Noch schnell Riester

  • Hallo,

    ich habe letztes Jahr nicht gearbeitet (Kindererziehung ohne Elterngeld) und überlege gerade, ob es nicht Sinn macht jetzt noch schnell einen Irgendwas Riester mäßiges abzuschließen, in das dann die staatliche Zulage und die Kinderzulage fließen kann für dieses Jahr (habe ich leider in den letzten Jahren nicht gewusst, dass das gut gewesen wäre) und den Vertrag dann einfach nächstes Jahr in ein AV Depot zu übertragen? Ich habe 2 Kinder. Wenn ich richtig recherchiert habe müsste ich selber 60€ einzahlen um dann vom Staat 775 Euro zu bekommen. Nach meinen Recherchen könnten davon dann noch so 500 Euro nach allen Gebühren übrig bleiben, die doch dann ab nächstem Jahr wunderbar in dem AV Depot arbeiten können und sich vermehren können? Also natürlich zusätzlich zu dem Geld was ich dann einzahle?


    LG


    Mara

  • Hallo.

    Grundsätzlich alles richtig erfasst.

    Sofern die Kindererziehungszeiten anerkannt werden liegt Rentenversicherungspflicht vor, woraus sich unmittelbare Zulagenberechtigung ergibt.

    Solange unmittelbare Zulagenberechtigung besteht und das Vorjahreseinkommen nicht oberhalb von 19.375 EUR liegt, reichen bei Riester (alt) die 60 EUR Eigenbeitrag.

    Bei der neuen Förderung wären für die gleiche Förderhöhe 350 EUR Eigenbeitrag notwendig.

  • Ich frage mich, ob du nicht wahrscheinlich langfristig mehr Geld an Gebühren bezahlen wirst bei einem Riester-Anbieter, als wenn du einfach im Januar mit dem günstigen AV Depot startest.

    Auf jeden Fall würde ich im Vorhinein mir Gedanken über die Gebühren machen: nach meinem Wissen ist zwar sowohl die Umwandlung als auch der Umzug gesetzlich vorgesehen, aber eben nicht kostenlos.

  • Also so weit ich gelesen habe, könnte der Umzug wohl maximal 150€ kosten. Wenn ich 60€ einzahle und 775 Euro bekomme vom Staat für dieses Jahr, dann bleiben mit den ganzen Gebühren wahrscheinlich immer noch 500 Euro übrig, die ich im Januar dann in das av Depot packen könnte und die sich dann dort schön vermehren können. Oder? Also ich möchte schon ab Januar das av Depot aber eben dieses Jahr noch die Kinderzulagen mitnehmen😂


    Oder ist irgendein Haken an der Idee? Den Übertrag im Januar kann mir der Depotanbieter doch nicht verwehren, oder?

  • Also so weit ich gelesen habe, könnte der Umzug wohl maximal 150€ kosten.

    Meines Wissens nach auf ankommender und auf eingehende Seite jeweils maximal 150 €. Beim selben Anbieter wäre der Wechsel dann wahrscheinlich kostenlos.

    Das kann schon alles klappen, aber ich würde es wirklich genau recherchieren. Nicht das nicht das am Ende der einzige, der was von der staatlichen Förderung hat, die Finanzwirtschaft ist.

  • Oder ist irgendein Haken an der Idee? Den Übertrag im Januar kann mir der Depotanbieter doch nicht verwehren, oder?

    Zuerst mal ist es wichtig Folgendes zu verstehen:

    Die so genannte Übertrag muss überhaupt nicht im Januar passieren. Das geht auch später.

    fraglich ist bei dir, ob sich der Aufwand für das Jahr 2026 überhaupt lohnt.

    Zuerst musst du überhaupt mal einen Anbieter finden, der eine günstige Lösung anbietet.
    Dann musst du einen Vertrag haben, den du dann 2027 nicht mehr bezahlen musst.

    Ich habe das komische Gefühl, dass ich der Aufwand für so etwas überhaupt nicht lohnt.

  • 835 EUR garantiertes Riester-Guthaben für 60 EUR Einzahlung sollten sich wohl lohnen, selbst wenn man sich in 2027 einen neuen Vertrag sucht.

    Dann möchte ich zu diesem Beispiel mal konkrete Zahlen haben.

    Die 835 € wären nämlich nur garantiert, wenn man den „Schrott“ im Riestervertrag bis zum (möglichen) Rentenbeginn liegen lässt.
    835 Euro würden nämlich nicht übertragen.

    Sie muss unbedingt einen Anbieter suchen, ja keine hohen Abschlusskosten hat. Das geht bei Union Investment bisher immer noch gut.
    Siehe auch Finanztip.

    Ich würde bei mehreren Volksbanken gezielt nach dem Produkt UniProfiRente Select fragen.

  • Die Abschlusskosten spielen nur im Falle der Übertragung eine Rolle.

    Ansonsten ist es losgelöst von den Kosten "aus 60 EUR in 2026 mach 835 EUR minus Steuern minus Kaufkraftverlust mit 62".

    Im Falle der Übertragung (da sollte man auch schauen, wann man übertragen will) wären die einmaligen bzw. laufenden Kosten relevant.

  • Sie muss unbedingt einen Anbieter suchen, ja keine hohen Abschlusskosten hat. Das geht bei Union Investment bisher immer noch gut.
    Siehe auch Finanztip.

    Optimal wäre natürlich ein Anbieter ohne hohe Abschlusskosten und einem guten AVD, dann wären Wechselkosten weniger wahrscheinlich bis unwahrscheinlich.

