Wie reagiert ihr mit euren Geldanlagen auf Trumps Mega Zölle?

  • Übrigens, auch für dich: Ich habe nicht einmal erwähnt, dass deutsche Staatsanleihen ,,sicher“ wären. Sie sind das risikoärmste Asset, das wir kennen. Und wer das nicht glaubt, soll es lassen. Mich würde aber dann interessieren wie so ein Mensch seine Liquidität organisiert.

    es ist schlicht eine Frage, wie "Risiko" von jedem definiert und bewertet wird und das kann man sehr unterschiedlich sehen.

    Du meinst, dass Dir die Schwankung (= Risiko für Dich) in Deinem Vermögen durch 90% Aktien nichts ausmacht und Deine 10% Liquidität zu 99,999% ausfallsicher ist (nebenbei: Du sagst immer wegen dem Rating AAA: was machst Du denn mit Deinen 500.000€ Liquidität, wenn das Rating BBB oder noch schlechter ist? Wohin schiebst es denn dann und wie sind die Kurse dieser Assets dann? Oder hältst Du es doch auch bei schlechterem Rating ggf bis zum bitteren möglichen Ende und was hilft dann das aktuelle Rating? Abgesehen davon, dass eine Währungsreform mit Schuldenschnitt natürlich nicht angekündigt wird).

    Kann man so machen und sehen wie Du, viele müssen das sogar so sehen um eben Vermögen aufzubauen, weil Aktien historisch langfristig eben die höchste Rendite hatten, aber andere sehen das eben anders, haben andere Ziele und bewerten Risiken anders.

    Ich sehe dt. Staatsanleihen und den € eben deutlich kritischer und riskanter als Du. Und weil Du gerne ja mit der Historie kommst, dann sieht man da ja, wie lange Währungen bei uns Bestand haben. Ich z.b. sehe die Wahrscheinlichkeit durchaus signifikant, dass ich in meinem Leben nochmal eine neue Währung erlebe mit der ich den Alltag bestreiten werde und wenn es so kommt, dann vermutlich auch mit Schuldenschnitt, denn einen anderen Grund kann ich gerade nicht sehen (wie z.B. damals bei € Einführung).

    Ich will anders als Du auch keine 50,60,70% Schwankungsrisiko in meinem Gesamtvermögen haben, weil ich offenbar andere Ziele habe als Du und eben jederzeit ausreichend Vermögenswerte haben möchte um sie dann meinen Kindern zu übergeben, wenn sie es am sinnvollsten brauchen, auch wenn ich dafür langfristig auf Rendite verzichte. Rendite steht bei mir nicht im Vordergrund sondern primär durchgängige Vermögenshöhe mit nur moderater Rendite.

    Und Du hast eine falsche Wahrnehmung: Es "geht Dich auch keiner an" wegen Deinem Weg, DU gehst jeden an der es anders macht.

    Nur weil man Risiken anders bewertet, ist man kein Schwurbler und völlig irrational.
    Du lehnst einfach alles andere ab was nicht so läuft wie Du es machst, weil es für Dich falsch ist. Ich soll sofort alle Immobilien verkaufen, Gold ist sinnlos und nicht "ausfallsicher", BTC ist ein reiner Zock und wird zu 99,999% wieder verschwinden...

    Diese Punkte sehe ich halt (teilweise komplett) anders und vor allem haben all diese Assets einfach andere Risiken und Chancen als Aktien und dt. Staatsanleihen und ich bewerte die Chancen/Risiken anders als Du.

    Was ich bzw. jeder der mehr als Deine 2 Assets hat deswegen nicht ist, ist ein Schwurbler und Weltuntergangsprophet, egal wie oft Du uns das hinwirfst. Wer hohe Vermögen hat (und da zähle ich Dich und mich dazu), teilt die in aller Regel auf mehrere Assets auf die eben unterschiedliche Chancen und Risiken haben, nennt sich Diversifikation und das sogar ganz ohne Vermögensverwalter.

