Was sagt ihr zu den geplanten Einschränkungen beim Bargeldverkehr?

  • Es steht dir und anderen frei, dich politisch zu engagieren und eine entsprechende Grundgesetzänderung anzustoßen.

    Generös von Dir.

    Ein aber extrem langer Weg mit noch dazu äußerst vagen Erfolgsaussichten.

    Ungleich schneller, erfolgversprechender und zudem selbst gestaltbar ist dagegen eine robuste und resiliente Finanzaufstellung. Dazu gehörte für mich schon vor vielen Jahren die Einrichtung und das Vorhalten eines alternativen Standorts (außerhalb der Eurozone versteht sich).

    Scheint jedoch nicht vielen wichtig zu sein…

    Das sehe ich etwas anders.

    Globale Finanzkrise, eine Kanzlerin und ein Finanzminister, die gemeinsam sonntags im TV auftreten müssen, um einen schon laufenden Bank-Run zu stoppen, Eurokrise, Euro-Rettung "Whatever it takes", ein lange Ära negativer Realzinsen, schon nominal Negativzinsen - alles schon vergessen ... ?

    Wie mir ein Abgeordneter der CDU mal sagte, hatte die AfD-Fraktion im Bundestag in 2021 einen Antrag eingebracht, das Recht auf Bargeldzahlung im GG zu verankern sprich Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel Verfassungsrang einzuräumen (im Kontext mit Art. 14 GG). Wie mir der Abgeordnete sagte, könnte sich auch die FDP damals dieser "Initiative zur Zukunft des Bargelds" angeschlossen haben.

    Sicherlich hatte die AfD bei dieser Gesetzesinitiative, wie alle Parteien, ihre Wählerschaft und deren Anliegen im Blick. Ganz so wenige sind das ja längst nicht mehr.

    Das mit den "nicht vielen" ist immer relativ - bei der aktuellen Ba-Wü beispielsweise hat die AfD nur eine relativ überschaubare Anzahl an Wählerstimmen erreicht. Aber mehr als drei Mal so viele wie die SPD beispielsweise ...

    Wie ich aus meinem näheren und weiteren Umfeld weiß, kann man sich aber auch für den Erhalt des Bargelds engagieren und gegen die immer weiter zunehmende Übergriffigkeit der real existierenden EU einsetzen - ohne AfD-Wähler oder auch nur AfD-Sympathisant zu sein.

  • Na, dann stehen wir ja kurz vor der Einführung von Volksentscheiden.

    Bei der hierzulande zunehmendes Angst der Obrigkeit vor der Meinung der eigenen Bürger - eher bis sehr unwahrscheinlich.

    Größere Angst diesbezüglich kenne ich nur von der real existierenden EU - nachdem dieser diverse bedeutsame Referenden "um die Ohren" geflogen sind ... Wie die Referenden in den beiden EU-Gründungsmitgliedern Frankreich und Niederlande über den "Vertrag über eine Verfassung für Europa" (VVE) zeigen - um nur ein Beispiel aus diversen zu nennen. Diese Verfassung war als Vorstufe der "Vereinigten Staaten von Europa" (VSE) gedacht ... Die EU scheut daher inzwischen Volksabstimmungen, bei denen die Bürger direkt befragt werden und direkt entscheiden können wie der "Teufel das Weihwasser" ...

    ... und arbeitet via der EU-Behörde EZB lieber am Digitalen Euro - um eine Antwort auf eine Frage zu liefern, die kaum ein Bürger gestellt und bestellt hat ...

  • Es steht dir und anderen frei, dich politisch zu engagieren und eine entsprechende Grundgesetzänderung anzustoßen.

    Die braucht es gar nicht. Art. 20 Abs. 2 ermöglicht das bereits, es wird nur aus gutem Grund nicht gemacht.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • des fehlenden Engagements der Bürger

    Ziemlich viele (eher die meisten) Bürger verstehen weder das Geldsystem im Allgemeinen noch das Experiment der europäischen Einheitswährung im Speziellen. Samt dem Umgang der Obrigkeit und der staatlichen Notenbank damit. Viele verstehen nicht mal das Prinzip der Giralgeldschöpfung oder nur den juristischen Unterschied zwischen Buchgeld und Bargeld. Die Liste ließe sich leicht verlängern - beispielsweise über die (oder eher jede) fehlende Kenntnis zu den der Einheitswährung zugrunde liegenden EU-Verträgen.

