Aktien kaufen und verkaufen

So handeln Sie einfach und günstig mit Aktien

Sara Zinnecker Stand: 02. Dezember 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Gängige Aktien und Fonds (ETFs) kaufen Sie am besten online über ihr Wertpapierdepot.

  • Beim Kauf selbst ist dann der Direkthandel häufig günstiger als die Börse.

  • Die Vorteile des Direkthandels sind aktuelle Kurse und ein insgesamt kostengünstiger Kauf.

So gehen Sie vor
  • Wählen Sie ein günstiges Wertpapierdepot. Wir empfehlen Flatex und die Onvista Bank.
  • Erledigen Sie Ihre Wertpapiergeschäfte an Börsentagen zwischen 9 und 17.30 Uhr.
  • Tragen Sie im Depot-Suchfeld die Kennnummer (ISIN) des Wertpapiers ein, das Sie kaufen wollen. Wählen Sie die Option „kaufen“ und geben Sie die Stückzahl ein.
  • Wählen Sie den günstigsten Direkthändler. Kostet es überall gleich viel, wählen Sie den niedrigsten Kaufpreis.
  • Prüfen Sie vor dem Kauf, wie viel Ihre Order insgesamt kostet.

Wer langfristig Vermögen aufbauen will, sollte einen Teil seines Geldes breit gestreut am Aktienmarkt anlegen. Über 15 Jahre und mehr gleichen sich Schwankungen aus, und Sparer haben die Chance auf eine bessere Rendite als Tages- oder Festgeld.

Für eine langfristige Geldanlage eignen sich Fonds besonders gut, die einen weltweit aufgestellten Aktienindex nachempfinden. Sie heißen auch Aktien-Indexfonds oder ETFs. Haben Sie sich für einen ETF oder andere Wertpapiere entschieden, stehen Sie allerdings sofort vor praktischen Fragen: Wo kaufe ich am besten? Und was muss ich beachten? 

Hinweis: In diesem Ratgeber erläutern wir Ihnen, wie Sie eine größere Summe einmalig anlegen können. Interessieren Sie sich für Ansparen in kleinen Raten, lesen Sie weiter im Ratgeber ETF-Sparplan.

Wo verwahre ich Wertpapiere?

Wenn Sie Aktien oder Indexfonds (ETFs) kaufen möchten, müssen Sie nicht extra zur Filialbank, um die Wertpapiere tatsächlich zu erwerben und später zu verwahren. Dort zahlen Sie fast immer Gebühren, die Sie sich auch sparen können. Eröffnen Sie besser ein kostenloses Online-Depot bei einer Direktbank oder einem spezialisierten Wertpapierhändler (Online-Broker).

Wir empfehlen Ihnen entweder Depots, bei denen Sie sehr wenig für den Kauf der Aktien oder Fonds zahlen, oder Depots bei Onlinebanken, bei denen Sie auch ein günstiges Girokonto und eine günstige Kreditkarte bekommen – also alle Ihre Bankgeschäfte unter einem Dach erledigen können.

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

  • Mit dem richtigen Wertpapierdepot zahlen Sie wenig fürs Kaufen und Verkaufen von Aktienfonds (ETFs).
  • Unsere Empfehlung der günstigsten Anbieter: Flatex und Onvista-Bank; die besten Kombiangebote aus Depot, Girokonto und Kreditkarte: DKB, Comdirect, Consorsbank und ING.

Zum Ratgeber

Wo kaufe und verkaufe ich Wertpapiere?

Haben Sie Ihr Depot, kann es losgehen: Sie können sich Aktien oder Anteile an Fonds und ETFs kaufen. Welche Indexfonds wir empfehlen, lesen Sie in unserem ETF-Vergleich. In der Regel können Sie online aus mehreren Handelsplätzen auswählen: Zur Verfügung stehen Börsen und Direkthändler.

Beim Börsenhandel koordinieren Menschen oder ein Onlinesystem die Kauf- und Verkaufsgesuche der Anleger. Der Preis ergibt sich aus Angebot und Nachfrage. Die Börse kontrolliert, ob beim Handel auch alles mit rechten Dingen zugeht. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Börsenhandel.

Beim Direkthandel haben Banken oder Wertpapierhandelshäuser bestimmte Aktien oder Fondsanteile im Bestand. Sie als Anleger kaufen diesen Einrichtungen dann die Wertpapiere ab. Den Preis können die Banken oder Handelshäuser selbst festlegen, Regulierung von außen gibt es nicht.

