Beiträge von Sovereign

    Und mit dieser konsequenten Geschlossenheit

    Auch in dem Fall gilt: Wenn denn diese viel beschworene Geschlossenheit in der EU überhaupt vorhanden ist ...

    Und mit dieser konsequenten Geschlossenheit stellt sich die EU dann vor Trump und erklärt ihm, wieso Grönland unbedingt gleichermaßen autonom wie irgendwie auch dänisch bleiben muss.

    Das Problem: 27 Zwerge ergeben per se noch keinen Riesen.

    Sieht tatsächlich so aus. Hatte inzwischen einen weiteren gleichlautenden Anruf erhalten.


    Habe von den dort - nach meinem Dafürhalten - überwiegend tätigen Illusionisten und Anhängern des Etatismus, Zentralismus, der Planwirtschaft, Europäischer Kommandowirtschaft mit dazu passender Bürokratie- und Regulatorik-Dichte sprich EU-Regulierungswut schon viel erlebt. In einer langen Abfolge von (signifikanten) Fehlentscheidungen (die Einheitswährung - inklusive der Umgang mit den EU-Verträgen, auf denen diese beruhen sollte - reiht sich, meines Erachtens, bei den signifikanten Fehlentscheidungen ein) hat man sich über die Jahre der beiden wichtigsten Machtmittel im internationalen Kontext überhaupt (wirtschaftliche und militärische Stärke) sukzessive selbst beraubt.

    Aber diese Aktion, wohlgemerkt nach einem Vierteljahrhundert an Verhandlungen und unzähligen internen Kämpfen und Querelen, ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt, das schafft es bei mir auf jeden Fall noch unter die Top Ten der EU-Flops (wenn auch nur knapp - es gibt halt inzwischen so viele).

    Die EU hat gestern ein Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten unterzeichnet

    Nach nur einem Vierteljahrhundert an Verhandlungen und internen Streitereien ...

    Gerade erreicht mich ein Anruf aus Brüssel ... Es schien ja endlich (nach "nur 25 Jahren" Verhandlungen ... - siehe oben) alles unter Dach und Fach ...

    Das EU-Parlament hat (demnach) das Mercosur-Abkommen - mit 334 gegen 324 Stimmen bei 11 Enthaltungen - sozusagen gestoppt und fordert diesbezüglich eine Überweisung an den EuGH inklusive Überprüfung des Handelsabkommens (läuft wohl auf ein Rechtsgutachten des EuGH hinaus). Nach Meinung meines Bekannten (und, wie er sagte, auch anderer Think Tanks und Korrespondenten in Brüssel) könnte dies das Abkommen "um Jahre verzögern und/oder möglicherweise ganz zum Scheitern bringen".

    Wenn dem so sein sollte: Kaum noch zu glauben - aber immerhin "perfektes" Timing gerade im Kontext mit Davos, der heutigen Trump-Rede und mehr (in dem Fall wirtschaftlicher) Unabhängigkeit von den USA ...


    (Sollte das wirklich zutreffen - erinnert eher an Realsatire ...)

    War sonst noch was ... ? Ach ja ...

    Vielleicht mal den legendären Narrhalla Marsch der Mainzer Fastnacht einspielen ...

    Es geht in diesem Thread wie üblich um die Frage: Ist Kaufen oder Mieten günstiger? In diesem Zusammenhang erwarte ich geradezu, daß der Käufer seine Entscheidung schönredet.

    Glücklicherweise sind überzeugte und "in der Wolle gefärbte" Mieter - nicht ganz selten auch gleichzeitig überzeugte ETF-"Sparbüchsen" oder sogar generell "Sparbrötchen" - vor dieser speziellen pro domo Sicht des Schönredens vollständig gefeit ... :rolleyes:

    Rein rational ist in Zeiten niedriger Zinsen und niedriger Inflation das Mieten günstiger.

    Unabhängig davon, ob das tatsächlich so ist:

    Mein Zuhause und die Gestaltung desselben unter allein rein monetären Gesichtspunkten zu betrachten, stellt für mich, ganz persönlich, eine nicht zielführende und deutlich unterkomplexe Herangehensweise dar.

    Warum sollte ich ausgerechnet mein Zuhause betreffend schlechter wohnen oder unpassender wohnen, als es mir möglich ist ... ? Das war und ist für mich auch eine "rein rationale" Haltung.

    Schon der Fokus allein auf den Ansatz "günstiger" erschiene mir, ganz persönlich, eher abwegig.

    Dazu kommt noch erschwerend, daß ich meine mir möglichst passende, gemäße und gewünschte Bleibe auf dem Mietmarkt erstmal finden sprich mieten können muß (von anderen Aspekten, wenn ich es dann geschafft habe Mieter derselben zu sein, ganz abgesehen; Beispiel: Eigenbedarfskündigung - um nur ein Beispiel zu nennen).

    Wie man als erwachsener Mensch so sein kann, dass man vor anderen Meinungen den Kopf in den Sand stecken und eben diese hinter irgendwelchen Farbflächen verstecken muss …

    Meine Erfahrung:

    Weil man sich zum einen und per se immer inhaltlich auf der einzig "richtigen" Seite verortet und damit (zu glauben) weiß - notfalls auch nur auf der einzig moralisch "richtigen" Seite ... - und zum anderen auf Basis dieser Hybris allein schon die Existenz davon abweichender Meinungen als unerträglich empfunden und wahrgenommen wird. Vielleicht sogar als Zumutung.


    Die unvermeidlichen Rendezvous mit der Realität lassen sich selbst mit dieser Vorgehensweise selbstverständlich aber auf Dauer nicht "hinter irgendwelchen Farbflächen" verstecken.


    Nur am Rande: Gleiches gilt für ökonomische Gesetzmäßigkeit, die sich - jedenfalls auf Dauer - immer durchsetzen. Auch wenn manche Politiker gerne den Eindruck erwecken, diese aushebeln, aussetzen oder ganz verschwinden lassen zu können.

    Die EU hat gestern ein Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten unterzeichnet

    Nach nur einem Vierteljahrhundert an Verhandlungen und internen Streitereien ... =O

    Der Rest der Welt wird sich dann von den USA abwenden oder versuchen, notfalls ohne sie zusammenzuarbeiten.

    Dabei wünsche ich schon jetzt "dem Rest der Welt" - aber insbesondere Deutschland mit seiner unnachahmlichen Hard Power aus wirtschaftlicher Dynamik und militärischer Stärke - viel Glück.


    So wie Dir selbstverständlich auch viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

    Dann könnten wir zum billig Einkaufen nach Österreich oder Frankreich fahren!!!!1111einseinself

    Kaum - Österreich betreffend jedenfalls. Der Schilling zählte zu den klassischen Hartwährungen mit einem stabilen Kurs von 7 zu 1 zu Deutschen Mark (ähnlich wie die andere Hartwährungen Schweizer Franken oder der Niederländische Gulden mit relativ stabilem Wechselkurs zur DM).

    Sicherlich - Frankreich betreffend. Der Franc hat gegen die Deutsche Mark in der kurzen Zeit vom Ende des Bretton-Woods Systems (Mitte 70er) bis 1999 (Euroeinführung) um sage und schreibe 53% abgewertet (die italienische Lira um über 80% und die griechische Drachme um 95% ...).


    Staatliche Papiergeldwährungen (Fiat-Money-System) bieten bei solider Vorgehensweise einige Vorteile gegenüber einer Goldwährung oder eine zu 100% goldgedeckten Währung (wobei diese natürlich den besten Schutz vor Übergriffen im Verhältnis "Bürger vs Leviathan" darstellt und gewährleistet). Diese Solidität ist bei Staaten, deren Politik und staatlichen Notenbanken aber nicht durchgängig gegeben. Eine noch viel heiklere Angelegenheit (als das Fiat-Money-System im Allgemeinen) sind staatliche Währungsexperimente im Speziellen (innerhalb des Fiat-Money-Systems) wie eine Einheitswährung (Währungsunion) ohne zugehörigen Staat. Die EU-Verträge auf denen der Euro basiert (präziser basieren sollte) haben sich jedenfalls als untaugliches Mittel (auch in Sachen Solidität und Disziplinierung der Beteiligten siehe Eurokrise, Eurorettung, Vorgehen der EZB usw.) erwiesen.

