Bitcoin wird "Status eines Gold-Ersatzes" erreichen

  • Ja und die betrachte ich als ziemlich hoch. Rein aus mathematischer und spieltheoretischer Sicht.

    Du willst also die zukünftige Renditeerwartung eines cashflowfreien Spekulationsobjekts mathematisch berechnen? :/

    Vertrau mir. Wenn du das schaffst, brauchst du gar nix anzulegen. Du musst nur auf einen Anruf und die 1 Mio. warten.

  • Es kommt aber darauf an in was man vertrauen muss, damit die Rechnung aufgeht. Es gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen einer Beteiligung an der Weltwirtschaft mit Tausenden produktiven Unternehmen und einem reinen Spekulationsobjekt ohne Cashflow.

    Wenn man der Weltwirtschaft vertraut, vertraut man darauf, dass wir Menschen in Zukunft weiter konsumieren und Unternehmen produzieren, Gewinne machen, weiter wirtschaften, wachsen usw. – Verstehe ich, versteht jeder. Ein Welt-ETF ist eine ziemlich sichere Bank, wenn man langfristig denkt. Krisen sind natürlich möglich und es kann auch mal 10 Jahre bergab oder seitwärts laufen, aber unterm Strich wächst die Weltwirtschaft, solange wir tagtäglich produktiv sind und unsere Energie in die Wertschöpfung stecken.

    Wenn man Bitcoin vertraut, wem oder worauf vertraut man denn dann? – Wenn deine Antwort lautet: Dass der Kurs morgen höher steht als heute, dann ist das leider eine sehr oberflächliche Betrachtung.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Wenn man Bitcoin vertraut, wem oder worauf vertraut man denn dann? – Wenn deine Antwort lautet: Dass der Kurs morgen höher steht als heute, dann ist das leider eine sehr oberflächliche Betrachtung.

    Nein, ist es nicht.
    Der Wert eines Objekts ohne Cashflow kann nur durch eine einzige Sache bestimmt werden: Gibt es jemanden, der bereit ist, dieses Objekt zu einem bestimmten Preis zu kaufen? Mehr nicht. Das gilt für jedes Objekt. Es spielt keine Rolle, was du denkst oder willst. Findest du jemanden, der mehr bezahlt, bekommst du mehr. Findest du niemanden, dann eben nicht.

    Dieses Problem betrifft auch einzelne Unternehmen oder ganze Branchen. Gibt es keinen Bedarf mehr und niemanden, der die Produkte will (oder sie zu diesem Preis will), dann ist Schicht im Schacht.

    Nicht aber bei der Weltwirtschaft. Sie besteht weiter, weil der Konsum als solcher nicht verschwindet. Es spielt keine Rolle, ob der Homo sapiens in 20 Jahren nach Windeln, Smartphones, Autos, Bitcoin oder schmerzhaften Penisverlängerungen nachfragt, die Weltwirtschaft wird es anbieten. Vielleicht sogar Dinge, die wir heute noch gar nicht kennen.

    Und nur diese Planbarkeit und Vorhersehbarkeit ist eine rationale Kapitalanlage. Irrational ist hingegen der Glaube, man könne auch nur ansatzweise erraten, was der Mensch in 20 Jahren wollen oder brauchen und ich welcher Form dieser Bedarf gedeckt werden wird. Das ist Overconfidence Bias in Reinform.

  • Nein, ist es nicht.
    Der Wert eines Objekts ohne Cashflow kann nur durch eine einzige Sache bestimmt werden: Gibt es jemanden, der bereit ist, dieses Objekt zu einem bestimmten Preis zu kaufen? Mehr nicht. Das gilt für jedes Objekt. Es spielt keine Rolle, was du denkst oder willst. Findest du jemanden, der mehr bezahlt, bekommst du mehr. Findest du niemanden, dann eben nicht.