Finanztip empfiehlt den Direkthandel

Wer einen leichten Zugang zum Aktienhandel sucht, ist beim Direkthandel richtig. Er eignet sich für Anleger, die keine besonderen Handelsstrategien verfolgen und häufig gehandelte, nicht allzu exotische Aktien oder ETFs kaufen oder verkaufen wollen.

Im Vergleich zu regulären Börsenplätzen hat der Direkthandel mehrere Vorteile:

  1. Sie kaufen oft günstiger als an der Börse. Viele Depotanbieter haben Sonderkonditionen mit Direkthändlern ausgehandelt, und Sie zahlen keine extra Börsengebühren.
  2. Sie erhalten in der Regel aktuelle – und nicht etwa zeitverzögerte – Kurse, die Sie direkt für den Kauf oder Verkauf übernehmen können.
  3. Ihre Kauf- oder Verkaufsanfrage wird auf einmal ausgeführt. Anders als beim Börsenhandel zahlen Sie also für dieselbe Order nicht mehrfach.

Wie kaufe und verkaufe ich Aktien und ETFs im Direkthandel?

Beim Direkthandel müssen Sie weit weniger in die Online-Felder Ihres Depots eingeben, als wenn Sie Wertpapiere an einer Börse kaufen würden. Zwar sieht jede Benutzeroberfläche der von uns empfohlenen Wertpapierdepots ein wenig anders aus. Sie werden aber überall gut zurechtkommen, wenn Sie die wichtigsten Schritte kennen.

1. Wertpapier über die Kennnummer finden

Am einfachsten gelangen Sie zur Aktie oder zum Fonds, den Sie kaufen möchten, indem Sie die zugehörige Wertpapierkennnummer (WKN) oder die Identifikationsnummer (ISIN) in die Suchfunktion Ihres Depots eingeben. Die Finanztip-ETF-Empfehlungen samt deren ISINs finden Sie am Ende des Textes.

2. Ordermaske aufrufen

Es erscheint eine Übersichtsseite zum Wertpapier und ein Button oder Link, der Sie zum Kaufen oder Verkaufen auffordert. Wenn Sie darauf klicken, gelangen Sie zu einer sogenannten Ordermaske. Dort können Sie den Handelsplatz auswählen und eingeben, wie viele Stück Aktien oder Fondsanteile Sie kaufen möchten.

3. Direkthändler auswählen

Wählen Sie als Handelsplatz den Direkthändler mit dem niedrigsten Kaufpreis. Bei den Brokern Flatex und Onvista Bank sowie bei der Direktbank ING sehen Sie die verschiedenen Direkthändler samt Kauf- und Verkaufskursen untereinander. Wollen Sie kaufen, ist der Briefkurs für Sie relevant; wollen Sie verkaufen, der Geldkurs.

Der Screenshot zeigt, wie der Broker Flatex die unterschiedlichen Kauf- und Verkaufskurse der Direkthändler für einen ETF auflistet. Die Preise unterscheiden sich nur im Nachkomma-Bereich. Händler Lang & Schwarz liefert in diesem Beispiel den günstigsten Preis.

Übersicht der Kauf- und Verkaufskurse von Direkthändlern

Bei den Direktbanken Consorsbank* und DKB* müssen Sie in einem Ausklappmenü den Handelsplatz wählen. Direkthändler stehen in der Liste oben, dann folgen die Börsenplätze. Bei der Comdirect* kommen Sie über den Hinweis „Live Trading“ zum Direkthandel, während die Bezeichnung „Kauf/Verkauf“ Sie zum regulären Börsenhandel führt. 

Dass es sich um einen Direkthändler handelt, zeigen die Depotanbieter unterschiedlich an. Manche betiteln die Übersicht deutlich mit dem Wort „Direkthandel“, manche verwenden den englischen Begriff „OTC-Handel“ – OTC steht für „over the counter“. Manche, wie Flatex, versehen die Direkthändler mit dem Hinweis, dass dort Echtzeit-Kurse (englisch „realtime“) verfügbar sind.

Um nicht durcheinanderzukommen, prägen Sie sich am besten die gängigsten Direkthändler ein. Diese sind Tradegate, Lang & Schwarz, aber auch die Baader Bank oder die Commerzbank.

4. Nur handeln, wenn die Börse geöffnet ist

Der Preis beim Direkthändler ist erstmal nicht reguliert. Jedoch darf er nicht schlechter sein als der Börsenkurs, solange die Börse geöffnet ist. Handeln Sie daher unbedingt nur zu den Öffnungszeiten der elektronischen Börse Xetra, also an regulären Handelstagen (kein Wochenende, keine Feiertage) zwischen 9 und 17.30 Uhr.

5. Sonderangebote beachten

Manche Direktbanken bieten spezielle Konditionen an, wenn Sie Fonds und ETFs an einem bestimmten Handelsplatz kaufen. Die folgenden Beispiele für Aktionen sind vom Oktober 2019.

Die Consorsbank etwa berechnet für manche ETFs der Anbieter iShares, Lyxor und HSBC keine Gebühren, wenn Sie als Handelsplatz den Direkthändler Tradegate wählen. Dieser ist auch voreingestellt.

Die Comdirect verlangt für ausgewählte ETFs der Anbieter iShares und Lyxor (unter anderem) weniger, wenn Sie diese über die elektronische Handelsplattform Xetra kaufen. Welche das sind, können Sie einfach über den ETF-Finder ausfindig machen. Bei der Comdirect würde Sie der Handel über einen Direkthändler in diesen Fällen sogar mehr kosten.

Die ING bietet einige ausgewählte ETFs der Anbieter iShares und Lyxor (unter anderem) ohne Kaufkosten über den Direkthändler Tradegate an.

Für ETF-Sparpläne gelten andere Aktionen. Welche das sind und wo Sie am günstigsten in regelmäßigen Raten ansparen können, erklären wir im Ratgeber ETF-Sparplan.

6. Bei Bedarf: Limit hinzufügen

Ein Direkthändler führt Ihren Kauf- oder Verkaufsantrag in der Regel sofort zu dem angegebenen Kurs aus. Das bedeutet, entweder der Händler hat zum Zeitpunkt Ihrer Kaufbestellung die Aktien oder Fondsanteile vorrätig und verkauft sie Ihnen zum veranschlagten Preis – oder die Transaktion wird abgebrochen. Möchten Sie auf Nummer sicher gehen, setzen Sie bei Bedarf ein sogenanntes Limit – also einen Kurs, zu dem Sie höchstens bereit sind zu kaufen oder mindestens verkaufen wollen.

Wenn Sie über Xetra oder einen anderen Börsenplatz handeln, setzen Sie in jedem Fall ein Limit. Dieses sollte im Fall eines Kaufs am besten einige Cent über dem angezeigten Xetra-Kurs liegen. Falls Ihre Order nicht auf einmal ausgeführt werden kann, können Sie sicher sein, dass die Börse Ihnen weitere Anteile zu einem späteren Zeitpunkt nicht teurer zuteilt.

Limit-Kauf über Xetra bei der Comdirect

Was musss ich bei den Kosten beachten?

Bis Anfang 2018 hatten Anleger noch das Problem, dass die Kauf- und Verkaufskosten von ETFs und Fonds häufig nicht klar waren. Denn die Depotanbieter arbeiten mit unterschiedlichen Gebührenmodellen: Manche nehmen Festpreise, manche machen die Kosten davon abhängig, wie viel Geld jemand investiert. Oft kommen auch noch Gebühren des Depotanbieters oder spezielle Börsengebühren dazu.

Seit Februar 2018 ist dies anders. Damals trat eine EU-Richtlinie in Kraft (Mifid II), die unter anderem mehr Transparenz beim Kauf von Wertpapieren für Endkunden vorsieht. Seither sind Depotanbieter verpflichtet, vor dem eigentlichen Kauf alle Kosten aufzulisten, die für Kauf, eine Haltedauer von meist  fünf Jahren und anschließenden Verkauf anfallen.

Meist stellen Depotanbieter einen Link zur Verfügung, über den Sie zur Kosteninformation gelangen. Rufen Sie diese unbedingt auf, bevor Sie den Kauf Ihrer Aktien oder Fondsanteile bestätigen. Sollten Sie versehentlich einen falschen, zu teuren Handelsplatz gewählt haben, können Sie sich an dieser Stelle noch umentscheiden.

Im folgenden Screenshot sehen Sie beispielhaft eine Kostenaufstellung der Comdirect beim Kauf eines ETF.

So lesen Sie den Kostenausweis richtig

Über den Handelsplatz Xetra kostet die Order von 12 Fondsanteilen pauschal 6,40 Euro. Davon gehen 3,90 Euro an die Bank, der Rest an die Handelsplattform Xetra.

