Fondsgebundene Rentenversicherung - was tun?

  • Liebes Forum,

    ich hoffe ihr könnt mir eine Entscheidungshilfe zum berühmten Thema fondsgebundene Rentenversicherung geben. Leider habe ich überhaupt keine Ahnung von dem Thema, weshalb es mangels sachkundiger Beratung auch immer geschoben wurde.

    Folgende Situation:

    2008 wurde mir von der damaligen Hausbank eine Versicherung der Vorsorge AG (jetzt Ergo) angedreh... ääh vermittelt.

    Es geht um folgendes Produkt:

    Produkt: VHF01

    Versicherungsbeginn: 2007

    Frühester Rentebeginn: 2045

    Spätester Rentenbeginn:2070

    Ende Beitragszahlungsdauer: 2045

    monatliche Sparrate (wurde nie angepasst): 100EUR (bis jetzt also ca. 22k eingezahlt)

    Rentenfaktor je 10kEUR Fondsguthaben: 24,19 EUR; keine garantierte Altersrente vereinbart

    Folgende 4 Fonds werden nach unterschiedlicher Gewichtung bespart:

    1. Amundi Total Return A EUR AD (D) LU0149168907 – dieser wurde zum 29.8.25 zu Amundi Total Return A2 EUR AD (LU3038663459) verschmolzen (45%)
    2. DWS SDG Global Equities LD (DE0005152466) (15%)
    3. Fidelity Funds European Growth (LU0048578792) (25%)
    4. JPM Global Converibles (LU0129412341) (15%)

    Eine digitale Verwaltung des Vertrages wird leider verweigert.

    Ich sehe folgende Möglichkeiten:

    1. Vertrag sofort kündigen (sagt jetzt mein Bachgefühl) - die "Gewinne" (Rückkaufswert-eingezahlte Beträge) (oder der gesamte Rückkaufswert?) müssen dann voll versteuert (Kapitalertragssteuer, richtig?) werden. Den Erlös würde ich dann in MSCI World ETF oder eine Immobilie investieren.
    2. Vertrag bis Laufzeitende beitragsfrei stellen (hatte ich schon mal in den Jahren 2008 und 2012 vergebens versucht, aber vllt geht das ja jetzt nachdem die Gebühren bezahlt sind)
    3. Einen Fondswechsel vornehmen (ich habe aber keine Ahnung, was ich da nehmen soll und ob in diesem Spektrum überhaupt etwas sinnvolles angeboten wird); zudem gibt es ja das das "Kommunikationsproblem", weil keine digitale Verwaltung akzeptiert wird.
    4. Den Vertrag einfach so weiterlaufen lassen

      Was würdet Ihr tun?

    Vielen Dank schon mal für Eure Tips!

  • Kater.Ka 27. Dezember 2025 um 17:09

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Ich hoffe ihr könnt mir eine Entscheidungshilfe zum berühmten Thema fondsgebundene Rentenversicherung geben. Leider habe ich überhaupt keine Ahnung von dem Thema.

    Ich sehe folgende Möglichkeiten:

    1. Vertrag sofort kündigen
    2. Vertrag bis Laufzeitende beitragsfrei stellen
    3. Einen Fondswechsel vornehmen
    4. Den Vertrag einfach so weiterlaufen lassen

      Was würdet Ihr tun?

    Ich würde mich erstmal schlau lesen, bevor ich Sachen mache, die ich hinterher bereuen würde. :)

    Selbermachen ist bisweilen eine gute Idee, das geht mit Ahnung allerdings besser als ohne.

  • Die Rendite deiner FRV (fondsgebundene Rentenversicherung) ist für 2025 gar nicht mal so schlecht, Perplexity hat 7,5 - 8,5% errechnet (ohne Gewähr) vor TER und Versicherungskosten. Mit Kosten ist aber davon auszugehen, dass die Nettorendite deutlich geringer ist, abhängig von deinem Vertrag.