    Du solltest einfach etwas toleranter werden ggü anderen Sichtweisen, was Risiko sein kann, wie es bewertet wird und wie das dann zu den jeweiligen Zielen passt.

  • es ist schlicht eine Frage, wie "Risiko" von jedem definiert und bewertet wird und das kann man sehr unterschiedlich sehen.

    Risiko wird vom Markt definiert und lässt sich an der zu erwartenden Rendite und den Ratings ablesen.

    Zitat von Taust

    Ich sehe dt. Staatsanleihen und den € eben deutlich kritischer und riskanter als Du.

    Nicht wie ich, sondern wie der Markt. Du denkst (wieder mal), dass du schlauer bist als alle anderen. Auch als alle Profis. Es ist aber schon interessant, dass du Deutschland und den Euro als riskant einstufst und trotzdem (fast) dein ganzes Leben darauf aufbaust. Mehr als ich zumindest.

    Zitat von Taust

    Ich will anders als Du auch keine 50,60,70% Schwankungsrisiko in meinem Gesamtvermögen

    Wie bereits erwähnt bist du sehr wahrscheinlich zu deutlich mehr als 70% vom ,,Wohlergehen dieses Landes" abhängig, da du nicht nur dein Humankapital und deine GRV in Deutschland hast, sondern auch einen Immobilien-Klumpen. Ein Ausfall würde dich mehr treffen als mich. Wie kommst du eigentlich auf 60-70% Schwankungsrisiko bei einem 90/10 Portfolio? Hast du da Quellen oder sind die Zahlen von dir weil es ins Weltbild passt? :/

    Zitat von Taust

    Und Du hast eine falsche Wahrnehmung: Es "geht Dich auch keiner an" wegen Deinem Weg, DU gehst jeden an der es anders macht.

    Nein, du hast eine andere Wahrnehmung als der Markt und denkst, dass du schlauer bist. Du schätzt auch dein Risiko falsch ein, das du mit deiner Asset-Allokation hast. Jeder, der Gold, BTC, Immobilien, eine Abweichung von MCAP kritisiert, wird von dir attackiert, weil du es nicht aushalten kannst, dass jemand deinen Weg nicht gutheißt.

    Zitat von Taust

    Du solltest einfach etwas toleranter werden ggü anderen Sichtweisen, was Risiko sein kann, wie es bewertet wird und wie das dann zu den jeweiligen Zielen passt.

    Du forderst immer dann ,,Toleranz", wenn dir die Argumente ausgehen. Ich habe eine andere Meinung als du. Der Markt hat eine andere Meinung als du. Das hat nichts mit intolerant zu tun. Du kannst es einfach nicht akzeptieren, dass jemand anders denkt als du.

    Ich rate dir Fuchs, Kommer, Beck, Georg, Buffet... nicht nur dann zu zitieren, wenn es in dein Weltbild passt, sondern ihren Ansatz ganzheitlich zu verstehen. Die lehnen deine Herangehensweise ab und haben gute Gründe dafür.

  • An alle Mitleser: Setzt für „du“ einfach „Irving“ ein, dann passt es :thumbup:^^ – Wie kann man eine so verzerrte Wahrnehmung der Realität haben, das ist ja richtig unangenehm. Junge, Junge, Junge...

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • An alle Mitleser: Setzt für „du“ einfach „Irving“ ein, dann passt es :thumbup:^^ – Wie kann man eine so verzerrte Wahrnehmung der Realität haben, das ist ja richtig unangenehm. Junge, Junge, Junge...

