Beiträge von Newb

    Ihr könnts nicht erklären. Weil es keine Logik hat, was gepostet wird.

    Es geht vor allem darum, zu "begründen", dass der, der den Vorteil hat, ihn behalten soll. Und das sind meist nicht die Frauen.

    Das was Du schreibst, ist einfach nur grober Unfug. Und Du hast ein wirklich befremdliches Frauenbild, wenn Du meinst es ginge auch nur einer Frau dadurch besser, dass das Haushaltsnetto niedriger ist, nur weil die Frauen zu doof wären den Unterschied zwischen Einkommenssteuer und Lohnsteuerklasse zu verstehen.

    Und wieder werden die Steuerklassen mit dem Splitting vermischt. Noch einmal, damit es vielleicht endlich mal jeder versteht:

    Es ist Piep egal, ob man in der Kombination IV/IV oder III/V unterwegs ist. Die Steuerlast ist für das Ehepaar bei gemeinsamer Veranlagung identisch.

    Das was er geschrieben hatte, war aber nicht falsch, auch wenn er vermutlich meinte, dass es jedem frei steht, die Einzelveranlagung zu wählen, auch wenn es ungünstiger ist.

    Nein, das sind natürlich nicht die einzigen, die vom Splitting profitieren. Und nenn es gerne provokativ, aber manche Vergleiche sind durch Extreme einfach verständlicher.

    Grundsätzlich geht es mir schlichtweg darum, dass man zwischen zwei Arten von Profiteuren des Ehegattensplittings unterscheiden muss. Auf der einen Seite gibt es die Gruppe derer, bei denen auf Grund einer Lifestyle-Entscheidung auf ein zweites Einkommen verzichtet wird, ohne dass es dafür einen rationalen Grund (wie z.B. Kinder) gibt. Auf der anderen Seite gibt es die Gruppe, bei denen gerade wegen der Kinder einer nicht oder nur deutlich weniger arbeiten kann. Hier wird also der bezahlte Job (teilweise) gegen unbezahlte Care-Arbeit getauscht. Klar wird hier auch vom Splitting profitiert, es hat aber einen objektiv nachvollziehbaren Grund.

    Und Fall 3. Ein Partner findet einfach keinen Job.

    Und Fall 4. Es geht Dich einfach garnix an, warum wir uns innerhalb unserer Ehe für eine Aufteilung entschieden haben. Ich möchte nicht mehr Steuern zahlen, als ein anderes Ehepaar mit gleichem Familieneinkommen, dass sich für eine andere Aufteilung entschieden hat.

    Und noch einmal: es wurde hier gesagt, Ehegattensplotting wäre nur ein Steueraufschub. Ich lese in den Medien, dass es Steuerersparnis ist. Hat bis jetzt niemand verständlich erkläten können. Heisst, es geht um Pfründe schützen zu Lasten derer, die Carearbeit übernehmen.

    Ich glaube das Problem liegt hier eher bei Dir. Sry, das sind absolute Basics und nachdem es Dir jetzt hier X mal erklärt wurde, könntest Du es auch einfach mal selber googlen.

    Da der Arbeitgeber des einen Ehepartners nicht weiss, was der andere Ehepartner verdient - und es geht ihn auch nix an - gibt's hier allerdings ein paar technische Hürden zu überwinden. Ggf. auf dem Level der Steuerklasse (oder vergleichbar). Glattziehen müsste man das dann mit der Steuererklärung o.ä. . Das müsste man dann aber hierfür verpflichtend machen. Nicht jeder macht eine Steuererklärung.

    Ja, insbesondere da man ja schlecht einen AG verpflichten kann, für den Ehepartner auch Arbeitgeberbeiträge zu zahlen.

    Wenn man das zu Ende denkt: Die nicht erwerbstätige Hausfrau müsste dann Beiträge zahlen? Nichts dagegen.

    Ich hab das nicht zuende gedacht. Nur mein Fairness Gefühl sagt mir, wenn man Einkommen splittet, dann nicht nur auf die Lohnsteuer bezogen, sondern auch auf KV, SV und insbesondere Rentenversicherung. Man tut einfach komplett so, als würde jeder die Hälfte verdienen.