    Was du tun sollst, hängt also von den Kosten (Abschluss/Verwaltungskosten) und der genauen Vertragsgestaltung (Todesfallschutz, Rentengarantiezeit..) ab. Wie hoch ist deine Steuer in der Auszahlungsphase? Planst du eine lebenslange Rente mit der Versteuerung des Rentenanteils oder liebäugelst du mit einer einmaligen Kapitalauszahlung via Halbeinkünfteverfahren? Bist du bereit anstelle der vier Fonds mit einen Welt-ETF mehr Risiko einzugehen?

    FRV können sich lohnen, wenn die Kosten sehr gering sind (Nettopolicen) und man eine Vorstellung hat, bei welchem steuerlichem Szenario man profitieren könnte. Für die Masse der Verträge gilt dies zugegeben eher nicht und man ist mit einem flexiblen ETF-Sparplan besser bedient, ganz global gesprochen ohne Details zu kennen.

  • Ich würde mir ansehen, welche Fonds oder ETFs überhaupt angeboten werden. Dann kann man entscheiden. Bei der Vertragsdauer ist nur eine aktienbasierte Anlage sinnvoll. Nach 12 Jahren Laufzeit und dem 62. Lebensjahr ist nur die Hälfte der sonst üblichen Steuern fällig. Ob man so lange durchhält, muss jeder für sich entscheiden.

  • Die Rendite deiner FRV (fondsgebundene Rentenversicherung) ist für 2025 gar nicht mal so schlecht, Perplexity hat 7,5 - 8,5% errechnet (ohne Gewähr) vor TER und Versicherungskosten. Mit Kosten ist aber davon auszugehen, dass die Nettorendite deutlich geringer ist, abhängig von deinem Vertrag.

    Was du tun sollst, hängt also von den Kosten (Abschluss/Verwaltungskosten) und der genauen Vertragsgestaltung (Todesfallschutz, Rentengarantiezeit..) ab. Wie hoch ist deine Steuer in der Auszahlungsphase? Planst du eine lebenslange Rente mit der Versteuerung des Rentenanteils oder liebäugelst du mit einer einmaligen Kapitalauszahlung via Halbeinkünfteverfahren? Bist du bereit, anstelle der vier Fonds mit einen Welt-ETF mehr Risiko einzugehen?

    FRV können sich lohnen, wenn die Kosten sehr gering sind (Nettopolicen) und man eine Vorstellung hat, bei welchem steuerlichem Szenario man profitieren könnte. Für die Masse der Verträge gilt dies zugegeben eher nicht, und man ist mit einem flexiblen ETF-Sparplan besser bedient, ganz global gesprochen, ohne Details zu kennen.

    Ich mag Rentenversicherungen generell nicht, und zwar deswegen nicht, weil mir zuviel in ein Päckchen gepackt wird. Da wird einem in den 20ern ein Doppelvertrag aufgedrängt ("Sie müssen etwas für Ihr Alter tun!"), der einen ggf. 70 Jahre bindet. Dabei ist das überhaupt nicht notwendig.

    Wohlgemerkt: Vermögensaufbau ist nützlich und sinnvoll, das gilt für verschiedene Lebensphasen. Aber ein Mittzwanziger sollte sich keine Gedanken darüber machen, was mit ihm mal ist, wenn er 90 ist. Diese Zeit kann niemand überblicken, auch die Versicherungsgesellschaft nicht.

    Betrachte ich die Zeit vom Vertragsabschluß zum Renteneintritt, so sehe ich den Vorteil der Rentenversicherung allenfalls im Sparzwang: Wenn ich einen Vertrag abgeschlossen habe, bediene ich den eher als einen ETF-Sparplan, den man schnell mal aussetzen mag (Diesen Monat nicht, das Auto ist kaputtgegangen!) und dann Monat für Monat einen guten Grund findet, ihn nicht zu bedienen. Da hat die Rentenversicherung echt Vorteile. Wenn aber jemand wirklich diszipliniert mit dem Sparen ist (ich war das immer), fällt dieser Vorteil weg.

