Depot für Immobilienkauf nutzen

  • Hallo, wir sind 58 und 64 Jahre und gehen auf den Ruhestand zu. Wir möchten uns nochmal verändern und in 2026 in die Nähe unserer Kinder ziehen. Nun steht ein Immobilienangebot im Raum das für uns passen könnte und bei dem wir zeitnah zusagen müssten. Nun sind wir uns über die Vorgehensweise bei der Finanzierung unsicher.

    Hier mal unsere Rahmenbedingungen: Depot bei GKC mit aktuell 410.000,- und einer Aufteilung von 60% risikobehaftet und 40% risikoarm. Ausserdem 20.000,- in einem reinen ETF-Sparplan und 20.000,- auf dem Tagesgeldkonto. Im Laufe von 2026 rechnen wir ausserdem mit 200.000,- aus einer Erbschaft. Kosten der Immobilie sind ca. 600-650 Tsd.

    Jetzt ist die Frage ob wir für das Eigenkapital zu einem großen Teil unser Depot auflösen. Wir möchten natürlich soviel wie möglich eigenfinanziert machen damit die Belastung im Alter so gering wie möglich ist. Da die Erbschaft zu spät kommt, können wie diese beim Kauf noch nicht einsetzen.

    Hat jemand einen Rat wie wir diese Zwickmühle am sinnvollsten auflösen könnten? Vielen Dank schonmal

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  • Kater.Ka 27. Dezember 2025 um 17:10

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • OK, sorry vergessen: Aktuell sind wir beide voll berufstätig. Ich liege bei 57.000,- netto/Jahr, meine Frau bei 30.145,- netto/Jahr. Sie will allerdings vorzeitig in Rente gehen was dann ab 2026 zu einer Rente von ca. 1000,- brutto/Jahr führt.

  • Gibt es schon einen Überblick was ihr dann an Renten bekommt? Wäre ein wichtiger Punkt, ebenso was monatlich verbraucht wird. Auch noch interessant was kommt bei der Immobilie noch dazu, Grunderwerbsteuer, eventuell noch Renovieren, da sind schnell noch mal 100k weg. Ich würde soviel wie möglich Eigenkapital verwenden, damit müsste der risikoreiche Anteil verkauft werden um einen eventuellen Crash zu entgehen.

  • ähnliche Situation war bei meinem Bruder der sein Haus verkauft hat mit anschl. Mietvertrag für maximal 18 Monate. Aus dem Hausverkaufserlös plus angespartem Geldvermögen konnte er den Neubau problemlos bezahlen, brauchte keine Bank einzuschalten. Wenn das vorhandene Haus noch nicht so schnell verkaufbar ist, andererseits Geld für die neue Immobilie benötigt wird dann wird die Hausbank sicherlich vorfinanzieren, abgesichert auf der bisherigen Wohnimmobilie. Ich unterstelle insoweit das eine bezahlte Immobilie vorhanden ist, sonst wird es schwierig denke ich.

  • Unsere Kaltmiete liegt derzeit bei 880,-. Da wir aber aus familiären Gründen nach Hamburg umziehen werden, wäre dann allerdings von einer entsprechend erhöhten Kaltmiete auszugehen. Daher die Überlegung eine Immobilie zu kaufen um so im Alter einerseits die Absicherung zu haben und andererseits eine kalkulierbar niedrige monatliche Rente durch einen hohen Eigenanteil zu erreichen. Im Pflegefall o.ä. könnte die Immobilie dann verkauft werden. Soweit der Plan. Die Rentenprognose ist brutto. Da ich noch einige Jahre arbeiten werden und grade in eine höhere Gehaltsklasse eingestiegen bin, rechne ich dann mit einer höheren Rente als der im Moment prognostizierten.

  • Hallo, wir sind 58 und 64 Jahre und gehen auf den Ruhestand zu. Wir möchten uns nochmal verändern und in 2026 in die Nähe unserer Kinder ziehen. Nun steht ein Immobilienangebot im Raum, das für uns passen könnte und bei dem wir zeitnah zusagen müssten. Nun sind wir uns über die Vorgehensweise bei der Finanzierung unsicher.

    Das nennt sich FOMO - fear of missing out. Jeder Finanzprodukteverkäufer arbeitet mit dieser Methode.

    Offensichtlich ist Deine Frau 64 und geht im nächsten Jahr bei etwa 1000 € brutto in Rente. Du willst noch 7 Jahre arbeiten. Wie überbrückst Du die Distanz zwischen dem neuen Wohnort und dem Arbeitsplatz?