    Die braucht es gar nicht. Art. 20 Abs. 2 ermöglicht das bereits

    Da würde ich Dir - ausnahmsweise - einmal zustimmen (nach nur summarischer Prüfung auf Basis zudem sehr lange zurückliegender Beschäftigung mit dem GG).

    es wird nur aus gutem Grund nicht gemacht.

    Das wird im Auge des jeweiligen Betrachters liegen.


    Wie ist denn aktuell so die Stimmung unter Staatsdienern (mit entsprechendem Staatsvertrauen bis hin zur Staatsgläubigkeit )- und offensichtlich ausgeprägtem Mißtrauen gegenüber dem Bürger ... ?

    Der letztlich wertschöpfend die ganze Veranstaltung finanziert. :)

  • Ziemlich viele (eher die meisten) Bürger verstehen weder das Geldsystem im Allgemeinen noch das Experiment der europäischen Einheitswährung im Speziellen. Samt dem Umgang der Obrigkeit und der staatlichen Notenbank damit. Viele verstehen nicht mal das Prinzip der Giralgeldschöpfung oder nur den juristischen Unterschied zwischen Buchgeld und Bargeld. Die Liste ließe sich leicht verlängern - beispielsweise über die (oder eher jede) fehlende Kenntnis zu den der Einheitswährung zugrunde liegenden EU-Verträgen.

    Wir drehen uns im Kreis. In einer Demokratie geht es um Mehrheiten und um das Ringen um Mehrheiten.

    Wenn du dich jetzt anfängst zu zetern, dass irgendjemand was nicht versteht, kann man nur schlussfolgern, dass es dir nicht gelingt, für deine Position mindestens mal Interesse zu wecken.

  • dass es dir nicht gelingt, für deine Position mindestens mal Interesse zu wecken.

    "Mindestens mal Interesse zu wecken" ... ist bei dem Thema überflüssig - das Interesse vieler Menschen daran ist offensichtlich und offenkundig sprich evident. Siehe Schweiz ... - um nur ein ganz aktuelles Beispiel zu nennen :)

    Meines Wissens erfolgen zudem aktuell rund 50% aller Zahlungen im Alltag mit Bargeld. Ein gewisses Interesse an Bargeld scheint also generell gegeben zu sein ...


    Zur Mikroebene: Zum einen reicht es mir völlig aus, wenn es mir "gelingt", meine "Position" (basierend auf meinen Kenntnisstand und meiner Sicht zum Thema Bargeld) via meiner finanziellen Dispositionen abzubilden.

    Zur Makroebene: Da ist das Interesse erheblich - angefangen bei der Deutschen Bundesbank ...

    Siehe schon hier:

    Der Deutschen Bundesbank war das Thema so wichtig, daß sie Anfang 2024 das "Nationale Bargeldforum" ins Leben gerufen hat. Daneben gibt es diverse private Initiativen zum Erhalt der Bargeld und der Bargeldinfrastruktur sowie Ökonomen und Journalisten, die sich ebenfalls diesbezüglich engagieren.

    Wenn Dich die seit deutlich über 10 Jahren betriebene, orchestrierte Zurückdrängung des Bargelds seitens der EU nicht stört - und Du im Kontext mit dem nach EU-Verträgen und Gesetzen "einzigen unbeschränkten gesetzlichen Zahlungsmittel (auf Euro lautende Banknoten sprich Bargeld) - Dich gegenüber jemand, der sich für den Erhalt des Bargelds einsetzt, zu Einlassungen wie dieser veranlaßt siehst

    Bargeldfetischimus hierzulande

    spricht das aus meiner Sicht für sich - präziser für Dich und Deine Haltung. Meine und die vieler anderer Menschen ist eine andere.


    Dir nichtsdestotrotz weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

  • "Mindestens mal Interesse zu wecken" ... ist bei dem Thema überflüssig - das Interesse vieler Menschen daran ist offensichtlich und offenkundig sprich evident.

    Ich kann nicht erkennen, dass sich das auf politische Aktivitäten in Deutschland auswirkt.

    Also kann es aus Sicht derer, die eine Änderung wünschen, kaum ausreichend sein.

  • Ich kann nicht erkennen, dass sich das auf politische Aktivitäten in Deutschland auswirkt.