    Dann kommt der Ruhestand in Sicht. Ich peile auf mindestens noch 25 Jahre (in denen fast mit Sicherheit die Börse mal runter geht und dann wieder rauf), aber die Rentenversicherung sagt: Mit 65 muß alles in trockenen Tüchern sein, und damit uns auf dem Weg dorthin nichts dazwischenkommt, fangen wir schon mit 60 an, auf Renten umzuschichten.

    Mit 65 ist dann die erste Phase zu Ende; ein Sparvertrag könnte auslaufen, man kann die Rentenversicherung auch (hoffentlich!) mit einer Kapitalabfindung beenden. Mein ETF-Depot würde ich weiterlaufen lassen, vielleicht nicht den Sparplan, denn im Ruhestand verdiene ich ja weniger, aber das Depot würde ich stehenlassen und mir überlegen, was ich davon brauche und wie ich es wohl entspare.

    Du sagst ganz zu Recht: Die Rentenversicherung, über die wir hier sprechen, hat im letzten Jahr eine ganz ordentliche Rendite gehabt. Stimmt. Der ETF-Sparplan hätte aber diese ordentliche Rendite auch gehabt. Wenn wir uns an den Beginn der Leistungsphase denken (oder 5 Jahre vorher), spielt das dann keine Rolle mehr.

    Dann läuft bei mir das ETF-Depot cum grano salis weiter (Über Entsparstrategien haben wir uns hier gelegentlich schon einmal unterhalten). Einen guten Teil der ETFs werde ich in höheres Lebensalter mitnehmen. Die Rentenversicherung aber nicht. Die ist ab 60 oder 65 rein in Festverzinsliche investiert.

    Ich habe hier schon einmal geschrieben, daß ich das Langlebigkeitsrisiko (Hauptverkaufsargument für Rentenversicherungen!) als längst nicht so gravierend erachte, wie es Finanzprodukteverkäufer immer darstellen.

    Wer das anders sieht, kann ja auch noch mit 65 oder 70 oder 75 eine Sofortrente abschließen und bis dahin bei seinen Aktien-ETFs bleiben.

  • Vielen lieben Dank für Eure Antworten bis dahin!

    Bevor ich etwas unternehme, hole ich mir ja im Forum Rat :)

    Ich würde mir ansehen, welche Fonds oder ETFs überhaupt angeboten werden. Dann kann man entscheiden. Bei der Vertragsdauer ist nur eine aktienbasierte Anlage sinnvoll. Nach 12 Jahren Laufzeit und dem 62. Lebensjahr ist nur die Hälfte der sonst üblichen Steuern fällig. Ob man so lange durchhält, muss jeder für sich entscheiden.

    Ja, für ein Alternativangebot müsste ich nur irgendwie mal mit der Gesellschaft in Kontakt kommen - vielleicht die Hotline anrufen? (Der Verkäufer in der ehem. Hausbank existiert schon lange nichtmehr). Digital ist ja auch keine Verwaltung möglich, was mich eherlichgesagt schon ziemlich ärgert! Ich möchte halt vermeiden, dass mir wieder irgendwas aufgeschwatzt wird, was ich nicht verstehe... Durchhalten wäre jetzt eher nicht so das Problem (100 EUR/Monat tun mir aktuell nicht weh) - zudem würde ich mich als sehr sparsam einschätzen...

    Hallo.

    Hast Du den Vertrag bereits hinsichtlich eines Widerrufs abklopfen lassen? Die Alternative hattest Du nicht aufgeführt.

    Keine Ahnung, ob das geht - was wäre denn der Unterschied?

    Finde ich diese Info dann wahrscheinlich im damals unterschriebenen Vertrag. Hier müsste ich mich mal durch die zahllosen Unterlagen wühlen - aber ich vernehme den Antworten, dass man doch die Zeit investieren sollte.

    Würde eher damit liebäugeln, mir das Geld in der Rentenphase auf einmal auszahlen zu lassen um das dann in die bis dahin erworbene Immobilie zu stecken (Kredit/Modernisierung).

    Meine steuerliche Situation in der Rentenphase jetzt schon abzuschätzen fällt mir auch etwas schwer - werde vmtl. gesetzliche (~2k/m) und Betriebsrente (?), ggf. noch geringfügige Mieteinnahmen (~1k/m) bekommen.

