Auflösung Union Investment

  • Hallo!

    Ich stehe vor einigen größeren Veränderungen und hoffe ihr könnt es etwas mitbeurteilen.

    Ich habe aus älteren Tagen noch ein Union Investment Depot über die Volksbank welches ich bis vor kurzem noch bespart habe und war ehrlich gesagt schockiert als ich die horrenden laufenden Kosten gesehen habe. Der Plan ist langfristig den FTSE all world zu besparen.

    Jetzt wird es kompliziert:

    ich habe leider noch einen Uni Immo Global mit aktuellem Verlust von 3800,- (-13,4%), wo die Sperrfrist für den Großteil vorbei ist aber bisher nicht gekündigt. Dann aktuell noch den Uni Favorit Aktien net, +8500,- (+101%), Uni Global Dividende net +3000 (+40%) und den dnb fd technology acc, +6400,- (+166%). Alles weitere an kleineren Posten (Acenagon Multi Asset, Acatis Value fond, DWS Kaldemorgen, Flossbach Storch, Privat Fonds ESG, Mor.St.Inv.-Global Opportunity Actions) habe ich aus Frust schon abgestoßen (insgesamt ca, +5700). Und die Vermögensstrategie III Plus hatte ich leider auch noch, auch verkauft (+ 3500,- +18%). Zudem habe ich den Bellevue fd mit Verlust -1300,- verkauft und Anfang des Jahres auch bereits etwas veräußert. Was ich damit sagen will: der Steuerfreibetrag ist natürlich sowas von aufgebraucht. Ich frage mich, was ich jetzt mit dem Rest machen soll. Ich glaube nicht mehr an den Immobilienfond und möchte den auf jeden Fall los werden, wäre es da sinniger über die Börse zu gehen anstatt auf Auszahlung in 12 Monaten zu warten? Ich glaube jedes Produkt was ich über die volksbank zurückgebe kostet auch nochmal zusätzlich Gebühr. Und den Rest einfach trotzdem schnell verkaufen und die Gewinne sichern um dann zügig in den etf umzuschichten? Soweit ich sehe könnte ich nur den dnb technology fond mit rübernehmen zu scalable, den Rest nicht. Ich bin etwas verzweifelt ob der ganzen unübersichtlichen Lage und möchte eigentlich alles schön übersichtlich und langfristig im ETF anlegen. Vielleicht kann mir jmd dazu Rat geben was am meisten Sinn macht. Danke euch im Voraus!

  • Kater.Ka 29. Mai 2026 um 07:57

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Zunächst: Einige/viele der Produkte kenne ich nicht.

    Ich würde dazu tendieren, alle zu verkaufen.
    Und damit dann direkt in einen weltweit gestreuten Aktien-ETF, wie z.B. den genannten FTSE All-World.
    Falls du welche von den Fonds behalten willst, kannst du prüfen (=dort nachfragen), ob ein Übertrag (und ggf. ein Handel bzw. Verkauf) im neuen Depot möglich ist.

    Wegen der Immo-Fonds: Um sie (ohne Bedingungen, aber mit niedrigerem Kurs) direkt via Börsen verkaufen zu können, müsstest du sie von dem Union-Depot weg übertragen. Bei Union kannst du sie nur an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Wenn das Anschaffungsdatum vor 2013 war, kannst du sie bis zu einem gewissen Betrag sofort an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Ansonsten gelten die bekannten Kündigungs-/Wartefristen.

  • Ich glaube jedes Produkt was ich über die volksbank zurückgebe kostet auch nochmal zusätzlich Gebühr.

    Da glaubst du falsch. Wird dich in deinem Frust aber nicht besänftigen können.

    Bei Verkauf des Immofonds an der Börse beglückst du noch Spekulanten, die dir bis zu 10% weniger bieten, als sie in einem Jahr bei der Union bekommen. Aber wenn Spekulanten sich die Taschen voll machen, ist das nach hiesiger Meinung immer noch besser als die böse Fondsgesellschaft.

  • Ich meinte, es kostet zusätzlich Gebühr, wenn ich die "normalen" Fonds, die man auch woanders haben kann veräußere, für den Uni Immo wäre es dann ein Aufschlag, wenn die Volksbank den für mich über die Börse verkauft zusätzlich noch zum eigentlichen Verlust, den man über die Börse hätte. Andererseits könnte ich dann daran einen Haken setzen und die freiwerdenden 20000 ca. schnell reinvestieren und den Verlust zumindest teilweise verrechnen mit Uni Favorit Aktien Fd und Uni Global Dividende wenn ich sie auch zurückgebe. Der dnb technology wäre der einzige, den man übertragen könnte zu scalable. Es ist irgendwie alles sehr verstrickt.

  • Auch ich kenne nicht alle Fonds. Vielleicht machst Du eine Liste mit WKN oder ISIN.

    Auf den ersten Blick würde ich mir lediglich den Acatis genauer anschauen.

    Wenn es Dich tröstet, schau was aus Deinem Spargroschen geworden wäre, wenn Du es als Tagesgeld bei der Voba angelegt hättest.