    Danke für diesen fachlich tiefgründigen Beitrag. Meine Wahrnehmung ist, dass kurzlaufende Staatsanleihen mit AAA ein geringes Ausfallrisiko haben. Das sieht der Markt auch so. Falls diese Wahrnehmung verzerrt sein soll, kannst du gerne ein sachliches Gegenargument bringen. Ich bin immer interessiert an einer fundierten Meinung, die beweisen kann, dass alle Marktteilnehmer falsch liegen. Bisher kam diesbezüglich nichts außer Aussagen aus der Schwurbler-Ecke. Fangt am Besten so an:

    ,,Der Markt liegt falsch. Die Profis liegen falsch. Ich weiß es besser, weil...." ;)

  • Du denkst (wieder mal), dass du schlauer bist als alle anderen. Auch als alle Profis.

    Welche Profis? Hier sind keine Profis. Ich sehe den Profi nicht mal bei Finanzfluss. Würden wir hier Profis benötigen, dann würde niemand investiert sein. Es ist aber immer einfach getan: All in MSCI World.

    Die Leute die sich dort informieren wollen und ihr Portfolio bewerten lassen, kommen immer mit den gleichen Fragen an. Angeblich hoch gebildet, guten Job, aber fragen dann Sachen wie "World ETF oder lieber EM-IMI?" Und haben dann gerne 5-6 ETFs im Portfolio. Ich sehe es immer wieder.

    Es ist aber schon interessant, dass du Deutschland und den Euro als riskant einstufst und trotzdem dein ganzes Leben darauf aufbaust.

    Natürlich ist es durchaus riskant. Weil die Wirtschaft kaum wächst und viele Länder massiv Schulden aufbauen. Was Frankreich passiert, kann auch in DE passieren.

    weil du es nicht aushalten kannst, dass jemand deinen Weg nicht gutheißt.

    Kenne ich. Wurde mir bei Rüstungsaktien auch gesagt und jetzt ist der Kurs 400 Eur höher :thumbup:

  • Natürlich ist es durchaus riskant. Weil die Wirtschaft kaum wächst und viele Länder massiv Schulden aufbauen. Was Frankreich passiert, kann auch in DE passieren.

    Ich finde es geradezu köstlich, dass ausgerechnet ich – der weit über 80 % seines Vermögens nicht in Deutschland investiert hat – die Sicherheit von AAA-Deutschland verteidige. Und das bei Leuten, deren „Deutschland-Exposure“ ein Vielfaches von meinem beträgt – und die sich auch noch einbilden, sie seien dabei besonders risikoavers. Kann man sich wirklich nicht ausdenken… :D

  • Meine Wahrnehmung ist, dass kurzlaufende Staatsanleihen mit AAA ein geringes Ausfallrisiko haben. Das sieht der Markt auch so.

    Das ist so. Ich habe mir jetzt ein paar Seiten hier durchgelesen und verstehe überhaupt nicht mehr, um was es überhaupt geht.
    Hier geht es doch nicht darum, dass der Euro demnächst wertlos wird.
    Dafür könnte man bei Interesse doch einen eigenen Thread eröffnen,

  • Das ist das letzte Mal, dass du mit Worte in den Mund legst, die ich nie geschrieben habe Diese Diskussion ist beendet. Tschüss. :*

    War schon 1,5 Tage her, da kann man Erinnerungslücken haben. Kein Problem. Ich habe dir den Beitrag nochmal schnell rausgesucht:

    Irving
    11. Oktober 2025 um 08:50
  • Und haben dann gerne 5-6 ETFs im Portfolio.

    Die haben das „gerne“, weil das wissenschaftlich fundierter Portfoliotheorie entspricht.

    Irving nutzt den Kommer-ETF quasi als bequemen Ersatz.
    ich verstehe nicht, warum man hier immer wieder bei der absoluten Basis anfangen muss.

    Und du Tor: ich habe dir extra meine besten Einzelaktie Tipps gegeben. Ich hoffe du hast am Freitagabend eingekauft.

  • Das ist so. Ich habe mir jetzt ein paar Seiten hier durchgelesen und verstehe überhaupt nicht mehr, um was es überhaupt geht.
    Hier geht es doch nicht darum, dass der Euro demnächst wertlos wird.