    Ich würde nochmal versuchen, genauere Details zu den Kosten des Vetrages recherchieren - hab nur noch im Hinterkopf, dass die Unterlagen hier ziemlich umfangreich und kompliziert gestaltet sind - wahrscheinlich aus gutem Grunde :D...

  • Der Widerruf führt zur Rückabwicklung des Vertrages, da kommt regelmäßig mehr bei rum als bei der Kündigung. Allerdings muss bei der Vertragsfomulierung seitens des Versicherers etwas schief gelaufen sein. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat da den Überblick.

  • Du sagst ganz zu Recht: Die Rentenversicherung, über die wir hier sprechen, hat im letzten Jahr eine ganz ordentliche Rendite gehabt. Stimmt. Der ETF-Sparplan hätte aber diese ordentliche Rendite auch gehabt. Wenn wir uns an den Beginn der Leistungsphase denken (oder 5 Jahre vorher), spielt das dann keine Rolle mehr.

    Dann läuft bei mir das ETF-Depot cum grano salis weiter (Über Entsparstrategien haben wir uns hier gelegentlich schon einmal unterhalten). Einen guten Teil der ETFs werde ich in höheres Lebensalter mitnehmen. Die Rentenversicherung aber nicht. Die ist ab 60 oder 65 rein in Festverzinsliche investiert.

    Die FRV, über die wir hier im Dunklen tappen, ist allein schon wegen der Kosten wahrscheinlich nicht der Bringer.

    Es gab aber durchaus Tarife, die sehr kundenfreundlich gestaltet waren. Ich habe einen davon vor Jahren abgeschlossen: keine Abschlusskosten, 24 Euro jährliche Gebühr und das wars. Bei hoher monatlicher Einzahlung, wie bei mir, also sehr günstig. Kein Vorabpauschalengedöns, Umschichten ohne Auslösen von Steuern und natürlich zu 100 Prozent im Welt-ETF investiert. Der Verrentungsbeginn bis 85 Jahre aufschiebbar, Teilentnahmen oder Teilentnahme plus Verrentung sind möglich, also alles, was du oder ich im Depot auch können.

    Meinen Einkommenssteuersatz im Ruhestand übersehe ich noch nicht, aber der halbe Steuersatz liegt hoffentlich nicht höher als die Abgeltungssteuer, deren Erhöhung ja durchaus Begehrlichkeiten bei gewissen politischen Parteien auslöst.

    Wie gesagt, tempi passati, den Vertrag kann man nicht mehr abschließen. Ich bin aber nicht in der Materie drin, möglicherweise gibt es noch ähnlich attraktive Nettotarife.

  • Keine Ahnung, ob das geht - was wäre denn der Unterschied?

    Zumindest Finanztip könntest Du dazu (per Google) befragen

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    Ja, für ein Alternativangebot müsste ich nur irgendwie mal mit der Gesellschaft in Kontakt kommen - vielleicht die Hotline anrufen? (Der Verkäufer in der ehem. Hausbank existiert schon lange nichtmehr).

    Du hast im Vertrag einen Ansprechpartner (die Hausbank, eine Agentur, was auch immer) stehen. Im Zweifel die ERGO selber anschreiben und Dich eher auf Monate der Antwortzeiten einstellen (die sind schon unfähig, in 2 Monaten eine Sterbeurkunde intern von einem Vertrag auf einen anderen zu kopieren).

    Wie klappt das überhaupt mit "Spätester Rentenbeginn:2070", wenn Du den Vertag rechtsgültig 2008 selber abgeschlossen hast. Dann wärst Du mind. 80 Jahre alt (oder 78, wenn Du erst 16 warst)?

    Ich würde auch erwarten, dass Du einen Rückkaufswert erfragen kannst bzw. dass der, mit Stand der letzten Mitteilung, Dir genannt wurde.

    Ich mag Rentenversicherungen generell nicht, und zwar deswegen nicht, weil mir zuviel in ein Päckchen gepackt wird.