    An welchen FTSE All World denkst Du? Viel Glück beim Neuanfang!

  • Ich danke euch schon mal :) Ich bin froh, dass ich nun endlich gemerkt habe, wieviel das an Kosten bereits verursacht hat. Allein für letztes Jahr waren es knapp über 3000€ allein an laufenden Kosten. Ich liste die relevanten, für die ich noch eine Lösung finden muss nochmal auf (den Rest hatte ich ja bereits verkauft):

    UniImmo: Global
    DE0009805556 , 615 Stück, Preis 40,39, aktuell Verlust -3814 (-13,4%)

    - für den Großteil (577St) ist die Sperrfrist vorbei und ich könnte in 12 Monaten zurückgeben, weiss aber dann eben nicht den Preis. Angelegt ist der seit 06/23

    UniFavorit: Aktien -net-

    DE0008007519 , 100Stück, Preis 199,67, aktuell Gewinn +8658 (+101%)

    - bestehend seit 07/20, laufende Kosten 1,93%

    UniGlobal Dividende -net- A

    LU1570401544, 98 Stück, Preis 134,89, aktuell Gewinn +2930 (+40%)

    - bestehend seit 03/21, laufende Kosten 2,46%

    DNB Fd-DNB Technology Act. Nominat.A EUR Acc. o.N.

    LU0302296495, 8Stück, Preis 1848, aktuell Gewinn +6438 (+168%)

    -bestehend seit 08/20, laufende Kosten 2,87%


    Also den DNB könnte ich rein theoretisch übertragen ins neue Depot, die anderen nicht. Wenn ich die nun alle verkaufe fällt einiges an Steuern an, daher die Überlegung wie ich das gut machen kann. Vom Gefühl her, würde ich tatsächlich sagen:

    - den Uni Immo an der Börse verkaufen (immerhin könnte ich somit den Verlusttopf für die anderen Gewinne teilweise nutzen)

    - Uni Favorit und Uni Global veräußern oder macht es Sinn sowas erst zu halten? Eigentlich möchte ich die zumindest langfristig nicht halten wegen der Kosten

    - DNB Technology: hier bin ich mir nicht sicher, ob ich den besser übertragen lassen sollte ins neue Depot

    - grundsätzlich wäre das Ziel erstmal der Vanguard FTSE All world acc


    Danke euch schon mal! Bin froh über jeden Input.

  • Ob der Verkauf der Immofonds so arg viel zum Verlusttopf beizutragen hat, bezweifle ich. Erst geht ja noch die Teilfreistellung von 40 % ab wenn ich nicht irre. Ich würde die Anteile eher zurückgeben, da Du ja schon die verkürzte Frist nutzen kannst. Beim Verkauf über die Börse dürften die Verluste höher sein.

    Wie hoch sind die laufenden Erträge von dem zukünftigen Depot? Ich vermute deutlich oberhalb des Pauschbetrags oder? Grundsätzlich kann man Verluste auch auf ein anderes Depot übertragen. Dafür reicht es ein Stück von dem DNB Fd-DNB Technology im Depot stehen zu lassen. Bei Rückgabe des Immofonds bleibt der Verlusttopf beim alten Depot erhalten und mit dem Übertrag des letzten Anteils kannst du die Verluste mit übertragen. Damit könntest Du die Verluste nächstes Jahr im neuen Depot nutzen.

    Zu den übrigen Fonds. Der Uni net ist noch der beste aber selbst der ist einfach zu teuer. Der Dividendenfonds ist grottenschlecht und der DNB liegt in der Mitte. Ich würde daher bis auf ein Stück vom DNB alle zurückgeben an die Fondsgesellschaft. Und den letzten Anteil dann nächstes Jahr zusammen mit den Verlusten vom Immofonds auf das neue Depot übertragen.

    Theoretisch müsste Dir Deine Bank jedes Jahr eine Aufstellung der Kosten geschickt haben. Reine Neugierde: Was hast Du damit gemacht?

  • Ich würde dazu tendieren, alle zu verkaufen.

    Dem kann ich nur beipflichten. Ich hatte vor 25 Jahren auch ein Union Depot. Klar, wenn du dich um nichts kümmern möchtest oder kannst und bei der VoBa Kunde bist, kann das eine (nicht optimale) Option sein.

    Wenn du dich zum prognosefreien, kostenbewussten und langfristigen DIY Anleger entwickeln möchtest, mach einen Schlussstrich und Neuanfang.

    Masterplan:

    1. Neues Depot bei einer Direktbank / Online Broker eröffnen

    2. Alle Sparpläne zum neuen Broker umziehen

    3. Alle Positionen im Union Depot verkaufen (auch wenn da Steuern und ggf. Transaktionskosten entstehen)

    4. Neuanlage (in einem Rutsch oder grösseren Tranchen) in einen Welt-ETF

    Das wars.

    LG und viel Erfolg, Finanzschlumpf

  • Die hebeln kräftig, unter anderem,...
    Die brauchen einige Köpfe zum Gestalten um mit den globalen Index auch zu erreichen.
    Bisher (viele, viele Jahre) haben die keinen schlechten Job gemacht.
    Man könnte sagen: Die verdienen ihr "gutes Geld" und lassen dem Anleger auch noch was übrig.