    Es geht mittlerweile darum, dass einige Foristen, die ziemlich aggressiv und langfristig Germany-long sind, davon ausgehen, dass dieses AAA-Land in wenigen Monaten, also praktisch über Nacht, insolvent gehen kann und man sich deshalb absichern sollte. Die Weltwirtschaft taugt als Wertspeicher nicht und weil Gold weniger schwankt, als von Dimensional Fund Advisors angegeben wird (die lügen!) und BTC garantiert ab jetzt als Wertspeicher auf alle Ewigkeit weiterbestehen wird, sind sehr geringe Beimischungen dieser Spekulationsobjekte vorteilhafter als das Deutschland-Exposure gesamtheitlich zu senken. Deutsche Immobilien und andere deutsche Assets werden von der Staatspleite wenig bis gar nicht beeinflusst.

    Ich habe es gewagt, mich mit meinen 10 % deutschen Staatsanleihen am kurzen Ende der Marktmeinung anzuschließen und deren geringes Schwankungsrisiko zu erwähnen und auf die Robustheit der Weltwirtschaft im Gegensatz zu non-productive Assets hinzuweisen. Das habe ich getan, weil ich von Grund auf böse bin.:evil:

  • Risiko wird vom Markt definiert und lässt sich an der zu erwartenden Rendite und den Ratings ablesen.

    warum bekommst Du denn sogar 2% Rendite auf Deine kurzen dt. Staatsanleihen? Weil eben sogar der Markt ein Risiko sieht dass die ausfallen. Und was machst Du wenn das 4,6,10% werden? Warum antwortest Du darauf nicht was Du machst wenn der Markt das anders einschätzt?

    Nebenbei: "der Markt" sucht die im Verhältnis zu anderen Assets beste Rendite und bildet darüber den Preis. Jetzt kannst mal überlegen, warum der Markt den Gold- und BTC - Preis in diesen Höhen sieht obwohl diese Assets nicht produktiv sind.

    Nicht wie ich, sondern wie alle anderen Marktteilnehmer. Du denkst (wieder mal), dass du schlauer bist als alle anderen. Auch als alle Profis.

    Ganz im Gegenteil. "Der Markt" bewertet doch auch Gold und BTC und Immobilien und Rolex etc., oder nicht?

    Wie bereits erwähnt bist du sehr wahrscheinlich zu deutlich mehr als 70% vom ,,Wohlergehen dieses Landes" abhängig, da du nicht nur dein Humankapital und deine GRV in Deutschland hast, sondern auch einen Immobilien-Klumpen. Ein Ausfall würde dich mehr treffen als mich.

    es kommt auf die Art der Krise an wen es mehr trifft. Richtig ist, dass ich aktuell noch einen Immobilienklumpen habe, sage ich selbst immer, den ich reduzieren werde zu Gunsten anderer Assets, Aktien, Gold und BTC und auch dt. Staatsanleihen. Ich sehe halt das Chancen Risiko Verhältnis anders als Du und verkaufe die Steueroptimiert weil das mittlere 6-stellige Summen dranhängen.

    Nein, du hast eine andere Wahrnehmung als der Markt und denkst, dass du schlauer bist. Du schätzt auch dein Risiko falsch ein, das du mit deiner Asset-Allokation hast.

    woher willst Du jetzt wissen was falsch oder richtig ist. Ich schätze es anders ein, was besser war weißt weder Du noch ich. Der Markt schätzt heute NVIDIA auch als das wertvollste Unternehmen ein, ob das heute Nachmittag, morgen oder in 5 Jahren anders ist oder der ganze Markt 70% sinkt, weißt weder Du noch ich. Genau gar keine Information für die Rendite der Zukunft steckt in den aktuellen Marktmeinungen, gar keine. Was man aus der Historie annehmen kann ist, dass eben gerade Gold und Immobilien oft nicht mit den Renditen des Aktienmarktes korrelieren und das ist mir eben wichtig. BTC wird sich imho dahinentwickeln, aktuell korreliert und schwankt er noch stark, liefert aber auch hohe Chancen. Ist halt wieder was anderes als alles bisherige das wir kennen.

