Steuerbegünstigte private Altersvorsorge auf Basis von ETF oder lieber selber ETF anlegen?

  • Hallo,

    ich möchte gerne für mein Alter vorsorgen und stehe vor folgender Fragestellung: eine steuerbegünstigte private Altersvorsorge über einen Versicherungsmakler oder doch lieber selbst einen Sparplan anlegen? :)

    Die Vor - und Nachteile sind mir bei beidem weitgehend bekannt, allerdings bin ich doch noch hin - und hergerissen.

    Da stellt sich mir die Frage, ob die steuerbegünstigte private Altersvorsorge über einen Versicherungsmakler (bei der bei Auszahlung im Renteneintrittsalter nur die Hälfte an der Kapitalertragssteuer fällig ist) sich wirklich so rentiert? Man zahlt dann doch anfangs und laufend einen gewissen Preis und muss erstmal einen gewissen "Break-even-Point" erzielen, bis sich das ganze rentiert (dementsprechend ist das Geld in der Anfangszeit nicht gerade flexibel). Schlecht hört sich das im Allgemeinen nicht an. Dann gibt es noch Unterschiede: Bruttotarif, den man beim "abhängigen" Makler bekommt (hört sich ja schon teuer an) oder Nettotarif, den man bei unabhängigen Maklern bekommt. - Wie finde ich einen unabhängigen Makler? Ist der dann wirklich preiswerter?

    Oder ist es das im Endeffekt eigentlich gar nicht so viel Wert und man kommt mit einem selbst angelegten Sparplan weiter? :/


    Ich bin leider nicht so ein Profi in diesen Themen, deshalb wäre ich über eine neutrale Meinung total dankbar!

    Liebe Grüße

  • Kater.Ka 28. Dezember 2025 um 15:39

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Oder ist es das im Endeffekt eigentlich gar nicht so viel Wert und man kommt mit einem selbst angelegten Sparplan weiter?

    Service kostet immer.

    Für welchen Service Du wieviel Geld zahlen möchtest, beleibt Dir überlassen.

    Ob sich die Mehrkosten eines Versicherungsvertrages durch die dort immer wieder genannten Steuervorteile für Dich persönlich in der Rente ausgleichen, kann Dir heute niemand sagen.

    Niemand weiss, wie dann die gesetzlichen Vorgaben sein werden. Private RV von vor 2005 wurden mal als steuerfrei beworben, mittlerweile sind Rentenzahlungen daraus nicht mehr steuerfrei, sondern nur eine Einmalzahlung. Bei einer BAV sind auch bei Altverträgen 100% GKV-Beiträge zu entrichten, obwolhg das bei Vertragsabschluss noch ganz anders war. All das konnte der Gesetzgeber nach seinem Gutdünken (woher kommen mehr Wählerstimmen) ändern, da es in D keine Partei gibt, die socher Enteignung widerspricht oder rückgängig macht, wenn sie selber an der Macht wäre.

    Genauso wenig wirst du heute vorhersagen können, wie Deine steuerlichen Bedingungen in der Rente aussehen werden.

    Da ist es schon eher für Dich vorhersehbar, ob Du Deinen eigenen ETF-Sparplan genauso stur durchhälst wie die Zahlungen für eine Versicherung und ob Du beides als reine Altersvorsorge ansiehst und ohne extrem driftigen Grund (der Erwerb einer Immobilie ist für mich kein solcher Grund) diese auch nicht wieder vor der Rente auflöst.

    Du wist aber heute noch nicht einmal für Dich entscheiden können, ob (und wie) Du dann in der Rente den ETF zur Maximierung des Entnahmebetrages selber entsparen wirst oder nicht. Und genauso wenig, ob Du nicht doch mal irgendwann von BG (oder dessen Nachfolger) abhängig sein wirst und den gut gefüllten ETF dann aufbrauchen musst, die Rentenversicherung aber nicht.

    Es gibt einige Beiträge und Videos zu ETF Nettopolicen, in denen sich, je nach Sichtweise des Autors (nein, Professoren sind nicht zwingend objektiv) mal das eine, mal das andere Produkt bei vergleichbarem ETF (mal selber bespart, mal im Versicherungsmantel) lohnen können.

    Wenn Du für Dich keinen Grund für eine Versicherung siehst, würde ich selber sparen.

  • Ich möchte gerne für mein Alter vorsorgen und stehe vor folgender Fragestellung: eine steuerbegünstigte private Altersvorsorge über einen Versicherungsmakler oder doch lieber selbst einen Sparplan anlegen? :)

    Die Vor - und Nachteile sind mir bei beidem weitgehend bekannt, allerdings bin ich doch noch hin - und hergerissen.

    Es wird Dir da niemand helfen können. Mich würden allerdings die Vorteile einer steuerbegünstigten privaten Altersvorsorge interessieren. So toll finde ich diese Optionen normalerweise nicht.