    Dieses Problem betrifft auch einzelne Unternehmen oder ganze Branchen. Gibt es keinen Bedarf mehr und niemanden, der die Produkte will (oder sie zu diesem Preis will), dann ist Schicht im Schacht.

    Nicht aber bei der Weltwirtschaft. Sie besteht weiter, weil der Konsum als solcher nicht verschwindet. Es spielt keine Rolle, ob der Homo sapiens in 20 Jahren nach Windeln, Smartphones, Autos, Bitcoin oder schmerzhaften Penisverlängerungen nachfragt, die Weltwirtschaft wird es anbieten. Vielleicht sogar Dinge, die wir heute noch gar nicht kennen.

    Und nur diese Planbarkeit und Vorhersehbarkeit ist eine rationale Kapitalanlage. Irrational ist hingegen der Glaube, man könne auch nur ansatzweise erraten, was der Mensch in 20 Jahren wollen oder brauchen und ich welcher Form dieser Bedarf gedeckt werden wird. Das ist Overconfidence Bias in Reinform.

    Deine Ausführungen zur Weltwirtschaft teile ich, die Ausführungen zu Bitcoin sind so leider nicht haltbar. – Beantworte doch mal meine Frage: Wenn man Bitcoin vertraut, worauf vertraut man dann eigentlich?

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Deine Ausführungen zur Weltwirtschaft teile ich, die Ausführungen zu Bitcoin sind so leider nicht haltbar. – Beantworte doch mal meine Frage: Wenn man Bitcoin vertraut, worauf vertraut man dann eigentlich?

    Ich vermute, dass Bitcoin-Spekulanten die Prognose aufstellen, dass BTC ein Wertspeicher wird. Sie hoffen, dass BTC von mehr Menschen als Wertspeicher angesehen wird und sich dadurch der Preis stabilisiert und erhöht. Sie vertrauen auch darauf, dass keine andere Technologie oder kein anderes System BTC ersetzen wird. Sie vertrauen auf eine Fortschreibung der jüngsten Vergangenheit.

  • Ich vermute, dass Bitcoin-Spekulanten die Prognose aufstellen, dass BTC ein Wertspeicher wird. Sie hoffen, dass BTC von mehr Menschen als Wertspeicher angesehen wird und sich dadurch der Preis stabilisiert und erhöht. Sie vertrauen auch darauf, dass keine andere Technologie oder kein anderes System BTC ersetzen wird. Sie vertrauen auf eine Fortschreibung der jüngsten Vergangenheit.

    Bei Bitcoin geht es weniger darum zu erraten, „was Menschen wollen“, sondern darum, ob ein knappes, digitales, nicht manipulierbares Gut in einer zunehmend digitalen und inflationären Welt eine dauerhafte Rolle spielen kann. Das kann man ablehnen – aber es ist nicht Overconfidence Bias. Es ist eine These über monetäre Eigenschaften und deren langfristige Nachfrage.

    Und diese Nachfrage speist sich aus sehr grundlegenden, zeitlosen Grundbedürfnissen des Menschen, die es vor 100 Jahren gab und die es auch in 100 Jahren noch geben wird.

    - Menschen wollen Wert speichern, ohne dass dieser beliebig entwertet wird.

    - Sie wollen Eigentum sichern, ohne von der Willkür Dritter abhängig zu sein.

    - Sie wollen Tauschmittel, die über Raum und Zeit funktionieren.

    - Sie wollen Planbarkeit, also Regeln, die nicht ständig politisch verändert werden.

    - Und sie wollen Souveränität über das, was sie erarbeiten.

