es geht um den Klassiker Miete oder Eigentum.
Dieser Klassiker sollte aber stets integraler Bestandteil eines stimmigen Gesamtkonzepts sein (so wie die privaten Finanzen stets auch ganzheitlich verstanden und behandelt werden sollten). Zu solch einem ganzheitlichen Ansatz gehört die private Altersvorsorge (die später in die konkrete Ruhestandsplanung übergeht sprich mündet).
Mieten oder Kaufen dürfte bei dem gehobenen Einkommen
Haushaltseinkommen ca. 15k netto im Monat (Ohne Boni, Gratifkationen etc.), Tendenz steigend
nicht das entscheidende Problem darstellen (da sollte sich stets eine passende und nette Bleibe zum Mieten oder auch eine solche zum Kaufen und dem Finanzieren finden lassen - bei dem in Relation sehr bis äußerst geringen Eigenkapital hilft im zweiten Fall die hohe Kapitaldienstfähigkeit bei einer eventuelle Kreditvergabe).
Von den üblichen Fragen abgesehen (Typ für Wohneigentum oder eher Mietermentalität, wie wahrscheinlich ist langes oder dauerhaftes Verweilen an dem Standort (Stichwort u. a. Transaktionskosten), mentale Probleme mit hohen Schulden oder eben keine usw.) scheint mir hier der Knackpunkt eher in der Ratio "Erwerbseinkommen" vs später zu erwartendes "Alterseinkommen" zu liegen (sog. "Rentenlücke").
Woran sich die Frage anschließt, wie diese Versorgungs- oder Rentenlücke am ehesten geschlossen werden kann. Bei dem Einkommen und dem (aus meiner Sicht) noch jugendlichen Alter sollte - beispielsweise via dem regelmäßigen Investieren in ETFs - da sehr viel möglich sein. Zudem flexibel, kostengünstig, einfach in der Umsetzung und ohne jede Schulden. Einen Finanzplan und die nötige Compliance diesen betreffend vorausgesetzt ...
Das könnte hier ggf. ein bißchen der Knackpunkt sein ... Bei dem Einkommen und Alter erscheinen mir die 100k Eigenkapital eher dürftig - das (also 6-7 Nettomonatsgehälter) läuft bei so manchen noch unter adäquate "Rücklage für Notfälle" ... (unabhängig hiervon):
beide aus finanziell prekären Elternhäuser kommen und die letzten Jahre damit beschäftigt waren, die Schulden aus Studium, Ausbildung etc. zu tilgen. Klassische Aufsteigerbiographie würde ich sagen.
Eine "klassische Aufsteigerbiographie" hatte ich auch - dabei stand aber bei mir das möglichst schnelle auch finanzielle "Freischaufeln" an den vorderen Stellen (dazu gehörte in der Anfangszeit auch reichlich Rücklage und Liquidität als Puffer und Basis für die folgenden Schritte).
Eine selbst genutzte Immobilie hat natürlich den eingebauten "Zwangsspareffekt" - wer will schon Stress oder gar Ärger mit der Bank, sein Zuhause verlieren oder ggf. zwangsversteigert werden. Die Frage bleibt, braucht es diesen Zwang ...
Es gibt natürlich auch einige positive Aspekte. Mieterhöhungen, Eigenbedarfskündigungen, Wohnungssuche usw. sind dann kein Thema mehr. Die ersparte Miete (man wohnt selbst nach vollständiger Tilgung des Kredit natürlich nicht kostenfrei - aber immerhin mietfrei ...) gehört zu den wenigen Dingen hierzulande, die (noch jedenfalls) nicht besteuert werden.
Auch diesbezüglich
Kinderunterhalt aufgrund Pflegebedürftigkeit der Eltern wahrscheinlich
könnte es da Privilegierungen geben (angemessene Immobilie als Schonvermögen). Dazu kenne ich mich aber zu wenig aus, um dazu mehr zu schreiben. Die Grenzen für den Kinderunterhalt sind ja deutlich angehoben worden (meines Wissens ab 100.000 brutto Jahreseinkommen überhaupt erst möglich; "Entlastungsgesetz" um 2020 herum).
Eure Zinskondition wird bei einem Kauf jedenfalls eine relativ ungünstige sein (Stichwort: Hoher Beleihungsauslauf). Einerseits.
Bis wir eine solide Finanzierung hinbekommen, müssen wir sicherlich noch drei bis fünf Jahre EK ansammeln, da die für uns interessanten Objekte ca. 1 bis 1,5 Mio kosten.
Die Frage ist, was in drei oder fünf Jahren ein für euch interessantes Objekt kostet. Andererseits. Hier in der Region ziehen die Preise seit einigen Quartalen nämlich bereits wieder etwas an. Wenn auch von einem (noch) niedrigeren Niveau aus als um 2020 herum.
Scheint mir in Eurem Fall eine ziemlich komplexe Frage zu sein - die auch stark von eure Einstellung und Haltung abhängt.
Vor einigen Jahren hatte ein fast gleichaltriges Paar wie ihr eine Art Kompromiß gewählt: Die Immobilie (in dem Fall eine ETW) kleiner dimensioniert mit zügiger Tilgung bis 50 - um danach noch 15 Jahre + für den Aufbau zusätzlicher Altersvorsorge zu haben.
Gerade vor dem Hintergrund:
keine Kinder (aus biologischen Gründen kommen auch keine)
vielleicht eine überlegenswerte Alternative.
Gute Gedanken und ebensolche Entscheidungen wünsche ich !