    Was tatsächlich unfair am Ehegattensplitting ist, ist das man insbesondere aufgrund der Beitragsbemessungsgrenze mehr raus hat, wenn man bspw. 120/0 verdient im Gegensatz zu 60/60.

    Das "innerhalb der Ehe" stimmt so nicht, "der Ehe als Ganzes" trifft es wohl eher.

    Jaja, fällt mir schwer zuzugeben, aber da hast Du natürlich Recht.

    Steuerlich werden (abgesehen von der Vorauszahlung als Lohnsteuer) die Eheleute als eine Person gesehen. In den Zweigen der Sozialversicherung sieht das anders auch.

    Auch da hast Du Recht. Ich hatte das schonmal hier irgendwo geschrieben, dass ich durchaus finde, dass man auch bei den Sozialversicherungsleistungen splitten sollte. Auch wenn das etwas radikal ist, und ich nicht weiss, was man mit dem AG Anteil macht.

    Gegenfrage: Wieso schafft der Staat das komischerweise bei diversen Sozialleistungen genau dies zu prüfen - Stichwort "Bedarfsgemeinschaft"? Wieso muss jemand für den unverschuldet arbeitslos gewordenen Partner, der anschließend keinen neuen Job findet und in die Grundsicherung rutscht, finanziell mit einstehen, obwohl man nicht verheiratet ist? Wieso wird also eine nicht eheliche Lebensgemeinschaft schlechter gestellt als vergleichbare ledige Personen, ohne die Vorteile einer Ehe zugesprochen zu bekommen?

    Du hast hier einen Punkt, das ist nicht fair geregelt und das kann man anders sehen. Ich denke, wenn man das Splitting für alle öffnet, bilden sich Steuerspar-WGs, die sich jederzeit wieder auflösen können. Nur bei der Ehe hat der Staat eine einklagbare Garantie, dass die Partner füreinander einstehen. Per Unterhalt sogar über die Trennung hinaus.

    Ich bin für ein Familiensplitting (oder wie man es nennen will) ganz unabhängig davon, ob die Eltern verheiratet sind oder nicht. Ob nun ein Elternteil verwitwet ist, geschieden oder nie verheiratet war, finde ich ziemlich egal. Kinder werden steuerlich nicht ausreichend berücksichtigt, was dazu führt, dass Alleinerziehende häufig am Rande der Armutsgrenze leben. Wer es mit dem Schutz von Familie und Ehe ernst nimmt, sollte den dringenden Handlungsbedarf an dieser Stelle erkennen. Leider kann der Finanzministier nicht ersatzlos auf Einnahmen verzichten, weshalb es aus meiner Sicht fair und geboten ist, übermäßige Vorteile beim Ehegattensplitting zu reduzieren zugunsten der Kinder.

    Ich selbst habe als ungewollt kinderlos stets vom Ehegattensplitting profitiert. Da ich aber Vollzeit gearbeitet habe, war der Vorteil monetär durchaus übersichtlich.

    Ich finde man sollte hier trennen. Beim Ehegattensplitting geht es um die gerechte Besteuerung innerhalb der Ehe unabhängig von der Aufteilung der Arbeit.

    Will man Kinder fördern, ist das Familiensplitting der falsche Weg, da man hier Familien mit niedrigen Einkommen viel weniger fördert als hohe Einkommen.

    Also ich habe den Artikel von HJT gelesen und gehe nicht komform. Er redet von einem Problem, und erklärt dann eine Beseitigung wäre ganz einfach möglich.

    Ehegattensplitting abschaffen sagt er wohl, aber dann kommt einmal der Punkt "Familiensplitting". Man kann das selbe wie bisher auch etwas verändern und ganz anders benennen.

    Eine Reform der Steuerklassen und ein Wegfall der Steuerklassen III und V kann 90% von den Ungereimtheiten in der Ehegattenbesteuerung beseitigen.

    Das Steuerklassen nicht zur Diskussion stehen und abgeschafft gehören, steht glaube ich hier garnicht zur Diskussion.

    Er beschreibt Familiensplitting (ohne die Ausgestaltung zu beschreiben) um am Schluss zu sagen, Ehegattensplitting gehört abgeschafft. Und Familiensplitting steht aktuell politisch ja nicht zur Diskussion und ist auch ein schlechtes Argument gegen Ehegattensplitting. Denn was ist denn der Unterschied zwischen Familiensplitting und Ehegattensplitting, wenn man keine Kinder hat?