    Diese Bedürfnisse sind älter als jede Technologie. Gold hat sie zum Teil bedient. Staatsgeld versucht es. Immobilien tun es teilweise in anderer Form. Bitcoin ist der Versuch, diese sehr alten monetären Grundbedürfnisse in eine digitale, global vernetzte Welt zu übersetzen. – Dass Bitcoin Spekulanten anzieht, stelle ich gar nicht infrage, das ist bei jedem anderen Asset auch so. Jeder kommt für "Number goes up" zu Bitcoin, das ist normal. Bitcoin lebt langfristig aber davon, dass es das härteste Gut der Welt ist. Alles um Bitcoin herum wächst – logischerweise. Sei es die Wirtschaft (wir sprachen oben darüber), sei es die Weltbevölkerung, sei es die Geldmenge, sei es der technologische Fortschritt, sei es der Energiebedarf usw., die Liste ließe sich unendlich lange fortführen. Bitcoin aber bleibt knapp, für immer, unveränderlich und befriedigt dadurch Grundbedürfnisse des Menschen in nahezu perfekter Art und Weise, die es immer geben wird. Das ist dementsprechend auch die Logik hinter der Aussage, dass Bitcoin „für immer steigen wird“, weil ein fixes Gut in Kombination mit den fundamentalen Eigenschaften von Bitcoin in einem expandierenden Umfeld an Bedeutung gewinnt.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Du kannst nicht einmal eine Wahrscheinlichkeit benennen, ob diese Grundbedürfnisse in 5 Jahren von BTC oder einem anderen Asset erfüllt werden. Du hast eine ganz extrem ausgeprägten overconfidence Bias

    Was wollten die Menschen 1990?

    • Menschen wollten Fotos von ihren Liebsten machen
    • Sie wollten diese Fotos kostengünstig und schnell entwickelt haben
    • Sie wollten sie zu Hause aufheben und immer wieder anschauen
    • Sie wollten ein Stück ihrer Geschichte verewigen.

    Diese Bedürfnisse sind älter als Technologie. Und deshalb wird der Fotoapparat ewig bestehen!

    Denk mal darüber nach.

  • Es geht hier um die fundamentale Basis menschlicher Existenz und Wertschöpfung. Weder Gold noch Bitcoin sind für den Fortbestand der Menschheit notwendig. Selbst wenn es beide nicht gäbe, hätte das keine existenzielle Relevanz für die Spezies Mensch.

    Wenn man ehrlich ist trifft das auf absolut alles zu was mit der Börse ansich zu tun hat. Wenn morgen keine Börse mehr vorhanden ist, sind viele Menschen arbeitslos, aber im Grunde hat sie keine existenzielle Relevanz.

  • Wenn man ehrlich ist trifft das auf absolut alles zu was mit der Börse andich zu tun hat. Wenn es morgen keine Börse mehr vorhanden ist, sind viele Menschen arbeitslos, aber im Grunde hat sie keine existenzielle Relevanz.

    Die Weltwirtschaft hat keine Relevanz? Das würde ich mir nochmal überlegen.

  • Du kannst nicht einmal eine Wahrscheinlichkeit benennen, ob diese Grundbedürfnisse in 5 Jahren von BTC oder einem anderen Asset erfüllt werden. Du hast eine ganz extrem ausgeprägten overconfidence Bias

    Was wollten die Menschen 1990?

    • Menschen wollten Fotos von ihren Liebsten machen
    • Sie wollten diese Fotos kostengünstig und schnell entwickelt haben
    • Sie wollten sie zu Hause aufheben und immer wieder anschauen
    • Sie wollten ein Stück ihrer Geschichte verewigen.

    Diese Bedürfnisse sind älter als Technologie. Und deshalb wird der Fotoapparat ewig bestehen!

    Denk mal darüber nach.

    Du beschreibst mit dem Fotoapparat ein technisches Produkt, das ein bestimmtes Bedürfnis erfüllt. Und ja, konkrete Technologien werden ständig ersetzt. Der analoge Film wurde vom Digitalsensor abgelöst, die Digitalkamera vom Smartphone. Das Bedürfnis selbst – Erinnerungen festhalten – ist aber nie verschwunden. Es wurde nur besser und effizienter gelöst.

