Ein KISS von Irving – Zielpfad: 5 auf 20 Mio €

  • Warum wir mit einem Multifaktor-Ansatz investieren und warum ich langfristig eine Mehrrendite von 1 % p. a. nach Kosten erwarte (Teil 2)


    Warum müssen Aktien mit Faktorprämien langfristig mehr rentieren als ein marktkapitalisierender Index?

    Das zentrale Prinzip der Kapitalmärkte ist, dass höhere Risiken langfristig höhere Renditen erfordern. Ein simpls Konzept, das erstaunlich oft missverstanden wird. Langfristig und im Durchschnitt erwartet ein Investor für höheres Risiko eine höhere Rendite. Oder anders formuliert: Je höher das Risiko, desto mehr muss der Kapitalnehmer bieten, um Investoren zu finden. Dieses Prinzip lässt sich weder durch Meinung noch durch „Shortcuts“ aushebeln.


    Die Equity-Prämie

    Leiht man dem deutschen Staat heute Geld, indem man eine einjährige Bundesanleihe kauft, erhält man rund 2 % p. a. Nominalrendite. Nach Inflation ist der reale Ertrag nahe null und nach Steuern oft negativ. Gleiches gilt auch für Tagesgeld oder Geldmarktfonds.

    Warum ist das so?
    Weil es so gut wie kein Risiko gibt das Geld nicht oder verspätet zurückzubekommen. Der deutsche Staat gilt als äußerst solvent. Entsprechend niedrig ist die Verzinsung. Der deutsche Staat muss nicht mehr bieten und findet trotzdem Investoren und Investoren geben sich mit wenig zufrieden, weil ihr Risiko gering ist.

    Ganz anders sieht es bei vielen Schwellensländern aus: Dort werden teilweise 8 %, 15 % oder sogar 30 % p. a. geboten (sonst würde schlicht niemand investieren). Die höhere Rendite ist die notwendige Entlohnung für das höhere Risiko.

    Dasselbe gilt für Aktien. Niemand investiert aus Nächstenliebe in einen Aktien-ETF, sondern weil er langfristig eine höhere Rendite erwartet als auf dem Tagesgeld. Warum? Weil das Risiko besteht über viele Jahre Verluste oder zumindest keine Erträge zu sehen. Genau deshalb rentiert der globale Aktienmarkt langfristig mit über 6 % p. a. und nicht mit 2 %.

    Diese Differenz von mehr als 4 Prozentpunkten und mehr bezeichnet man als Equity-Prämie: die Entlohnung für höheres Risiko. Oder salopp gesagt für den Schmerz, den man zwischendurch aushalten muss.


    Die Faktorprämien

    Eine leict verständliche Faktorprämie ist die Small-Size-Prämie. Kleine Unternehmen sind riskanter als große:

    • schlechterer Zugang zu Kapital
    • höhere Finanzierungskosten
    • weniger diversifizierte Geschäftsmodelle
    • höhere Insolvenzquote

    Das ist allgemein bekannt. Und genau deshalb verlangen Investoren eine höhere Rendite, um diesen Unternehmen Kapital zur Verfügung zu stellen. Anders gesagt: Kleine Unternehmen müssen höhere Erträge bieten, sonst investiert niemand.

    Aus diesem Grund haben Small-Caps langfristig besser rentiert als der breite Markt, der überwiegend aus großen Unternehmen besteht (historisch etwa +2 % p. a. laut MSCI-Daten).

    • Warum rentieren Small Caps nicht immer besser als Large Caps?
    • Warum können Aktien über zehn Jahre und mehr schlechter abschneiden als Tagesgeld?
    • Warum können Small Caps über lange Zeiträume schlechter laufen als Large Caps?

    Die Antwort ist simpel: Wenn eine Prämie immer sicher vorhanden wäre, gäbe es kein höheres Risiko. Das wäre ein logischer Widerspruch.

    Erst die reale Möglichkeit, dass sich das Risiko materialisiert (also dass die Prämie über Jahre ausbleibt, man Verluste macht, weniger verdient,.....) macht das Risiko aus. Genau diese Unsicherheit wird entlohnt. Würden Aktien immer besser rentieren als Staatsanleihen oder Small Caps immer besser als der Gesamtmarkt, gäbe es kein zusätzliches Risiko und die Renditen würden sich angleichen.

    Nur weil niemand weiß, ob der Aktienmarkt in den nächsten zehn Jahren positiv oder negativ rentiert, existiert die Equity-Prämie überhaupt. Und nur weil niemand weiß, ob Small-Caps in den nächsten 10 Jahren Large Caps outperformen, gibt es die langfristige Outperformance.

    Wann sollte man nicht in Faktor-ETFs investieren?

