R+V Altvertrag 2004 – Umschichten oder kündigen?

  • Hallo zusammen

    Die Bank schreibt:

    „Hallo

    Von der Union werden gleiche Aussagen kommen, wie von mir oder der R und V. Wahrscheinlich wird die Union (etwas befangen gebe ich zu) mehr zum UniGlobal tendieren als zu einem ETF. Steuerlich können die auch nicht in die Zukunft gucken. Daher können Sie anhand der Aussage von der R und V oder mir entscheiden, da die Union hier nicht weiter hilfreich ist.“

    LG

  • Die 5,71 % und die übrigen Vertragsdaten stammen direkt aus den Unterlagen des Vertrags.

    solche Renditen kann man bei einem Versicherungsvertrag nicht annehmen. Es handelt sich um ein unrealistische Szenario. Die Gesellschaft wird das niemals zahlen. Meist ist eine Kündigung sinnvoll und Umschichtung in ein globales ETF.

  • Hallo zusammen,

    die 5,71 Prozent ist die aktuelle Rendite im laufenden Jahr.
    Die Versicherungskosten selbst sind wie üblich in den ersten Jahren des Vertrages bezahlt worden. Das dürfte erklären warum es jetzt 5,71 sind.

    Abgesehen davon: lohnt es sich den Vertrag steuerfrei weiterzuführen oder besser in den IMI umzuschichten?

    Insgesamt scheinen sich viele dafür auszusprechen.
    Vielen Dank für die interessanten Rückmeldungen.
    LG

  • die 5,71 Prozent ist die aktuelle Rendite im laufenden Jahr.
    Die Versicherungskosten selbst sind wie üblich in den ersten Jahren des Vertrages bezahlt worden. Das dürfte erklären warum es jetzt 5,71 sind.

    Aha,
    wenn der Fonds so wie Du schreibt der Uniglobal ist, liegt die aktuelle Rendite des Fonds im laufenden Jahr bei > 11%. :/

    In dem von Dir angehängten Dokument, steht doch ganz eindeutig, dass es sich um eine Prognose für die zukünftige Wertenwicklung handelt.
    Die Versicherung geht zukünftig von einer Rendite von 7,46% p.a. aus und kalkuliert daraufhin die Kosten des Versicherungsvertrags mit 1,74% p.a.
    Ich weiß nicht, was daran nicht zu verstehen sein soll. :rolleyes:
    Das ist keine verbindliche Zusage, sondern eine Prognose!

    Abgesehen davon: lohnt es sich den Vertrag steuerfrei weiterzuführen oder besser in den IMI umzuschichten?

    Insgesamt scheinen sich viele dafür auszusprechen.

    Das hast Du Dir doch schon selbst ausgerechnet! =O
    Unter den aktuellen Steuerregeln und unter der Annahme, dass die Aktienmarktrenditen in den nächsten 23 Jahren auch weiter so bei angenommenen 6-7% p.a. liegen, lohnt es sich auf Grund der hohen Kosten nicht das Geld im Versicherungsmantel zu belassen.

  • Ja…deshalb soll sein „Freund“ doch einfach bei der Versicherung nachfragen, was wirklich in der Zukunft als Auszahlung garantiert ist.

    Wenn es eine echte FRV (fondsbasierte Rentenversicherung) ist, ist genau nix garantiert!
    Es gibt auch diese Zwitterprodukte, die eine Garantiesumme bieten (z.B. XX% der eingezahlten Beiträge). Aber dann würde es als Fonds nicht den Uniglobal geben, sondern irgendeinen Garantiefonds (Mischfonds) der Versicherung.

    PS: Was der Freund auf jedem Fall zahlen muss, sind die Kosten der Versicherung! Aus dem Schriftstück lässt sich ja entnehmen, dass die Versicherung für die reinen Verwaltungskosten für das Jahr 2025 419,67€ berechnet.
    Bezogen auf den Rückkaufwert der 12/2025 mit 113.000€ angegeben war ergeben sich reine Kapitalverwaltungskosten von 0,37% p.a.
    Selbst wenn jetzt die nächsten 23 Jahre kein Kursgewinn dazu kommen würden allein nur für die Verwaltung des Kapitals Kosten von knapp 10.000€ anfallen. :/

  • Kapitalrentenversicherungen – Steuer-Hirn aus, Taschenrechner an

    Hallo zusammen,

    dann fasse ich mal zusammen:

    ein R+V-Altvertrag von 2004 mit rund 126.000 € Vermögen und steuerlich privilegierter Auszahlung wirkt zunächst wie ein Selbstläufer:

    „Steuerfrei? Auf keinen Fall kündigen!“

    Genau hier liegt die Denkfalle.

