zustand, Kaufpreis im (gesunden) Verhältnis zur objektiv erzielbaren JNK (Jahres-Netto-Kaltmiete) etc. pp.

    Kommt es Dir auf einen möglichst günstigen Zins an beim Kredit empfiehlt sich das (relevante) Einbringen von Eigenkapital (EK). Stichwort: Beleihungsauslauf - zwischen einer 100% Finanzierung (so Du diese denn in einer solchen Konstellation bekommst) und einer nur 60%-Finanzierung können schnell 100 Basispunkte (oder mehr) beim Zinssatz des Immobilienkredits liegen.

    Passen die sonstigen Rahmenbedingungen (Höhe des Einkommens, Sicherheit desselben, freies Vermögen in der Hinterhand usw.) würde man aber tendenziell eher zu so wenig wie möglich EK raten, um die Vorteile (Rendite bzw. Hebelwirkung auf das EG, steuerliche Vorteile wie (u. a.) Abzugsfähigkeit der Schuldzinsen usw.) optimal zu nutzen. Gleiches gilt dann auch für eine möglichst geringe Anfangstilgung beim Einstellen der Annuität (z. B. mit nur 1% oder max. 1,5% Anfangstilgung).

    Wie gesagt, ohne nähere Infos (s. o,) wird und muß das eher "Stochern im Nebel" bleiben.


    Gute Gedanken und ebensolche Entscheidungen wünsche ich !

    Um auf die Finanzbildung in Schulen noch mal zurück zu kommen, ich weiß nicht ob die Politik daran interessiert ist, dass da unabhängige Anbieter Wissen vermitteln. Die Lobby von Banken, Versicherungen und Systemvertrieben ist sehr hoch ...

    Also werden genau diese Leute versuchen ihre finanzielle Weltanschauung den Schülern zu präsentieren.

    Das würde ich - in weiten Teilen jedenfalls - unterschreiben.

    Man könnte aber fast glauben, daß damit insinuiert werden soll, daß keinerlei staatliche Lobby(arbeit), keinerlei staatliche EU-Lobby(arbeit) usw. keinerlei staatliche Lobbyarbeit zu staatlichen Systemen (wie GRV, GKV usw.), zu dem staatlichen Geld, zur staatlichen Notenbank, zu einem staatlichen Experiment wie einer Einheitswährung (via Währungsunion) etc. pp. existiert ... ? Ganz so, als würde da nicht auch versucht "die eigene finanzielle Weltanschauung den Menschen (Schülern) zu präsentieren" ... ?

    Was ja durchaus legitim ist. Ebenso legitim aber ist es, dies als Bürger zu hinterfragen. Für meinen Teil jedenfalls bin ich gut damit gefahren "auf beide Seiten der Medaille" (sprich die private und staatliche Seite) den gleichen sachlich-nüchternen Blick zu werfen und dabei eine gesunde Skepsis walten zu lassen.

    Nur meine bescheidene persönliche Sicht.

    Nur am Rande aber in dem Kontext ...

    M.E. greift das Ganze viel zu kurz. Es bräuchte eine nachgelagerte Besteuerung aller Erträge in einem Depot (Ausschüttungen, Dividenden). Also eine Besteuerung erst dann, wenn man tatsächlich Geld aus dem Depot entnimmt (ähnlich der 401K in den USA).

    Bräuchte ist Konjunktiv - wir sind doch in Deutschland ... :D Auf eine solche Vorgehensweise samt entsprechend gesetzter Rahmenbedingungen und Regelungen zu hoffen - habe ich längst aufgegeben.

    Manchmal könnte man fast glauben, daß eine finanzielle Selbstermächtigung der Bürger hierzulande gar nicht erwünscht ist (ein prioritäres Ziel der Politik scheint es auf keinen Fall zu sein - auch wenn in Sonntagsreden gerne vom "mündigen Bürger" schwadroniert wird).

    Ein ähnlicher Verdacht hat mich längst auch in Sachen Finanzwissen, Finanzbildung und Finanzkompetenz der Menschen hierzulande beschlichen (war jüngst hier irgendwo Thema; stammt der Strang nicht von Dir "mit den Deutschen, die mehr ins Glücksspiel investieren als in ETFs" ?).

    Für meinen Teil ist es mir beispielsweise damals in 13 Jahren (!) Schule nicht gelungen (selbst auf Nachfrage hin nicht) zu dem Thema irgendwas zu erfahren ...

    Wo die Mieten in 20 Jahren sind wage ich nicht einmal zu denken.

    Wenn ich sehe, wie sich das hier (Rhein-Main-Gebiet) - jedenfalls teilweise und insbesondere da, wo ich auch im Alter gerne leben will - entwickelt hat, kann man schon (jedenfalls als Mieter) ins Grübeln kommen. Erst recht, wenn man das für die nächsten 20 Jahre so fortschreibt ...