    Der entscheidende Unterschied ist: Beim Fotoapparat kam eine klar überlegene Technologie auf den Markt. Um Bitcoin zu verdrängen, müsste jedoch ein monetäres System entstehen, das gleichzeitig knapper, dezentraler, sicherer, glaubwürdiger und global akzeptierter ist – und dabei das bestehende Netzwerk überholt. Das ist nicht ausgeschlossen, aber die Hürde ist deutlich höher.

    Overconfidence wäre es zu behaupten, Bitcoin könne niemals ersetzt werden. Das sage ich nicht. Meine These ist lediglich: Je länger ein monetäres Netzwerk existiert und je größer es wird, desto schwieriger wird es, es zu verdrängen. Das ist klassische Netzwerktheorie. Und ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass heute noch einmal ein vergleichbar dezentrales monetäres Netzwerk entstehen könnte. Bitcoin hatte das historische Fenster, klein und unbedeutend zu starten, ohne ernsthaft auf dem Radar von Staaten zu erscheinen. In seiner frühen Phase war es schlicht zu irrelevant, um aktiv bekämpft zu werden.

    In der heutigen geopolitischen Lage wäre das anders. Ein neues, ernstzunehmendes monetäres Netzwerk würde deutlich schneller reguliert oder angegriffen werden – auch technisch (51 %-Attacke). Dieses „Zeitfenster“ war ein außergewöhnlicher historischer Zufall, den man nicht beliebig reproduzieren kann. Dementsprechend halte ich es für ausgeschlossen, dass Bitcoin irgendwann noch einmal eine Konkurrenz erhält, die ähnliche fundamentale Eigenschaften in sich trägt.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Um Bitcoin zu verdrängen, müsste jedoch ein monetäres System entstehen, das gleichzeitig knapper, dezentraler, sicherer, glaubwürdiger und global akzeptierter ist – und dabei das bestehende Netzwerk überholt. Das ist nicht ausgeschlossen, aber die Hürde ist deutlich höher.

    Das ist fasch. Es müsste nur etwas kommen, das die Menschen (mehr) akzeptieren und einen kleinen Vorteil mehr oder einen Nachteil weniger hat. Es spielt keine Rolle ob dies objektiv oder subjektiv ist. Es könnte sogar technologisch deutlich schlechter als BTC sein. Du klammerst bei deiner Argumentation den Faktor Mensch aus. Daran scheitern viele Ideen und Prognosen.

  • Was wollten die Menschen 1990?

    Menschen wollten Fotos von ihren Liebsten machen
    Sie wollten diese Fotos kostengünstig und schnell entwickelt haben
    Sie wollten sie zu Hause aufheben und immer wieder anschauen
    Sie wollten ein Stück ihrer Geschichte verewigen.

    Diese Bedürfnisse sind älter als Technologie. Und deshalb wird der Fotoapparat ewig bestehen!

    Du vermischst hier das Bedürfnis, etwas zu tun, mit einem technischen Mittel, dieses Bedürfnis zu erfüllen. Genauso gut könntest Du sagen: Menschen wollen von A nach B kommen, deshalb bleiben das Pferd und die Kutsche immer wichtig, so wie es 1750 war.

    Die Bedürfnisse, die Du beschreibst, die bleiben ja auch erhalten: Sie werden halt nicht mehr via Fotoapparat und Film befriedigt, sondern via Digitalkamera und Smartphone.

    Du beschreibst hier eher, dass technologische Neuerungen ein Geschäftsmodell disruptieren und zerstören können - das ist mehr für ein Unternehmen problematisch, die behauptete Parallele zu Bitcoin sehe ich weniger.

  • Einundzwanzig Das Problem ist, dass du den Menschen und sein Verhalten als rationale und berechenbare Größe betrachtest und dieses Verhalten linear in die Zukunft fortschreibst. Das scheitert selbst in den Marketingabteilungen großer Unternehmen regelmäßig und dort geht es meist nur um wenige, klar definierte Zielgruppen und Produkte. Du hingegen versuchst, die Zukunft eines ganzen Systems vorherzusagen. Das ist zum Scheitern verurteilt.