    Die richtige Frage lautet nicht:

    Ist der Vertrag steuerfrei?

    Sondern:

    Was bleibt von den heutigen 126.000 € nach 20–23 Jahren unter Berücksichtigung von Kosten und Steuern übrig?

    Der Altvertrag hat einen echten Vorteil: die mögliche Steuerfreiheit.

    Aber dem stehen laufende Versicherungs- und Fondskosten gegenüber. Schon rund 1–1,5 Prozentpunkte Mehrkosten pro Jahr können über Jahrzehnte durch den Zinseszinseffekt enorm ins Gewicht fallen.

    Der günstige Welt-ETF hat dagegen niedrige Kosten, dafür fallen später Steuern auf die steuerpflichtigen Gewinne an. Teilfreistellung und Vorabpauschale gehören in die Rechnung.

    Unter den diskutierten Annahmen müsste der Versicherungsmantel ungefähr 0,8 Prozentpunkte pro Jahr Mehrrendite gegenüber dem ETF erzielen, um seinen Kostennachteil auszugleichen.

    Das ist der eigentliche Break-even.

    Wichtig: 7,46 % sind keine Garantie

    Die in den Unterlagen genannten Renditezahlen sind Prognosen bzw. Modellannahmen, keine garantierte zukünftige Rendite.

    Das sollte man strikt trennen:

    Prognose ≠ Garantie.

    Die wichtigste Frage

    Die Vergangenheit ist heute nicht mehr entscheidend.

    Die Abschlusskosten von 2004 sind versunkenes Geld.

    Entscheidend ist:

    Wenn heute 126.000 € frei auf dem Konto lägen – würde man sie zu den heutigen Bedingungen freiwillig in diesen Vertrag investieren?

    Wenn die Antwort nein lautet, sollte man den Vertrag zumindest sauber gegen einen günstigen Welt-ETF durchrechnen.

    Die Steuer-Hirn-Frist

    „Steuerfrei“ macht etwas mit dem Gehirn:

    🧠 „Behalten!“

    Der Taschenrechner:

    🧮 „Moment.“

    Der Zinseszins:

    📈 „Ich bin auch noch da.“

    Die Kosten:

    💸 „Und ich komme jedes Jahr.“

    Also:

    Steuerfreiheit ist wertvoll – aber kein Freifahrtschein für hohe Kosten.

    Entscheidend ist die Nettorendite nach Kosten und Steuern.

    Und genau dafür ist eine gute Finanz-Community Gold wert: Einer stellt die Frage, andere hinterfragen die Annahmen, jemand findet die Kosten – und am Ende wird aus dem Bauchgefühl eine Rechnung.

    Manchmal braucht es keine Glaskugel.

    Ein Taschenrechner und ein paar Finanztip-Foristen, die „Moment mal!“ sagen, reichen schon. 😉

    LG

  • Hallo zusammen,

    und die Bank hat gerade das passende Schlusswort gesendet:

    „Die Kündigungen liegen nun bei der R+V vor. Ich hoffe, dass die Form denen genügt. Andernfalls würde ich mich nochmal melden.

    Was meine Einschätzung angeht, könnte das Dirketinvestment in einen Fonds oder ETF durchaus interessant sein. Hier könnte es in der Nachkommastelle einen positiven Effekt haben. Aber dies ist nur wage.

    Bei einem Direktinvestment wären Sie etwas flexibler was eine mögliche Umschichtung oder Teilentnahme angeht.
    Daher haben beide Varianten ihren Vorteil. Aber das Direktinvestment liegt wohl etwas bessern.
    Gerne stehe ich Ihnen für eine Neuanlage zur Verfügung.“

    LG

  • Und genau dafür ist eine gute Finanz-Community Gold wert: Einer stellt die Frage, andere hinterfragen die Annahmen, jemand findet die Kosten – und am Ende wird aus dem Bauchgefühl eine Rechnung.

    Manchmal braucht es keine Glaskugel.

    Ein Taschenrechner und ein paar Finanztip-Foristen, die „Moment mal!“ sagen, reichen schon. 😉

    Leute, ihr habt euch gut geschlagen. Prüfung bestanden. 😅

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen