Anleihen-ETF

  • Anleihen sind nicht mehr der Sicherheitsbaustein, der sie mal waren. Nicht nur, dass ihre Kursbewegung oft nicht mehr gegenläufig zu Aktienkursen verläuft (was Portfolios stabiliert hat), jetzt kommen Klumpenrisiken dazu.

    Mag7 & Co sind teils heftig verbandelt. Da werden Gelder, Beteiligungen hin- und hergeschoben. Wenn dann passive Anleihe-ETF ihrem Index nach einkaufen müssen, ergibt das Klumpenrisiken.

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  • Gerade habe ich einen Vortrag von Hartmut Walz zum Thema Anleihe-ETF gehört. Er empfiehlt diese, um etwas "Ruhe" in das eigene Anlagenportfolio zu bekommen. Verstanden habe ich, dass diese ETFs eine Alternative zu Tagesgeldanlagen sein können; man damit zwar etwas weniger Rendite erhält; dafür sich das Tagesgeld-Hopping spart.

    Wie ist eure Meinung dazu?

    Was ist grundsätzlich bei Anleihe-ETFs zu beachten, z.B. Euroraum, Laufzeit?

    Das beantwortet der Artikel ganz gut.

    Insgesamt kann das Investieren in Tages- und Festgeld eine beruhigende Ergänzung zu riskanteren Anlageformen wie Anleihen ETFs sein.

    https://www.handelsblatt.com/vergleich/anleihen-etfs/

  • Das beantwortet der Artikel ganz gut.

    Insgesamt kann das Investieren in Tages- und Festgeld eine beruhigende Ergänzung zu riskanteren Anlageformen wie Anleihen ETFs sein.

    https://www.handelsblatt.com/vergleich/anleihen-etfs/

    Du bist da bei einem Werbeartikel gelandet:

    "Sämtliche Inhalte dieser Seite sind ein Angebot des Anzeigenpartners in Kooperation mit der Handelsblatt Media Group"

    Könnte sein, dass da die verlinkten Anbieter von Tages- und Festgeldkonten etwas zu gut wegkommen und Anleihen etwas zu schlecht. Könnte.

  • Anleihen sind nicht mehr der Sicherheitsbaustein, der sie mal waren. Nicht nur, dass ihre Kursbewegung oft nicht mehr gegenläufig zu Aktienkursen verläuft (was Portfolios stabiliert hat), jetzt kommen Klumpenrisiken dazu.

    Mag7 & Co sind teils heftig verbandelt. Da werden Gelder, Beteiligungen hin- und hergeschoben. Wenn dann passive Anleihe-ETF ihrem Index nach einkaufen müssen, ergibt das Klumpenrisiken.

    So pauschal ist das angesichts einer Anlageklasse, die von kurzlaufenden deutschen Staatsanleihen über bspw. Inflationslinkern und Floater und langlaufenden US-Treasuries bis hin zu EM-HighYield-Unternehmensanleihen alles mögliche umfasst, schlicht nicht haltbar.

    Zudem ist mir ein Rätsel, wo die grundlegende Skepsis gegenüber dieser Anlageklasse herkommt, die man hier oft liest. Ja, eine noch 30 Jahre laufende Staatsanleihe kann sich krass verhalten - aber wenn ich das weiß und das will, was sie macht, ist doch prima, wenn ich sie nehmen kann.

    Kurzum, statt pauschal mit Halbwissen zu verteufeln, kann man sich besser kundig machen. :)

  • Kurzum, statt pauschal mit Halbwissen zu verteufeln, kann man sich besser kundig machen

    Anleihen sind nunmal komplex. Schau dir nur den Beitrag von Prof. Walz zu Anleihen-ETFs an. Er hat gleich zwei Artikel gebraucht um das Thema abzudecken. Es ist zunächst einmal richtig, dass in den letzten 20 Jahren höhere Laufzeiten bei Anleihen nicht oder nicht ausreichend prämiert wurden. Ein beliebiges Portfolio aus x% Aktien weltweit und y% in einer geldmarktnahen Anlage am sehr kurzen Laufzeitende war einem Portfolio inklusive zusätzlicher Anleihen mit längerer Duration und/oder höheren Ausfallrisiken überlegen. Nicht richtig ist jedoch die pauschale Aussage, Anleihen seien deshalb gleich gänzlich überflüssig. Diese zeugt von einem Unverständnis dieser Anlageklasse. Gerade bei größeren Vermögen kann man selbstverständlich und sehr sinnvoll den sicheren Portfolioteil bspw. mit kurzlaufenden Bundesanleihen abdecken. Bei kleineren Vermögen kommt jedoch eine Tages- oder Festgeldanlage kurzer Laufzeit innerhalb der staatlichen Einlagensicherung aufs Gleiche raus. Denn die staatliche Garantie im Falle einer Pleite des Schuldners ist der Anlage in einer Bundesanleihe gleicher Restlaufzeit praktisch gleichgestellt.