    Ich habe dir das schon einmal erklärt: Der Friedhof gescheiterter Ideen ist riesig. Und fast immer ist der Mensch der entscheidende Faktor. Deine Argumentation läuft im Kern auf Folgendes hinaus: „Der Mensch will X, Bitcoin bietet X, also wird Bitcoin erfolgreich sein.“ Das kann funktionieren, meistens tut es das aber nicht.

    Du kannst mir hundert Seiten schreiben, warum Bitcoin als Wertspeicher besser ist als Gold, und am Ende greift der Mensch trotzdem zum objektiv unterlegenen Gold und lässt Bitcoin links liegen. Genauso könnte ich dir viele Seiten darüber schreiben, warum E-Books effizienter, praktischer und angenehmer sind als gedruckte Bücher. Trotzdem nehmen sie die Menschen kaum an.

    Dasselbe gilt für 3D-Fernseher. Wir könnten tausend Gründe finden, warum sie die logische technologische Weiterentwicklung des Fernsehens sind und menschliche Bedürfnisse besser bedienen. Es bringt nichts. Niemand will das Gerät.

    Ideen, die menschliche Bedürfnisse objektiv besser befriedigen als bestehende Lösungen, gab und gibt es endlos viele. Sie scheitern jedoch zu 99 % am Menschen selbst. Und genau diesen Menschen kannst weder du noch ich in seiner Komplexität zuverlässig beurteilen bzw. treffsichere Prognosen treffen. Schon gar nicht global und über einen Zeitraum von 10,20 oder mehr Jahren.

  • Das Problem ist, dass du den Menschen und sein Verhalten als rationale und berechenbare Größe betrachtest und dieses Verhalten linear in die Zukunft fortschreibst. Das scheitert selbst in den Marketingabteilungen großer Unternehmen regelmäßig und dort geht es meist nur um wenige, klar definierte Zielgruppen und Produkte. Du hingegen versuchst, die Zukunft eines ganzen Systems vorherzusagen. Das ist zum Scheitern verurteilt.

    Ich habe dir das schon einmal erklärt: Der Friedhof gescheiterter Ideen ist riesig. Und fast immer ist der Mensch der entscheidende Faktor. Deine Argumentation läuft im Kern auf Folgendes hinaus: „Der Mensch will X, Bitcoin bietet X, also wird Bitcoin erfolgreich sein.“ Das kann funktionieren, meistens tut es das aber nicht.

    Du kannst mir hundert Seiten schreiben, warum Bitcoin als Wertspeicher besser ist als Gold, und am Ende greift der Mensch trotzdem zum objektiv unterlegenen Gold und lässt Bitcoin links liegen. Genauso könnte ich dir viele Seiten darüber schreiben, warum E-Books effizienter, praktischer und angenehmer sind als gedruckte Bücher. Trotzdem nehmen sie die Menschen kaum an.

    Dasselbe gilt für 3D-Fernseher. Wir könnten tausend Gründe finden, warum sie die logische technologische Weiterentwicklung des Fernsehens sind und menschliche Bedürfnisse besser bedienen. Es bringt nichts. Niemand will das Gerät.

    Ideen, die menschliche Bedürfnisse objektiv besser befriedigen als bestehende Lösungen, gab und gibt es endlos viele. Sie scheitern jedoch zu 99 % am Menschen selbst. Und genau diesen Menschen kannst weder du noch ich in seiner Komplexität zuverlässig beurteilen bzw. treffsichere Prognosen treffen. Schon gar nicht global und über einen Zeitraum von 10,20 oder mehr Jahren.

