Notgroschen / Reserver richtig planen

  • Hallo,

    mich würde mal die Meinung hier um Forum interessieren bezüglich des "Notgroschen" (Reserve für den Ernstfall) und "Komfortreserve" (Reserve für Kosten die relativ vorhersehbar immer wieder kommen wie neues Auto, Renovierung,...).


    Momentan handhabe ich das so:

    1. Aktien-ETFs und Einzelwerte: Langfristig, will ich eigentlich nie aus äußeren Zwängen heraus verkaufen müssen

    2. Notgroschen: 10k Girokonto, 10k auf dem Tagesgeldkonto (zusätzliche bespare ich noch monatliche ein zweites Tagesgeldkonto für den jährlichen Urlaub)

    3. Komfortreserve: 10k in einem Geldmarkt-ETF (LU0290358497) und 10k in einem Anleihen ETF (LU1109941689) der etwas mehr abwirft als der Geldmarkt-ETF aber trotzdem relativ stabil und vorhersehbar ist.


    Wenn ich aus den Töpfen 2 und 3 was entnehme versuche ich die einzelnen Positionen relativ schnell wieder auf die 10k zu bekommen. Werden sie größer schichte ich den Überschuss in meine erste Position (Aktien-ETFs und Einzelwerte) um.

    Auf der einen Seite fühle ich mich damit sehr komfortabel, da ich aus den in Summe 40k jederzeit ein neues Auto, eine größere Renovierung etc finanzieren kann ohne Werte aus der ersten Position (Aktien-ETFs und Einzelwerte) entnehmen zu müssen. Auch der Ernstfall wie Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit, etc kann erstmal ganz gut überbrückt werden.

    Auf der anderen Seite schaue ich auch immer wieder auf die Wertentwicklung und vergleiche sie z.B. mit dem meines MSCI All-World ETFs und frage mich ob ich nicht zu vorsichtig bin und die Töpfe 2 und 3 nicht kleiner halten sollte.

    Was meint ihr? Wie macht ihr das? Ist eure Reserve nur 3-6 Monatsgehälter für den absoluten Notfall und den Rest investiert ihr möglichst Gewinnbringend? Mit den "Nachteil", dann mal spontan ETFs / Aktien verkaufen zu müssen wenn z.B. das Auto kaputt geht? Oder hält ihr auch eine größere "Komfortreserve" vor?

  • Hinter minem Giroknto liegt nur ein Nettomonatsgehalt zuzüglich einer schwankenden Reserve für unterjährige Einmalkosten auf dem Tagesgeldkonto.

    Das Giro fahre ich hart an der Null, da bei mir fast alle Ausgaben geplant erfolgen. Etwage ungeplanten Ausgaben fängt eine echte Kreditkarte auf.

    Der Notgroschen ist zum Teil im Geldmarkt-ETF angelegt. Die andere Teil wandert von Aktionszins zu Aktionszins. Aufteilung etwa 50/50.

    Die Höhe des Notgroschen orientiert sich an einem mehrjährigen Verdienstausfall.

  • Einen Renditeteil in Aktien hauptsächlich mittels ETF.

    Einen liquiden Teil, der keine Rendite über den üblichen kurzfristigen Zinsen bringen muss.

    Dann so aufteilen das du damit zurecht kommst.


    Mir wären das Zuviele Töpfe, aber jeder macht mit seinem Geld was er für richtig hält.

    Einfachheit gewinnt langfristig.

  • Interessant, bei uns läuft es so:

    1. Aktien ETF‘s Sparplan als langfristige Investitionen, die wird erst zur Rente fällig

    2. Geldmarkt ETF als Sparrate für ein neues Auto in ~5–7 Jahren

    3. Geldmarkt ETF als Sparrate für Ablösung Hausdarlehen in 5 Jahren und Rücklage

    4. mind. 10 K und maximal 15K Notgroschen auf Tagesgeldkonto (ohne hopping) plus Sparrate für jährlichen Urlaub

    5. ca. 2.000 € Bestand auf Girokonto wenn der Monat mal teurer wird (KFZ Versicherung, Steuervorauszahlung, Kinder Schulreise etc.)