    Ja, Unverschämtheit sowas. Wo doch Kommer und Walz fest davon überzeugt sind, dass Fondsmanager zu blöd für ihren Job sind.

  • Die brauchen einige Köpfe zum Gestalten um mit den globalen Index auch zu erreichen.
    Bisher (viele, viele Jahre) haben die keinen schlechten Job gemacht.
    Man könnte sagen: Die verdienen ihr "gutes Geld" und lassen dem Anleger auch noch was übrig.

    Ist das ein satirischer Beitrag oder ernst gemeint? :/

  • Wo soll denn das neue Depot eröffnet werden? Vielleicht kann man einige deiner Fonds dahin übertragen, dann kann man in Ruhe schauen, was man verkauft. Ich halte nichts von überstürzten Verkauf, man sollte immer durchdacht vorgehen und auch die steuerlichen Punkte berücksichtigen. Du hast jetzt über Jahre dein Geld in diese Produkte investiert, da kommt es auf ein paar Monate mehr oder weniger auch nicht mehr an.

  • Wo soll denn das neue Depot eröffnet werden? Vielleicht kann man einige deiner Fonds dahin übertragen, dann kann man in Ruhe schauen, was man verkauft. Ich halte nichts von überstürzten Verkauf, man sollte immer durchdacht vorgehen und auch die steuerlichen Punkte berücksichtigen. Du hast jetzt über Jahre dein Geld in diese Produkte investiert, da kommt es auf ein paar Monate mehr oder weniger auch nicht mehr an.

    Guter Hinweis. Könnten die laufenden Kosten in diesem Jahr nicht unter dem liegen, was man 2027 durch Rückgabe mit neuem Pauschbetrag sparen würde?

  • Wie einige Vorredner geschrieben haben, ist es wichtig sich einen Fahrplan aufzustellen wie du weiter vorgehen willst. Ohne den UniImmo-Fond hast du ca. 18.000 € Gewinne, d.h. 3.300 € Steuerlast (30% Teilfreistellung berücksichtigt).

    Psychologisch ist wichtig zu sehen, die Kosten die du in der Laufzeit bezahlt hast sind weg. Sie kommen nicht wieder. Dein Stand ist heute dieser, was dir dein Depot anzeigt - nicht was du eingezahlt hast.

    Vereinfacht habe ich alle deine 4 Fonds zusammengerechnet:

    • Vermögen: 68.000 €
    • Gewinne: ca. 14.200 € (wenn ich den UniImmo mit einbeziehe)
    • Gewichtete Durchschnittliche Kosten: 2,07 % p.a. (= ~ 1.400 € p.a.)

    Für den überschlägigen Vergleich nehme ich folgendes an:

    • UniImmofond zähle ich wie einen Aktienfond
    • neue Welt-ETF mit 0,2% TER
    • keine Orderkosten
    • Steuer berücksichtigt (30% Teilfreistellung) ; kein Pauschbetrag
    • deine aktuellen Fonds haben die gleiche Rendite wie ein Welt-ETF

    https://www.finanzfluss.de/rechner/etf-wechseln/

    D.h. trotz gezahlten Steuern würde sich die Umschichtung nach 2 Jahren bereits amortisiert haben. Du hast dir den Entschluss gefasst, dass du umschichten möchtest. Baue dir deine Struktur auf: Neues Depot, Auswahl eines Welt-ETFs. Wenn das steht, würde ich alle Fonds verkaufen (auch den Immo Find über die Börse) und das frei gewordene Kapital ohne Zögern in den Welt-ETF stecken.

    UniImmo: Global
    DE0009805556 , 615 Stück, Preis 40,39, aktuell Verlust -3814 (-13,4%)

    - für den Großteil (577St) ist die Sperrfrist vorbei und ich könnte in 12 Monaten zurückgeben, weiss aber dann eben nicht den Preis. Angelegt ist der seit 06/23

    Die 12 Monate Sperrfrist zählt nur, wenn du die Anteile an die Fondgesellschaft zurückgeben willst. Andernfalls über die Börse mit Abschlag.

    Hättest du am Freitag die 1 Jahr Kündigungsfrist hinter dir gehabt:

    • Börsenpreis: 34,60 € (= ca. 16,7 % Abschlag)
    • Fondgesellschaft: 40,38 €

    Auf der anderen Seite ist die Wertentwicklung des Fonds katastrophal. D.h. entscheidest du dich für den Verkauf an der Börse weißt du genau welchen Betrag du "morgen" auf dem Konto hast und du wo anders renditestärker investieren kannst.

    Beim Verkauf über die Fondgesellschaft kennst du erst in 12 Monaten den Preis und wenn davor ein freier Fall wie im Nov. 2024 eintritt (-20%) und zzgl. den Oppertunitätskosten einer alternativen Anlage.

    Während der UniImmo-Global rund -18% in 3 Jahren erzielt hat, hat der Weltmarkt +56% gemacht. Das sind deine Oppertunitätskosten.

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