    Insbesondere, wenn der "politische Murks" rund um den Bereich "Wohnen" so weiter geht. Das wäre aber ein anderes Thema. Sollte man aber - meines Erachtens - als Mieter in seine Überlegungen (Stichwort: Altersvorsorge und Ruhestandsplanung) sozusagen antizipatorisch (zumindest als ein nicht ganz unwahrscheinliches Szenario) mit einbeziehen.

    Deswegen auch die Überlegung Wohnungen zu kaufen und zu vermieten. Die Schulden kann ich absetzen und auf anderer Leute kosten renovieren lassen.

    Im Prinzip keine falsche Überlegung.

    Aber das ist noch mal eine ganze andere Sache, an die ich mich noch deutlich weniger herantraue, als an das Thema Börse (in 'normal' Zeiten).

    Nachvollziehbar. Ist nämlich (Vermietung) eine Art der "unternehmerischen Tätigkeit" und meist mit (nicht wenig) Aufwand verbunden. Damit im fortgeschrittenen Alter als "Newcomer" (?) anzufangen scheint mir nicht unbedingt empfehlenswert. Sollte man sich jedenfalls vorher sehr gut überlegen und sorgfältig abwägen.

    Einfachste und bequemste Vorgehenseise in Deinem "Fall" aller Wahrscheinlichkeit nach: Weiterhin Mieter bleiben (und damit auch flexibel; sowohl räumlich als auch finanziell) und die "freien Mittel" anderweitig (bevorzugt in ETFs) anlegen.

    zwei letzte Fragen:

    1.welches Depot könnt ihr empfehlen (Preis/Leistung + Bedienung).
    2. Wie viel würdet ihr an meiner Stelle anlegen.

    Zu 1. Da kenne ich mich zu wenig aus. Achte da nicht auf Kosten sondern auf Bequemlichkeit.

    Zu 2. Auf jeden Fall würde ich mir vorab über die grundsätzliche Gewichtung (risikoarm versus risikoreich) meine Gedanken machen. Und zwar sorgfältig. Das sollte von der objektiven und subjektiven Risikotragfähigkeit her adäquat (sprich passend zu Dir und Deiner Situation) eingestellt sein (siehe auch schon Horst Talski in Nr. 31 zu 2.).

    Gutes Gelingen wünsche ich !

    Finanzthemen und Finanzfragen begegnet man - nach meiner Erfahrung - am besten mit Realitätsbezug sprich sachlich-nüchtern und mit der immer gebotenen gesunden Skepsis.

    Das gilt für den Bereich von (privaten) Unternehmen wie Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften, Vermögensverwaltern usw. aber natürlich ebenso für den Bereich der staatlichen Systeme (wie GRV, GKV usw.), der staatlichen Währung, der staatlichen Notenbank usw.

    Auf beiden Seiten ist Gutes, Mittelprächtiges aber auch eher wenig Überzeugendes bis hin zu Murks zu finden.

    „Ein durchschnittlicher Erwachsener in den unteren 50 Prozent der Vermögensverteilung besitzt dagegen nur ein Nettovermögen von 3.682 Euro.“ (DIW Berlin 06/23)


    Junge Menschen in D, und auch zumeist deren Eltern, besitzen kein oder kein nennenswertes Vermögen, mit dem sie in absehbarer Zeit theoretisches Finanzwissen in der Praxis klug und strategisch anwenden können.

    Eine Binse da eine schlichte Sachgesetzlichkeit, daß jemand der kaum, wenig oder keine finanziellen Mittel besitzt - dann auch sein "theoretisches Finanzwissen (so denn überhaupt vorhanden ... (!?)) kaum in der Praxis klug und strategisch wird anwenden können". Wie sollte das auch anders sein ?

    Das wäre aber doch eine generelle und ganz andere Frage. In Richtung und in Sachen ungleiche Einkommens- bzw. Vermögensverteilung (Stichwort: Gini-Koeffizienten beispielsweise im internationalen Vergleich - meines Wissens steht da aber Deutschland im internationalen Vergleich so schlecht gar nicht da ? Aus meiner Erinnerung eher recht gut beim Einkommen und eher mittel(prächtig) beim Vermögen. Auch wenn mir jetzt spontan das genaue Ranking nicht auswendig präsent ist. Das nur am Rande.

    Der wesentliche bzw. entscheidende Punkt: Da wo die finanziellen Mittel vorhanden sind, sieht es doch - schon bezüglich des "theoretischen Finanzwissens" - kaum (bis gar nicht) besser aus ... ?!

    Siehe schon hier:

    Selbst in Gesprächen mit Leuten, die eine sog. "gute" Ausbildung haben (Abitur, Studienabschluß, Promotion usw.) ist - nicht selten bis oftmals - kaum bis nahezu kein Finanzwissen vorhanden.

