440.000 Euro anlegen

  • Ich bin ein Typ der gerne mal an der Seitenlinie wartet.

    Meiner Meinung nach kann man beim Geld-anlegen nicht an der Seitenlinie warten; es ist immer ein aktiver Entscheidungsprozess, der bestenfalls gut begründet ist.

    Meine beiden Standardempfehlungen zu deiner Ausgangsfrage lauten (für eine konkretere Empfehlung fehlen noch weitere Fakten, wie Anlageziel, Anlagehorizont, etc.):

    1. Lies dich in die Grundlagen ein mit einem guten Buch, z.B. Saidi Sulilatu: Finanzen ganz einfach. Saidi ist Chefredakteur von Finanztip und fasst das Wesentliche gut lesbar und verständlich zusammen.

    2. Für einen Vermögensaufbau ist bei einem Anlagehorizont von mind. 10 Jahren ein weltweit streuender und kostengünstiger Aktien-ETF in aller Regel eine gute Entscheidung.

  • Vielen Dank für eure vielen Antworten.

    Ich will noch mal meine Situation schildern weil dies gefragt wurde :

    - Alter 57,5

    - Seit 30 Jahren im ungekündigten Job

    - zu erwartende Rente mit 65 circa 2000 Euro

    - 100000 Euro in Festgeld (4.2%) noch 4 Jahre

    - 80000 Euro in Firmenaktien

    - 50000 Euro Gerd Komer

    - 50000 Euro Morning Star Dividend

    - 20000 Euro ING

    Hab eigentlich sehr gute Erfahrung Aktienmarkt gemacht.

    Ich geh mal davon aus, dass ich das Geld bis ich 72 bin auf jeden Fall investiert lassen kann.

    Risikotragfähigkeit ist da, Risikotoleranz so bei 60:40 Aktien vs. Anleihe würde ich sagen.

  • Risikotragfähigkeit ist da, Risikotoleranz so bei 60:40 Aktien vs. Anleihe würde ich sagen.

    Dann ist die Sache eigentlich recht einfach:

    Die 60:40 Verteilung klingt 7 Jahre vor Rentenbeginn vernünftig. Ich persönlich würde sogar eher Richtung 70:30 als 50:50 gehen. Aber das musst du selbst entscheiden. Alternativ kannst du dies statt einer prozentualen Quote auch über den Entnahmebedarf zu Beginn der Rentenphase ermitteln. Indem du den Bedarf der bspw. ersten 5 Jahre der Entnahmephase in sicheren Anlagen investierst und den Rest in Aktien.

    Die bestehenden Anlagen sind solide, die kannst du m.E. so beibehalten. Über den Morning Star Dividend und die Firmenaktien könnte man diskutieren, das geht hier aber zu weit.

    Dann nimmst du die 440.000 und investierst diese so, dass du auf deine 60:40 Verteilung kommst. Aktuell bist du bei 120K Fest-/Tagesgeld und 180K Aktien. Somit müsstest du für deine Zielgewichtung von den 440K ca. 260K in den Aktienmarkt geben, den Rest in sichere Anleihen.

    Diese 260K würde ich dann gestaffelt in drei Tranchen zu je 1/3 investieren. Das erste Drittel sofort. Die anderen beiden Tranchen innerhalb der nächsten wenigen Monate nach einem vorher festgelegten Regelwerk. Bspw. einfach nach Kalender. Das ist zwar rational eigentlich falsch, aber emotional durchaus sinnvoll. Denn du kannst dich nach der ersten und zweiten Tranche in jedem Fall freuen. Entweder darüber, dass das bisherige Investment im Wert gestiegen ist. Oder darüber, dass du mit der/den weitere(n) Tranche(n) günstiger einsteigen kannst.

  • Bedeutet Anteile eines einzigen Unternehmens? Das wahrscheinlich auch noch deinen Lohn zahlt? Mir wäre das zuviel Klumpen Risiko. Da würde ich breit gestreut Umschichten.

    Ich möchte hier keine ausgedehnte Diskussion zur Belegschaftsaktien (ich nehme an das ist mit Firmenaktien gemeint) anstrengen. Aber ich schliesse mich der Ansicht von Micha-1 an. Es ist dabei auch unerheblich um welches Unternehmen es sich handelt. Denn der Anteil im Portfolio ist deutlich zu hoch. Noch dazu, da es vermutlich gleichzeitig dein Arbeitgeber ist, welches das Klumpen- bzw. Konzentrationsrisiko noch verstärkt.

    Sofern du keine rechtlichen oder steuerlichen Restriktionen hast die dagegen sprechen, würde ich diese ganz oder zumindest teilweise veräussern.

    Just my 2 Cents zu diesem Sub-Thema im Thread :)

  • Als älterer Mensch drängt sich mir in einem solchen Kontext

    Denn der Anteil im Portfolio ist deutlich zu hoch. Noch dazu, da es vermutlich gleichzeitig dein Arbeitgeber ist, welches das Klumpen- bzw. Konzentrationsrisiko noch verstärkt.

    immer die Geschichte mit dem Schweizer Piloten auf. Der kreuzte im 911er Cabrio, braungebrannt, in schicker Uniform und aus der weiten Welt kommend (fast wie in der Peter Stuyvesant Werbung mit dem "Duft der großen weiten Welt" ...) diverse Male meinen Weg. Das von mir ins Gespräch gebrachte Thema "Diversifikation vs Klumpenrisiko" entlockte ihm nur ein mildes Lächeln - und den Verweis und Vergleich seiner Schweizer Swissair mit Status und Qualität seiner Schweizer Währung (CHF), seiner Schweizer Uhr (Rolex), seiner Schweizer Schokolade ...

    Muß da immer an einen Schweizer Piloten denken, der sich damals über das Thema (Diversifikation) lustig gemacht hatte: Er bezog sein (für damalige Verhältnisse) üppiges Gehalt von der Swissair (noch dazu in Schweizer Franken), hatte eine ebensolche betriebliche Altersvorsorge seitens der Swissair und hatte seine freien Mittel in Anleihen der Swiss Air angelegt. Dann hat es um das Jahr 2000 geklingelt sprich die Swissair und ihn erwischt ...

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