    Du forderst immer dann ,,Toleranz", wenn dir die Argumente ausgehen. Ich habe eine andere Meinung als du. Der Markt hat eine andere Meinung als du. Das hat nichts mit intolerant zu tun. Du kannst es einfach nicht akzeptieren, dass jemand anders denkt als du.

    wo schreibe ich das das ich das nicht akzeptiere? ganz im Gegenteil ! ich sage es oben sogar ausdrücklich und wie immer. Ich akzeptiere das was Du machst nicht nur, ich sage sogar dass viele im Vermögensaufbau sogar so machen sollten ja sogar müssen um überhaupt über die erwartete Aktienrendite Vermögen aufzubauen. Wenn man aber ein anderes Ziel hat und Vermögensschutz im Vordergrund steht, dann kann man das anders sehen und Diversifikation über Assetklassen machen, wenn man denn überhaupt die Mittel hat zu diversifizieren.

    Man kann auch wie Du mit hohem Vermögen weiter hohe Rendite anstreben und die (mind. temporären, ggf auch längerfristen) starken Schwankungen (und bei den dt. Anleihen auch den Totalverlust) in Kauf nehmen, auch ok, aber es ist halt ein anderes Ziel.

    Warum muss ich die gleichen Ziele wie Du haben und die gleichen Risiken eingehen?

  • Ich habe es gewagt, mich mit meinen 10 % deutschen Staatsanleihen am kurzen Ende der Marktmeinung anzuschließen und deren geringes Schwankungsrisiko zu erwähnen und auf die Robustheit der Weltwirtschaft im Gegensatz zu non-productive Assets hinzuweisen. Das habe ich getan, weil ich von Grund auf böse bin. :evil:

    Du liegst natürlich richtig. Sei mal froh, dass du nicht im Mittelalter lebst.

    P.S. Selbst 2 % sind denen schon ein Zeichen am Himmel, dass der Weltuntergang kommt.

  • Ich rate dir [...] Kommer, Beck [...]... nicht nur dann zu zitieren, wenn es in dein Weltbild passt, sondern ihren Ansatz ganzheitlich zu verstehen. Die lehnen deine Herangehensweise ab und haben gute Gründe dafür.

    Apropos:

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    Vor fünf Jahren hätte man solche Aussagen von den beiden Kollegen wohl kaum gehört. Damals galt Bitcoin noch für viele als Randphänomen – obwohl seine Bedeutung eigentlich schon damals offensichtlich war, vorausgesetzt, man hat sich wirklich intensiv mit dem Thema beschäftigt.

    Die Experten, auf die du dich beziehst, verfügen ohne Zweifel auf ihrem Gebiet über herausragende Kompetenz. Wer ihren Empfehlungen folgt, macht nichts falsch. Aber auch sie sind keine Allwissenden – in anderen Bereichen lagen sie in der Vergangenheit schon deutlich daneben, was völlig normal ist. Niemand kann in allen Disziplinen eine Koryphäe sein.

    Was ich allerdings schwierig finde, ist, anderen hier im Forum pauschal eine verzerrte Wahrnehmung zu unterstellen, nur weil sie nicht blind den gleichen Dogmen folgen. Am Ende ist jeder für seine Finanzen selbst verantwortlich – und das ist auch gut so.

    PS: Ich bin übrigens fest davon überzeugt, dass Bitcoin für lange Zeit alle anderen Assetklassen outperformen wird. Selbst im konservativen Szenario wird die durchschnittliche Jahresrendite bei rund 20 % liegen. In fünf bis zehn Jahren dürfte ein Bitcoin bei etwa einer Million Dollar stehen – nicht aus Aberglaube, sondern weil es sich aus den ökonomischen Rahmenbedingungen und der fortschreitenden Digitalisierung schlicht logisch ableiten lässt. – Das wird ein Beck oder Kommer aber sicherlich anders sehen. Was mich aber nicht beunruhigt. Wir werden sehen, niemand kennt die Zukunft ;)

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • warum bekommst Du denn sogar 2% Rendite auf Deine kurzen dt. Staatsanleihen? Weil eben sogar der Markt ein Risiko sieht dass die ausfallen.

    Richtig.

    Zitat von Taust

    Und was machst Du wenn das 4,6,10% werden?

    Das kommt auf das Rating an. Zinsen allein sagen nicht viel aus. Sie müssen immer im Verhältnis zur Inflation, zu anderen Assets und ihrem Rating gesehen werden. 6% bei AAA gab es schon oft. Das allein sagt nichts aus.

    Zitat von Taust

    Warum antwortest Du darauf nicht was Du machst wenn der Markt das anders einschätzt?

    Wenn der Markt deutsche Staatsanleihen anders einschätzt, schätze ich sie auch anders ein.

    Zitat von Taust

    Nebenbei: "der Markt" sucht die im Verhältnis zu anderen Assets beste Rendite und bildet darüber den Preis. Jetzt kannst mal überlegen, warum der Markt den Gold- und BTC - Preis in diesen Höhen sieht obwohl diese Assets nicht produktiv sind.

    Kursentwicklungen von Spekulationsobjekten sind nicht vorhersehbar. Auch sehr langfristig nicht. Gründe zu finden und Prognosen zu erstellen sind unmöglich, da sich für jedes Szenario auch ein Gegenszenario finden lässt. Alles was wir haben ist die langfristige Kapitalmarktgeschichte. In der rentiert Gold sehr schlecht bei sehr hoher Volatilität. Als Krisen-Hedge ist Gold mehrfach ausgefallen. Wie es sich weiter entwickeln wird, wissen wir nicht. Bei BTC ebenfalls nicht (als Krisen-Hedge fällt BTC bisher praktisch jedes Mal aus). 10% AAA-Staatsanleihen am kurzen Ende in Verbindung mit einem 90% Weltportfolio hat in jeder langfristigen Phase besser funktioniert. Sowohl bei Rendite als auch beim Risiko. Also wähle ich das.

    Zitat von Taust

    es kommt auf die Art der Krise an wen es mehr trifft. Richtig ist, dass ich aktuell noch einen Immobilienklumpen habe, sage ich selbst immer, den ich reduzieren werde zu Gunsten anderer Assets, Aktien, Gold und BTC und auch dt. Staatsanleihen. Ich sehe halt das Chancen Risiko Verhältnis anders als Du und verkaufe die Steueroptimiert weil das mittlere 6-stellige Summen dranhängen.

    Ich würde BTC, Gold und Immobilien ganz lassen. Wenn es steueroptimiert etwas später besser ist, kann man das machen. Halten würde ich sie nicht. Eine Senkung des Risikos wirst du dadurch nämlich nicht erreichen. Ich denke das Gegenteil ist der Fall. Ich denke auch du solltest längerfristig(er) und an deine Erben denken. Es gibt praktisch kein Szenario in dem du in den kommenden 20-30 Jahren mit einem Weltportfolio und etwas Geldmarkt nicht am Besten fahren wirst (auch beim Risiko). Wir haben da offensichtlich eine andere Meinung.

    Zitat von Taust

    Warum muss ich die gleichen Ziele wie Du haben und die gleichen Risiken eingehen?

    Wie bereits mehrfach erwähnt, ist es ein Trugschluss, dass du mit deinem Portfolio weniger Risiko hättest. Das glaubst du nur. Du selbst hast erwähnt, dass es viele verschiedene Risiken gibt. Eine Erhöhung des Immobilien-, Gold-, BTC-exposures senkt das Risiko nicht, sondern holt andere und höhere Risiken ins Portfolio.