  • Du bist da bei einem Werbeartikel gelandet:

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    Könnte sein, dass da die verlinkten Anbieter von Tages- und Festgeldkonten etwas zu gut wegkommen und Anleihen etwas zu schlecht. Könnte.

    Es ist eine Anlageform, in die sich eingearbeitet werden muss. Eine nicht einfache Alternative. An Stelle von Geldmarktfonds, Tagesgeld oder Festgeld. Das Thema kommt hier oft zu kurz.

    Der Artikel im Handelsblatt deckt sich mit dem, was in anderen Medien auch zu lesen ist. Anleihen sind nicht mehr der automatisch funktionierende Sicherheitsbaustein wie früher.

    Finanztip empfiehlt eine bestimmte Art von Anleihen-ETF als Sicherheitsbaustein für Deine Geldanlage, nämlich Geldmarkt-ETFs. Über ihre Vorteile liest Du weiter unten in diesem Kapitel.

    Wir halten sie für geeignet, da sie keinen großen Schwankungen unterliegen, eine hohe Sicherheit haben und gleichzeitig Renditen bringen, mit denen Du mit der Inflation mithalten kannst.

    Viele andere Anleihen-ETFs eignen sich dagegen nicht als Sicherheitsbaustein. So konnten Anleger seit der Zinswende 2022 erleben, dass Anleihen-ETFs durchaus stärker schwanken können.

    https://www.finanztip.de/investmentfond…s/anleihen-etf/

  • Anleihen sind nunmal komplex.

    Absolut. Sie sind viel weniger intuitiv greifbar als Aktien.

    Es ist zunächst einmal richtig, dass in den letzten 20 Jahren höhere Laufzeiten bei Anleihen nicht oder nicht ausreichend prämiert wurden.

    Auch das stimmt … aber in schlechten Zeiten ist auch die Equity-Prämie mal eine ganze Zeit schlecht ausgefallen. Da wäre es auch nicht gut gewesen, die Anlageklasse komplett abzuschreiben.

    Kann sogar sein, dass die nächsten Jahre Aktien von Anleihen outperformt werden …

  • Da bin ich bei Dir. Und da ist der Knackpunkt - bei welcher Summe fangen größere Vermögen an?

    Wer den risikoarmen Portfolioteil noch ohne größere Klimmzüge ordentlich verzinst (also auf oder knapp unterhalb der Inflation) bei einer Bank innerhalb der Einlagensicherung im Tages- oder Festgeld halten kann, fällt aus dieser Perspektive noch in die Kategorie kleine und mittlere Vermögen. Das dürfte sich somit für die meisten Anleger bei ca. 500 KEUR liquidem Anlagevermögen bewegen. Bei Ehepaaren und Nutzung mehrere Banken entsprechend höher. Oberhalb dessen würde ich für den den risikoarmen Portfolioteil dann Richtung kurzlaufende Bundesanleihen schauen. Im deutlich siebenstelligen Bereich erst recht.

  • Wer den risikoarmen Portfolioteil noch ohne größere Klimmzüge ordentlich verzinst (also auf oder knapp unterhalb der Inflation) bei einer Bank innerhalb der Einlagensicherung im Tages- oder Festgeld halten kann, fällt aus dieser Perspektive noch in die Kategorie kleine und mittlere Vermögen. Das dürfte sich somit für die meisten Anleger bei ca. 500 KEUR liquidem Anlagevermögen bewegen. Bei Ehepaaren und Nutzung mehrere Banken entsprechend höher. Oberhalb dessen würde ich für den den risikoarmen Portfolioteil dann Richtung kurzlaufende Bundesanleihen schauen. Im deutlich siebenstelligen Bereich erst recht.

    Danke. Und weil Finanztip sich in erster Linie nicht an Hochvermögende richtet, ist ein allgemein gehaltener Hinweis auf Anleihen "zur Sicherheit" fahrlässig, Geldmarktfonds ausgenommen.

    Manchmal habe ich den Eindruck, dass bei manchen die Erinnerung an die Zeit ohne Millionenvermögen arg verblasst ist.

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