Ein Kiss von Nikolaus Braun - MSCI ACWI IMI

  • Nikolaus Braun hat letzte Woche in einem Interview im Spiegel seine KISS-Strategie nochmals bekräftigt.

    https://www.cash-online.de/a/vermoegensve…14119/#comments

    Er warnt vor „Finanzpornografie“ und weist zudem auf die dauernde Angst der Menschen hin, Geld zu verlieren.

    Zitat:

    „Um den Aktienmarkt abzudecken, reicht ein breit aufgesteller ETF, der sich am Welt-Aktienindex ‚MSCI All Country World IMI‘ orientiert. (….)

    Wenn man das mit einem Indexfonds für europäische Staatsanleihen kombiniert, ist man gut aufgestellt.“

  • In seinen Büchern schreibt er, dass man eigentlich Faktoren berücksichtigen sollte, rät aber davon ab, weil es sonst zu kompliziert würde (mehrere ETFs, Rebalancing, etc.).

    Wenn es doch nur ein Produkt gäbe, das KISS und Faktoren kombiniert.:/

    P.S. Am Montag und Dienstag ist bei Mr. Braun Tag der offenen Tür. Lesung, Buch-Signierung, Führungen, kostenlose Beratung, Kaffee, Häppchen.... Maximiliansplatz 12a.

  • Prinzipiell stimme ich ihm ja zu. Schreibt er aber irgendwo mal konkret, in welchem Verhältnis er ACWI und europäische Staatsanleihen kombiniert? Und ändert sich das je nach Alter dynamisch oder nicht? Und welche Staatsanleihen nimmt er mit welcher Laufzeit? Steht das irgendwo in einem seiner Bücher oder bleibt seine Empfehlung so vage?

  • Also wenn der "German Dream" wirklich nur bedeutet, dass man am reichsten ist, wenn man stirbt, fände ich das doch irgendwie beruhigend 😅

    Ansonsten habe ich den Eindruck dass die sogenannten Selbstentscheider, zumindestens hier im Forum, gar nicht so einen ausgeprägten Gestaltungsdrang haben, wie Braun es nahelegt.

  • Prinzipiell stimme ich ihm ja zu. Schreibt er aber irgendwo mal konkret, in welchem Verhältnis er ACWI und europäische Staatsanleihen kombiniert? Und ändert sich das je nach Alter dynamisch oder nicht? Und welche Staatsanleihen nimmt er mit welcher Laufzeit? Steht das irgendwo in einem seiner Bücher oder bleibt seine Empfehlung so vage?

    Er schreibt in seinen Büchern, dass eine Aktienquote von mehr als 70% nicht sinnvoll sei, weil das der normale Privatanleger nicht aushalte und die Mehrrendite zu gering wäre. Er nimmt kurzlaufende Staatsanleihen bis 3 Jahre. Ich denke, dass er sehr viel mit unerfahrenen und relativ vermögenden Anlegern zu tun hat. Echte Selbstentscheider zahlen nämlich für die Honorarberatung nicht. Deshalb dürfte es bei seinen Mandaten relativ selten Aktienquoten oberhalb von 70% geben. Vermutlich eher in Richtung 50-60%.


    Zitat von Pfeffersack

    Ansonsten habe ich den Eindruck dass die sogenannten Selbstentscheider, zumindestens hier im Forum, gar nicht so einen ausgeprägten Gestaltungsdrang haben, wie Braun es nahelegt.

    Einmal ganz davon abgesehen, dass es sich bei diesem Forum um eine relativ rationale Finanzblase innerhalb einer relativ informierten Finanzblase handelt (also um 0,00001%), habe ich diesbezüglich einen anderen Eindruck. Ich denke, dass man die User, die nur einen Aktien-ETF im Depot haben, an einer Hand abzählen kann.

  • Vielen Dank für die Infos, vielleicht muss ich doch mal seine Bücher lesen,also ist die Empfehlung Euro Gov 1-3y. Das widerspricht aber auch der hier vorherrschenden Meinung, dass man für den defensiven Teil eher im 0-1y anlegen sollte. Ich bin da auch noch im eigenen Depot am Basteln, vielleicht mache ich doch eine Mischung aus 0-1 und 1-3.

    Und inzwischen bin ich so defensiv aufgestellt wie noch nie zuvor, Aktien zu Anleihen 50/50. Ich bin echt feige geworden.

  • Vielen Dank für die Infos, vielleicht muss ich doch mal seine Bücher lesen,also ist die Empfehlung Euro Gov 1-3y. Das widerspricht aber auch der hier vorherrschenden Meinung, dass man für den defensiven Teil eher im 0-1y anlegen sollte. Ich bin da auch noch im eigenen Depot am Basteln, vielleicht mache ich doch eine Mischung aus 0-1 und 1-3.

    Na ja, die ,,Mehrrendite" von 1-3 ist so dermaßen gering im Vergleich zum 0-1 AAA, dass man auch den 0-1 nehmen kann. Warum soll man sich für sowas verbiegen? Ich verstehe sowieso nicht warum Anleger mit weniger als 100k im risikoarmen Teil nicht ein Tagesgeldkonto wählen. Der ESTR ist da immer drin. Auch ohne Hopping. Und wer sich zwei Mal im Jahr 5 Minuten ,,bemüht", bekommt 1% mehr p.a.. Das ist Unternehmensanleihen-Niveau beim Ertrag und 0-1 AAA Niveau bei der Sicherheit.