    Die Equity-Prämie beträgt langfristig über 4 % p. a.
    Faktorprämien liegen dagegen deutlich niedriger, etwa bei 1,5–2 % p. a. vor Kosten. Ich rechne konservativ und nach Kosten mit rund 1 % p. a.a

    Wer also seine Rendite durch höheres Risiko steigern möchte, während noch 20 oder 30 % des langfristigen Vermögens in schwankungsarmen Assets liegen, sollte zuerst die Aktienquote erhöhen, um die deutlich größere Equity-Prämie abzugreifen.

    Erst bei einer nahezu oder vollständig ausgeschöpften Aktienquote halte ich eine weitere Risikoerhöhung über Faktorprämien für sinnvoll.

  • Wie kann denn das Wort "Erwarten" anders verstanden werden?

    Nun ja … ich kann den heutigen Sonnenuntergang erwarten, der wird sicher eintreten. Ich kann aber auch erwarten, dass mich der deutsche Skisportverband für den olympischen Riesenslalom am Valentinstag nachnominiert - das wird sehr sicher nicht geschehen.

    Die Darstellung von Irving, wo das als Vorteil bezeichnet ist, kann man schon so verstehen, dass es auf der Skala zwischen „aussichtsloser Erwartungshaltung“ und „aussichtsreicher Erwartungshaltung“ sehr klar bei den „aussichtsreichen“, geradezu sicheren Vorteilen verortet ist.

  • „Hallo zusammen“ …..ein Eigenanteil ?

    Sind das nicht seit jeher seine üblichen Floskeln? Egal, es nervt, dass Kommunikation immer mehr KI-geglättet und damit in meinen Augen manipuliert geführt wird. Wenn man selbst keine Argumente hat, lässt man sie generieren. Irgendwann lehnen wir uns zurück und schauen, wie sich die persönlichen Chat-Bots gegen die anderen im Forum schlagen. Gruselig.

  • warum ich langfristig eine Mehrrendite von 1 % p. a. nach Kosten erwarte

    Das erwartet DWS mit den aktiven Xtrackers enhanced ETfs auch.

    Mit den Xtrackers Equity Enhanced Active UCITS ETFs bietet die DWS aktives Portfoliomanagement in einem effizienten ETF | Xtrackers by DWS

    Tomarcy
    6. August 2025 um 11:11
  • Das erwartet DWS mit den aktiven Xtrackers enhanced ETfs auch.

    https://etf.dws.com/de-de/ueber-un…ffizienten-etf/

    Tomarcy
    6. August 2025 um 11:11

    Ich habe mich mit diesen ETFs noch nicht beschäftigt und kenne das Regelwerk nicht. Es kommt darauf an wie sie diese Outperformance generieren wollen. Wenn es durch stock picking oder market timing ist, halte ich das nicht für nachhaltig. Könnte natürlich sein, dass sie in die ETFs einen Value-tilt und/oder small-cap-tilt einbauen. Dann könnte das schon funktionieren. Was ich gerade oft sehe ist, dass aktive Fonds und ETFs den US-Anteil leicht reduzieren, weil dort die Bewertungen hoch sind. Bei sowas wäre ich vorsichtig. Das kann die nächsten 5-10 Jahre schon funktionieren, aber langfristig ist solches market timing eigentlich nicht erfolgreich. Es sei denn man hat ein ganz klares Regelwerk. Dimensional ist ein gutes Beispiel wie es funktionieren kann. Die schlagen seit Jahrzehnten den Markt.

  • Nun ja … ich kann den heutigen Sonnenuntergang erwarten, der wird sicher eintreten. Ich kann aber auch erwarten, dass mich der deutsche Skisportverband für den olympischen Riesenslalom am Valentinstag nachnominiert - das wird sehr sicher nicht geschehen...


    erwarten: für wahrscheinlich halten, mit etwas rechnen, "das war zu erwarten"

    Es ging hier erkennbar nicht darum, dass irgendjemand zu Besuch erwartet wird.

  • Erst bei einer nahezu oder vollständig ausgeschöpften Aktienquote halte ich eine weitere Risikoerhöhung über Faktorprämien für sinnvoll.

    Mir erschließt sich noch nicht, dass es sinnvoll ist, ein 100% Aktien Depot zu führen, ohne zumindest einen Bedarf von 2+x Jahren ohne Verkäufe überbrücken zu können. Egal ob mit oder ohne Faktoren. Natürlich wird man für das risikoärmer angelegte Geld weniger erwartete Rendite haben, auf der anderen Seite werden erzwungene Verkäufe in einer mehrjährigen Krise auch teuer. Wenn das Depot groß ist, tut es natürlich weniger weh oder kann einem sogar egal sein, aber das ist ja auch nicht der Normalfall. Gibt es dazu Untersuchungen, wo renditetechnisch das optimale Mittelmaß ist?