    Ich denke da liegen unsere Unterschiede: Du denkst, dass du mit einer Erhöhung bestimmter Segmente das Risiko senkst und bist dafür bereit Rendite liegen zu lassen und du denkst, dass ich jemand wäre, der nur auf den Ertrag schielt. Das sehe ich anders. Du übergewichtest Assets, die ich auch habe, mit dem Ziel ein besseres Risiko-/Rendite-Verhältnis zu erreichen. Das sehe ich komplett anders.

    Stell dir einfach mal folgendes Szenario vor: 2040. Börsencrash mit Minus 50%. BTC säuft wie immer auch mit ab. Minus 60-70%. Gold rentiert seit vielen Jahren mit Minus 2% p.a. Bleibt im Crash aber oben. Deine Immobilien halten den wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands und die Verwerfungen bei der Demografie nicht aus und segeln auch langsam nach unten. Seit Jahren. Trotzdem: Kurzzeitig bist du keine 45% im Minus wie ich, sondern nur 30%. Aber da Gold und die Immobilien seit vielen Jahren schlecht rentieren, ist deine Ausgangsbasis viel schlechter. Effektiv verlierst du mehr. Und der Börsencrash ist nach 3 Jahren vorbei. Deine Immos und Gold segeln aber vielleicht für weitere 20 Jahre nach unten. Das ist nur ein Szenario. Für mich aber eine Möglichkeit.

    Was kann fast nicht passieren? Dass jemand mit 90% Weltportfolio und 10% Geldmarkt in den kommenden 20-30 Jahren real nicht deutlich mehr hat als heute. Egal ob mit oder ohne Crash. Mit Positionen in einem Asset ohne track record (BTC), einem Asset, das schon mal 30 Jahren negativ rentiert hat (Immos) und einem aufgeblähten Asset, das ohne Weiteres 20 Jahre nach unten segeln kann, ist das nicht garantiert.

    Nochmal: Es gibt nichts robusteres und risikoärmeres als ein kostengünstiges und breites Weltportfolio aus Unternehmensbeteiligungen, wenn man Zeiträume betrachtet, die wirklich relevant sind.

  • Die Experten, auf die du dich beziehst, verfügen ohne Zweifel auf ihrem Gebiet über herausragende Kompetenz. Wer ihren Empfehlungen folgt, macht nichts falsch. Aber auch sie sind keine Allwissenden – in anderen Bereichen lagen sie in der Vergangenheit schon deutlich daneben, was völlig normal ist. Niemand kann in allen Disziplinen eine Koryphäe sein.

    mal ganz nebenbei: Kommer selbst hat ja ein Buch "Souverän Vermögen schützen". Ich habe es selber noch nicht gelesen sondern auf Blinkist gehört, aber in die Zusammenfassungen dort lautet:

    Das Ziel ist, real eine Nullrendite zu erreichen über breite Assetklassendiversifikation im In-und Ausland. Es gilt zudem die anderen Risiken (z.B. politische und steuerliche) als das reine Marktrisiko (und nur das betrachtet Irving) abzudecken.

    Eben....

    Und Ja: inzwischen sieht sogar Kommer 10% BTC als keinen Fehler mehr. Und Gold auch wegen der geringen Korrelation zu Aktien...nichts anderes mache ich.

    Ich wüsste also nicht, wo ich das anders sehe als Kommer.

    Ob ich eine Liechtensteiner Familienstiftung mache die er so propagiert, weiß ich noch nicht. Aktuell eher nein, weil ich andere Wege gehen möchte um mein Vermögen an die Nachkommen zu übergeben.

  • Wenn der Markt deutsche Staatsanleihen anders einschätzt, schätze ich sie auch anders ein.

    und was machst Du dann konkret, das war die Frage. Wenn die "sicheren" dt. Staatsanleihen unsicher vom Markt gesehen werden, (von mir aus auch mit schlechterem Rating, was auch immer das Rating "wissen" will für die Zukunft), gehst Du dann in 100% Aktien? Oder in andere Assets und wenn ja welche? Bleibst Du mit den 500k bei den Anleihen obwohl unsicherer ggf bis zum Ausfall?