  • Also ich hatte da Mal so ein bisschen mit der Kinder geguckt und da hieß es, dass ca. 570-630 Gewinn bleiben nach dem Übertrag. Es gibt wohl definitiv Depotanbieter, die schon gesagt haben, dass sie für den Übertrag nichts berechnen wollen. Union Investment soll wohl relativ günstig insgesamt sein und dann würde man nur da maximal 150 Euro noch zu den Anschlussgebühren zahlen. Jetzt hatte ich noch überlegt ob es vielleicht geht, dass ich die Riester Rente noch 5 Jahre lang mit den 60€ bespare (aktuell ist mein Gehalt unter 20000) und die Zulagen dort mitnehme und dann das av Depot erstmal nur mit 90 Euro und dann halt ohne Zulagen bespare und dann in 5 Jahren Wechsel? Aber das ist wahrscheinlich schlecht wegen den Zinseszinseffektes. Deswegen ist wahrscheinlich die Gebühr zu zahlen und nächstes Jahr zu wechseln besser und ich muss einfach mit den Gebühren leben. Ich würde mir halt diesen Bonus für dieses Jahr ungern entgehen lassen. Ich ärgere mich schwarz, dass ich mich nicht früher informiert habe, denn in Elternzeit war ich seit 2021 mit meiner Tochter und dann seit 2023 mit beiden Kindern und hätte so schon einiges an Geld haben können mit wenig eigenbetrag 🙈

  • Jetzt hatte ich noch überlegt ob es vielleicht geht, dass ich die Riester Rente noch 5 Jahre lang mit den 60€ bespare (aktuell ist mein Gehalt unter 20000) und die Zulagen dort mitnehme und dann das av Depot erstmal nur mit 90 Euro und dann halt ohne Zulagen bespar

    Ganz schlechte Idee: es hat ja Gründe, warum Riester abgeschafft wird. Ist teuer und durch die Garantie Ertragslos.


    Ich habe den Eindruck, dass Du dich von der typischen Riester-Verkaufsmasche "Gratis Geld vom Staat!" Ziemlich unter Druck setzen lässt. Langfristig ist ein gut aufgestelltes und kontinuierlich bespartes AV Depot aber viel mehr wert als jetzt einmalig 500€ staatliche Prämie.


    Aber poste doch gerne konkrete Beispiele, was für Optionen Du findest.

  • Also ich hätte jetzt das Union Investment UniProfiRente Select mit möglichst viel Aktienanteil genommen und dann könnte ich ja im Januar wechseln in ein AV Depot mit geringen Gebühren. Von den insgesamt 835€ würden dann wohl noch so ca. 600€ übrig bleiben. Und dann würde ich ab Januar ganz normal mit 150€ das av Depot besparen und natürlich auch noch privat nen etf. Das ist das konkreteste was ich rausfinden konnte bisher. Und die 600 Euro würden sich dann ja im AV Depot bis zur Rente schon deutlich lohnen vom Wachstum her.

  • und dann könnte ich ja im Januar wechseln in ein AV Depot mit geringen Gebühren. Von den insgesamt 835€ würden dann wohl noch so ca. 600€ übrig bleiben.

    Im mal schön langsam. Die Zulage FÜR 2026 bekommst du erst so gegen Mai gutgeschrieben.
    Also wechseln da im Januar keine 835 Euro. Da muss dann durch die Ausführungsbestimmungen geregelt werden, wie das mit der Zulage FÜR 2026 läuft.

  • Das ist richtig.😀 Aber wenn ich ja Anspruch auf dieses Geld habe, käme es ja dann im Mai und hätte dann immer noch Zeit 32 Jahre lang zu wachsen😀😅

    Mach es gerne und berichte!

    Ich habe das mal durch eine KI gejagt, um das mathematisch durchzuspielen. (Kein Anspruch auf Korrektheit, nur Veranschaulichung!) Wenn man das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 mit diesen Eckdaten durchrechnet (32 Jahre Laufzeit, 6 Prozent konstante Rendite, 2 Kinder, wobei die Kinderzulage realistisch nach 10 Jahren wegfällt, und Einzahlung für die maximale Förderung von 1.800 Euro Eigenbeitrag plus Zulagen), kommt dabei folgendes heraus:

    * Gesamtzufluss im Zeitverlauf: In den ersten 10 Jahren fließen jährlich 1.800 Euro Eigenbeitrag + 540 Euro Grundzulage + 600 Euro Kinderzulage (2 Kinder) = 2.940 Euro pro Jahr ins Depot. Nach 10 Jahren fallen die Kinderzulagen weg, sodass ab Jahr 11 bis 32 nur noch 2.340 Euro pro Jahr einfließen.

    * Ohne 500 Euro Startkapital: ca. 197.820 Euro Endvermögen nach 32 Jahren.

    * Mit 500 Euro Startkapital: ca. 201.040 Euro Endvermögen nach 32 Jahren.

    * Die Differenz: Die initialen 500 Euro Startguthaben machen durch den Zinseszinseffekt am Ende rund 3.220 Euro aus. Das entspricht etwa 1,60 Prozent des gesamten Endvermögen. In heutiger Kaufkraft wären das ca. 1250€.

    Es zeigt sich, dass der Hebel durch das reine Startkapital über diesen langen Zeitraum prozentual überschaubar bleibt, da die jährlichen Einzahlungen und Zulagen das Depot über die Jahre massiv dominieren.

  • Ja, das stimmt. Das ist überschaubar. Da ich aber leider jetzt erst angefangen habe mich mit der Altersvorsorge zu beschäftigen, nehme ich das Geld mit bzw werde es einfach Mal versuchen. Vielen Dank für die Mühen. Ich werde dann nächstes Jahr Mal berichten was so dabei rausgekommen ist😅

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