Frage zu ETF, Vorabpauschale und verlustreichen Einzelaktien

  • Guten Morgen zusammen,


    wirklich ein schönes Forum!

    Ich lese hier seit einiger Zeit mit und stelle nun auch meine ersten Frage.


    Kurz zu meiner Situation:

    Mein erstes größeres Aktieninvestment habe ich kurz vor Corona getätigt und erstmal einen ordentlichen Absturz mitbekommen. Mein 2. größeres Aktieninvestment habe ich ca. 1 Woche vor Ausbruch des Ukraine Krieges getätigt und einen weiteren Absturz mitbekommen.

    In dieser Zeit habe ich viel Lehrgeld bezahlt und beschlossen mich komplett aus Einzelaktien zurückzuziehen. Soweit es ging habe ich daraufhin alle Aktien verkauft und in Fest- bzw. Tagesgeld angelegt. Damals gab es noch die Aktionen für Neukunden, bis zu 4% zu bekommen.

    Das meiste Geld wurde dann im Februar 2025 frei und ich habe den Trump Crash genutzt um in den thesaurierenden MSCI World von iShare einzusteigen. Das waren ca. 100k.

    Ich habe einen ordentlichen Einstiegszeitpunkt erwischt und beim ATH im November alles verkauft. ich dachte es kann nicht noch besser werden..

    Allerdings habe ich mich in den letzten Wochen intensiver mit ETF´s beschäftigt (insbesondere hier im Forum), dadurch mein Mindset geändert und bin letzte Woche (30.12.) wieder komplett in den o.g. ETF eingestiegen den ich mit einer mtl. Sparrate von 2.400€ (jeweils 600 € zum 01., 05., 15., & 20.) bei der DKB bespare und in den nächsten 15-20 Jahre nicht anfassen möchte. Außerdem wird zum 30.06. mein letztes Festgeld in Höhe von 27k frei, welches ich dann zusätzlich komplett in den ETF stecke.

    Aktuell haben ich einen Einstandswert von 140k, leicht im Plus mit 0.07%.

    Meine Frage hierzu wäre, ob ich nun mit einer Vorabpauschale rechnen muss? Meines Erachtens müsste ich bereits durch den Verkauf den Gewinn inkl. Dividende versteuert haben und eine Vorabpauschale fällt nicht an. Oder habe ich hier einen Denkfehler?


    Meine 2. Frage bezieht sich auf mein Depot mit den Einzelaktien. Hier hatte ich bereits geschrieben dass ich den Großteil bereits verkauft habe.

    Allerdings habe ich immer noch 9 Einzelaktien die ich mittlerweile seit 5 Jahren mitschleppe und einfach gerne loswerden möchte.

    Gesamter ursprünglicher Einstiegswert lag mal bei 18k die heute 50% im Wert verloren haben.

    Ich weiß keiner von euch kann in die Glaskugel gucken aber vielleicht habt ihr Anregungen oder Tipps wie ich hier verfahren könnte:

    1. halten & hoffen dass die Aktien wieder kommen
    2. mit dem hohen Verlust verkaufen und die verbleibenden 9k in den ETF stecken in der Hoffnung dass dieser die Verluste in den nächsten 15-20 Jahren wieder gut macht
    3. andere Ideen?


    Viele Grüße und vielen Dank für eure Zeit

    Ben

  • Kater.Ka 4. Januar 2026 um 11:31

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Nicht jeder Anfang mit dem Thema Aktien ist glücklich. Erfreulich, dass Du nicht locker lässt!

    Die Absicht, langfristig in Aktien(ETFs) zu investieren ist schon mal erfolgversprechend. Hier scheint es mir, als ob Du Dich noch etwas intensiver mit Deiner Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit beschäftigen solltest. Die sind wesentlich dafür welchen Anteil an Deinen Ersparnissen riskant oder weniger riskant angelegt werden sollten.

    Daneben gibt es die Problematik mit den Einzelaktien. Hierzu muss man wissen, dass aktuell steuerliche Verluste von Aktien nicht mit anderen Kapitaleinkünften verrechnet werden dürfen. Je nach Größenordnung müsste man sich überlegen, ob es eine vernünftige Strategie gibt. Berichte doch mal welche Aktien das sind und wie hoch die jeweiligen Gewinne/Verluste sind.