  • Auf dem Girokonto halte ich mich selber "knapp", bevor ich es noch ausgebe. Einen Topf habe ich in mittelfristigen Anleihen falls eine größere ungeplante Reparatur am Haus anfällt. Alles weitere was ich liquide haben will (geplante Ausgaben und laufende Entnahme) habe ich in einem Geldmarktfonds.

  • Was meint ihr? Wie macht ihr das? Ist eure Reserve nur 3-6 Monatsgehälter für den absoluten Notfall und den Rest investiert ihr möglichst Gewinnbringend? Mit den "Nachteil", dann mal spontan ETFs / Aktien verkaufen zu müssen

    Selbst eine Reserve von "nur" 3-6 Monatsgehälter kann je nach Einkommen schon eher zu hoch sein, erst Recht, wenn die Inflation den Wert dieser Reserve langsam aber sicher mindert.

    Ich habe über drei verschiedene Kreditkarten einen Verfügungsrahmen von etwa 20.000 Euro. Das ist eine "Notreserve" die mich erstmal überhaupt nichts kostet und auch keine Opportunitätskosten hat, so dass ich mehr Geld in den ETF-Sparplan schieben kann.
    Teuer wird diese Notreserve erst, wenn ich die Umsätze nicht innerhalb der Frist zurückzahle und hohe Zinsen zahlen müsste. Aber bei der einen Kreditkarte kann ich sogar kostenlos (ohne Zinsen und Gebühren) Geld aufs Konto überweisen und somit theoretisch Schulden-Ping-Ping machen, ohne Zinsen zahlen zu müssen.

    Zitat

    wenn z.B. das Auto kaputt geht? Oder hält ihr auch eine größere "Komfortreserve" vor?

    Wir leasen/kaufen Autos nur noch für einen begrenzten Zeitraum, inklusive Garantieverlängerung. Das verringert die Wahrscheinlichkeit deutlich, mit solchen Dingen konfrontiert zu werden.

  • mich würde mal die Meinung hier um Forum interessieren bezüglich des "Notgroschen" (Reserve für den Ernstfall) und "Komfortreserve" (Reserve für Kosten die relativ vorhersehbar immer wieder kommen wie neues Auto, Renovierung,...).

    Da gibt es keine richtige Lösung. Es hängt zu sehr von der persönlichen Situation und deinen Präferenzen ab. Hast du ein Eigenheim oder bist du Mieter? Wie alt ist dein Auto und wie teuer wäre ein adäquater Ersatz, wenn du morgen einen Unfall mit Totalschaden hast? Mancher ist bereit, im Zweifelsfall auch Aktien mit Verlust zu verkaufen, mancher will das auf keinen Fall.

    Ich würde mir hier einen bestimmten Betrag ausdenken und den für alles zusammen, also Notgroschen und planbare Rücklagen, auf ein Tagesgeld/Geldmarktfonds werfen. Wenn absehbar ist, dass demnächst größere Anschaffungen anstehen, kann man den Topf auch erhöhen.


    Wir leasen/kaufen Autos nur noch für einen begrenzten Zeitraum, inklusive Garantieverlängerung. Das verringert die Wahrscheinlichkeit deutlich, mit solchen Dingen konfrontiert zu werden.

    Wobei neuere Autos halt entsprechend höheren Wertverlust mit sich bringen. Das dürfte nur selten günstiger sein als ein altes Auto mit entsprechender Rücklage. Wertverlust wird allgemein massiv unterschätzt, auch die Leasingkosten. Ich kann jedem nur empfehlen, sich das auf den Kilometer auszurechnen und sich nicht von irgendwelchen Leasingfaktoren relativ zu Mondpreisen oder vermeintlich niedrigen Monatsraten in die Irre führen zu lassen.