    Hat er doch gut beschrieben.

    Das Steuerklassen abgeschafft gehören, steht nicht zur Diskussion. Ansonsten hat er quasi kein Argument gegen das Ehegattensplitting gebracht. Außer, dass dies zu weniger Arbeit von Frauen führe und dann zu weniger Rente.

    Das ist absolutes Unsinns Argument. Das bedeutet eigentlich nur, wenn wir stärker besteuern, müssen alle mehr arbeiten um mehr Rentenpunkte zu sammeln und Familien haben weniger Zeit um sich um ihre Kinder zu kümmern.

    Ich behaupte, dass Frauen dann nicht mehr arbeiten, sondern einfach weniger für die Rente privat zurücklegen können. Das wäre zumindest bei uns der Fall.

    Bei der Abschaffung des Ehegattensplittings wird die ganze Zeit unterstellt, dass jeder direkt einen Job findet oder mehr Stunden arbeiten kann. Das gibt der Arbeitsmarkt derzeit doch garnicht her. Der Langzeitarbeitslose der von seiner Ehepartnerin versorgt wird, hat dadurch keinen Rentenpunkt mehr, sondern einfach nur weniger Geld zur Verfügung.

    Ich kenne eine Krankenschwester und , die seit 25 Jahren verheiratet sind und immer das gleiche verdienen. Sie arbeiten Krankenhaus.
    Die beiden haben doch niemals irgendeine staatliche Förderung für die Ehe bekommen….

    Wir drehen uns dann irgendwann im Kreis. Aber bleiben wir doch mal bei dem Beispiel. Jetzt möchte das Krankenpflegerpaar die Stunden reduzieren. Warum ist Deiner Meinung nach gerechter, dass diese bei 30 Stunden und 30 Stunden Aufteilung weniger Steuern zahlen als bei einer Aufteilung von 40 und 20 Stunden die Woche?

    Warum wird dieser sachlich falsche Satz so oft wiederholt?

    Ich hab eben das gleiche geschrieben und Dir ein Danke da gelassen. Aber ganz falsch ist der Satz tatsächlich nicht. Die Beitragsbemessungsgrenze führt dazu, das unter Einbezug der Sozialversicherungen das Paar mit 120k/0k € netto erstmal ca. 4k mehr in der Tasche hat, als ein Paar mit 60k/60k netto.

    Natürlich hat man auch entsprechende Nachteile bei der Rente.

    Also komme ich zu dem Schluss, wenn man reformierten will, sollte man hier ansetzen auch auch die Sozialbeiträge splitten. Allerdings hab ich keine Ahnung, wie man das mit dem AG Anteil machen würde. Das würde auch hervorragend zu dem Parallelthread passen, bei dem es um die GKV Beiträge geht.

    Und durch das Ehegattensplitting in der gegenwärtigen Form wird das nicht getan?

    Da das Ehegattensplitting jede Verteilung der Arbeitszeit (zumindest bei angenommenem gleichem Stundenlohn) steuerlich gleichstellt, tut es das genau nicht.

    Nebenbei: Die Anwesenheit der Versuchung prüft den freien Willen, schränkt ihn aber nicht ein.

    Beeinflussen und einschränken sind auch zwei unterschiedliche Dinge.

    Das Problem dabei: Diese beiden Regelungsbereiche folgen unterschiedlichen Logiken.
    Das Ehegattensplitting ist eine einkommensteuerliche Regelung, die an der Leistungsfähigkeit des Haushalts ansetzt und historisch das Einverdienermodell begünstigt.

    Und das ist aus meiner Sicht einfach falsch und verfälscht die Diskussion. Das Einverdienermodell wird nicht begünstigt, sondern lediglich dem Zweiverdienermodell gleichgestellt.

    Zweitens: Das Ehegattensplitting setzt falsche Anreize bei der Arbeitsverteilung. Typisch ist das Modell „ein Partner Vollzeit, der andere Teilzeit“ – oft in der klassischen Konstellation 40 Stunden zu 20 Stunden. Steuerlich wird genau dieses Ungleichgewicht begünstigt. Eine gleichmäßigere Aufteilung, etwa 30/30, wäre hingegen sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich sinnvoller.