    Jeder, wie er will. Ich bin sehr froh, dass ich mir mit 29 eine RV habe "aufschwatzen" lassen (das "aufschwatzen" bezieht sich aber nur auf die erlogene Rendite, mit der ich damals schon nicht gerechnet habe). Denn ich wüsste im Rückblick nicht, wie ich 1999 (oder auch hier 2008) den einzigen in D verfügbaren aktiven Fonds hätte zuverlässig finden sollen, der mir bei gleichem (nicht vorhandemen) pers. Aufwand (Sparplan mit automat. Erhöhung einrichten, das wars die letzten 26 Jahre an "Aufwand") bis heute eine Überrendite über der von meiner RV gebracht hätte.

    Aber ja, heute muss man genauer hinschauen, wenn man sowas abschließen möchte. Das ist hier aber irrelevant, der Vertrag wurde 2008 abgeschlossn, womit sich nur die üblichen Rechenaufgaben ergeben, welche nur beim Beachtung Deiner ersten Antwort zu lösen sind.

  • Ich mag Rentenversicherungen generell nicht, und zwar deswegen nicht, weil mir zuviel in ein Päckchen gepackt wird.

    Jeder, wie er will. Ich bin sehr froh, dass ich mir mit 29 eine RV habe "aufschwatzen" lassen [habe] (Das "Aufschwatzen" bezieht sich aber nur auf die erlogene Rendite, mit der ich damals schon nicht gerechnet habe).

    Denn ich wüsste im Rückblick nicht, wie ich 1999 (oder auch hier 2008) den einzigen in D verfügbaren aktiven Fonds hätte zuverlässig finden sollen, der mir bei gleichem (nicht vorhandemen) pers[önlichem]. Aufwand (Sparplan mit automat[ischer] Erhöhung einrichten, das wars die letzten 26 Jahre an "Aufwand") bis heute eine Überrendite über der von meiner [Rentenversicherung] gebracht hätte.

    Wie hoch war denn Deine Rendite ab 1999, also in den letzten 26 Jahren?

    Es kommt noch ein zweiter Aspekt dazu: Mag schon sein, daß Dein bisheriger Fondssparplan bis jetzt eine tolerable Rendite gebracht hat - die Rentenphase mit einer voraussehbar bedauerlichen Rendite hast Du ja noch vor Dir. Bisher bist Du ja in der Sparphase (und bleibst das voraussichtlich auch noch weitere 10 Jahre). Danach können wir ja mal Bilanz ziehen.

    Aber ja, heute muss man genauer hinschauen, wenn man sowas abschließen möchte.

    Das mußte man 1999, das mußte man 2008, das muß man heute. Und all die Jahre dazwischen mußte man es auch.

  • Ja, für ein Alternativangebot müsste ich nur irgendwie mal mit der Gesellschaft in Kontakt kommen - vielleicht die Hotline anrufen? (Der Verkäufer in der ehem. Hausbank existiert schon lange nichtmehr). Digital ist ja auch keine Verwaltung möglich, was mich eherlichgesagt schon ziemlich ärgert! Ich möchte halt vermeiden, dass mir wieder irgendwas aufgeschwatzt wird, was ich nicht verstehe... Durchhalten wäre jetzt eher nicht so das Problem (100 EUR/Monat tun mir aktuell nicht weh) - zudem würde ich mich als sehr sparsam einschätzen..

    Ein Telefonat kostet nicht viel. Ein Fondswechsel ist meistens möglich und es muss eine Liste der Zielfonds geben. Keine voreilige Kündigung!

    Ein Widerruf ist m. E. unrealistisch.

  • Ich muss mich selbst korrigieren. In einer Übergangszeit galt das Endalter 60 Jahre. Das ist abhängig vom Jahr des Vertragsabschluss und das Kriterium ist mit 2008 für diesen Vertrag ganz sicher erfüllt. Ein Grund mehr nicht voreilig zu kündigen. Die meisten Gesellschaften bieten zudem heute globale ETF als Zielfonds an. Einen solchen würde ich wählen.