    Alles was wir haben ist die langfristige Kapitalmarktgeschichte. In der rentiert Gold sehr schlecht bei sehr hoher Volatilität.

    oben in dem Video sagt es Kommer selbst. Seit 1975 (und das sollte man als Startpunkt sehen weil erst ab da der Goldpreis frei ist), müsste Gold heute ~800$ kosten rein auf inflationiert, er ist aber 5mal so hoch. Wie kann man da von schlechter Rendite sprechen gerade wenn das Ziel reale 0-Rendite ist?

    Und vor allem korreliert der Goldpreis eben idR nicht mit den Aktien, so wie Immobilien. Genau deswegen hat selbst Kommer Immos in seinem Robo Weltportfolio selbst für den der Vermögen aufbauen will deutlich übergewichtet.

  • Das Ziel ist, real eine Nullrendite zu erreichen über breite Assetklassendiversifikation im In-und Ausland. Es gilt zudem die anderen Risiken (z.B. politische und steuerliche) als das reine Marktrisiko (und nur das betrachtet Irving) abzudecken.

    Das ist ein guter Punkt. Deine Lösung ist aber m.E. falsch. Ein Immobilien-Klumpen in Deutschland wird dich wohl kaum vor politischen und steuerlichen Risiken absichern. Im Gegenteil. Wie erwähnt bist du hauptsächlich in Deutschland investiert. Das ändern ein paar Prozent BTC und Gold auch nicht.

    Wenn du das Thema wirklich angehen willst, musst du dich nicht verkünsteln. Ein Weltportfolio hat bereits alle verfügbaren Asset-Klassen drin. Auch Bitcoin, Immobilien und Gold. Und wenn dich das Thema Politik, Europa usw. umtreibt, dann kann man z.B. 50% dieses Weltportfolios auch auf einem Depot im Ausland laufen lassen.

    Wenn du unbedingt Immobilien willst, mach es doch (ich würde es nicht tun). Aber dann nicht in München, sondern über einen global diversifizierten ETF. Von mir aus auf einem Depot im Ausland. Allein mit einer Übergewichtung von einigen Segmenten senkst du das politische Risiko wenig bis nicht.

  • und was machst Du dann konkret, das war die Frage. Wenn die "sicheren" dt. Staatsanleihen unsicher vom Markt gesehen werden, gehst Du dann in 100% Aktien? Oder in andere Assets und wenn ja welche? Bleibst Du mit den 500k bei den Anleihen obwohl unsicherer ggf bis zum Ausfall?

    Wenn Deutschland als unsicher (unter A) eingestuft wird, passiert das nicht in einem Vakuum, sondern hat Gründe, die sich über Jahre aufbauen. In dem Fall wären wir nicht mehr in Deutschland und hätten keine Euro mehr. Diese Flexibilität hat man mit einem Depot. Mit Immobilien und Gold nicht.

    Zitat von Taust

    oben in dem Video sagt es Kommer selbst. Seit 1975 (und das sollte man als Startpunkt sehen weil erst ab da der Goldpreis frei ist), müsste Gold heute ~800$ kosten rein auf inflationiert, er ist aber 5mal so hoch. Wie kann man da von schlechter Rendite sprechen gerade wenn das Ziel reale 0-Rendite ist?

    Die langfristige reale Rendite von Gold liegt bei ca. 1%. p.a. War auch schon mal fast 2 Jahrzehnte negativ. In den letzten Jahren extrem positiv. Eine Wette eben. Ich würde heute nicht mit Gold spekulieren. Ein Zeitlupencrash wäre halt auch ein Crash und wenn man den in einem Asset hat, bringt dir die niedrige Korrelation nix.