    Bringt es uns gesellschaftlich weiter, wenn der Bürokaufmann jetzt 10 Stunden mehr arbeitet und die promovierte Ingenieurin 10 Stunden weniger?

    Was dabei häufig unterschätzt wird: die langfristigen Folgen für die Altersvorsorge. Wer über Jahre hinweg in Teilzeit arbeitet, sammelt deutlich geringere Rentenansprüche. Das wird oft erst spät sichtbar – etwa bei Trennungen oder im Rentenalter. Viele Frauen stehen dann vor erheblichen finanziellen Problemen, obwohl sie über Jahre hinweg familiäre Arbeit geleistet haben.

    Das ist eine Entscheidung die ich gerne mit meiner Frau innerhalb der Ehe treffen würde. Bei Trennungen gibt es Regeln zum Zugewinnausgleich. Ich glaube nicht, dass Familien dann mehr arbeiten. Wir würden einfach weniger konsumieren und weniger für die private Altersvorsorge zurücklegen.

    Schwieriges Thema bei dem es letztendlich kein Richtig und kein Falsch gibt. Es ist eine Frage von Gerechtigkeit und die kann bei einem progressivem Steuersystem nur subjektiv beurteilt werden.

    Meine persönliche Meinung ist, wir müssen für einander Sorgen, auch wenn einer nicht arbeiten kann. Bspw. weil einer einfach keinen Job findet. Und da fände ich es schon ungerecht, wenn meine Frau oder ich mit einem Einkommen 2 Personen versorgen müssten, aber den Steuersatz eines Singles zahlen.

    Und jetzt während der Elternzeit wäre das zwar nicht unser finanzieller Ruin aber es würde uns weh tun. Ich verdiene gut und will nicht jammern, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir uns ohne Ehegattensplitting ein drittes Kind geleistet hätten, wenn man bedenkt, dass die ersten 1.000€ im Monat schon für die Kinderbetreuung der ersten beiden Kinder weg sind.

    Obwohl ich mich eher als linksgrünversift bezeichnen würde, habe ich bei diesem Thema wirklich Bauchschmerzen.

    Ich kann den Gedankengang nachvollziehen. Habe darüber bei uns ähnlich nachgedacht. Wir haben das so organisiert, dass wir beide jeweils gleich viel netto zur Verfügung haben obwohl ich deutlich mehr verdiene. Gleichzeitig spare ich auf "mein" Depot deutlich mehr als sie auf ihres. Hinzu kommt, dass ich mit deutlich mehr Humankapital in die Ehe gekommen bin und man argumentieren könnte, dass das ja gar kein Zugewinn, sondern nur eine Umwandlung ist. Daher würde es mir im Falle einer Scheidung gehörig stinken, von "meinem" Depot was abzugeben.

    Aber: Als wir beim Standesamt waren, waren mir die Rahmenbedingungen alle bekannt. Da hätte ich das regeln müssen. Hab ich nicht, also ist es auch nicht "mein" Geld was mehr ist, sondern unser Geld, von dem ich nur einen größeren Teil auf meinem Depot verwalte und unser Geld, dass sie mehr verkonsumiert.

    Zum moralischen und rechtlichen wurde einiges gesagt. Meist ist es am einfachsten, man akzeptiert, dass die rechtliche Sicht auch die moralisch richtige ist, da es sonst nicht die Eine Sicht auf die Dinge gibt.

    Es geht Deinem Mann auch vermutlich weniger um die rein finanzielle Sicht. Sondern darum, nicht zu verlieren. Als Mann muss ich leider gestehen, dass ich bei Trennungen (nicht Ehen) mich in dem Moment auch nicht immer fair verhalten habe. Aber da ging es eigentlich um verletzten Stolz (ich weiss nicht wie ich es besser ausdrücke) Macht und Angst vor Kontrollverlust. Das braucht aber ein paar Jahre, bis man das selber reflektieren kann. Aber egal, was mir damals angeboten worden wäre, ich hätte es immer als ungerecht empfunden und nen anderen Grund zum streiten gefunden. Daher ist mein Rat, dass Du dich auf keinen Kompromiss einlässt, sondern einfach auf Deinen Anteil bestehst.

    Sollte wir uns mal scheiden, werde ich das vermutlich ganz anders sehen ;).