    Dagegen kann der einzelne Bürger natürlich nichts machen. Was der einzelne Bürger aber machen kann: Sich gegenüber einer solchen Vorgehensweise möglichst robust und resilient versuchen finanziell aufzustellen.

    Mir fallen keine anderen Gründe ein

    Das kann ich mir vorstellen ...

    Mir schon.

    Rahmenbedingungen, liberale Wirtschaftsordnung, niedrige Steuern, Anreizsetzung, Standortpolitik, mehr direkte Demokratie (Volksabstimmungen seit 1848 als zentrales Element der direkten Demokratie), stabile Währung, politische Stabilität, traditionell relativ hohe Rechtssicherheit, Achtung und Schutz des Eigentums, Wettbewerb unter den Kantonen usw. - und natürlich teilweise die typische Schweizer Freisinnigkeit.

    Statt sich dies zum Vorbild zu nehmen oder dem erfolgreichen Setting wenigstens teilweise nachzueifern hatte da mal (2009) ein deutscher Finanzminister wohl der Schweiz mit der Kavallerie gedroht ("die nicht ausreiten muß, die Indianer müssen nur wissen, daß es sie gibt"). Nach meiner Erinnerung hatte damals die Schweizer Außenministerin den deutschen Botschafter einbestellt, um diesem mitzuteilen wie "inakzeptabel, aggressiv und beleidigend" sich dieser geäußert habe.


    Ein Schweizer Setting und eine Melange, die auch auf die weltweit begehrte "qualifizierte Zuwanderung" attraktiv wirken, wie mir diverse Schweizer aber auch viele Protagonisten im Bereich "International Recruiting" seit sehr langen Jahren immer wieder bestätigen.

    Andere Länder wirken dagegen (eher, überwiegend oder fast nur noch) über ihren weit ausgebauten Sozialstaat attraktiv - dieser setzt allerdings als Fundament die entsprechende ökonomische Leistungsfähigkeit und Stärke voraus ...

    Mein innigster Wunsch wäre, dass sich Europa endlich stärker gegen ihn stellt. Ich befürchte aber halt, dass das nicht passieren wird ...

    Wenigstens Deutschland hätte mal ein oder zwei seiner Flugzeugträger beispielsweise vor Grönland auftauchen lassen können, um Präsenz und Stärke zu zeigen ...


    Der Name des EU-Verteidigungsministers oder der EU-Verteidigungsministerin fällt mir gerade nicht ein ... nur eine EU-Außenbeauftragte und EU-Kommissare ...


    Nur am Rande aber in dem Kontext und der guten Ordnung halber

    ... dass sich Europa ...

    Europa ist ein Erdteil, der sich über das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse erstreckt. Das mit riesigem Abstand flächenmäßig größte Land in Europa ist Russland mit seinem europäischen Teil, in dem mit Abstand der größte Teil seiner Bevölkerung lebt. Daß sich also ausgerechnet Putin direkt gegen Trump stellt mag Dein "innigster Wunsch" sein, erscheint mir aber eher sehr unwahrscheinlich. Zum einen wäre das für Putin ernsthaft gefährlich und zum anderen scheinen beide eine ganz ähnlich imperiale Linie zu verfolgen.

    Meintest Du mit "Europa" vielleicht EWR, EU, UEFA oder Eurozone ... ?

    Irgendjemand im Forum, der die Situation vor Ort kennt?

    Ja, meine Wenigkeit. Siehe schon Nr. 102. Außerdem habe ich Bekannte in der Bodenseeregion und bin da auch hin und wieder. Von Lindau (Bayern) beispielsweise kann man via Bregenz (Austria) mit dem Rad in die Schweiz gelangen - und die Schweizer kommen am Wochenende nach Lindau, um sich da zu deutschen Spottpreisen (im Vergleich zu Schweizer Preisen) und dem gegenüber dem Euro im Wechselkurs massiv gestiegenen Schweizer Franken super günstig mit Lebensmittel beispielsweise einzudecken.

    In den deutschen Grenzregionen fehlen heute die Fachkräfte, da sie in die Schweiz gehen.

    Weil da sowohl Bezahlung als auch Arbeitsbedingungen (viel) besser sind als hierzulande.

    Migration Schweiz nach Deutschland? Nee, nicht wirklich.

    Echt jetzt ... ?


    Mein Beitrag Nr. 102 war komplett als Satire zu verstehen ... Dir scheint das aber gar nicht aufgefallen zu sein ... =O

    Kannst Du diese Behauptung belegen?

    Natürlich nur anekdotische Evidenz und persönliche Empirie:

    Aber in der Schweiz - im vergangenen Jahr war ich einige Male in Zürich, Genf und Montreux - sieht man immer mehr Suppenküchen und Tafeln. Und auch bettelnde Schweizer und Schweizerinnen.

    Die Mieten und Immobilienpreise sind auch abgestürzt. Zudem geht die Inflation dennoch durch die Decke (um die 0,1% im Dezember 2025).

    Konkret belegen kann ich nur das mit dem Wechselkurs. Bereits im Januar des Jahres 2015 hatte die EZB die Stützung des Schweizer Franken gegenüber dem Euro aufgegeben. Seitdem hat sich der Euro gegenüber dem Franken massiv verteuert von einstmals 0,93 auf nunmehr um die 1,67, die die armen Schweizer und Schweizerinnen für den Euro zahlen müssen.

    Nur aus Insiderkreisen und auf der informellen Ebene gehört:

    Es scheint eine Initiative in der Schweiz zu einer Volksabstimmung zu laufen: Beitritt in die EU, Aufgabe des Schweizer Franken für den Euro und Mithaftung der Schweiz an sämtlichen Euro-Rettungspaketen, Rettungsschirmen, der EZB-Bilanz etc. pp.

    Viele Schweizer waren sehr enttäuscht, daß Bulgarien jetzt ab 2026 den Euro hat - aber sie weiterhin sehen müssen, wie sie mit dem Schweizer Franken klar kommen sollen ... Mit verstärkter Migration aus der Schweiz gen Deutschland - insbesondere gen Berlin, NRW und Bremen beispielsweise - muß daher künftig wohl gerechnet werden.

    Tomarcy kennt keine Frauen, die sich mit Investieren auskennen ;) ^^ :saint:

    Auweia ... <X

    Ausrechnet ... - wenn das die vielen Damen von der taz erfahren wie Ulrike Herrmann, Ulrike Winkelmann etc. pp. ...

    Tja, hätten wir damals die D-Mark behalten, dann würde es uns heute so beschissen gehen wie der Schweiz mit dem Franken heute. :/

    Einkommen und Lebensqualität sind in der Schweiz im Vergleich zu Deutschland seit 2002 tatsächlich regelrecht abgestürzt. Das läßt sich leider nicht leugnen ... :D

    Fast so drastisch, wie der Wechselkurs der Schweizer Franken zum Euro ... :D

    Hier sollten sich eigentlich die Jungs melden ...

    im Sinne von Political Correctness und Wokemania:

    Aber sicherlich sollen sich da doch nicht nur Jungs sondern auch Mädels - inklusive aller Krankenschwester:innen - melden ... ?

    ... die zum Beispiel BASF und so gruseliges Zeug halten.

    Gibt es denn noch "Gruseligeres" (nur um diese Deine Formulierung aufzugreifen) im Allgemeinen als eine zwangsweise - im Alltag jedenfalls - zu verwendende "Esperanto"-Einheitswährung, die in ihrer Existenz schon gerettet werden mußte und im Speziellen einen Standort in jahrelanger Stagnation oder im Niedergang ... ?

    Man muss ja auch immer bedenken, dass es vor nicht allzulanger Zeit kaum Zinsen gab. Da ist es nachvollziehbar, dass man nicht extrem gespart, sondern das Leben genossen hat.

    Das kann nur so verstanden werden, daß niedrige Zinsen und/oder negative Realzinsen per se den Sparanreiz in der Bevölkerung senken ... ?

    Ich finde nicht, dass das wenig Eigenkapital ist.

    Als Eigenkapital für eine Immobilie (avisiert 1,0 bis 1,5 Mio. € Kaufpreis) erachte ich 6-7 Nettomonatseinkommen für ein extrem geringes Eigenkapital.