    Was hat Dir denn der Finanzprodukteverkäufer in Aussicht gestellt?

    Da stellt sich mir die Frage, ob die steuerbegünstigte private Altersvorsorge über einen Versicherungsmakler (bei der bei Auszahlung im Renteneintrittsalter nur die Hälfte an der Kapitalertragssteuer fällig ist) sich wirklich so rentiert?

    Bei manchen solchen Verträgen wird die Hälfte des Gewinns dem persönlichen Steuersatz unterworfen, nicht der halben Kapitalertragsteuer. Wieviel Alterseinkünfte erwartest Du? Wenn das eher wenig ist, dürfte das Halbeinkünfteverfahren günstiger sein als die Kapitalertragsteuer, wenngleich bei geringen Alterseinkünften die Normalversteuerung günstiger sein kann als die Abgeltungsteuer. Dazu kommt: Wenn Du das selber machst, kannst Du die Auszahlung, somit die Versteuerung auf mehrere Jahre verteilen, was die Steuer reduziert. Läßt Du Dir eine Lebensversicherung auszahlen, unterfällt die Auszahlung in 1 Jahr der Steuer (was den Steuersatz treibt).

    Man muß sich das - wie immer - konkret durchrechnen.

    Man zahlt dann doch anfangs und laufend einen gewissen Preis und muss erstmal einen gewissen "Break-even-Point" erzielen, bis sich das ganze rentiert (dementsprechend ist das Geld in der Anfangszeit nicht gerade flexibel). Schlecht hört sich das im Allgemeinen nicht an. Dann gibt es noch Unterschiede: Bruttotarif, den man beim "abhängigen" Makler bekommt (hört sich ja schon teuer an) oder Nettotarif, den man bei unabhängigen Maklern bekommt. - Wie finde ich einen unabhängigen Makler? Ist der dann wirklich preiswerter?

    Oder ist es das im Endeffekt eigentlich gar nicht so viel wert und man kommt mit einem selbst angelegten Sparplan weiter? :/

    Man soll schon gehört haben, daß Finanzprodukteverkäufer schönfärben oder gar ein bißchen schwindeln, schließlich wollen sie ja verkaufen und verdienen nur dann etwas, wenn ihr Opfer unterschreibt.

    Das ist insgesamt ein komplexes Thema, das sich nicht in wenigen Sätzen ausschöpfen läßt. Wie wäre es, wenn Du Dir mal eins der einschlägigen Grundlagenbücher kauftest und das durcharbeitest? Selbst wenn Du hinterher beim Finanzprodukteverkäufer kaufst, ist es immer besser, wenn man vorher Ahnung hat.

  • Dieser Nettotarif den du meinst nennt sich auch Nettopolice. Bei Finanzfluss (hoffe das darf man hier sagen) gibt es dazu einen Nettopolicen-Vergleich, bei dem zum Abschluss 299€ an eine Honorarberatung gezahlt werden müssen. Eigene Erfahrungen habe ich damit aber nicht gesammelt.

    Ein großer Vorteil bei einem einfachen Sparplan ist meiner Ansicht nach aber die Flexibilität, die dir zum Beispiel auch frühere Teilzeit ermöglichen könnte. Die fehlt natürlich bei einem ETF im Versicherungsmantel.

    Am Ende musst du dir aber selbst die Verträge gründlich durchrechnen und vergleichen ob sie vorteilhaft sind.

    Du solltest dich aber auch nicht zu lange davon aufhalten lassen und dich im Kleinklein verlieren, denn damit verlierst du wertvolle Zeit am Markt. :)

  • Investiere noch mal eine halbe Stunde in Wissen und schaue dir das Video von Thomas Beutler und Christoph Hommel von der Verbraucherzentrale an. Dann wirst du schon die richtige Entscheidung treffen.


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  • Bei Finanzfluss (hoffe das darf man hier sagen) gibt es dazu einen Nettopolicen-Vergleich, bei dem zum Abschluss 299€ an eine Honorarberatung gezahlt werden müssen.

    Den umstrittenen Rechner gibt es. Selbst wenn man dort „bescheidene“ Zahlen für einen Welt-ETF einsetzt, ist dieser die bessere Wahl.

    Die Nettopolice ist aktuell DAS Laber-und Bequatschungs-Werbeinstrument der Strukturvertriebe.

    Ich habe als Test eingegeben:

    20 Jahre Laufzeit, 5 % erwartet pro Jahr, 30.000 Euro sonstiges Einkommen.

    Aber oh Schreck …..da sind noch keine Umbettungen dabei, die habe ich auf null gesetzt.
    Wieder hört man die Werbetrommel..

  • Hallo.

    Dein Alter hast Du nicht erwähnt, daher folgende Richtschnur: Je jünger Du bist, desto flexibler solltest Du Dich aufstellen. Daher ist der klare Ratschlag in Richtung "freies" ETF-Sparen.