Und schon bin ich nicht mehr "voll" abgesichert. Da liest man komischerweise in keinen Ratgebern was von. Ich zahle also unfassbar viel Geld und bin am Ende vielleicht geringfügig besser dran als ohne BU (dann Bürgergeld).
Ist halt die Fage, ob Du voll abgesichert sein musst/willst. Der eine verlebt die 3000€ jeden Monat, der nächste weiss (trotz höherem Gehalt) bis zur Rente nicht, wofür er (regelmäßig) 3000€ im Monat ausgeben sollte.
Das zweite was irgendwie nie erwähnt wird ist dass das viel Geld ist, das dem Normalverdiener irgendwo anders fehlt. Vielleicht ist so die Immobilie nicht möglich, vielleicht fehlt es bei der Altersvorsorge.
Ich sichere keine Immobilie über die BU ab. Wenn ich wegen BU die gerade erst gekaufte Immobilie wieder abstoßen muss (bei 200% Finanzierung, sonst wären die Raten+alle Nebenkosten nicht bedeutend höher wie eine Miete eines sehr ähnlichen Objektes), dann ziehe ich um.
Bin ich BU habe ich andere Sorgen wie mich über Jahrzehnte um den Erhalt meiner eigenen Immobilie zu kümmern. Aber auch das hängt von den konkreten Gründen ab, warum man BU ist.
Altersvorsorge? Hast Du vor 32 kein eigenes Geld zu verdienen? Ich war erst mit 29 soweit und eines der ersten Dinge, die ich gemacht habe, war eine BU abzuschließen (trotz IT Bürojob). Geld für die Altersvorsorge blieb trotzdem noch übrig, mir war dass wichtiger wie dreimal im Jahr in Urlaub zu fahren. Und genauso wie heute von 3000€ Netto hätte ich 1999 mit vergleichbaren 1600-1800€ keine Familie als Alleinverdiener gegründet.
Oder habe ich sogar irgendwo einen Denkfehler?
Für Dich persönlich wohl nicht. Außer Dir kennt auch niemand Deine persönlichen Umstände. Ich konnte damals wie heute grob abschätzen, wieviel Geld ich zum Leben benötige, ohne mich wirklich arm zu fühlen.
Dann verstehe ich noch nicht ganz wieso man, koste es was es wolle, das (niedrige) Risiko einer existenzbedrohenden BU voll absichern soll.
Wenn das Risiko bei dir so niedrig wäre, müsste der Beitrag für die BU niedriger sein (oder nicht nur "Versicherungen mit Kopf" erzählt vollkommen Humbug).
Ich weiss es nicht, meine BU wäre am Anfang zu niedrig gewesen. Aber dafür hätte sie auch (wenn sie gezahlt hätte) bei bedeutend mehr wie im Fall von 100% EM gezahlt.
Schon damals wurde Vermögen (ETFs/Tagesgeld) auf H4 (oder heute BG) angerechnet. Die BU tut sowas nicht.
Es hat ja Gründe wieso vermutlich weit über 99% der Menschen nicht 100% abgesichert sind.
Ich habe für meinen individuellen Fall noch nie gewusst, warum ich das hätte tun sollen. Genauso wenig, wie mein Notgroschen jemals auf Basis des Nettoeinkommens berechnet wurde und sich meine Rentenlücke auch nicht aus diesem berechnen lässt.
Ich war noch nie in der Situation, dass ich regelmäßig 80-100% meines Netto-Gehaltes im Monat ausgegeben habe (die Monate mit ALG1 zähle ich jetzt mal nicht als Gehalt). Insb. nicht, wenn ich den BU-Beitrag nicht als Ausgabe ansetze.
Ich habe in meinem IT-Beruf nicht damit gerechnet, schon mit unter 40 BU zu werden, Ab Anfang/Mitte 40 hätten dann die BU, zuammen mit dem bis dahin angesparten Vermögen, bis zur Rente gereicht. Ob ich (mit BU, nicht 100% EM) noch in der Lage gewesen wäre, mir eine zusätzliche Einnahmequelle aufzubauen, weiss ich nicht.