    Da muß man übrigens bei dem hier vorliegenden Einkommen

    nicht extrem gespart

    haben, um etwas mehr freie Mittel zu haben. Eine dem hohen Einkommen angepasste Sparquote (die Versorgungslücke/Rentenlücke pflegt mit dem Einkommen eher mit zu steigen) hätte dafür vermutlich schon ausgereicht.

    Wenn unser Anfrager sein Geld im Alter komplett verleben will, da es keine Erben gibt, ist es dann sinnvoll 1,5 Mio in einer Immobilie zu binden?

    Eine berechtige Frage aus meiner Sicht.

    "Problem" jedenfalls Stand heute: Der Anfrager hat bislang noch so gut wie kein Geld angesammelt (nur 6-7 Nettomonatseinkommen) trotz diesen Rahmenbedingungen

    Haushaltseinkommen ca. 15k netto im Monat (Ohne Boni, Gratifkationen etc.), Tendenz steigend

    und wohnt zudem jedenfalls nicht extrem günstig

    Mietwohnung in deutschem Ballungsraum, ca. 2k Warmmiete

    Die Lücke "Erwerbseinkommen" vs "Renteneinkommen" dürfte eine erhebliche sein. Aufgrund der komfortablen Einkommenssituation aber (noch) gut zu schließen.

    Dazu braucht es halt einen Finanz-Plan, die entsprechende Compliance diesen Finanz-Plan betreffend - und dabei könnte (konjunktiv, also nicht muß) die besagte Immobilie ein integraler Bestandteil sein.

    Mal (endlich und zielgerichtet) anfangen - sei es nun in Richtung ETFs oder in Richtung eigen genutzte Immobilie (mit dem Ziel schneller Entschuldung, um danach noch 10 oder 15 oder mehr Jahre zu haben für eine breitere Aufstellung) - dürfte auf jeden Fall angesagt sein.

    Jedenfalls, wenn der Schritt vom Erwerbseinkommen zur Rente (aus finanzieller Sicht) ein nicht zu großer Einschnitt werden soll.

    wenn es nicht gerade München ist, ist es nie einfach Käufer zu finden

    Das kann ich so selbst und aus Erfahrungen meines Umfelds nicht bestätigen. Und da ging es nicht um München (sondern "nur" um Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg, Mainz, Darmstadt, Freiburg, Leipzig usw. - um nur einige der Beispiele zu nennen).

    Es wird also auf den jeweiligen Standort (Makro- und Mikrolage) ankommen.

    Die Demografie wird erst die nächsten 10-30 Jahre richtig zuschlagen.

    Vor geraumer Zeit (Ende 80er, Anfang 90er) galt Deutschland aufgrund der absehbaren Bevölkerungsentwicklung als "zu Ende gebaut", praktisch ohne Neubaubedarf und der Wohnungsmarkt "gesättigt". Meine mich dunkel an eine Langfristprognose mit perspektivisch auf ca. 70 Mio. geschrumpfter Bevölkerung zu erinnern - aktueller Stand um die 83,5 Mio. ... ?

    Durch diverse Entwicklungen (Trend zu kleineren Haushalten und insbesondere zu immer mehr Einpersonenhaushalten, Trend in Ballungsgebiete, größere Städte, Schwarmstädte usw. zu ziehen, Ost-West-Wanderung nach der Wiedervereinigung, Zuwanderung aus der EU, Migration auch aus Nicht-EU-Ländern usw.) hat sich diese Prognose aber als (man könnte fast sagen dramatisch) falsch herausgestellt.

    Es wird also (siehe schon oben) dabei entscheidend auf den Standort ankommen. Lebe ich in einer attraktiven und nachgefragten Region erscheint es mir eher fraglich, daß dort "in den nächsten 10-30 Jahren die Demographie erst richtig zuschlagen wird" - jedenfalls den Wohnungs- und Immobilienmarkt betreffend.

    Verlassen würde ich mich darauf auf keinen Fall. Und ausgerechnet im Alter in eine weniger attraktive Gegend zu ziehen (ziehen zu müssen), da es dort günstigeren Wohnraum zu mieten oder günstigere Immobilien zu kaufen gibt, wäre auch nicht der meinige Ansatz.

    es geht um den Klassiker Miete oder Eigentum.

    Dieser Klassiker sollte aber stets integraler Bestandteil eines stimmigen Gesamtkonzepts sein (so wie die privaten Finanzen stets auch ganzheitlich verstanden und behandelt werden sollten). Zu solch einem ganzheitlichen Ansatz gehört die private Altersvorsorge (die später in die konkrete Ruhestandsplanung übergeht sprich mündet).

    Mieten oder Kaufen dürfte bei dem gehobenen Einkommen

    Haushaltseinkommen ca. 15k netto im Monat (Ohne Boni, Gratifkationen etc.), Tendenz steigend

    nicht das entscheidende Problem darstellen (da sollte sich stets eine passende und nette Bleibe zum Mieten oder auch eine solche zum Kaufen und dem Finanzieren finden lassen - bei dem in Relation sehr bis äußerst geringen Eigenkapital hilft im zweiten Fall die hohe Kapitaldienstfähigkeit bei einer eventuelle Kreditvergabe).

    Von den üblichen Fragen abgesehen (Typ für Wohneigentum oder eher Mietermentalität, wie wahrscheinlich ist langes oder dauerhaftes Verweilen an dem Standort (Stichwort u. a. Transaktionskosten), mentale Probleme mit hohen Schulden oder eben keine usw.) scheint mir hier der Knackpunkt eher in der Ratio "Erwerbseinkommen" vs später zu erwartendes "Alterseinkommen" zu liegen (sog. "Rentenlücke").

    Woran sich die Frage anschließt, wie diese Versorgungs- oder Rentenlücke am ehesten geschlossen werden kann. Bei dem Einkommen und dem (aus meiner Sicht) noch jugendlichen Alter sollte - beispielsweise via dem regelmäßigen Investieren in ETFs - da sehr viel möglich sein. Zudem flexibel, kostengünstig, einfach in der Umsetzung und ohne jede Schulden. Einen Finanzplan und die nötige Compliance diesen betreffend vorausgesetzt ...

    Das könnte hier ggf. ein bißchen der Knackpunkt sein ... Bei dem Einkommen und Alter erscheinen mir die 100k Eigenkapital eher dürftig - das (also 6-7 Nettomonatsgehälter) läuft bei so manchen noch unter adäquate "Rücklage für Notfälle" ... (unabhängig hiervon):

    beide aus finanziell prekären Elternhäuser kommen und die letzten Jahre damit beschäftigt waren, die Schulden aus Studium, Ausbildung etc. zu tilgen. Klassische Aufsteigerbiographie würde ich sagen.

    Eine "klassische Aufsteigerbiographie" hatte ich auch - dabei stand aber bei mir das möglichst schnelle auch finanzielle "Freischaufeln" an den vorderen Stellen (dazu gehörte in der Anfangszeit auch reichlich Rücklage und Liquidität als Puffer und Basis für die folgenden Schritte).

    Eine selbst genutzte Immobilie hat natürlich den eingebauten "Zwangsspareffekt" - wer will schon Stress oder gar Ärger mit der Bank, sein Zuhause verlieren oder ggf. zwangsversteigert werden. Die Frage bleibt, braucht es diesen Zwang ...

    Es gibt natürlich auch einige positive Aspekte. Mieterhöhungen, Eigenbedarfskündigungen, Wohnungssuche usw. sind dann kein Thema mehr. Die ersparte Miete (man wohnt selbst nach vollständiger Tilgung des Kredit natürlich nicht kostenfrei - aber immerhin mietfrei ...) gehört zu den wenigen Dingen hierzulande, die (noch jedenfalls) nicht besteuert werden.

    Auch diesbezüglich

    Kinderunterhalt aufgrund Pflegebedürftigkeit der Eltern wahrscheinlich

    könnte es da Privilegierungen geben (angemessene Immobilie als Schonvermögen). Dazu kenne ich mich aber zu wenig aus, um dazu mehr zu schreiben. Die Grenzen für den Kinderunterhalt sind ja deutlich angehoben worden (meines Wissens ab 100.000 brutto Jahreseinkommen überhaupt erst möglich; "Entlastungsgesetz" um 2020 herum).

    Eure Zinskondition wird bei einem Kauf jedenfalls eine relativ ungünstige sein (Stichwort: Hoher Beleihungsauslauf). Einerseits.