  • und bin letzte Woche (30.12.) wieder komplett in den o.g. ETF eingestiegen

    Du bist also bisher einer, der ETF zum Trading benutzt. Ein Typus, den Nikolaus Braun auf seiner Homepage auch beschreibt.
    Dass du Besserung gelobst, mag die Zukunft weisen.

    Meine Frage hierzu wäre, ob ich nun mit einer Vorabpauschale rechnen muss? Meines Erachtens müsste ich bereits durch den Verkauf den Gewinn inkl. Dividende versteuert haben und eine Vorabpauschale fällt nicht an. Oder habe ich hier einen Denkfehler?

    Die zwei Tage in 2025 bringen dich nicht um. Die zwei Tage kosten dich ein paar Euro. Hast du 140.000 € auf einmal reingeballert ?

    Allerdings habe ich immer noch 9 Einzelaktien die ich mittlerweile seit 5 Jahren mitschleppe und einfach gerne loswerden möchte.

    Fast hatte man die Hoffnung, dass mal eine Anfrage vernünftig komplett gewesen wäre.

    Leider wieder nichts.

    Die die neuen Aktien willst du uns nicht verraten, aus Gründen, die wir uns eigentlich nicht erklären können.

    Offenbar folgst du einer alten Tradition von anfragenden Menschen hier.

    Wenn du irgendwelche Einschätzungen zu Firmen hier suchst, musst du schon mit Fakten kommen.

    Allerdings ist es immer schwierig, dann etwas zu raten.

  • Vielen Dank für eure Antworten!

    Genau, ich habe die 140.000k auf einmal reingeschossen. Hatte Anfangs überlegt in Tranchen zu investieren. Hier im Forum und von den Experten wird allerdings empfohlen alles direkt auf einmal zu investieren.

    Folgende Aktien sind im Depot.

  • Meine Frage hierzu wäre, ob ich nun mit einer Vorabpauschale rechnen muss? Meines Erachtens müsste ich bereits durch den Verkauf den Gewinn inkl. Dividende versteuert haben und eine Vorabpauschale fällt nicht an. Oder habe ich hier einen Denkfehler?

    Du hast im Dezember gekauft, daher fällt Vorabpauschale für einen Monat an (Dezember). Auch beim ausschüttenden MSCI World sollte etwas Vorabpauschale entstehen, da meines Wissens nach die Ausschüttungen zu gering waren, um die Vorabpauschale komplett abzudecken.

    Ergänzung:

    erst jetzt habe ich gelesen, dass du den thesaurierenden MSCI World hast. Dann gibt es ja gar keine Ausschüttungen zum verrechnen. Dann fällt definitiv Vorabpauschale an

  • Tips zu den Einzelaktien gebe ich besser keine, denn ich habe selbst nicht immer das beste Timing. Habe z.B. jahrelang Bayer gehalten und dann Ende Oktober 2025 verkauft - seitdem sind sie um >30% gestiegen :D.
    Aber da diese neun Titel ja überschaubare Beträge sind würde ich sagen, dass die Entscheidung davon abhängt, ob Du Spaß am "Zocken" mit Einzeltiteln hast (dann ggf. halten) oder wie ich eher passiv inverstieren und ein aufgeräumtes Portfolio haben möchtest (dann ggf. verkaufen).

  • Aus dem Bauch heraus würde ich zuallererst VF und TUI verkaufen. Volkswagen hat in Sachen E-Mobilität viiieel Luft nach oben, da könnte in 10, 20 Jahren noch was gehen. Vonovia würde ich persönlich aus ethischen Gründen kicken, aber ich wohne ja auch zur Miete :P

  • Verkauf die ganzen Aktien, da du selbst bei Ali und Tui nicht im Plus bist.

    Grenke .... nee, oder? Schon mal von Fraser Perring gehört.

    Um die Verluste steuerlich zu nutzen, würde ich erstmal abwarten. Dividendenwerte vor dem Ex-Tag zu verkaufen, bietet sich meist an. Oder auf das Ende des Ukraine-Kriegs wetten.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

  • Erst jetzt habe ich gelesen, dass du den thesaurierenden MSCI World hast. Dann gibt es ja gar keine Ausschüttungen zum verrechnen. Dann fällt definitiv Vorabpauschale an

    Die Vorabpauschale ist ein fiktiver Gewinn. Ersetze das doch einfach in Deinem Satz, dann merkst Du, daß Du Unsinn geschrieben hast:

    Zitat

    Dann fällt definitiv Vorabpauschale Gewinn an

    Die Vorabpauschale fällt nicht an, sondern man hat sie zu versteuern.