    So ein Corsa für 120€/Monat kommt unschuldig daher, aber kostet dann schnell mal an die 40c/km nur fürs Leasing. Zuzüglich Versicherung, Steuer, Sprit. Und während der Käufer nach 3 Jahren einen jungen Gebrauchten mit bekannter Historie hat, fängt der Leasingfahrer wieder von vorne an

  • Mancher ist bereit, im Zweifelsfall auch Aktien mit Verlust zu verkaufen, mancher will das auf keinen Fall.

    So haben wir es gehandhabt, als unerwartet eine größere Ausgabe fürs Haus kam, wobei ein Teil mit Verlust verkauft wurde und ein Teil mit nur kümmerlichem Gewinn. Aus den Zeiten eher unstrukturierter Geldanlage war unser Depot ziemlich chaotisch und so war das eine fast schon willkommene Gelegenheit, hier mal aufzuräumen. Pinky, da Du auch Einzelaktien erwähnst: wäre das vielleicht bei Dir auch so? Auch bei Aktien-ETFs gibt es ja welche, die nicht so doll laufen. Wir brauchten damals den Schubs des plötzlichen fünfstelligen Geldbedarfs, um uns von einigen Posten zu trennen, die uns schon lange nicht mehr so richtig gefielen und die wir aus purer Blödheit bzw. Uninformiertheit noch nicht abgestoßen hatten.

    Übrigens würde ich nie 10K auf dem Girokonto lassen, Notfall hin oder her: Auch vor den Zeiten der Gratis-Sofortüberweisung dauerte es höchstens zwei Tage, um Geld vom Tagesgeldkonto aufs Girokonto zu schieben, und inzwischen erfolgt die Gutschrift innerhalb von - keine Ahnung: Sekunden? Minuten? jedenfalls sehr schnell.

  • ...

    Wir leasen/kaufen Autos nur noch für einen begrenzten Zeitraum, inklusive Garantieverlängerung. Das verringert die Wahrscheinlichkeit deutlich, mit solchen Dingen konfrontiert zu werden.

    "Worst case" beim Auto ist ein Unfall und die Versicherungen zahlen (zu Recht oder zu Unrecht) nicht....also muss schnellstmöglich ein fahrbarer Untersatz als Ersatz her...für solche Fälle habe ich ich immer gut 10 k€ für einen ordentlichen Gebrauchten einkalkuliert.

  • pinky letztendlich musst du dich mit deiner Aufteilung wohl fühlen. So wie es ausssieht, bist du eher der sicherheitsorientierte Anleger. 10k auf dem Giro wären mir viel zu viel. Was soll in dieser Größenordnung "spontan und völlig unerwartet" kommen??
    Selbst bei Tagesgeld gibt es mittlerweile die Echtzeitüberweisung. Da wäre dein Konto sekundenschnell wieder aufgefüllt.

    Deine "Komfortreserve" ist eigentlich schon der risikoarme Teil deiner Gesamtanlage.

    Den abschließenden gedanklichen "Kassensturz" musst du alleine machen. Wieviel (schlechtverzinste) Sicherheit brauche ich? Was kann an "größeren" oder "unerwarteten" Ausgaben kommen? Wie hoch können die maximal sein?

    Und wenn es hart auf hart kommt, muss halt ein Teil der ETF (notfall mit einem Minus, das aber mit der Anlagedauer sehr relativ wird) dran glauben.

    Bei meinen schon lange laufenden ETF bin ich teilweise bei 80% im Plus. Ob ich dann mit 50% oder 60% Gewinn (falls doch das Börsentief auf den Verkauf fällt) raus komme, wäre zwar bitter, aber im Notfall grad Wurscht.

  • Wobei neuere Autos halt entsprechend höheren Wertverlust mit sich bringen. Das dürfte nur selten günstiger sein als ein altes Auto mit entsprechender Rücklage.