    Bis wir eine solide Finanzierung hinbekommen, müssen wir sicherlich noch drei bis fünf Jahre EK ansammeln, da die für uns interessanten Objekte ca. 1 bis 1,5 Mio kosten.

    Die Frage ist, was in drei oder fünf Jahren ein für euch interessantes Objekt kostet. Andererseits. Hier in der Region ziehen die Preise seit einigen Quartalen nämlich bereits wieder etwas an. Wenn auch von einem (noch) niedrigeren Niveau aus als um 2020 herum.


    Scheint mir in Eurem Fall eine ziemlich komplexe Frage zu sein - die auch stark von eure Einstellung und Haltung abhängt.


    Vor einigen Jahren hatte ein fast gleichaltriges Paar wie ihr eine Art Kompromiß gewählt: Die Immobilie (in dem Fall eine ETW) kleiner dimensioniert mit zügiger Tilgung bis 50 - um danach noch 15 Jahre + für den Aufbau zusätzlicher Altersvorsorge zu haben.

    Gerade vor dem Hintergrund:

    keine Kinder (aus biologischen Gründen kommen auch keine)

    vielleicht eine überlegenswerte Alternative.


    Gute Gedanken und ebensolche Entscheidungen wünsche ich !

    Man wird seziert und gegrillt.

    Das wird im Auge des Betrachters liegen. :)

    In Bereichen, in denen ich mir - für teures Geld übrigens - Rat und Beratung einkaufen muß, empfinde ich das als sehr nützlich, hilfreich und mir dienlich.

    Also das genaue Gegenteil von "seziert und gegrillt" werden ...

    Zum Schutz von Neulingen sollte das Wort Bankberater verboten werden.

    "Verbote" liegen nicht so auf meiner Linie. :)

    Es wäre aber der Sache dienlich (gewesen), wenn unsere Obrigkeit im Sinne des mündigen Bürgers und aufgeklärten Verbrauchers für etwas mehr Transparenz in Sachen "objektive Beratung, Bankberater, Kosten und Gebühren, provisions- oder margengetriebener Finanzprodukteverkauf" etc. pp. gesorgt hätte.


    Vermutlich auch ein Problem dabei, daß schon konstruktionsbedingt (Fiat-Money-System) Banken und Versicherungen mit Staaten im selben "Bettchen" liegen und kuscheln. Banken und Versicherungen saugen sich - verstärkt durch die staatliche Regulatorik - mit Staatsschulden voll (Staatsanleihen) und der Staat schafft den Raum für deren Geschäfte gerade auch im Bereich Retail-Banking. Wissen beide (Staat und Banken) nicht mehr so recht weiter, kommt schon mal die staatliche Notenbank und druckt ein paar frische Billiönchen ...

    in D. wäre kein Referendum notwendig

    Selbst das scheint mir fraglich.

    Siehe aus dem BVerfG-Urteil 2009 zum EU-Vertrag von Lissabon:


    "Das Grundgesetz ermächtigt die für Deutschland handelnden Organe nicht, durch einen Eintritt in einen Bundesstaat das Selbstbestimmungsrecht des Deutschen Volkes in Gestalt der völkerrechtlichen Souveränität Deutschlands aufzugeben. Dieser Schritt ist wegen der mit ihm verbundenen unwiderruflichen Souveränitätsübertragung auf ein neues Legitimationssubjekt allein dem unmittelbar erklärten Willen des Deutschen Volkes vorbehalten"

    (nachträglich gefettet von mir)

    Schon dies könnte mit sehr guten Gründen für ein Referendum sprechen (in diversen anderen Ländern der EU würde ein solcher Schritt ohnehin ohne Referendum undenkbar sein - angefangen von Frankreich über UK bis hin zu den skandinavischen Ländern).

    "Voraussetzung wäre hierzulande auf jeden Fall eine neue Verfassung, die nach Art. 146 GG von dem Deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen wird"

    Ist trotzdem nicht realistisch.

    Dem bleibt nichts hinzuzufügen.

    Außer: Nichtsdestotrotz gerieren sich so manche Institutionen der EU als gäbe es die Vereinigten Staaten von Europa ...