    Und wie dann die vorhandenen Mittel tatsächlich (also nicht "theoretisch" sondern in praxi) eingesetzt werden spricht doch auch Bände; siehe schon hier

    Zu der hierzulande - aus meiner Sicht - sich auf traurigem Niveau befindlichen Finanzbildung hatte ich an verschiedenen Stellen hier schon was geschrieben (so auch hier; siehe Nr. 29) Diese findet ihrer kongruente Abbildung im Finanz- und Anlageverhalten (existenziell wichtige Versicherungen fehlen nicht selten, absoluter Schwerpunkt in Nominalwerten (Billionen auf Konten, in KLV etc.), niedrige Aktienquote, niedrige Wohneigentumsquote (Immobilien).

    Das sind jedenfalls die Fakten unter realitätsbezogener Betrachtung.

    Und, in welche neutrale Richtung soll ein theoretischer Finanz-Unterricht denn gehen? Mit welchen Erkenntnissen und welchen Glaubensphilosophien?

    Ohne jetzt spontan einen kompletten Lehrplan liefern zu können oder zu wollen ...

    Jedenfalls in Richtung der Vermittlung finanziell unverzichtbarer Grundkenntnisse und eines finanziellen Basiswissens mit dem Ziel einer Selbstermächtigung der Schüler in Sachen "Geld, Versicherungen und Finanzen".

    Zumal an dem Thema so gut wie kein Mensch in seinem Leben vorbei kommt !

    Wie schon hier geschrieben, habe ich dazu in 13 Schuljahren (!) - selbst auf Nachfrage - nix erfahren ...

    Zumal auf Grundlage eines enormen und auch machtvollen Bildungs-Flickenteppichs von 16 Bundesländern, vor dem schon viele Politiker gescheitert sind oder aufgegeben haben

    Aus meiner Sicht ("bildungspolitischer Flickenteppich") ohnehin eine Farce - noch dazu für ein Land ohne nennenswerte Rohstoffe - und dem absoluten Schwerpunkt auf dem Aspekt "Rohstoff im Kopf". Eigentlich müßte das eine absolute Priorität genießen ...

    Siehe schon hier (aus einem anderen Strang "Grunderbe")

    Darauf kommt es im Wettbewerb - insbesondere im internationalen Wettbewerb - aber letztlich an. Nach allem, was ich weiß steht gerade ein Land wie Deutschland (ohne Rohstoffe wie Erdöl, seltene Erden, Gold, Silber, Diamanten, Platin, Uran usw.) in einem solchen internationalen Wettbewerb in Sachen des Rohstoffs "Bildung".

    Was aber auch ein anderes Thema wäre.


    Nur meine bescheidene persönliche Meinung.

    Die Lösung liegt doch auf der Hand: Man sollte selber Ahnung haben

    Besser ist das. Keine Frage und volle Zustimmung. Nichtsdestotrotz und bei Realitätsbezug: Findet nur in der Wirklichkeit kaum bis keine Abbildung und zeigt sich auch nicht in der finanziellen Aufstellung und Ausrichtung hierzulande.

    Nur nebenbei eine Anekdote meines Vater(TM): Er war damals bei der Dresdner Bank ...

    Nach meiner Erinnerung firmierte die Dresdner Bank damals sogar unter dem Claim die "Beraterbank" ...

    War da selbst lange Kunde (am Hauptsitz der Dresdner in Frankfurt am Main) und bis in den Anfang der 90er Jahre hinein war das (jedenfalls bei meiner Beraterin) auch tatsächlich noch der Fall sprich "Beratung" und keine reine "pro domo" Vorgehensweise. Hatte sich dann schon Mitte der 90er generell verändert; tendenziell nicht nur bei der Dresdner sondern auch bei anderen Banken in Frankfurt ... (meine stets engagierte Ansprechpartnerin bei der DreBa hat damals gekündigt und ist zu einer unabhängigen Vermögenverwaltung in Bayern gewechselt ... - trotz (damals) noch sicherem Job, recht guter Bezahlung, Anspruch auf Betriebsrente, weiteren Vergünstigungen (wie Mitarbeiter-Konditionen) etc. - was Bände spricht). Mit ihrem Nachfolger-Team - es gab nicht mehr einen Ansprechpartner sondern mehrere - schneidige junger Leute und viel mehr bis ausschließlich Bankprodukte-Verkäufer - habe ich mich dann Ende der 90er über die bevorstehende Euroeinführung auseinander "diskutiert" (wenn man das eine Diskussion nennen kann - denn die wußten noch deutlich weniger als meine Wenigkeit; ist mir bei der Gelegenheit erst bewußt geworden). Damals habe ich mich von meinem Banken (auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken) komplett verabschiedet, jedenfalls was das Thema Beratung betrifft. In der Retrospektive eine ausgezeichnete Entscheidung - damals wurde ich dafür angegangen bzw. ausgelacht ... Ob Bankberatung inzwischen wieder von besserer Qualität ist (auch unter Aufwand/Nutzen-Aspekten) kann man sicherlich mit guten Gründen und somit trefflich bezweifeln. Das nur am Rande.

