Auflösung Union Investment

  • Zu warten bedeutet weitere Opportunitätskosten zu zahlen. Zudem ist das Depot groß genug, dass vermutlich in Zukunft der Pauschbetrag in jedem Jahr mit Kursgewinnen ausgeschöpft wird.

    Das übersteigt leider meine Rechenkünste, aber sind die Opportunitätskosten so viel höher als die Steuerersparnis, wenn man zumindest einen Teil dee Depots erst in einem halben Jahr verkauft? Zumal doch die Fonds ähnlich performen wie entsprechende ETFs.

    Was ich auch nicht ganz verstehe: Beim Verkauf des Immofonds an der Börse sind Opportunitätskosten dann gut?

  • Das übersteigt leider meine Rechenkünste, aber sind die Opportunitätskosten so viel höher als die Steuerersparnis, wenn man zumindest einen Teil dee Depots erst in einem halben Jahr verkauft?

    Der Sparerpauschbetrag ist ein nettes Gimmick. Ich finde es erstaunlich, dass sich so viele daran aufhängen und dafür über Jahre strukturelle Prozesse schieben. Wenn er den Fond mit 2,8% TER um 1 Jahr später verkauft.

    Bei 14.800 € Volumen und 2,8% TER = 414 € Gebühren p.a. (kein Wertzuwachs berücksichtigt ; Gebühren steigen im gleichen Maß mit der Rendite mit), um in deiner Theorie 250 € Steuern zu sparen. Letztendlich spart er sich diese auch nicht, denn über die Ausschüttungen und ggfs. anderen Anlagen wird dieser Betrag sowieso schon ausgeschöpft sein.

    Beim Verkauf des Immofonds an der Börse sind Opportunitätskosten dann gut?

    Wir sollten erstmal den Begriff "Oppertunitätskosten" erklären, denn ich habe den Eindruck du hast diesen Begriff nicht verstanden.

    Opportunitätskosten (auch Alternativkosten) sind der entgangene Gewinn oder Nutzen, der entsteht, wenn man sich bei mehreren Möglichkeiten für eine Option entscheidet und dadurch auf die nächstbeste Alternative verzichten muss.

    Das Geld im Immofond hat auf 3 Jahre -18% Performance hingelegt. Wäre das Geld im Welt-ETF gelegen, hätte er +56% Gewinn gemacht. Vereinfacht gerechnet nehmen wir 10.000 € Invest vor 3 Jahren an und vernachlässigen Gebühren!

    UniImmo (-18% in 3 Jahren): 10.000 € * (1-0,18) = 8.200 € Vermögen (da Verlust, keine Steuern)

    Welt-ETF (+56% in 3 Jahren): 10.000 € * (1+0,56) = 15.600 € Vermögen (Brutto, da Gewinne)

    In diesem Szenario sind ohne Betrachtung der zusätzlichen Fondgebühren die Oppertunitätskosten bei 15.600 € - 8.200 € = 7.400 €. Auf 3 Jahre heruntergebrochen sind das ca. 2.500 € pro Jahr, die er "verloren" hat, aufgrund seiner Entscheidung in den UniImmo zu investieren anstatt einem Weltweit gestreuten ETF. Da er ein höheres Anlagevolumen hat, sind seine Kosten noch höher zzgl. den Fondkosten.

    D.h. den 2.500 € Oppertunitätskosten stehen 250 € Steuerersparnis gegenüber. Ich überlasse jedem selbst die Entscheidung, was er machen will.

    Das psychologische Thema wie beim Threadersteller sowie bei dir fabioso sind die unsichtbaren Risiken. Du siehst diese Oppertunitätskosten nicht, aber den Steuerabzug beim Verkauf im Wertpapierdokument sehr wohl. Daher nimmt dein Gehirn diesen Wert als deutlich schmerzhafter wahr. Zusätzliche gehe ich davon aus, dass der Sparerpauschbetrag durch Ausschüttungen (v.a. durch den Fond mit Dividendenfokus) sowieso ausgeschöpft ist.

  • Das übersteigt leider meine Rechenkünste, aber sind die Opportunitätskosten so viel höher als die Steuerersparnis, wenn man zumindest einen Teil dee Depots erst in einem halben Jahr verkauft? Zumal doch die Fonds ähnlich performen wie entsprechende ETFs.