    Depot bei GKC mit aktuell 410.000,- und einer Aufteilung von 60% risikobehaftet und 40% risikoarm. Ausserdem 20.000,- in einem reinen ETF-Sparplan und 20.000,- auf dem Tagesgeldkonto. Im Laufe von 2026 rechnen wir ausserdem mit 200.000,- aus einer Erbschaft. Kosten der Immobilie sind ca. 600-650 Tsd.

    Jetzt ist die Frage, ob wir für das Eigenkapital zu einem großen Teil unser Depot auflösen.

    Die erste Frage ist, ob diese einmalige Gelegenheit wirklich so einmalig ist, wie sie scheint. Solltet Ihr fest entschlossen sein, sieht man weiter.

    Gesetzt den Fall, Ihr wolltet diese Immobilie kaufen, könntet Ihr möglicherweise Geld einsetzen, das Ihr bereits habt. Google sagt: GKC sei die Gentlemen Kart Challenge. Uriger Name für ein Geldinstitut!

    Wir möchten natürlich soviel wie möglich eigenfinanziert machen, damit die Belastung im Alter so gering wie möglich ist. Da die Erbschaft zu spät kommt, können wie diese beim Kauf noch nicht einsetzen.

    Mit dieser Ansicht lügt man sich etwas in die Tasche. Mal unabhängig davon, ob die Bank Rentnern überhaupt noch einen Kredit gewähren wird, habt Ihr entweder einen großen Kredit am Hals - dagegen aber noch ein Depot, das Erträge bringt - oder einen kleinen Kredit, der billiger ist, aber eben keine Kapitalerträge des Depots mehr, weil das ja jetzt im Haus steckt.

    Der Irrglaube ist weitverbreitet, daß Bankzinsen Vermögensaufbau sei, wohingegen Miete Geld sei, das man dem Vermieter in den Rachen werfe, es also verloren sei. Beides ist gleich verloren, typischerweise sind die Finanzierungskosten für das Haus höher, weil Eigenheime meist größer und somit teurer sind als Mietwohnungen.

    Ich würde meine Altersersparnisse nicht mit 65 in ein erstes Eigenheim stecken. Du bekommst das Geld bei Bedarf nur sehr schwer wieder heraus. Mal angenommen, einer von Euch beiden kommt ins Pflegeheim - will der andere dann aus dem gewohnten Haus ausziehen, damit man das Haus des Geldes wegen verkaufen kann?

    Du willst mehr als eine halbe Million in ein Haus stecken, bist aber Deiner Sache so unsicher, daß Du in einem anonymen Forum um Rat fragst, was Du machen sollst?

  • Eie Immobilie in Hamburg sichert euch im Alter nicht ab, da ihr sie nicht stückchenweise einlösen könnt, nicht beim Bäcker, ncht beim Apotheker und nicht beim Discounter.

    Im Gegenteil braucht ihr wahrscheinlich noch mehr Einkommen als bei Miete, um die Hütte zu unterhalten.

    Behaltet euer Depot und lasst den Quatsch, euch im Alter noch etwas aufzubürden, ohne das ihr bisher gut ausgekommen seid. Ein prall gefülltes Konto sichert euch wesentlich besser ab.

    Zur Erbschaft: Mit Geld immer erst dann rechnen, wenn man es auf dem Konto hat!

  • drvan

    vorab der guten Ordnung halber: Ich bin nur Finanz-Laie, wenn auch ein an solchen Themen Interessierter mit zudem ein bißchen eigenen Erfahrungen (investiere seit gut 50 Jahren aktiv u. a. in Aktien und Immobilien).

    Für meinen Teil habe ich Immobilien gegenüber ein eher neutrales Verhältnis (abgesehen von meinem selbst genutzten Eigenheim erworben in den 70er Jahren schon in sehr jungen Jahren). Vermiete daneben auch noch knapp 90 Einheiten. Ein ausgesprochener Immobiliengegner bin ich jedenfalls nicht. Hier im Forum dürfte der Anteil überzeugter Mieter überwiegen und auch Investitionen in Immobilien (insbesondere kreditgehebelte) eher die Ausnahme darstellen.

    Nichtsdestotrotz würde ich - ganz persönlich - vermutlich in dem Kontext

    Nun steht ein Immobilienangebot im Raum das für uns passen könnte und bei dem wir zeitnah zusagen müssten. Nun sind wir uns über die Vorgehensweise bei der Finanzierung unsicher.

    nochmals das Nachdenken "eine Stufe vorher" anregen - also nicht über das "Wie" (der Finanzierung) sondern das "Ob" (des Immobilienkaufs). In einer solchen Konstellation könnte durchaus das Anmieten einer altersgerechten Wohnung (Balkon, Lift, kompakt, pflegeleicht, ggf. schon ganz oder teilweise barrierefrei, Garage am oder TG-Platz im Haus, günstige Lage in Sachen Infrastruktur, möglichst in der Nähe der Kinder usw.) eine gute Option sein.

    Klar, das wird im Regelfall in HH eine (vermutlich deutlich) höhere Kaltmiete erfordern im Vergleich zu der bisherigen jedenfalls

    Unsere Kaltmiete liegt derzeit bei 880,-.

    Es bleiben Euch aber diverse andere Aspekte erspart (erhebliche Nebenkosten des Immobilienkaufs, Procedere der Finanzierung, Auflösung eurer freien, investierten Mittel, Bindung an die Immobilie und den Standort samt Mikrolage). Zudem wäre das Renteneinkommen via Depots flexibler aufzustocken im Vergleich zur Bindung der Mittel in der Immobilie.

    Eure Finanzaufstellung (auch ohne die Immobilie) klingt insgesamt doch recht solide bis kommod

    Depot bei GKC mit aktuell 410.000,- und einer Aufteilung von 60% risikobehaftet und 40% risikoarm. Ausserdem 20.000,- in einem reinen ETF-Sparplan und 20.000,- auf dem Tagesgeldkonto. Im Laufe von 2026 rechnen wir ausserdem mit 200.000,- aus einer Erbschaft.

    und mit dem aktuell noch ordentlichen Einkommen dürfte auch die Anmietung einer passenden Wohnung in HH kein großes Problem darstellen.

    Damit bleibt ihr jedenfalls flexibler und auch finanziell beweglicher und besser diversifiziert. Auch wenn natürlich das mietfreie Wohnen in der eigenen Immobilie zu den ganz wenigen Dingen hierzulande gehört, die (jedenfalls noch) nicht besteuert werden.

    Darüber würde ich einfach nochmal grundsätzlich nachdenken.


    Dir/Euch gute Gedanken und dann ebensolche Entscheidungen !

  • Du willst mehr als eine halbe Million in ein Haus stecken

    Von einem Haus habe ich nichts gelesen - oder es überlesen ... ?

    Die Tochter einer langjährigen Bekannten hat sich hier gerade eine Immobilie in ähnlicher Größenordnung gekauft - das reichte für eine 2 ZKBB in guter Lage mit 78 qm inklusive T-Platz ...

    In einem der diversen Wohnhochhäuser hier reicht das ab dem 10. Stock aufwärts nur für noch weniger qm Wohnfläche.

    HH mag vielleicht nicht ganz so teuer sein wie in Ffm. das Westend oder Nordend - aber teuer ist es da auch allemal.

    Nur am Rande:

    bist aber Deiner Sache so unsicher, daß Du in einem anonymen Forum um Rat fragst, was Du machen sollst?

    Gilt das nicht für die meisten Fragenden ... ?! Wer "sich seiner Sache sicher ist" - warum sollte der überhaupt in einem solchen Forum nachfragen ... ?

  • Anhand Deiner Angabe zum Nettogehalt, gehe ich davon aus, dass Du Dich in der Nähe der Beitragsbemessungsgrenze bewegst. Deine Rente wird also nicht mehr erheblich steigen. Zwischen den Zeilen lese ich auch, dass Du Stand heute, zwei Jahre früher in den Ruhestand möchtest.

    Über die Immobilie schreibst Du wenig bis gar nichts. Modernisierungen können beim eigenen Haus oder in einer WEG teuer werden.


    Ich antworte auf die ursprüngliche Frage. In Eurem Alter würde ich mir keine erste Immobilie mehr ans Bein binden, zumal Ihr insgesamt in einer guten finanziellen Situation seid.

  • drvan 28. Dezember 2025 um 08:00

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  • drvan 28. Dezember 2025 um 08:02

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  • Danke euch für das konstruktive Feedback, ich nehme das mit und gehe nochmal zurück auf Los. GKC steht übrigens für Gerd Kommer Capital. Einen Guten Rutsch an alle!

    Lass dich von dem manchmal rauen Ton hier nicht abschrecken. Statt nicht zu antworten fordern manche hier bis zum geht nicht mehr neue Infos ein...

    Den Artikel hier hast du gelesen:

    Depot fürs Eigenheim verkaufen – oder doch lieber beleihen?
    Du hast schon Geld in einen Aktien-ETF gesteckt, möchtest aber eine Immobilie kaufen – nur was solltest Du mit Deinem Depot machen? Diese Optionen hast Du.
    www.finanztip.de


    Für die Immobilie die gerade im Raum steht würde ich das einfach mal mit Interhyp besprechen was für Konditionen es bei einer beleihung von Depot gibt. Ihr könntet dann ja mit der Erbschaft entweder Sondertilgen oder halt die ersten Jahre nach Rentenbeginn überbrücken.