    Du schaust immer durch die „Konsum-Brille“, aus der Perspektive von Unternehmen. Damit kommst du aber bei Bitcoin nicht weiter. Der Unterschied bei Bitcoin liegt für mich nicht in „Bitcoin ist objektiv besser, also wird er gewinnen“, sondern in der Art des Problems, das er adressiert. 3D-Fernseher oder E-Books sind Komfortinnovationen. Sie konkurrieren mit Gewohnheiten, Ästhetik, Nostalgie. Geld hingegen adressiert ein fundamentales Koordinationsproblem jeder Gesellschaft: Wie speichern und übertragen wir Wert über Raum und Zeit? Es ist ein strukturelles Thema, das mit Inflation, Kapitalverkehr, Eigentumsrechten und geopolitischen Spannungen zusammenhängt.

    Und natürlich kann Bitcoin scheitern. Natürlich kann der Mensch irrational entscheiden und beim „objektiv Unterlegenen“ bleiben. Aber das gilt für jede Anlageklasse, jedes System und jede Prognose. Auch die Annahme, dass sich nichts Grundlegendes ändert, ist letztlich eine Wette auf menschliches Verhalten.

    Ich versuche nicht, den Menschen in seiner Komplexität vollständig abzubilden. Ich formuliere lediglich eine These: Wenn ein System sehr grundlegende monetäre Eigenschaften glaubwürdig und transparent abbildet, dann hat es eine reale Chance, langfristig relevant zu bleiben. Geld bzw. das Geldsystem ist nun einmal die Basis einer jeden Zivilisation, auch in 1.000 Jahren noch (wenn es uns dann noch gibt :S). Und genau darin sehe ich die Zukunft von Bitcoin, in der Relevanz seiner monetären Funktion und seiner Befriedigung von zeitlosen Grundbedürfnissen des Menschen.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Deine immergleichen Predigten werden aber auch immer langweiliger.

    Vielleicht liegt genau da der Punkt: Bitcoin ist langweilig. Langsam. Limitiert. Keine bunten Versprechen, kein CEO auf Konferenzen, keine ständig neuen Features. Es passiert im Grunde immer dasselbe – etwa alle zehn Minuten ein neuer Block. Seit 17 Jahren.

    Und genau diese Monotonie ist gut! Vertrauen entsteht nicht durch Spektakel, sondern durch Berechenbarkeit. Dadurch, dass Regeln heute gelten, morgen gelten und auch dann noch gelten, wenn es unbequem wird. Ein monetäres System soll nicht unterhalten, es soll funktionieren – zuverlässig und ohne Überraschungen.

    Wenn es also auf dich langweilig wirkt, dann vielleicht, weil es genau das tut, was es soll. Und für Geld ist langweilig meiner Meinung nach eine ziemlich gute Eigenschaft ;)

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Eine berechenbare Konstante will ich noch einbringen die sich auch historisch mit Beweisen belegen lässt. Stichwort Gelddrucken, M2, Geldausweitung und darauf kann man sich verlassen.

    Zentralbanken werden immer Geld drucken ("Whatever it takes"), weil Sie es nun mal nicht besser wissen und es so gelernt haben, nach dem falschen Schulmodell.


    Daher ist die Wahrscheinlichkeit schon hoch das Bitcoin langfristig gesehen steigen wird, wie der Preis mal aussehen wird weiß keiner. Aber man kann Annahmen treffen, z.B Anhand verschiedener Faktoren. Beispielsweise das M2 jetzt um 6-8% pro Jahr steigt.

    Die Schulden wachsen auch schau nach Frankreich, Deutschland, die Welt ... 235 Billionen USD, wer soll das bezahlen?

    Deswegen ja auch mein Profilbild , die spieltheoretische Idee dass unendlich Geld gedruckt werden kann und Bitcoin nur 21.000.000 Einheiten hat. Unter der Annahme, dass so weit der Preis steigen kann.


    Ist ja sicherlich auch bekannt wenn man sich damit befasst, das egal welche Währung immer gegen null geht. Warum.... wegen der falschen Geldpolitik. Wir geben auch auch Unmengen an Gelder aus für jeden noch so erdenklichen Schwachsinn.

