Mein Bruder und ich verwalten für meine Mutter deren Vermögen und sind uns nicht ganz sicher wie das Kapital in ihrem aktuellen Lebensabschnitt am sinnvollsten verteilt werden soll. Insbesondere bei der Aktienquote herrscht etwas Uneinigkeit.
Die Fakten:
Alter: 75 Jahre, verwitwert
Wohnsituation: alleine im Einfamilienhaus
Gesundheit: Dem Alter entsprechend. Kommt (noch) gut alleine klar.
Vermögen:
- 60k liquide (Giro, Tagesgeld, Geldmarkt, Festgeld <1Jahr)
- 60k ETF MSCI World (derzeit 50% im Plus)
- Immobilie: schwer zu sagen... circa 500k bis 800k
Einkünfte: 3 Renten, in Summe 3.7k
Lasten:
- Gas-Heizung ist 22 Jahre alt. Wir überlegen dieses Jahr auf Wärmepumpe umzusteigen
- Auto ist 14 Jahre alt, aber top in Schuss. Trotzdem etwas das man im Hinterkokpf haben sollte.
Immobilie:
- Einfamilienhaus von aus den 50ern
- nach dem Kauf in den 80ern kernsaniert. Eigentlich immer in Schuss gehalten. Aber die Investitionskurve hat sich in den letzten Jahrzehnten doch abgeflacht...
- ein relativ kleines Haus in einer sehr hochpreisigen Lage. Daher ist fraglich ob das Haus überhaupt einen Wert hat oder nur das Grundstück zählt. Ist hier aber nicht schwerpunkt der Frage.
Die Hauptfrage ist, wie hoch in diesem Alter, bzw in dieser Situation, die Aktienquote sein darf/soll?
Abgesehen von der Heizung gibt es keine direkt absehbaren größeren Ausgaben, also könnte man den ETF weiterlaufen lassen?
Oder 20K ETF für die Heizung verkaufen um das liquide Kapital zu halten?
Andererseits wäre eine Aktienkrise von 10 bis 15 Jahren nicht mehr unbedingt überstehbar vom Lebensalter her.
Also ETF verkaufen? Und dann?
Anderer-andererseits wofür braucht man soviel Geld flüssig überhaupt? Mit der guten Rente wäre der Vermögens-Verzehr relativ gering, auch bei einem teuren Pflegeheim.
Ich bin tendeziell gegen einen Verkauf des ETFs. So wie er steht käme sie selbst bei einem Einbruch von 30% bei null raus. Und im echten Notfall könnten mein Bruder und ich finanziell einspringen.
Fragen über Fragen...
Freue mich auf eure Ideen und Gedanken.