In Wahrheit sind der überragende Teil einfach Minderheiten die nicht (Vollzeit) Arbeiten können. Gesundheitlich eingeschränkte und Alleinerziehende zum Beispiel um nur zwei große Gruppen zu nennen.
Stimmt, es zählt immer nur das hier und jetzt ab heute, die Tage und Jahre davon sind irrelevant.
Aber gegen wen von diesen Gruppen wird "getreten"? Diesen Gruppen wird m.W.n. nichts weggenommen, nur weil sie die Grundsicherung (oder eine Aufstockung) benötigen.
Wer als Vollbeziehern (also nicht als Aufstocker) zu dämlich ist, einen zuvor vereinbarten Termin ohne Attest wahrzunehmen, soll aber trotzdem weiter ohne Sanktionen seinen 365 Tage Urlaub im Jahr finanziert bekommenn?
Von der Kürzung der Rücklagen als frei verfügbares Vermögen o.Ä. sind wohl nur Neubezieher betroffen, die nicht zum Kreis der Personen gehören, die keinen 2000€ Notgroschen aufbauen konnten. Warum soll man denen dann, nach ALG oder Krankengeld nicht zumuten, ihre Lebenshaltungskosten erst einmal selber zu bestreiten, wie man das bei jedem in der selben Lage, der "leider" ein paar Tausender zu viel angespart hatte, auch gefordert hat?
Kann von euch wirklich jemand gut damit schlafen das denen noch was weggenommen wird?
Keine Ahnung, wovon Du sprichst. Die neue Vermögensgrenze von 10.000€ anstatt 40.000€ für eine frei verfügbare Rücklage im Depot? Die mögliche Kürzung des Bezuges, wenn man einen zuvor vereinbaren Termin ohne driftigen Grund nicht einhält? Wie soll man die Leute sonst sanktionieren, wnen sie sich an simpele Regeln nicht halten? Wenn man sowas einfach ignoriert, kann man das BG gleihc als BGE definieren.
Wie kann man denn so unreflektiert nach unten treten?
Weil für mich die derzeitigen Diskussionen um Rentenkürzungen genauso unreflektiert sind. Die Konsequenzen für ihre Rente aus ihrem Handeln in der Vergangenheit sind allen Personen in rentennahen Jahrgängen seit >30 Jahren bekannt, viele der zukünftigen Bezieher haben sogar noch Rentengeschenke erhalten, mit denen sie anfänglich nicht rechnen konnten.
Wiederholen neoliberaler Narrative bringt einem auf nen Stammtisch vielleicht applaus, dachte aber das Niveau liegt hier etwas höher.
Ich möchte einfach, dass ich die über >35 Jahre von mir persönlich erarbeitete und (zwangsweise sowie freiwilig) zugesagte bzg. angesparte Altersvorsorge auch selber nutzen darf. Und das ohne alle paar Jahre wieder vor grundlegend schlechtere Bedingungen gestellt zu werden (womit ich explizit nicht ein allgemeines Herabsetzen des Rentenniveaus meine, das war seit 2005 absehbar), nur weil ich so blöd war, mein Leben seit der Jugend auch darauf auszurichten.
Außerdem wird das Einsparpotenzial massiv überschätzt.
Selbst ohne Einsparpotential wäre die Umstellung für mich auch ok. Mir geht es um gleiche Bedingungen für alle, die staatliche Leistung beziehen. Wenn Deutschland ein BGE möchte, dann soll das irgnedwie finanziert werden und für alle (unabhängig vom sonstigen Einkommen) gezahlt werden.
Wenn es aber eine Hilfe zum Überleben ist, falls man dieses selber nicht finanzieren kann, dann steht sie auch nur denjenigen zu und es sind gewisse Regeln/Gesetze dabei einzuhalten.