Übrigens, auch für dich: Ich habe nicht einmal erwähnt, dass deutsche Staatsanleihen ,,sicher“ wären. Sie sind das risikoärmste Asset, das wir kennen. Und wer das nicht glaubt, soll es lassen. Mich würde aber dann interessieren wie so ein Mensch seine Liquidität organisiert.
es ist schlicht eine Frage, wie "Risiko" von jedem definiert und bewertet wird und das kann man sehr unterschiedlich sehen.
Du meinst, dass Dir die Schwankung (= Risiko für Dich) in Deinem Vermögen durch 90% Aktien nichts ausmacht und Deine 10% Liquidität zu 99,999% ausfallsicher ist (nebenbei: Du sagst immer wegen dem Rating AAA: was machst Du denn mit Deinen 500.000€ Liquidität, wenn das Rating BBB oder noch schlechter ist? Wohin schiebst es denn dann und wie sind die Kurse dieser Assets dann? Oder hältst Du es doch auch bei schlechterem Rating ggf bis zum bitteren möglichen Ende und was hilft dann das aktuelle Rating? Abgesehen davon, dass eine Währungsreform mit Schuldenschnitt natürlich nicht angekündigt wird).
Kann man so machen und sehen wie Du, viele müssen das sogar so sehen um eben Vermögen aufzubauen, weil Aktien historisch langfristig eben die höchste Rendite hatten, aber andere sehen das eben anders, haben andere Ziele und bewerten Risiken anders.
Ich sehe dt. Staatsanleihen und den € eben deutlich kritischer und riskanter als Du. Und weil Du gerne ja mit der Historie kommst, dann sieht man da ja, wie lange Währungen bei uns Bestand haben. Ich z.b. sehe die Wahrscheinlichkeit durchaus signifikant, dass ich in meinem Leben nochmal eine neue Währung erlebe mit der ich den Alltag bestreiten werde und wenn es so kommt, dann vermutlich auch mit Schuldenschnitt, denn einen anderen Grund kann ich gerade nicht sehen (wie z.B. damals bei € Einführung).
Ich will anders als Du auch keine 50,60,70% Schwankungsrisiko in meinem Gesamtvermögen haben, weil ich offenbar andere Ziele habe als Du und eben jederzeit ausreichend Vermögenswerte haben möchte um sie dann meinen Kindern zu übergeben, wenn sie es am sinnvollsten brauchen, auch wenn ich dafür langfristig auf Rendite verzichte. Rendite steht bei mir nicht im Vordergrund sondern primär durchgängige Vermögenshöhe mit nur moderater Rendite.
Und Du hast eine falsche Wahrnehmung: Es "geht Dich auch keiner an" wegen Deinem Weg, DU gehst jeden an der es anders macht.
Nur weil man Risiken anders bewertet, ist man kein Schwurbler und völlig irrational.
Du lehnst einfach alles andere ab was nicht so läuft wie Du es machst, weil es für Dich falsch ist. Ich soll sofort alle Immobilien verkaufen, Gold ist sinnlos und nicht "ausfallsicher", BTC ist ein reiner Zock und wird zu 99,999% wieder verschwinden...
Diese Punkte sehe ich halt (teilweise komplett) anders und vor allem haben all diese Assets einfach andere Risiken und Chancen als Aktien und dt. Staatsanleihen und ich bewerte die Chancen/Risiken anders als Du.
Was ich bzw. jeder der mehr als Deine 2 Assets hat deswegen nicht ist, ist ein Schwurbler und Weltuntergangsprophet, egal wie oft Du uns das hinwirfst. Wer hohe Vermögen hat (und da zähle ich Dich und mich dazu), teilt die in aller Regel auf mehrere Assets auf die eben unterschiedliche Chancen und Risiken haben, nennt sich Diversifikation und das sogar ganz ohne Vermögensverwalter.
Du solltest einfach etwas toleranter werden ggü anderen Sichtweisen, was Risiko sein kann, wie es bewertet wird und wie das dann zu den jeweiligen Zielen passt.