  • Mir erschließt sich noch nicht, dass es sinnvoll ist, ein 100% Aktien Depot zu führen, ohne zumindest einen Bedarf von 2+x Jahren ohne Verkäufe überbrücken zu können. Egal ob mit oder ohne Faktoren. Natürlich wird man für das risikoärmer angelegte Geld weniger erwartete Rendite haben, auf der anderen Seite werden erzwungene Verkäufe in einer mehrjährigen Krise auch teuer. Wenn das Depot groß ist, tut es natürlich weniger weh oder kann einem sogar egal sein, aber das ist ja auch nicht der Normalfall. Gibt es dazu Untersuchungen, wo renditetechnisch das optimale Mittelmaß ist?

    Er schrieb doch, dass er von den Ausschüttungen locker leben kann. Das ist natürlich derselbe Effekt wie ein Verkauf. Und was sonst noch an regelmäßigen Einkünften kommt wissen wir ja nicht.

    3% solltest Du locker entnehmen können, ohne dass man in der Historie jemals sein Geld aufgebraucht hätte. Was das bei 4,9 Mill. bedeutet, kannst Du Dir ja ausrechnen.

    Und wie Irving sich dann fühlt, wenn der Crash kommt, wissen wir nicht. Wenn es ihm weh tut, dann tut es ihm eben weh. Was macht es?

  • 1,2-1,7% Ausschüttung minus Kapitalertragssteuer für Standard World oder Kommer ETF. 1 Millionen Depot hört sich schon viel an, aber bei schwankender Ausschüttung und schwankendem Depotvolumen wird es ohne zusätzliche Verkäufe schwer, wenn ein signifikanter Teil des monatlichen Lebensunterhaltes daraus bestritten werden soll. Wenn der Grundbedarf bereits durch Rente abgedeckt ist, sieht es natürlich anders aus.

  • 1,2-1,7% Ausschüttung minus Kapitalertragssteuer für Standard World oder Kommer ETF. 1 Millionen Depot hört sich schon viel an, aber bei schwankender Ausschüttung und schwankendem Depotvolumen wird es ohne zusätzliche Verkäufe schwer...

    Herrgott im Himmel, dann verkauft er eben.

    4,9 Millionen?! Die könnte ich gar nicht verspielen, versaufen oder verhuren. Man könnte es nur noch verdummen.

    Irving benötigt auch keine Geldanlage. Er könnte für den Rest seines Lebens vom Tagesgeldkonto abheben. Das wird seine Gattin ja hoffentlich können? Nach meinen Erfahrungen können Frauen sogar sehr gut und ausgiebig Geld abheben.

    Wenn man will kann man vielleicht noch eine Aktienqoute von 30% fahren und sich einen Inflationsausgleich erhoffen.

  • Was hier ja auch gar nicht die Frage war. Sondern die Frage nach einer Balance zwischen geringerer Rendite wegen eines Puffers von 2+x Jahren vs. eines 1 Aktien ETF Ansatzes mit Verkauf in mehrjährigen Krisenzeiten. Wie gesagt, mir ist schon klar, dass die Pleitewahrscheinlichkeit bei einer Depotgröße wie in diesem Thread wohl eher vernachlässigbar ist.

  • Was hier ja auch gar nicht die Frage war. Sondern die Frage nach einer Balance zwischen geringerer Rendite wegen eines Puffers von 2+x Jahren vs. eines 1 Aktien ETF Ansatzes mit Verkauf in mehrjährigen Krisenzeiten. ...

    Die Antwort ist: Er braucht keine Puffer und auch keine Balance.

    ...Wie gesagt, mir ist schon klar, dass die Pleitewahrscheinlichkeit bei einer Depotgröße wie in diesem Thread wohl eher vernachlässigbar ist.

    Dann ist es ja gut. Dann brauchst ja auch nicht mehr nach einem Puffer fragen.



  • KISS soll das (finanzielle) Leben einfacher machen und man kann seine Energie anderen Dingen zuwenden, KISS läuft ohne mein Zutun weiter, zumal wenn ich mich für 1 Welt ETF entschieden habe,

    Wie kommt es, dass KISS Umsetzer dann noch so viel Zeit im Forum und mit Finanzen auf einem überdurchschnittlich hohem Niveau verbringen?

    Das ist doch, wie wenn ich endlich den perfekten Partner gefunden habe, aber immer noch schaue was am Markt ist und dann aller Welt die Vorzüge meines Partners anpreise…..wozu? Muss ich mich selbst immer wieder davon überzeugen, dass es eh die richtige Partnerwahl war?

    ist natürlich jedem unbenommen das so zu tun. Mich lässt dieses Verhalten aber dran zweifeln, ob KISS wirklich KISS ist?

  • Wie kommt es, dass KISS Umsetzer dann noch so viel Zeit im Forum und mit Finanzen auf einem überdurchschnittlich hohem Niveau verbringen?

    Warum arbeitet ein Multimillionär ehrenamtlich im Seniorenheim?

    Warum trainiert ein ehemaliger Fußballstar heute ein Jugendteam in der Kreisliga?

    Warum schaust du Sendungen im TV?

    Deine Logik funktioniert nur dann, wenn man den Menschen amputiert.