    Was die FInanzbildung in Deutschland angeht, damit auch die fehlende Bildung durch die Schule, macht Deutschland ein Schlaraffenland für Finanzinstitute, Versicherer, und die viel kritisierten Strukkis.

    Aber nur denen die Schuld zu geben kommt zu kurz.

    :thumbup: Denn wie stets: It takes two to tango ...

    Wie gesagt, Ich kann nur dem Normalo nur vorwerfen, sich nicht ausreichend zu informieren. Die Infos sind da im Netz frei verfügbar.

    Im Prinzip: Volle Zustimmung.

    Ein kleines aber nicht unerhebliches strukturelles Problem (ähnlich wie bei der Honorarberatung beispielsweise): Habe ich keine Ahnung, bin ich auf kompetente Beratung angewiesen - ohne selbst logischerweise beurteilen zu können, ob die Beratung wirklich kompetent ist. Habe ich aber eine Ahnung, brauche ich im Prinzip keine Beratung mehr (von außen und/oder gegen Honorar). Ein bißchen eine Art Paradoxon samt einer schwer auflösbaren Widersprüchlichkeit.

    Zu der hierzulande - aus meiner Sicht - sich auf traurigem Niveau befindlichen Finanzbildung hatte ich an verschiedenen Stellen hier schon was geschrieben (so auch hier; siehe Nr. 29) Diese findet ihrer kongruente Abbildung im Finanz- und Anlageverhalten (existenziell wichtige Versicherungen fehlen nicht selten, absoluter Schwerpunkt in Nominalwerten (Billionen auf Konten, in KLV etc.), niedrige Aktienquote, niedrige Wohneigentumsquote (Immobilien).

    Eine der Ursachen (neben anderen; Stichwort: Schule - um nur ein Beispiel zu nennen; in immerhin 13 Jahren (!) Schulzeit habe ich zu dem Thema persönliche "Finanzen" nix (!) erfahren - selbst auf meine Nachfragen an die Lehrerschaft hin ...; ob das heutzutage anders ist ? Falls ja, auf welchem qualitativem Niveau bewegt sich das dann ?) dürfte auch sein, daß dies ("Geld und private Finanzen") hierzulande man könnte fast sagen eine Art Tabu-Thema zu sein scheint ... ?!

    Und/oder - wenn überhaupt - auf ein sehr persönliches und enges Umfeld beschränkt bleibt. Kenne beispielsweise langjährige Paare (Lebensabschnitts-Partner; wobei diese Lebensabschnitte schon viele Jahre dauern ...) bei denen die Gehälter untereinander nur ungefähr und das Vermögen noch "ungefährer" bekannt sind. Muß nicht schlecht sein - aber auch über Vorgehensweise und Strategie (so vorhanden) zu Themen wie Altersvorsorge, Ruhestandsplanung, einzelne Anlagen etc. findet praktisch kaum bis kein Austausch statt ...

    Die Leute reden ja, wenn es persönlich wird, eher noch über ihre Krankheiten, ihre letzte Scheidung usw. (oder über vermeintlich unverfängliche Dinge wie ihren letzten Urlaub, ihren letzten Autokauf etc.) - als über ihr Gehalt, ihr Vermögen, ihre Schulden etc. pp. ...

    Große "Jungs" brüsten sich vielleicht mal mit einem Anlageerfolg (nicht selten werden dabei die Anlage-Mißerfolge diskret weggelassen ...). Inhaltliches, Substantielles, Strategisches oder auch nur Taktisches kommt dabei aber so gut wie kaum bis nie vor.

    Habe das in anderen Länder tendenziell eher anders erlebt (typische Beispiele USA und UK - da sind das nicht selten klassische Gesprächsthemen). Keine Ahnung, ob das mit dem ausgeprägten deutschen Neidfaktor zusammenhängen könnte (zu einer diesbezüglichen Studie - Social Envy Coefficient (SEC) - hatte ich hier letztens mal was geschrieben - Deutschland hatte da direkt hinter Frankreich an Nr. 2 einen der "Spitzenplätze" inne ...).

    Jedenfalls wird man - aus meiner Sicht - schwerlich Kenntnisse und Wissen zu bestimmten Themen akkumulieren können, wenn diese bestimmten Themen eher ausgespart oder nur ganz spärlich in der (auch alltäglichen) Kommunikation vorkommen.

    Es sei denn, man begibt sich in eine eigenständige Recherche. Nach meinen Beobachtungen ist das aber jedenfalls auch nicht unbedingt die Regel - um es noch zurückhaltend zu formulieren.


    Nur meine persönliche Meinung aufgrund eigener Erfahrungen und Beobachtungen.

    KaffeeOderTee

    Zu den rein technischen Detail-Fragen (u. a. Procedere der Umsetzung der EZB-"Geldpolitik" (in Anführungszeichen, da es meines Erachtens in weiten Teilen längst Fiskalpolitik war und damit außerhalb des Mandats der EZB lag) weiß ich zu wenig, um mich dazu äußern zu können.

