Wie würdest du persönlich es denn an meiner Stelle konkret machen?
Ich habe keine Familie, habe lange mit dem Defekt meines Autos (Fahrten alle zwei Monate 400-650km eine Richtung) gerechnet und mir war klar, dass der zweite Getriebedefekt nach 16 Jahren das wirtschaftliche Ende der Autos bedeutet. Die Kosten eines Nachfolgers hatte ich auch schon grob ermittelt. Und dieses Geld lag dann auf dem TG oder wäre durch Umleitung der Sparrate bis zum Kauf des Nachfolgers aufbringbar gewesen. Ich habe den PKW nicht zwingend für den Job benötigt und die erwähnten Fahrten wären zur Not auch mit ÖPNV und/oder Mietwagen möglich gewesen.
Wie das bei Dir ist, weisst nur Du. Z.B. sowas wie der Verdienst in der Problezeit und danach, Kosten für die doppelte Haushaltsführung oder die Sicherheit des neuen Jobs. Finanziert sich das alle aus den laufenden Familieneinnahmen oder ist mit "mal eben" mit ein paar Tausender zusätzlich zu rechen, weil Partnerin/Kinder auch ungeplante Ausgaben haben könnten.
Steuerliche Betrachtung: davon habe ich schlicht keine Ahnung und ich werde mich auch nicht in Produkte einlesen, die für mich als AN niemals in Frage kamen. Ich habe nur für "meine" Produkte die denkbaren Ergebnisse (heute und auch zu Rentenbeginn) per Excel grob überschlagen und dann meine Entscheidung getroffen.
Etwas plakativ (da außer Dir niemand Deine Situation kennt): was geschieht, wenn Du in den kommenden Jahren zwingend das Geld benötigen würdest (längere Krankheit eines Familienmitgliedes, erneuter Jobverlust oder was man sich da noch alles ausmalen kann). Ist es Dir dann egal, dass das Geld gebunden ist weil die Steuerersparnis (wenn sie bis zur Auszahlung erhalten bleibt) wichtiger ist?
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Wie viel Liquidität würdet ihr bei unsicherem Zeithorizont zurückhalten?
Eher mehr wie zu wenig. Was bringen mir ein paar Prozent erhoffer Gewinn gegen den (wohl von Dir) befürchteten Börseneinbruch im selben Zeitraum, wenn ich (oder die Familie) das Geld kurzfristig benötige? Mir bringt das nichts, ich kenne aber ca. 99% Deiner potentiellen familiären Einnahmen und Ausgaben nicht.
Genauso würde ich das Geld, das fürs Alter geplant ist, sofort und einmalig in den FTSE All-World stecken. Und ja, ich lag ab Ende 2021 nach der Umschichtung meiner Rücklagen in ETFs (mit Anfang 50) 2 Jahre im Minus. Was solls, das Geld war niemals für anderes wie meine Altersabischerung gedacht.
Aber da Dir schon die Anpassung der monatlichen Sparate zu aufwändig war (so interpretiere ich Deine Aussage), wäre es mir dies bei einem gesplitteten Einstieg erst recht. Was, wenn der Markt in der Zeit noch weiter steigt. Ärgerst Du Dich dann über die vertane Chance? U.U. hängt aber der Haussegen schief, wenn der Markt fällt und Du mit dem Splitten eine Überrendite erhalten hättest?
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Wäre ein ETF-Einmalbetrag trotz möglicher Autokosten sinnvoll – oder besser gestaffelt investieren?
Für mich nicht, ich kaufe aber auch kein Auto für 50-60k€ oder befürchte sonstige Ausgaben in der Höhe. Genauso, wie ich nur meine Rücklagen vor Erhalt der Abfindung kenne und diese in die Aufteilung mit einrechnen würde.
Ein paar tausender (sorry, wenn das abwertend klingen mag, 1-2k€ im Jahr für Inspektion, Reparatur oder neue Räder waren bei mir mit dem vorherigen Auto eher normal) müssen für mich immer fürs Auto übrig sein, wenn ich auch nur ansatzweise darauf angewiesen bin.
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Deshalb suche ich jetzt eine langfristige, einfache Struktur, bei der ich nicht ständig nachjustieren muss.
Was stört an der Nachjustage? Der monatliche Blick aufs Girokonto und der Griff zu App, den Sparplan anzupassen? Ich hatte die letzten 4 Jahren nahezu nie eine fixe Sparrate. Ich habe aber keine Familie oder eine Partnerin, die mir dabei ggf. reinfunkt und übriges Geld am Ende des Monats lieber ausgeben wie anlegen möchte.
Blieb mehr Geld übrig wie geplant oder gab es absehbare Mehrausgaben im kommenden Monat, dann wurde der Sparplan angepasst.
Komme da eigentlich noch mehr neue Details?
Ob die kommen oder nicht, ist m.M.n. egal. Er spricht von Familie und doppelter Haushaltsführung (so interpretiere ich das Pendeln alle 2-4 Wochen). Alleine dazu müsste er ganze Kapitel schreiben, um den Einsatz der Abfindung irgendiwe sinnvoll durch fremde planen zu können.