    Man kann auch neue Autos günstig bekommen oder junge Gebrauchte mit Garantieverlängerung leasen. Zudem war auch nicht die Frage, wie man am günstigsten ein Auto fährt, sondern wie man für sich die Rücklagen plant. Und ich plane eben keine schlecht verzinsten 10k für ein neues Auto oder größere Reparaturen ein.

    Zitat

    Wertverlust wird allgemein massiv unterschätzt, auch die Leasingkosten. Ich kann jedem nur empfehlen, sich das auf den Kilometer auszurechnen und sich nicht von irgendwelchen Leasingfaktoren relativ zu Mondpreisen oder vermeintlich niedrigen Monatsraten in die Irre führen zu lassen.

    Du kannst mir glauben, dass ich das mache. Die vorherigen Autos wurden gekauft und verkauft, daher weiß ich auch, was so was im Monat kostet.


    Zitat

    So ein Corsa für 120€/Monat kommt unschuldig daher, aber kostet dann schnell mal an die 40c/km nur fürs Leasing. Zuzüglich Versicherung, Steuer, Sprit.

    Warum erwähnst du Versicherung, Steuer und Sprit? Die zahlt man, egal ob Leasing oder Kauf genauso, in gleicher Höhe.

    Ich persönlich zahle übrigens schon länger keine KfZ-Steuern, da ich wegen der schon genannten begrenzten Laufzeit auf Elektroautos umsteigen konnte, welche noch sehr lange von der KfZ-Steuer befreit sind. Die Inspektionskosten decke ich aus dem Verkauf der THG-Quote. Die Versicherung kostet genauso viel wie bei einem gekauften Auto. Der "Sprit" kostet mich etwa 25 Cent pro kWh.

    Zitat

    Und während der Käufer nach 3 Jahren einen jungen Gebrauchten mit bekannter Historie hat, fängt der Leasingfahrer wieder von vorne an

    "Bekannte Historie" ist eine schöne Umschreibung dafür dass man sich sicher sein kann, dass demnächst diverse Reparaturen an Verschleißteilen anstehen. Die hiesigen, guten Werkstätten haben keinerlei Stundensätze unter 180 Euro mehr, das würde ich nicht selber bezahlen wollen.
    Da fange ich lieber mit einem neuen oder fast neuen Auto an, wo innerhalb der Laufzeit keine Verschleißreparaturen anfallen und andere Ausfälle durch die Garantie gedeckt sind. Das bedeutet eben eine sehr gute finanzielle Planbarkeit und geringe Opportunitätskosten.

  • Mal ehrlich...welche Verschleißreparaturen hat man? Reifen und Bremsen kann jede Hinterhofwerkstatt und das ist auch nicht allzu teuer. Zahnriemen halten mittlerweile 200 000km, sofern man nicht eine der Fehlkonstruktionen in Öl hat. Vorher macht die Wasserpumpe schlapp, aber auch die hält in der Regel über 150 000km. Für den Durchschnittsfahrer ist das maximal einmal im Autoleben.

    Ich für meinen Teil liege jetzt jenseits der 225tkm und was ich bisher an Verschleißreparaturen reingesteckt habe, dürfte dem Wertverlust eines neuen oder fast neuen Autos in einem guten Jahr entsprechen. Mit 3-4 Autos über diese Laufzeit hätte ich ein Vielfaches an Geld vernichtet.

    Bekannte Historie bedeutet nicht, dass bald die Probleme bald kommen, sondern dass man weiß, dass das Auto ordentlich behandelt wurde. Schonend eingefahren (ich staune immer wieder darüber, welcher Ölverbrauch als normal gilt) und wenig Kurzstrecken. Aber du hast recht, wir schweifen mit der Diskussion über die Autokosten etwas vom Puffer ab.