    Ob die Gründung des "Nationalen Bargeldforum" Anfang 2024 seitens der Deutschen Bundesbank unter "politische Aktivitäten" subsumiert werden kann, könnte man trefflich diskutieren. Wobei ja Zentralbanken von der Politik unabhängige Institutionen sein sollen (wie an der EZB idealtypisch zu beobachten ist ... ^^).

    Eine Aktivität in die Richtung zum Erhalt des Bargelds war es aber auf jeden Fall.

    Eine "politische Aktivität" in die gleiche Richtung war die "Initiative zur Zukunft des Bargelds" im Bundestag auf jeden Fall auch; siehe schon hier:

    Wie mir ein Abgeordneter der CDU mal sagte, hatte die AfD-Fraktion im Bundestag in 2021 einen Antrag eingebracht, das Recht auf Bargeldzahlung im GG zu verankern sprich Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel Verfassungsrang einzuräumen (im Kontext mit Art. 14 GG). Wie mir der Abgeordnete sagte, könnte sich auch die FDP damals dieser "Initiative zur Zukunft des Bargelds" angeschlossen haben.

    Sicherlich hatte die AfD bei dieser Gesetzesinitiative, wie alle Parteien, ihre Wählerschaft und deren Anliegen im Blick. Ganz so wenige sind das ja längst nicht mehr.

    Daneben gibt es - nach meiner Erinnerung - zig Initiativen, die sich dem Thema (Erhalt des Bargelds) widmen - wie "Bargeld zählt e. V"., diverse Bürgerinitiativen zur Sicherung der Bargeldinfrastruktur (Geldautomaten), regionale Initiativen wie "Tübingen zahlt bar", "Weilheim zahlt bar" et. pp.

    Außerdem zig Ökonomen, Professoren, Journalisten usw., die sich ebenfalls dafür enggieren und einsetzen wie Prof. Hans-Werner Sinn, Dr. Norbert Häring (Wirtschaftsjournalist und Ökonom), Carl Ludwig-Thiele (ehemaliges Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank) usw.


    Es ist offenkundig, daß EU und EZB eine Welt ohne Bargeld und mit ihrerseits noch viel weitergehender (dann nahezu unbegrenzter) Machtfülle - bei parallel dann vollumfänglich gläsernem Bürger (präziser eher "Untertan") - für sehr bis äußerst erstrebenswert halten (siehe u. a. Projekt "Digitaler Euro").

    "Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren"

    Ob alle Länder der Welt oder auch nur in Europa diesen Weg der EU (ver)folgen werden, scheint mir noch fraglich. Von daher können fremde Sorten oder ein anderer Standort im schlimmsten Fall zusätzliche Optionen bleiben.

    Aufgrund meines Alters bleibt mir zudem die Hoffnung, daß mir eine bargeldlose Eurozone in meiner Lebensspanne jedenfalls erspart bleibt. Wobei mir noch unsicher scheint, ob meine zugegebenermaßen überschaubare Restlebenserwartung nicht vielleicht die Lebensdauer des Experiments Einheitswährung übersteigen könnte.


    In diesem Sinne ...

  • Kann mich nicht erinnern, in den letzten 10 Jahren jemals mehr als 100 Euro Cash besessen zu haben. Jahrelang hatte ich definitiv nicht mehr als 25 Euro Bargeld zur Verfügung. ... Ich kann und will seit 20 Jahren alles mit Kreditkarte bezahlen und wo das nicht geht, gehe ich nicht hin.

    Ich bin allerdings mit Cash aufgewachsen und entsprechend im Umgang mit richtigem Geld geschult. Vielleicht kann ich nur deshalb so gut allein mit virtuellem Geld leben, wer weiß.

  • Sovereign - ich fühl mich fast ein bisschen geehrt, dass du annimmst, deine Überzeugungsarbeit bei mir könnte zu einer Änderung der Gesetzgebung führen.

    In der mir unterstellten Annahme gehst Du fehl. Das fängt schon damit an, daß mir der Versuch fernliegt, jemand wie Dich bei ausgerechnet dem Thema "überzeugen" zu wollen.

    Oder geht’s dir ums letzte Wort?

    Es geht mir darum, daß hier oft bis meist noch andere mitlesen - neben den sich coram publico Austauschenden und Schreibenden.

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