    Siehe schon Nr. 13

    Zum Verständnis: Zu dem allgemeinen Thema (Währungen, Währungsunionen, monetäre Ökonomik usw.) habe ich halbwegs Grundkenntnisse - zu dem Vorgehen der EZB en detail dagegen nur minimales Basiswissen.

    (nachträglich gefettet von mir)

    Dazu kommt noch generell siehe schon Nr. 10

    Wobei die Bundesbank ja eh nix mehr zu melden hat - sondern die EZB über unser Geld "wacht".

    (nachträglich gefettet von mir)

    Auch da wieder Anführungszeichen bei dem "wacht" - da die EZB - meines Erachtens - statt ihrem in den EU-Verträgen normierten vorrangigen Ziel "Preisniveaustabilität" sprich "Kaufkraftstabilität" (siehe Art. 119, Art. 127 und Art. 282 AEUV) längst und in weiten Teilen ganz andere Ziele verfolgt hat (u. a. einzelne Länder finanziert).

    Aus meiner diesbezüglichen absoluten Laiensicht (technische Seite der Umsetzung bzw. Abwicklung der Geldpolitik) ist es daher mehr als fraglich, ob die Deutsche Bundesbank da überhaupt noch eigenständig oder gar autark handeln kann. Vermutlich besteht da ein striktes Über- bzw. Unterordnungsverhältnis in dem Sinne, daß die EZB entscheidet - und die nationalen Notenbanken in die Umsetzung nur mit einbezogen werden (als eine Art "Erfüllungsgehilfen" sozusagen, für Dinge, die eine EZB nicht selbst abwickelt).

    Inwieweit da also die Deutschen Bundesbank auf ihre Bilanz (und damit auf Gewinnen bzw. Verluste) überhaupt noch einen Einfluß hat scheint mir mehr als fraglich ... ?!

    Exkurs: Daher auch die damalige Aufregung um den ANFA-Vorgang (diverse Fachleute hatten auch vom "ANFA-Skandal" der EZB gesprochen ("Agreement on Net Financial Assets"). Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit war ein Doktorand (Daniel Hoffmann war, glaub ich, der Name) in die Tiefen der EZB-Bilanzen gestiegen (um 2015 herum) und da auf signifikante Unstimmigkeiten gestoßen. Es ging um gigantische Beträge. Die diesbezüglich Nachfrage wurde von Herrn Draghi in einer PK ausweichend bzw. gar nicht beantwortet ("often" ... "very hard to understand" - angeblich also selbst für Herrn Draghi und die EZB ...). Schließlich war der Druck auf die EZB so groß (auch wegen diverser Veröffentlichungen), daß man sich doch erklärte: Hinter ANFA stand ein Geheimabkommen, daß nur ganz wenigen Spitzenbeamten der EU bzw. EZB bekannt war, für das Handeln nationaler Notenbanken ausnahmsweise in "Eigenregie" (s. o.; eigentlich sind die nationalen Notenbanken nur noch als Erfüllungsgehilfen zu sehen). Letztlich war Fakt, daß sich einige Notenbanken (eigenständig) dreistellige Mrd.-Beträge selbst gedruckt hatten (u. a. Italien, Frankreich und auch wohl noch einige andere). Kann man pointiert so sehen, daß sich "nationale Notenbanken praktisch Falschgeld im Keller drucken können, was dann in anderen Ländern als echtes Geld gilt mit dem man da einkaufen kann" (Prof. Sinn damaliger Chef des Ifo-Institutes gehörte zu denen, die das so gesehen haben; nach meiner Erinnerung jedenfalls). Das Geheimabkommen wurde (mehr oder weniger) öffentlich gemacht - und diese Praxis danach wohl auch beendet. Der Vorgang zeigt aber, daß ein eigenständiges Vorgehen aufgrund eigener Entscheidungen der nationalen Notenbanken im Eurosystem nicht mehr vorgesehen ist.

    Insofern hat - aus meiner Laiensicht - die Deutsche Bundesbank konzeptionell (Eurosystem) praktisch kaum bis keinen Einfluß auf ihre Vorgehensweise. Und damit auch nicht auf ihre Bilanz. Vielleicht (vermutlich) gibt es hier Kundigere, die dazu was schreiben könnten ... ?