  • Wie macht ihr das? Ist eure Reserve nur 3-6 Monatsgehälter für den absoluten Notfall

    Was ist schon ein Notfall? Alleine diese Definition ist individuell und hängt für mich nicht nur vom Familienstand ab. Mit Familie, u.U. als Hauptverdiener, sähe meine Allokation vollständig anders aus wie als Single mit einem mittlerweile nahezu unkündbaren Arbeitsplatz.

    Dass mein AG morgen pleite geht oder mich fristlos entlässt, ist nahezu auszuschließen. Also gibt es mind. die Kündigunsfrist (in der Zeit kann ich schon meine Sparrate ins TG umleiten) und danach ALG. Abzüglich Sparrate und ggf. anderen, abstellbaren Kosten, reichen bei mir die ca. 60% des letzten Nettos. War das Netto sehr hoch, fehlt max. die Differenz zwischen ALG und dem aktuellen Netto ohne Sparrate.

    Woher bei mir spontan eine größere Renovierung kommen sollte, weiss ich nicht. Sowas war bisher immer planbar (inkl. der höheren Sonderumlage in 2026 für meine ETW). Von daher muss ich persönlich sowas auch nicht über Jahre/Jahrzehnte auf dem TG vorhalten.

    Spontane Reparaturen bis ein paar Tausender könnten zur Not (wenn der Aktienmarkt gerade extrem im Minus wäre) per Überziehungskredit und Umleitung der Sparrate geleistet werden. Wenn das Geld nach 6 Monaten ausgeglichen wäre, dann kostet mich das derzeit max. 5% p.A.

    Am Ende liegt bei mir aber trotzdem ein niedriger fünfstelliger Betrag auf dem TG, da ich mich mit z.B. 98% Aktieninvest meines umgehend verfügbaren Kapitals nicht wohl fühlen würde.

    Mancher ist bereit, im Zweifelsfall auch Aktien mit Verlust zu verkaufen, mancher will das auf keinen Fall.

    Mancher ist vermutlich auch nicnt bereit, korrekt zu rechnen. Er sieht nur das ATH vor dem Crash und den aktuellen Kurs im Crash. Relevant wäre hier aber der Kaufkurs zum Zeitpunkt des Invests (als die Entscheidung getroffen wurde, das Geld in den ETF und nicht das TG zu investieren) und der aktuelle Verkaufskurs im Vergleich zum Zinsgewinn auf dem TG (immer als Netto nach alle Kosten rechnen).

    Sowas ist für mich auch der Grund, nicht in festen Töpfen (Altersvorsorge, Urlaub, Anschaffungen, klassischer Notgroschen) zu denken.

    Übrigens würde ich nie 10K auf dem Girokonto lassen

    Schon das muss jeder für sich und seine Ausgaben selber sehen. Ich hatte bei meiner Mutter keine Lust, jeden Monat 6-10k durch die Gegend zu buchen, weil die monatlichen Kosten fürs Pflegeheim und sonstiges nunmal so hoch waren, die fixen Einnahmen aber nur ein Bruchteil davon waren und der Rest anfänglich erst nach Erstattung durch die PKV wieder zurück kam.

    .also muss schnellstmöglich ein fahrbarer Untersatz als Ersatz her

    Muss er wirklich her, oder will man nur wieder ganz schnell einen haben? Wobei ich auch spontan keinen PKW für 10k€ kaufen würde.

  • Schon das muss jeder für sich und seine Ausgaben selber sehen. Ich hatte bei meiner Mutter keine Lust, jeden Monat 6-10k durch die Gegend zu buchen, weil die monatlichen Kosten fürs Pflegeheim und sonstiges nunmal so hoch waren, die fixen Einnahmen aber nur ein Bruchteil davon waren und der Rest anfänglich erst nach Erstattung durch die PKV wieder zurück kam.

    Bei pinky gehören die 10.000 Euro aber zum "Notgroschen" und einen Teil des Notgroschens unverzinst liegen zu lassen ist m.E. nachlässig.

