Laienfrage - Rendite ETF Währung USD EUR

  • Ich überflog gerade den Raisin Newsletter, was mich veranlasste, auf die Schnelle die MSCI World Rendite für 2025 zu googeln.

    Die ETF auf den MSCI World in EUR haben sich 2025 knapp unter 10% rentiert.
    In USD werden mir je nach Portal Renditespannen von 20 - 24% auf den gleichen Index angezeigt.

    Macht der Ami, der mit USD in den selben Index investiert, doppelt so viel Rendite als der Europäer, der in EUR kauft?
    Die KI will mir das mit schwacher Währung etc. erklären aber die Antworten sind wirr und unbefriedigend.

    https://finance.yahoo.com/quote/IWDA.AS/performance

    Könnt ihr mir das in einfacher Sprache erklären? Bei Währungen bin ich komplett raus :saint:

    (Text Raisin Newsletter - darum gehts zwar nicht, aber evtl. will das ja jemand auch noch zum Thema machen ;) :
    Unsere Vermögensverwaltung 100 schloss das Jahr mit einem Plus von 10 % ab. Im Jahr 2025 entwickelte sie sich zudem besser als der MSCI World und übertraf in diesem Zeitraum viele aktiv gemanagte Fonds.)

  • Ganz einfach: der US-Dollar hat sich gegenüber dem Euro im Jahr 2025 von ca. 1,05 $ für einen Euro auf ca. 1,18 $ für einen Euro abgeschwächt.

    Da ca. 70 % der Titel im MSCI World in US-Dollar notieren, kommt es zu deiner Beobachtung.

  • Wenn 1 EUR = 1 USD wäre - dann hätten beide die selbe Rendite?

    Es kommt nicht auf das Verhältnis an sich an. Es könnte auch 1 : 100 sein.
    Relevant für gleiche Renditen ist, dass dieses Verhältnis sich nicht verändert.

    Dieser kleine Unterschied bewirkt also mehr als die doppelte Rendite für einen Anleger in USD?

    So klein ist der Unterschied ja nicht. Es sind anhand von Tomarcy Zahlen ca. 12,5%.

    20 - 24% in USD abzüglich 12,5%.

    Einmal editiert, zuletzt von WerAuchImmer (15. Januar 2026 um 08:27)

  • Vielen Dank. Dass sich das so auswirkt, habe ich mir nie vor Augen geführt. Einige Diskussionen hier kann ich jetzt sicherlich besser einordnen.

    Hätte man mit diesem Hedged ETF dann die US Rendite als Europäer mitnehmen können? Verstehe ich das richtig?

    LYX0TD

  • Hätte man mit diesem Hedged ETF dann die US Rendite als Europäer mitnehmen können? Verstehe ich das richtig?

    Ja, man hätte einen Gutteil der Rendite mitnehmen können (Hedging kostet Rendite). Aber, genau so hätte man mit einem währungsgesicherten ETF in den vergangenen Jahren viel Rendite liegen lassen, da der Dollar gegenüber dem Euro lange Zeit über aufgewertet hat.
    Da Aktien-ETF eher für eine langfristige Anlage genutzt werden sollten, macht es auf lange Sicht eher keinen Sinn einen währungsgesicherten ETF zu wählen. Mal gewinnt man etwas, mal verliert man etwas, aber langfristig gleicht es sich üblicherweise aus.

    Wenn man natürlich kurzfristig spekuliert, kann es schon Sinn ergeben sich gegen Währungsrisiken abzusichern.

  • Du kannst Dir hier einfach mal den Dollar/Euro-Umrechnungskurs anschauen. Angenommen, Du hast eine US-Aktie, die am 01.01.2025 100 Dollar gekostet hat, die sich im ganzen Jahr nicht verändert hat und am 31.12.2025 immer noch 100 Dollar gekostet hat: Am Jahresanfang hättest Du beim Tausch in Euro ungefähr 97 Euro dafür bekommen, am Jahresende nur noch 85.


    Was für eine Schlussfolgerung ziehen wir daraus? USA-Urlaube sind derzeit etwas günstiger als vor ein, zwei Jahren und bieten sich an. :)


    Man kann die Währung sichern, hedgen - richtig. Üblicherweise wird davon aber abgeraten, weil sich die Währungsschwankungen ausmitteln und das Hedging verhältnismäßig viel Geld (Rendite) kostet.