Aus dem Hinweis „Zahlung von Dritten an die Bank“ können Sie schließen, dass der Kauf die Bank eigentlich mehr kostet, der ETF-Anbieter Lyxor aber diese Kosten für Sie im Rahmen einer Aktion übernimmt.

Um Kosten während der Haltedauer nachzuvollziehen, müssen Sie wissen, welche Kostenpositionen es überhaupt gibt. Diese Gesamtkostenquote, von Fachleuten auch Total Expense Ratio oder kurz TER genannt, finden Sie zum Beispiel, wenn Sie sich im Depot die Übersichtsseite des ETF anzeigen lassen. Die TER umfasst die pauschalen Gebühren, die beim ETF für Verwaltung, Depotbank und das Erstellen von Anlegerinformationen anfallen. Dazu kommen die Mehrwertsteuer und andere kleinere Gebühren.

Der Lyxor-ETF im Beispiel kostet Anleger 0,3 Prozent der Anlagesumme pro Jahr. Die Kosten während einer einjährigen Haltedauer für Ihr angelegtes Kapital berechnen sich wie folgt: 0,003 × 2.469 Euro, gleich 7,40 Euro. Dazu kommen Transaktionsgebühren innerhalb des Fonds in Höhe von 0,02 Prozent: 0,0002 × 2.469 Euro = 50 Cent. So ergeben sich jährliche Kosten von 7,90 Euro. Wichtig: Diese Kosten zahlen Sie nicht extra, sondern sie sind in der Wertentwicklung des Fonds direkt berücksichtigt.

Beim Verkauf zahlen Sie schließlich die regulären Gebühren der Bank und erneut das Entgelt, das an den Handelsplatz Xetra geht.

Wertpapierabrechnung prüfen

Ist die Order ausgeführt, können Sie dies im sogenannten Orderbuch nachvollziehen. Dort sind alle Wertpapiere aufgelistet, die Sie bereits im Depot verwahren. Die Wertpapierabrechnung erhalten Sie dann in der Regel einige Tage später in Ihren Online-Posteingang. Auch dort können Sie nochmal alle Details zum Kauf oder Verkauf inklusive Kosten einsehen.

Welche ETFs empfiehlt Finanztip?

Anfang 2019 haben wir für Sie ETFs analysiert, die den Weltaktienindex MSCI World ohne und mit Schwellenländern und in seiner nachhaltigen Variante abbilden. Folgende ETFs empfehlen wir Anlegern, die langfristig Vermögen aufbauen wollen.

Mehr dazu lesen Sie in den Ratgebern ETF-Vergleich, MSCI ACWI und nachhaltige Geldanlagen.

iShares Core MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH
  • ETF auf den MSCI World
  • physische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesauriert)
Nur beim Anbieter abschließbar
Source MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00B60SX394 / WKN A0RGCS
  • ETF auf den MSCI World
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesauriert)
Nur beim Anbieter abschließbar
Xtrackers MSCI World Swap UCITS ETF
ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW
  • ETF auf den MSCI World
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesauriert)
SPDR MSCI ACWI UCITS ETF
ISIN IE00B44Z5B48 / WKN A1JJTC
  • ETF auf den MSCI All Countries World Index
  • physische Nachbildung des Index
  • Fonds legt Dividenden wieder im Fondsvermögen an (thesauriert)
Nur beim Anbieter abschließbar
iShares MSCI ACWI UCITS ETF USD (Acc)
ISIN IE00B6R52259 / WKN A1JMDF
  • ETF auf den MSCI All Countries World Index
  • physische Nachbildung des Index
  • Fonds legt Dividenden wieder im Fondsvermögen an (thesauriert)
UBS MSCI World SRI UCITS ETF
ISIN LU0629459743 / WKN A1JA1R
  • nachhaltiger ETF auf den Weltaktienindex von MSCI
  • Ausschluss kontroverser Branchen
  • mit mehr als 400 Aktien breite Streuung
  • im Sparplan erhältlich bei der Consorsbank und ING
Nur beim Anbieter abschließbar
iShares DJ Global Sustainability UCITS
ISIN IE00B57X3V84 / WKN A1H7ZT
  • nachhaltiger ETF auf den Weltaktienindex von Dow Jones
  • Schwellenländer inbegriffen
  • Ausschluss kontroverser Branchen
  • mit knapp 600 Aktien breite Streuung
  • im Sparplan erhältlich bei Onvista Bank, Flatex und einigen Onlinebanken
Autor
Sara Zinnecker

Stand: 02. Dezember 2019


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