    Nur am Rande: Selbst die deutschen Mitglieder in der EZB (viele in der Bundesbank ohnehin) haben ja das Vorgehen der EZB über die Jahre immer kritischer gesehen. Die Rücktritte deutsche EZB-Mitglieder (teilweise weit) vor dem Ende ihrer regulären Amtszeit reihen sich wie Perlen auf eine Kette:

    * Axel Weber, damals Bundesbank Präsident; (April 2011) Rücktritt aus dem EZB-Rat

    * Jürgen Stark, damals Chefvolkwirt der EZB; (September 2011) Rücktritt aus EZB-Direktorium

    * Jörg Asmussen, (2013) Rücktritt aus dem EZB-Direktorium

    * Sabine Lautenschläger, (2019) Rücktritt aus dem EZB-Direktorium

    * Jens Weidmann, damals Bundesbank Präsident; (2021) Rücktritt aus dem EZB-Rat

    Einerseits: Für mich sind diese Rücktritte völlig nachvollziehbar. Ich würde auch nicht wollen, daß ein derartiges Vorgehen mit meiner Vita verknüpft ist (zumal bei der vorhandenen Kompetenz dieser Leute davon auszugehen ist, daß ihnen bewußt ist, wohin so was führt; Stichwort: Jens Weidmann - um nur ein Beispiel zu nennen; oder auch Prof. Otmar Issing - gilt als einer der Architekten des Euro - damals Ende der 90er Chefvolkswirt der EZB und im EZB-Direktorium. Prof. Issing hat danach über die Jahre hinweg die "Geldpolitik" der EZB immer heftiger kritisiert). Auch die Formulierungen des BVerfG in dem Kontext (EZB-Anleihekäufe) sprechen Bände "ultra vires" ("ausbrechender Rechtsakt", "jenseits der Befugnisse" usw.), "schlechterdings nicht mehr nachvollziehbar" etc.

    Andererseits: Wenn die ursprünglichen EU-Verträge (siehe AEUV) eh kaum bis eher keine Rolle mehr spielen ... inwieweit ist dann der Versuch (von einzelnen) sich noch daran zu halten, überhaupt sinnvoll ?! Wenn Im Restaurant die Rechnung eh nur noch als eine gemeinsame von allen zu tragende ausgewiesen wird - warum sollte der Einzelne dann noch zurückhaltend sein bei seinen Bestellungen ? Er zahlt ohnehin zwangsweise mit, für diejenigen, die mehr und teurere Dingen bestellen und/oder über den Durst trinken. Aus subjektiver Sicht (Mikrosicht) nachvollziehbar und verständlich - von der objektiven Seite her (Makrosicht) ein Fehlanreiz und sicherlich von der Sache her und für die Sache insgesamt eher sehr schlecht.

    Bin da selbst unsicher bzw. hin und hergerissen. Zumal diese Überlegung auch Implikationen auf die zukünftige Ausrichtung des eigenen Handelns und auch der eigenen Anlagen haben könnte. Das wäre aber ein anderes Thema.

    Daher kostet die Steuerung der Geldwertstabilität manchmal Geld, ggf. auch sehr viel.

    Es ist keine Frage, daß die "Geldwertstabilität" im Sinne der Preisniveaustabilität bzw. Kaufkraftstabilität gemäß den offiziellen EU-Verträgen das prioritäre (wörtlich "vorrangige") Ziel der EZB zu sein hat. Dazu reicht ein kurzer Blick in die diesbezüglichen EU-Verträge siehe Art. 119, Art. 127 und Art. 282 AEUV.

    Die Frage ist nur, ob es in der extrem langen Phase der ultra-expansiven Geldpolitik der EZB (ab 2009 bis in 2023 hinein) vorrangig um die dieses Ziel ging ? Oder ob da nicht ganz andere Ziele im Vordergrund standen ? Wie etwa das "Whatever it takes" von Herrn Draghi (2012) , also das "koste es, was es wolle, um den Euro zu retten" und/oder um die Schuldentragfähigkeit einzelner Länder und/oder um eine Eurozone in der immer gleichen Zusammensetzung sprich keiner darf da (r)ausfallen ...

    Auch auffällig, daß die EZB über die Jahre hinweg ihre Definition von "Geldwertstabilität" - semantisch und dann auch in praxi - immer weiter nach oben geschraubt hat (was unter Geldwertstabilität zu verstehen ist, kann sich die EZB selbst definieren): War da anfangs noch alles zwischen einem Wert von "Null bis zwei Prozent" akzeptabel (danach besteht bei einer Inflationsrate von z. B. ein 1,5% kein Grund zum Eingreifen ...), wurde dieser Korridor dann auf "nahe aber unter zwei Prozent" signifikant erhöht (also auf irgendwas zwischen "1,6 bis 1,9 Prozent"), dann weiter auf "fix zwei Prozent" erhöht - um schließlich ein mittelfristiges "symmetrisches Inflationsziel" zu definieren nach dem Motto "ist die Inflation einige Zeit unter zwei Prozent, kann sie danach auch längere Zeit über zwei Prozent liegen". Meine Einschätzung ist, daß der EZB klar sein dürfte, daß diverse Länder der Eurozone auf höhere Inflationsraten angewiesen sind, sollen diese (trotz ihre hohen bis exorbitanten) Staatsverschuldung irgendwie in der Eurozone gehalten werden ...