  • Wie klappt das überhaupt mit "Spätester Rentenbeginn:2070", wenn Du den Vertag rechtsgültig 2008 selber abgeschlossen hast. Dann wärst Du mind. 80 Jahre alt (oder 78, wenn Du erst 16 warst)?

    Nur kurz zur Aufklärung. Das ist der Zeitpunkt, ab dem die FRV zwingend in eine lebenslange Rente umgewandelt wird. Vorher kann man flexibel und steuerlich begünstigt Teilentnahmen machen, während das restliche Kapital weiter im gewählten Fonds investiert bleibt.

    Damit ist eine FRV gänzlich unterschiedlich zu den normalen privaten Rentenversicherungen, bei denen das Kapital zu einem fixen Rentenbeginn in einen Sicherungs-oder Deckungsstock der Versicherung überführt wird.

  • Wie hoch war denn Deine Rendite ab 1999, also in den letzten 26 Jahren?

    Ich komme bei Einmalzahlung zur Rente, auf 2,99% p.A. Nettorendite auf alle meine Zahlungen (kein Tippfehler sondern simpele Excel-Rechnung). Natürlich bezogen auf den Auszahlungsbetrag 2035 und nicht auf einen heutigen Rückkaufswert oder eine frühere Auszahlung.

    Wenn ich dagegen meinen misslunngenen Versuch mit DEKA-Fonds sehe (0,1% Rendite nach 20 Jahre) habe ich in der RV lieber mögliche 2-3% Nettorendite verschenkt, dafür aber am Ende keinen Aufwand gehabt. Und ich habe das Geld exakt dann, wenn ich es am Anfang der Rente nutzen möchte ohne vorher Teile meiner ETFs (bei passedem Marktwert) zu verkaufen.

    Bisher bist Du ja in der Sparphase (und bleibst das voraussichtlich auch noch weitere 10 Jahre). Danach können wir ja mal Bilanz ziehen.

    Es ist keine Fonds-Police sondern eine klassische RV. Damit weiss ich heute schon, was 2035 mind. dabei rauskommen wird, wenn Provinzial nicht pleite geht. Nur das ist für mich relevant, nicht die vom Vertreter 1999 erlogene Rendite von 7,38% p.A.

    Die paar Euro Überschussrendite, die bisher genannt werden, sind irrelevant. Selbst der zugesagte Rentenfaktor wäre noch akzeptabel, wenn sich nicht die Rechtssprechung mittlerweile geändert hätte und man auch bei Altverträgen eine Rente versteuern muss.

    Ich werde in 8 Jahren eher bei meiner zuletzt abgeschlossenen BAV eine echte Bilanz ziehen.

    Das mußte man 1999

    Dann hatte ich 1999 beim Provinzial-Vertreter der SPK wohl rieisiges Glück und bei seinem Kollegen im selben Jahr, der mir den DEKA-Mist angedreht hat, genausoviel Pech.

  • Die meisten Gesellschaften bieten zudem heute globale ETF als Zielfonds an. Einen solchen würde ich wählen.

    Ich befürchte, dort werden keine (günstigen) ETF auf z.B. MSCi World-Basis angeboten:

    https://www.ergo.de/de/Produkte/Rentenversicherung/Private-Rentenversicherung/FSC

    Oder übersehe ich bei der dort angebotenen Auswahl ("Produkte der ehem. Vorsorge AG") etwas?

    Zu den Kosten der Versicherung habe ich in den gesamten Unterlagen leider nichts finden können :(

    Ich habe die Entwicklung der Daten aus den jährlichen Statusreports mal in einem Diagramm dargestellt:

    Immerhin liegt der Rückkaufswert (rot) mittlerweile über den eingezahlten Beiträgen (gelb). Das würde aber (Stand Ende 2024) einer Verzisung von ~ 1,2% p.a. entsprechen - vmtl. wäre es sogar durch Tagesgeldanlage jetzt mehr

    Bis 2013 liegt der Rückkaufswert unter dem Fondsguthaben (blau)-> Kosten/Provision der Versicherung in den ersten 5 Jahren?