    Mir wären das Zuviele Töpfe

    Definitiv!

  • Mancher ist vermutlich auch nicnt bereit, korrekt zu rechnen. Er sieht nur das ATH vor dem Crash und den aktuellen Kurs im Crash. Relevant wäre hier aber der Kaufkurs zum Zeitpunkt des Invests (als die Entscheidung getroffen wurde, das Geld in den ETF und nicht das TG zu investieren) und der aktuelle Verkaufskurs im Vergleich zum Zinsgewinn auf dem TG (immer als Netto nach alle Kosten rechnen).

    Es ist halt nicht so einfach. Bei den meisten Sachen weiß man ja nicht, wann sie kaputtgehen. Kurse ändern sich ständig, auch deutlich. Zinsen ein bisschen weniger, aber immer noch eine Menge. Korrekt rechnen, mit wahrem Verkaufskurs, Steuern und Opportunitätskosten kann man entsprechend nur hinterher. Bei Verkauf mit Verlust wäre auch noch zu berücksichtigen, dass die Verluste zukünftige Steuern reduzieren.

  • Zuerst würde ich folgende Aussage unterstreichen wollen:

    Die Höhe des Notgroschens ist eine extrem persönliche Entscheidung, denn sie ist abhängig von den eigenen Umständen.


    Pinky, wenn du eine bessere Aussage zu der Höhe des Notgroschens haben möchtest, dann solltest du mehr Informationen zur Verfügung stellen (Höhe Einkommen und Ausgaben, Mieter oder Eigentümer, persönliches Sicherheits/Risikoempfinden.)


    Um meine persönlichen "Notgroschen" auch noch mit in den Ring zu werfen: Aktuell ca. 22k € auf einem TG-Konto welches gute Zinsen abwirft. Damit kann ich ca. 9 Monate ohne Einkommen überleben unter der Prämisse, dass ich meinen Sparplan aussetze. Ist relativ viel Geld, gibt mir aber viel Gelassenheit bei der Beibehaltung meines Sparplans. Aus diesem Geld werden dann auch Urlaube bezahlt, ist meistens ein wenig schwankend daher (so im Bereich 18k € - 24k €). Im Notfall könnte ich mir mit dem Geld auch eine neues Auto kaufen, meines ist zwar erst 8 Jahre alt, aber man weiß ja nie (175t km).

  • Ich finde deine Aufteilung grundsätzlich ziemlich durchdacht. Die Trennung zwischen Notgroschen für unerwartete Ereignisse und Komfortreserve für planbare größere Ausgaben ist vielen gar nicht so bewusst.

    Die klassischen Empfehlungen von 3 bis 6 Monatsausgaben als Notgroschen sind eher eine Mindestgröße für den absoluten Ernstfall. Wie groß die Komfortreserve sein sollte, hängt stark von der persönlichen Situation ab. Job­sicherheit, Fixkosten, Familienstand usw.

    Interessant finde ich bei deiner Aufteilung den relativ großen Sicherheitsblock von insgesamt etwa 40.000 Euro, die liquide bzw. relativ stabil angelegt sind. Aus Renditesicht könnte man natürlich argumentieren, dass ein Teil davon langfristig im Aktienmarkt besser arbeiten würde.

    Andererseits hat eine größere Reserve auch einen Vorteil: In ungünstigen Marktphasen muss man nicht an die Aktien-ETFs ran, wenn plötzlich eine größere Ausgabe anfällt (Auto, Renovierung etc.).

    Ich persönlich sehe das deshalb eher als Frage der persönlichen Risikotoleranz: Manche fühlen sich mit drei bis sechs Monatsgehältern wohl, andere schlafen besser mit einer größeren Reserve.

    Solange der Großteil des Vermögens langfristig investiert bleibt und du nicht permanent Liquidität aufbaust, wirkt deine Struktur auf mich eigentlich ziemlich solide.