Sprache entwickelt sich nicht nur aus dem normalen Volk heraus, wie leicht naive Menschen vielleicht denken könnten, sondern insbesondere durch staatliche Reglementierungen, eine Verwaltung, Sprache und eine Normierung.
Im Wesentlichen aber schon. Natürlich gibt es Ausnahmen, Sprache fungiert aber grundsätzlich wie ein Organismus und befindet sich in einem ständigen Adoptionsprozess. Das ist sprachwissenschaftlich auch gut belegt. – Aktuelle Tendenzen wie bspw. die verstärkte Integration von Anglizismen sind die Folge der Globalisierung. Dies sind natürlich gewachsene Strukturen. Niemand sagt von oben „jetzt müsst ihr englische Begriffe verwenden!" – Beim Gendern ist dies nicht so, hier ist eine Ideologie (neutral gemeint) im Hintergrund der Treiber dieser Veränderungen. Unabhängig davon, ob man diese gut oder schlecht heißt.
Trüge ein Gendern nicht relativ schnell zu einer Änderung der gesprochenen Sprache bei, brauchte man sich in einigen Jahren nicht mehr darüber unterhalten ob dies nötig oder unnötig sei.
Das Problem ist aber, dass die Sprecher der deutschen Sprache dies in der Mehrheit nicht wollen. Unabhängig vom Geschlecht. Dementsprechend führt dies zu Unzufriedenheit und Unverständnis bei vielen. Für Veränderungen wäre aber das Gegenteil notwendig, Verständnis und Zufriedenheit. Daher wird sich das Gender-Phänomen möglicherweise auf institutioneller Ebene durchsetzen, weil es gesetzlich vorgeschrieben wird – wobei es hier auch schon wieder Rückschritte gibt – im privaten Sprachgebrauch aus sprachökonomischen Gründen aber vermutlich eher ein Randphänomen bleiben.