    "Keine Nanosekunde an den Verkauf des Goldes gedacht" (Head/Artikel FAZ, Rubrik Finanzen, vom 24. Feb. 2024, Seite 27); zitiert wird mit der Überschrift der Präsident der Deutschen Bundesbank Joachim Nagel


    Der Artikel steht im Zusammenhang mit dem Verlust der Bundesbank in Höhe von ca. 21,6 Milliarden Euro. Aus dem Artikel:

    "Die Bundesbank kann den höchsten Verlust in ihrer Geschichte nur durch einen tiefen Griff in die Reserven ausgleichen, Die Zinswende in Verbindung mit den früheren Anleihekäufen hat das Zinsergebnis 2023 einbrechen lassen. Die Überweisung für den Bund aus Frankfurt (Anmerkung von mir - der Bundesbankgewinne) dürfte für mehrere Jahre ausfallen. Der Fehlbetrag liegt bei fast 21,6 Milliarden Euro. Eine Wagnisrückstellung für Zinsänderungsrisiken in Höhe von 19,2 Milliarden Euro, die unter dem früheren Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann aufgebaut worden war, wurde zum Ausgleich der laufenden Verluste komplett aufgelöst".

    "Hinter den hohen Verlusten steckt ein Phänomen ... das mit den früheren Anleihekäufen zusammenhängt: Die Notenbanken haben auf der Aktivseite ihrer Bilanz - dort stehen die Vermögenswerte - als Folge der Anleihenkäufe gewaltige Bestände an Anleihen, deren Zinsen auf einem niedrigen Niveau festgeschrieben sind. Auf der Passivseite - dort stehen de Verbindlichkeiten - finden sich dagegen Posten, für die von den Notenbanken jetzt im Zuge der Zinswende höhere Zinsen gezahlt werden müssen: Zum Beispiel für die Einlagen von Geschäftsbanken. Dies führt zu hohen Verlusten. Die Bundesbank trifft dies besonders, weil die Bundesanleihen, die im Zuge der Arbeitsteilung im Eurosystem gekauft wurden, wegen der hohen Bonität Deutschlands besonders niedrig verzinst sind"

    "Die gewaltigen Anleihebestände der Bundesbank haben über die Zinsprobleme hinaus (Anmerkung von mir: Siehe oben) mit dem Anstieg der Renditen erhebliche Kursverluste erlitten. Allerdings sollen diese Anleihen bis zur Endfälligkeit gehalten werden, und die Bundesbank bilanziert sie nicht zu Marktwerten, sondern zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten. Müßte der Wertverlust der Euro-Wertpapiere für die Ermittlung des Jahresverlustes berücksichtigt werden, wäre dieser Verlust laut Bundesbank noch mal um stolze 97,8 Milliarden Euro höher ausgefallen".

    In dem Kontext (größter Verlust in absoluten Zahlen in der Geschichte der Bundesbank) wird in dem Artikel auch das Thema Gold bzw. Goldbestände der Bundesbank thematisiert:

    "Die Bundesbank habe noch erhebliche Bewertungsreserven in Höhe von fast 200 Milliarden Euro, sagte Mauderer (Anmerkung von mir: Meines Wissens Dr. Sabine Mauderer, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, zuständig u. a. für die Rechnungslegung), davon entfielen 197 Milliarden Euro auf die Goldvorräte".

    In abweichender Einschätzung zu dieser pointierten Haltung beispielsweise bezüglich dem Thema Gold

    Dann empfehle ich Backsteine. Die sind geifbar und man weiß, was man hat.

    wird der Bundesbankpräsident Joachim Nagel wie folgt zitiert:

    "Über einen Verkauf des Bundesbank-Goldes zum Ausgleich von hohen Verlusten habe er aber keine Nanosekunde nachgedacht" sagte der Bundesbankpräsident. Und weiter: "Das Gold spiele eine wichtige Rolle für das Vertrauen der Bevölkerung in die Bundesbank"

    Die Bedeutung von Gold wird also von unterschiedlichen Protagonisten offensichtlich ganz unterschiedlich eingeschätzt. Für meinen Teil subsumiere ich meine Haltung eher unter jene des Bundesbankpräsidenten.

    lande ich in der Rente mit ca. 800.000 €. Ich weiß nicht, was ich da an Lücke habe, oder rechne ich falsch.

    Die Frage wäre aus meiner Sicht eher, wie wird dann Dein/Euer monatlicher Bedarf sein (aus heutiger Sicht Inflation nicht vergessen sprich auf das Jahr 2040 hochrechnen) und welche sicheren monatlichen (lebenslangen) Zuflüsse (Stichwort: Rente(n) - um nur ein Beispiel zu nennen) stehen dann dem Bedarf (Ausgaben) entgegen.

    Von den 7.000 € bleiben nach allen Versicherungen, Miete, Lebensmittel, etc. noch ca. 1.600€ übrig, die wir für Urlaub, oder zum Sparen für größere Anschaffungen haben.