  • vmtl. wäre es sogar durch Tagesgeldanlage jetzt mehr

    Es nützt Dir aber nichts, falls Du die Versicherung nicht rückabwickeln kannst oder eine Zeitmaschine erfindest.

    Relevant ist nur die Zukunft und was Du ab heute mit dem Geld wie machst (oder machen willst).

    Also bis mind. 2045 weiter zahlen, Beitragsfrei stellen und hoffen, dass es am Ende noch eine relevante Überschussbeteiligung gibt, oder auflösen und alles eigenverantwortlich anlegen und auch strikt die Beiträge als Sparrate leisten. Aber sowas vergessen die Leute wohl genauso gerne wie Negativzinsen auf Tagesgeldkonten.

    Bis 2013 liegt der Rückkaufswert unter dem Fondsguthaben (blau)-> Kosten/Provision der Versicherung in den ersten 5 Jahren?

    Wie Du an 2022 siehst, liegt es in der Natur der Sache, dass Fonds/Aktien-ETFs schwankende Werte haben können. Dazu kommen die Kosten und wer weiss, was die Gesellschaft dort noch einrechnen durfte.

    Wenn die Gesellschaft nicht ausweist, wieviel vom Beitrag in die Anlage geflossen ist, bleibt es Spekulation. Aus der Anzahl der Anteile und deren Stand am Jahresende lässt sich nichts berechnen.

    Ich weiss immer noch nicht, was ich Dir empfehlen würde. Mir ist noch nicht einmal klar, was Dein Zieltermin ist und was ab diesem Termin mit dem Geld geschehen soll. Da brauche ich mir auch keine Gedanken darüber zu machen, ob Du die Beiträge bis zum Zieltermin stur durchhälst, wie sich Deine persönliche Situation bis dahin entwicklen wird und ob Du dann auch kein Problem damit haben wirst, die gewünschte Entnahme des Geldes selber zu regeln (selbst dann, wenn dieser Zeitpunkt hzufällig vergelichbar zu 2000-2013 werden sollte).

    Da der Zieltermin wohl mind. 2045 ist und ich weiss, wie ich mit vielen der anderen Punkte umgehen würde (und das auch schon mit Mitte 40 abschätzen konnte, also 20 Jahre vor vermutetem Entnahmebeginn), wäre meine Entscheidung für mich klar. Diese mag aber für andere die falsche Entscheidung sein, trotz des geringen Rentenfaktors.

  • Höre auf zu graben wenn du aus dem Loch kommen willst ( Beitragsfrei stellen )


    Steige von deinem Pferd wenn du merkst das es tot ist ( Kündigen)


    Musst du jetzt entscheiden ob du im Loch auf einem totem Pferd sitzt und dir das gefällt.

    Mir würde es nicht gefallen….

  • Höre auf zu graben wenn du aus dem Loch kommen willst ( Beitragsfrei stellen )


    Steige von deinem Pferd wenn du merkst das es tot ist ( Kündigen)


    Musst du jetzt entscheiden ob du im Loch auf einem totem Pferd sitzt und dir das gefällt.

    Mir würde es nicht gefallen….

    Bei der Option Beitragsfreistellung (sofern das die Versicherung das überhaupt akzeptiert) besteht ggf. die Gefahr, dass durch die versteckten Kosten das Guthaben mit der Zeit aufgefressen wird ? Gibt es Erfahrungen, ob man bei der Versicherung eine Chance hat, dass sie die Informationen über die Kosten überhaupt rausrücken, oder kann man sich diese Anfrage gleich sparen?

  • Bei der Option Beitragsfreistellung (sofern das die Versicherung das überhaupt akzeptiert) besteht ggf. die Gefahr, dass durch die versteckten Kosten das Guthaben mit der Zeit aufgefressen wird ?

    Bei niedrigen Renditen können die Kosten die Erträge übersteigen und dann wirkt sich das auf dein Guthaben aus. Sprich, Jahre wie 2025 lassen deinen Vertrag weiter wachsen, Jahre wie 2022 schmälern den Gewinn.

    Finanztip rät ganz allgemein: Du möchtest die Beiträge aussetzen? Diese Möglichkeiten gibt es