    Als Freund der Österreichischen Schule, sind einem die Gängen historischen Ereignisse bekannt.

    Für alle Interessierten gibt es hier eine ganz nette Doku :

    https://www.arte.tv/de/videos/1182…des-geldes-1-4/


    Du vermischst hier das Bedürfnis, etwas zu tun, mit einem technischen Mittel, dieses Bedürfnis zu erfüllen. Genauso gut könntest Du sagen: Menschen wollen von A nach B kommen, deshalb bleiben das Pferd und die Kutsche immer wichtig, so wie es 1750 war.

    Die Bedürfnisse, die Du beschreibst, die bleiben ja auch erhalten: Sie werden halt nicht mehr via Fotoapparat und Film befriedigt, sondern via Digitalkamera und Smartphone.

    Du beschreibst hier eher, dass technologische Neuerungen ein Geschäftsmodell disruptieren und zerstören können - das ist mehr für ein Unternehmen problematisch, die behauptete Parallele zu Bitcoin sehe ich weniger.

    Stimme ich zu :) .

    panem et circenses

    "Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh."

  • Es ist immer alles möglich, aber glaubst Du persönlich, dass BTC nochmals Sprünge von 300%+/a hinlegt wie in der Vergangenheit? Oder siehst Du inzwischen eher ein jährliches Wachstum von beispielsweise 10-20% als das mögliche Optimum - sprich, das größte Wachstum hat BTC hinter sich und jetzt geht es "nur" noch langsam/normal bergauf?

    Ich glaube, ein Blick auf den Goldmarkt reicht aktuell aus, um die Frage zu beantworten. Dieser ist 20x größer und hat alleine im letzten Jahr + 100 % gemacht ;) – Bitcoin ist volatil (in beide Richtungen) und wird es noch lange bleiben.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Wie speichern und übertragen wir Wert über Raum und Zeit?

    Mit Gold, Immobilien, Eigenkapital-Beteiligungen, Land,....

    Du denkst, das ginge besser mit BTC und du denkst, dass irgendwann auch der Rest der Menschen das erkennen wird. Jetzt müssen die anderen Menschen nur noch mitspielen.

    Zitat von Einundzwanzig

    Ich versuche nicht, den Menschen in seiner Komplexität vollständig abzubilden. Ich formuliere lediglich eine These: Wenn ein System sehr grundlegende monetäre Eigenschaften glaubwürdig und transparent abbildet, dann hat es eine reale Chance, langfristig relevant zu bleiben. Geld bzw. das Geldsystem ist nun einmal die Basis einer jeden Zivilisation, auch in 1.000 Jahren noch (wenn es uns dann noch gibt :S). Und genau darin sehe ich die Zukunft von Bitcoin, in der Relevanz seiner monetären Funktion und seiner Befriedigung von zeitlosen Grundbedürfnissen des Menschen.

    Ich kann das in einen Satz übersetzen: Du wettest. Kann man machen. Mit rationaler Kapitalanlage hat das aber nichts zu tun.

  • Mit rationaler Kapitalanlage hat das aber nichts zu tun.

    Die Geldentwertung des FIAT Geldes hat auch nix mit rationaler Kapitalanlage zu tun.

    Trotzdem rennen Millionen von Kleinanlegern jedem noch so kleinen Zinsangebot hinter her und belassen ihr Geld in der Inflation.

    Verstehe ich auch nicht, da diese Menschen bestimmt nicht gewinnen können.

    Bei Bitcoin besteht zumindest die Möglichkeit.

    Bis sich eine neue Technologie(z.B. Auto, Eisenbahn, Telefon, Internet) durchsetzt dauert es Erfahrungsgemäß 20-40 Jahre.

    Ende der 2030er Jahre kann man mal abschätzen was wirklich aus der Blockchain und Bitcoin geworden ist.

    Bis dahin bleib ich hoffentlich gesund, Technologie offen und mit ausreichend flüssigen Mitteln versehen.