    Das wäre ein erster Anhaltspunkt. Wobei man von den 7.000 wohl nicht einfach die 1.600 abziehen kann (= 5.400) - denn, auch wenn Du in der Rente vielleicht nichts mehr sparen willst oder brauchst, in "Urlaub" fahren wirst Du wahrscheinlich auch dann noch wollen, "Anschaffungen" können auch dann noch anstehen usw. Diesen Wert solltest Du mal ungefähr ermitteln bzw. einstellen (und mit einer Inflation von z. B. 2 oder 3 Prozent auf das Jahr 2040 hochrechnen). Und diesen dann Deinem (grob) absehbaren Alterseinkommen gegenüberstellen. Zunächst mal ohne das "freie Vermögen". So würde ich das jedenfalls angehen.

    Selbst ein Einbruch von 10 bis 15 Prozent von dem sich die ETFs nicht erholen ist gefühlt "nicht witzig", oder bin ich da übervorsichtig?

    Nur am Rande aber in dem Kontext: Mein Aktien-Depot (obwohl fast ausschließlich Standardwerte, mit einem zusätzlichen Schwerpunkt auf defensive Werte) hat sich auch schon um 30, 40 und mehr Prozent nach unten bewegt ... Auf mein Gesamtvermögen bezogen natürlich ein viel geringerer Absturz. Aber das sollte man zumindest auf dem Schirm haben in Sachen objektiver aber insbesondere auch subjektiver Risikotragfähigkeit. Zum letztgenannten Aspekt: Es macht - nach meiner Erfahrung und meinen Beobachtungen - nämlich einen Unterschied (objektiv und subjektiv), ob so ein (hoffentlich immer nur temporärer Absturz) in eher noch jüngeren Jahren und der Zeit der Berufstätigkeit mit höheren Einnahmen auftritt - oder in eher späteren Jahren und in der Zeit als "Rentner" mit tendenziell geringen Einnahmen und einem Humankapital das gen Null tendiert. Sollte einen nie von der Anlage in Aktien/ETFs generell abhalten - sollte man meines Erachtens aber mit bedenken und dann in diesem Bewußtsein entscheiden.

    Nur am Rande aber in dem Kontext:

    Du unterliegst hier der Geldillusion. Schon damals war der Realzins (Nominalzins minus Inflation) negativ oder bei nahe 0. Nicht von Nominalwerten täuschen lassen!

    Der sog. "Geldillusion" dürften (sehr bis extrem) viele hierzulande unterliegen - sonst wären die Anlage der Deutschen völlig anders strukturiert: Angefangen von den Billionen € auf Giro-, Spar-, Tagesgeldkonten, in Lebensversicherungen usw. die somit nur in Nominalwerten gehalten werden über die Aktienquote (Beteiligung am Produktivkapital) bis hin zur Wohneigentumsquote/Immobilien (Sachwerte). Daß man sich nicht (ich würde eher sagen nie) von Nominalwerten täuschen lassen sollte, ist - aus meiner Sicht - daher unstrittig zutreffend.

    Schon damals war der Realzins (Nominalzins minus Inflation) negativ oder bei nahe 0

    Diese - nach meinen Unterlagen (beginnend ab 1970) jedenfalls in dieser Pauschalität (sprich Realzins immer Null bzw. immer negativ) nicht zutreffende - Aussage hört man öfter. Zutreffend nach meinen Berechnungen ist: Es gab Phasen in den der Realzins bei Null lag und auch Zeitperioden, in denen der Realzins negativ war sprich mit Bankeinlagen kein Inflationsausgleich mehr möglich war (Phase in den 70ern, Phase Anfang der 90er, Phase in den 2000ern).

    Eine derart lange Phase (überwiegend bzw. ausschließlich) negativer Realzinsen wie seit 2009/2010, die zudem dann im weiteren Verlauf immer noch negativer wurden (zuletzt temporäre Spitzenwerte bis zu minus 6-7 Prozent) war in meine Aufzeichnungen aber nicht auszumachen. Meines Wissens gibt es dazu (Realzinsen) in den Tiefen der Archiven auch eine Berechnung der Deutschen Bundesbank (meine, beginnend ab dem Jahr 1967). Die mir allerdings nicht mehr präsent ist. Vielleicht hast Du da eigene Aufzeichnungen oder einen entsprechenden Link mit anderen Ergebnissen ? Würde mich interessieren.

    Dazu kommt noch: In früheren Jahren bestand (häufig bis meist) die Möglichkeit über sog. Illiquiditätsprämien (sprich einem längeren Verzicht des Zugriffs auf seine Mittel - vereinfacht gesagt = Geld mit längerer Laufzeiten (z. B. beim Festgeld) anlegen) den Realzins wenigstens auf Null zu stellen oder leicht darüber. Auch dies war in der Zeit ab 2010 - nach meinen Aufzeichnungen jedenfalls - in praxi so gut wie ausgeschlossen. Mit allen risikoarmen Anlagen jedenfalls