  • Mir erschließt sich diese Empfehlung für den sicheren Portfolioteil auch nicht ganz.
    Wie @Irving richtig hinweist: Der "hack" für Privatanleger mit Volumen unter 100.000€ sind TG und FG.

    Möchte man in Richtung 1-3 jährige Anleihen gehen, kann man einfach eine 3 stufige Bundesanleihentreppe bauen, bei der man 1x/Jahr nachkaufen muss.

    ETFs auf die empfohlenen Indizes finde ich für das Gebotene fast schon unverschämt teuer. Zusätzlich zu den größeren Schwankungen durch die Duration hat man dann 30% BBB Anleihen und 60% Wertpapierleihe für magere 0,05% mehr Rendite im Vergleich zu der Bundesanleihentreppe (und 0,4%+ weniger im Verglich zu TG/FG).

  • Möchte man in Richtung 1-3 jährige Anleihen gehen, kann man einfach eine 3 stufige Bundesanleihentreppe bauen, bei der man 1x/Jahr nachkaufen muss.

    Richtig. Das wissen wir, weil wir uns interessieren. Nikolaus Braun will es aber einfach halten und möchte den Leuten (logischerweise) nichts aufbürden, was sie verwirren könnte. Bundesanleihen und KfW sind doch optimal (letztere bringen etwas mehr).

  • Na ja, die ,,Mehrrendite" von 1-3 ist so dermaßen gering im Vergleich zum 0-1 AAA, dass man auch den 0-1 nehmen kann. Warum soll man sich für sowas verbiegen? Ich verstehe sowieso nicht warum Anleger mit weniger als 100k im risikoarmen Teil nicht ein Tagesgeldkonto wählen. Der ESTR ist da immer drin. Auch ohne Hopping. Und wer sich zwei Mal im Jahr 5 Minuten ,,bemüht", bekommt 1% mehr p.a.. Das ist Unternehmensanleihen-Niveau beim Ertrag und 0-1 AAA Niveau bei der Sicherheit.

    Mehrere Tagesgeldkonten sind fast ausgeschöpft, mehr möchte ich auch keinesfalls haben, falls irgendeine Bundesregierung in ferner Zukunft die Einlagensicherung falsch interpretiert und nur pro Anleger und nicht pro Konto zählt. Daher bleiben ja nur Anleihen für den defensiven Teil.

  • falls irgendeine Bundesregierung in ferner Zukunft die Einlagensicherung falsch interpretiert und nur pro Anleger und nicht pro Konto zählt.

    Das ist genau die Argumentation von Dr. Kommer.

  • Das ist genau die Argumentation von Dr. Kommer.

    Die Bücher habe ich gelesen. Ist daher auch nicht meine Idee, sondern nur Kommers Idee umgesetzt 🤷‍♂️

  • Mehrere Tagesgeldkonten sind fast ausgeschöpft, mehr möchte ich auch keinesfalls haben, falls irgendeine Bundesregierung in ferner Zukunft die Einlagensicherung falsch interpretiert und nur pro Anleger und nicht pro Konto zählt. Daher bleiben ja nur Anleihen für den defensiven Teil.

    Wenn du mehr als 100.000 € im schwankungsarmen Teil deines Portfolios hast, ist das sinnvoll. Eine Aufteilung auf mehrere Tagesgeldkonten mit jeweils 100k würde ich vermeiden. Dafür ist die Gesetzeslage zu unklar oder zumindest ,,dehnbar".

    Bis 100.000 €/Person sehe ich allerdings kein Problem. Sollte es hier zu Ausfällen kommen, wäre das ohnehin ein Hinweis darauf, dass entweder die Währung oder der Staat ernsthaft in Schwierigkeiten ist.

    In der Praxis hat man ohnehin ein Konto mit einer Liquiditätsreserve von ein paar tausend Euro. Sei es allein schon, um sich gegen eine vorübergehende Börsenschließung abzusichern. Wer in diesem Segment mehr halten möchte, kann die 100.000 € entsprechend ausschöpfen.

    Alles darüber hinaus würde ich in kurzfristige AAA-Staatsanleihen im Euroraum anlegen.

  • Und du glaubst wirklich, dass in so einem Katastrophenfall sein ETF noch irgendetwas wert ist?

    Keine Ahnung, aber eine Verteilung des Anlagevermögens auf mehrere Banken und mehrere Anlagevehikel wie TG und ETFs erscheint mir zumindest momentan die sinnvollste Risikostreuung zu sein. Vielleicht denkt man in 5 Jahren anders und ärgert sich, dass man nicht in Goldmünzen und leicht zu transportierende Diamanten investiert hat. Oder Konserven 🤷‍♂️

  • Richtig. Das wissen wir, weil wir uns interessieren. Nikolaus Braun will es aber einfach halten und möchte den Leuten (logischerweise) nichts aufbürden, was sie verwirren könnte. Bundesanleihen und KfW sind doch optimal (letztere bringen etwas mehr).

    Ja, denke ich auch, so einfach finde ich das nämlich nicht, und ein bisschen Erfahrung habe ich ja schon. So ein Anleihe-ETF hat doch, u.a. was die Bequemlichkeit angeht, einige Vorteile gegenüber der „eincfachen“ Treppe.

  • Ja, denke ich auch, so einfach finde ich das nämlich nicht, und ein bisschen Erfahrung habe ich ja schon. So ein Anleihe-ETF hat doch, u.a. was die Bequemlichkeit angeht, einige Vorteile gegenüber der „eincfachen“ Treppe.

    Der Anleihe-ETF ist bequem und auch solide per Sparplan zu besparen. Also ideal für alle, die keinen Aufwand wollen.

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