  • Man kann die Währung sichern, hedgen - richtig. Üblicherweise wird davon aber abgeraten, weil sich die Währungsschwankungen ausmitteln und das Hedging verhältnismäßig viel Geld (Rendite) kostet.

    Hedging ist wie vergleichbar mit Versicherungen im alltäglichen Leben
    Versicherungen kosten Geld - sind aber gut, wenn man sie hat und der Notfall eintritt.
    hier: wenn der Euro gegenüber dem Dollar an Wert verliert.

    Man zahlt für die Versicherung immer einen Preis, das ist die Prämie. Wenn man die Versicherung nicht in Anspruch nehmen muss, dann ist die Prämie verloren.
    hier: wenn der Euro gegenüber dem Dollar an Wert gewinnt, dann wäre die Versicherung nicht notwendig gewesen. Die gezahlte Prämie ist "futsch" und vermindert daher deinen Gewinn (Rendite).

    Das Problem ist, dass dir im Voraus niemand sagen kann, in welche Richtung eine Währung innerhalb eines bestimmten Zeitraums tendiert. Gleiches gilt auch für Wertpapiere. Auch hier kann niemand die Zukunft vorhersagen, es können innerhalb eines bestimmten Zeitraums Gewinne oder Verluste anfallen.
    Auch die möglichen Kursverluste eines einzelnen Wertpapieres könnte man "versichern", kostet aber ebenfalls eine Prämie (Rendite).

    Fazit: Es besteht immer ein Risiko oder ich kann mich auch "zu Tode" absichern, so dass unter dem Strich keine Rendite mehr für mich selbst als Anleger herauskommt.

  • Vielen Dank monstermania und WorriedDad

    Ich persönlich habe das auch nicht vor, ich möchte mich lediglich etwas aufschlauen.

    Mich hat eben dieser "riesige" Renditeunterschied verblüfft auf den selben Index. Wenn man dann kleine Zahlen liest wie 1,05$ zu 1,18$ oder auch 97 zu 85 EUR, war das zumindest für mich zunächst keine Erklärung dafür. Die Aktienrendite potenziert das ganze ja auch nochmal.

    Dank Forum (und Taschenrechner) wieder was gelernt. DANKE!

    Vermutlich konnten also Profis / institutionelle Anleger hier aber eine relativ sichere hohe Rendite mitnehmen, da die US Politik unter Trump zumindest in dieser Hinsicht ja relativ vorhersehbar war ... (?).

  • Man zahlt für die Versicherung immer einen Preis, das ist die Prämie. Wenn man die Versicherung nicht in Anspruch nehmen muss, dann ist die Prämie verloren.
    hier: wenn der Euro gegenüber dem Dollar an Wert gewinnt, dann wäre die Versicherung nicht notwendig gewesen. Die gezahlte Prämie ist "futsch" und vermindert daher deinen Gewinn (Rendite).

    Das missliche am Hedging ist: Wenn der „Versicherungsfall“ nicht eintritt, sondern das Gegenteil, also der Dollar nicht ab-, sondern aufwertet, dann sind erstens die Kosten für die Versicherung futsch, und zweitens sind einem potentielle Aufwertungsgewinne durch die Lappen gegangen. Das ist doppelt misslich und deshalb ist vielfach die Empfehlung, Aktienfonds nicht zu hedgen.

    Mich hat eben dieser "riesige" Renditeunterschied verblüfft auf den selben Index. Wenn man dann kleine Zahlen liest wie 1,05$ zu 1,18$ oder auch 97 zu 85 EUR, war das zumindest für mich zunächst keine Erklärung dafür. Die Aktienrendite potenziert das ganze ja auch nochmal.

    Ja … 100 Dollar, die mit 25 Prozent Rendite zu 125 Dollar werden, sind umgerechnet 97 Euro, die zu 106,25 Euro werden - nicht mal 10 Prozent Wachstum bleiben da.

  • Aktuell ist der Euro recht stark im Verhältnis zum US Dollar oder der US Dollar recht schwach im Verhältnis zum Euro, wie man es sehen möchte.

    Das drückt für uns Euro Anleger die Rendite. Auf der anderen Seite kaufen wir aktuell US Aktien günstig ein und sollte der Dollar zu alter Stärke zurück finden, gibt das einem Euro Depot einen sehr ordentlichen Schub.