    Falls die Konditionen unterirdisch sind wirds halt erstmal nix mit DER Wohnung. Dann würde ich einfach warten (und ggf. Mieten) bis das Erbe da ist.

    • Hilfreichste Antwort

    Worum geht es hier?

    Ein ausgesprochen gut verdienendes Ehepaar (an die 90 T€/a) steht wenige Jahre vor der Rente. Sie will nächstes Jahr vorzeitig in den Ruhestand gehen, er voraussichtlich in 7 Jahren, auch vorzeitig. Sie leben in der Gegend von Hamburg, wo ihre Kinder wohnen. Perspektivisch wollen sie in die Stadt ziehen.

    Aktuell leben sie zu einer sehr günstigen Miete von knapp 900 € in einer Mietwohnung. In Hamburg wäre die Miete wohl deutlich teurer, ich schätze mal: doppelt so hoch.

    Da ist ihnen neulich eine Immobilie am passenden Ort über den Weg gelaufen, die sie gern kaufen würden. Das Objekt soll 600 bis 650 T€ kosten, vermutlich kommen die üblichen 10% Nebenkosten noch obendrauf, immerhin 60 bis 65 T€ (oder etwas 5 Jahresmieten ihrer jetzigen Wohnung).

    Auf den ersten Blick sind die beiden wohlhabende Leute: Sie haben ein Depot von 410 T€, dazu noch weitere 20 T€ in ETFs und 20 T€ Tagesgeld, zusammen also 450 T€. Demnächst ist noch eine Erbschaft über 200 T€ zu erwarten. Mit der sollte man allerdings erst dann rechnen, wenn man sie wirklich hat, das dauert manchmal länger als erwartet.

    Das Depot erscheint eindrucksvoll. Wenn man aber näher hinschaut, sind das nicht mehr als 5 Jahreseinkommen. Wir haben hier einen Mieterhaushalt von Doppelverdienern. So manch anderes Gutverdienerpaar hat in diesem Lebensalter ein abbezahltes Eigenheim und dazu noch ein Depot nennenswerter Größe.

    Würden sie das ins Auge gefaßte Objekt kaufen, wären die gesamten Ersparnisse fürs Alter in diesem Objekt gebunden, dazu hätten die beiden zumindest bis zum Erhalt der Erbschaft einen sechsstelligen Kredit am Hals.

    Eine Immobilie ist immobil, und man kann oder möchte sie nicht unter dem eigenen Hintern verkaufen. Das heißt: Man bekommt das darin gebundene Kapital nur sehr schwer wieder aus ihr heraus. Das ist eine mißliche Situation bereits für alte Eigenheimer, die sich ihr Haus mit 40 zugelegt haben und seither drin wohnen. Sie hatten allerdings schon einige Jahrzehnte auch die Freude der eigenen vier Wände. Ich wollte mich in rentennahen Zeiten aber nicht mehr nicht in diese Abhängigkeit begeben.

    Ich könnte mir vorstellen, daß eine passende Wohnung in Hamburg für vielleicht 1800 € pro Monat zu haben wäre, das wären runde 1000 € mehr als jetzt. Allein die Kaufnebenkosten würden um die 60 T€ betragen, sie würden rechnerisch für 5 Jahre Mehrmiete aufkommen.

    Ein Einfamilienhaus ist komfortabler als eine Mietwohnung - aber es macht auch mehr Arbeit, die gerade im Alter zunehmend schwer wird. Eine Eigentumswohnung hingegen verbindet die Nachteile einer Mietwohnung mit den Nachteilen von Wohneigentum, sagt man.

    Ich würde in der beschriebenen Situation kein Wohneigentum anstreben. Aber jeder darf sein eigenes Geld natürlich nach seinem eigenen Gusto ausgeben.

  • Wie schon geschrieben, würde ich mir den Kauf auch nicht ans Bein binden. Ganz so schwarz wie Achim sehe ich es aber nicht.

    Ich gehe davon aus, dass die 650K inkl Kaufnebenkosten, eventuell neue Küche etc. zu verstehen sind.

    Mit einer monatlichen Belastung (netto) von 1000 Euro kann man ca. 200K bei 6% Zinsen mitTilgung finanzieren. 450K sind vorhanden und ca. 200K erwartet man noch. Das Erbe würde man als Rücklage halben. Die Nebenkosten bei Eigentum sind aber höher als bei einer Miete.

  • drvan 29. Dezember 2025 um 07:46

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  • drvan 29. Dezember 2025 um 07:47

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