    Was ich auch nicht ganz verstehe: Beim Verkauf des Immofonds an der Börse sind Opportunitätskosten dann gut?

    Mein Vorschlag war die Kündigung und nicht der Verkauf über die Börse, da es nur um 12 Monate geht und nicht um zwei Jahre. Ob es am Ende vorteilhaft ist, wird man erst hinterher wissen. Es ist jedenfalls eher zu erwarten, dass die Kurse des Immofonds weiter absinken. Weiterhin hatte ich in Beitrag 8 vorgeschlagen den Verlust über einen Trick ins neue Depot zu übertragen. Der einzige Nachteil ist dabei, dass man die Steuerersparnis um ein Jahr in die Zukunft verschiebt und hoffentlich nichts verschenkt wegen dem Pauschbetrag.

    Zitat

    Grundsätzlich kann man Verluste auch auf ein anderes Depot übertragen. Dafür reicht es ein Stück von dem DNB Fd-DNB Technology im Depot stehen zu lassen. Bei Rückgabe des Immofonds bleibt der Verlusttopf beim alten Depot erhalten und mit dem Übertrag des letzten Anteils kannst du die Verluste mit übertragen. Damit könntest Du die Verluste nächstes Jahr im neuen Depot nutzen.

    Was die Berechnung der Opportunitätskosten angeht, gibt es dazu weiter oben eine Rechnung von Julian-2 in Beitrag 20 und mittlerweile noch eine ausführliche Erklärung zum Begriff von Opportunitätskosten.

  • Danke für die freundlichen Erläuterungen, da vermisse ich Achim Weiß auch ein bisschen weniger. Opper wohl mitliest?

    Bist du irgendwie Profi? Macht so ein bisschen den Anschein, bis auf die Rechtschreibung, aber jedes Gehirn ist anders ;)

  • Bist du irgendwie Profi?

    Nö. Ich rechne nur mit den Zahlen, die öffentlich einsehbar sind. In dem Fall sind es zwei Szenarien, die gegenüber gestellt werden können.

    Ich bin ein zufälliger Mensch im Internet, der auch schon die ein oder anderen Erfahrungen gemacht hat. Ein Profi wäre sowas wie ein Honorarberater oder eine Vermögensverwaltung. Ob das für das jeweilige Anliegen besser ist, muss jeder für sich entscheiden. Die Fonds der Filialbanken mit dem Bankprodukteverkäufer zähle ich nicht zu den "Profis", da diese aufgrund der Provisionsbasis nicht unabhängig sind und einem Interessenskonflikt unterliegen. Die letzte Situation liegt hier uns vor und da der Staat diesbezüglich keinerlei Rahmenbedingungen (wie in anderen EU-Ländern) zum Wohle des Verbrauchers/Bürgers schafft, können wir uns nur gegenseitig mit Erfahrungen und Wissen helfen.

    Die letztendliche Entscheidung sollte der Thread-Ersteller für sich Treffen. Er ist für sein Geld verantwortlich.

    Danke für die freundlichen Erläuterungen

    Gerne! Oft ist ein einfaches, anschauliches Beispiel sehr hilfreich.

  • D.h. trotz gezahlten Steuern würde sich die Umschichtung nach 2 Jahren bereits amortisiert haben. Du hast dir den Entschluss gefasst, dass du umschichten möchtest. Baue dir deine Struktur auf: Neues Depot, Auswahl eines Welt-ETFs. Wenn das steht, würde ich alle Fonds verkaufen (auch den Immo Find über die Börse) und das frei gewordene Kapital ohne Zögern in den Welt-ETF stecken.

    Da ist irgendwie ein Wurm drin. Diese Berechnung sieht schön aus, aber ist das nicht eine Milchmädchenrechnung?
    Der Uni Favorit und der DNB Fund haben sich trotz der Kosten nicht schlecht entwickelt. Trotz höherer Kosten und höherer Risiken können die mit Welt-ETFs mithalten im Ertrag.

    Der Haken hier an der Rechnung: Durch minimierung der TER habe ich diese Minderkosten nicht automatisch auf der finanziellen Gewinnseite.

    Den UniGlobal Dividende und erst recht den Immo-Fonds würde ich möglichst schnell loswerden wollen.
    Bei dem UniFavorit:Aktien-net und dem dnb fund würde ich mir noch überlegen was ich damit tun will.

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