2026 erneut deutliche Beitragserhöhungen

  • Wie sollte ich mich verhalten? Ich bin 59 Jahre alt und 40 Jahre bei der Universa versichert. Ich lebe derzeit von meinen Ersparnissen. Derzeit zum Glück topfit. Demnächst fallen Rente und Betriebsrente an, die den normalen Lebensunterhalt ausreichend decken. Weiterhin sind ein paar hundert tausend Euro Vermögen, sowie ein abbezahltes und durchsaniertes Eigenheim vorhanden. Eventuell steht eine teilweise oder dauerhafte Auswanderung nach Asien an.

    Ich verstehe dein Problem nicht. Du verfügst über eine solide finanzielle Basis sowie zu erwartende, den Lebensunterhalt deckende Alterseinkünfte. Außerdem bist du privat krankenversichert. Deine PKV hat dir sogar eine Deckungszusage für dein mögliches, außereuropäisches Auswanderungsland gegeben. Die Kosten dafür dürften sich in einem für dich wohl tragbaren Rahmen bewegen. Das ist doch optimal. Warum willst du da etwas dran ändern?

    Bitte aufpassen bei internationalen Krankenversicherungen. Deren Leistungen sind in der Regel nicht im Ansatz vergleichbar mit denen einer deutschen PKV. Einfacher Plausibilitätscheck: versuch dich mal in D mit 59 privat zu versichern. Hierzu findest du aufschlussreiche youtube-Videos von deutschen Thailand-Auswanderern.

  • Ich verstehe dein Problem nicht. Du verfügst über eine solide finanzielle Basis sowie zu erwartende, den Lebensunterhalt deckende Alterseinkünfte. Außerdem bist du privat krankenversichert. Deine PKV hat dir sogar eine Deckungszusage für dein mögliches, außereuropäisches Auswanderungsland gegeben. Die Kosten dafür dürften sich in einem für dich wohl tragbaren Rahmen bewegen. Das ist doch optimal. Warum willst du da etwas dran ändern?

    Bitte aufpassen bei internationalen Krankenversicherungen. Deren Leistungen sind in der Regel nicht im Ansatz vergleichbar mit denen einer deutschen PKV. Einfacher Plausibilitätscheck: versuch dich mal in D mit 59 privat zu versichern. Hierzu findest du aufschlussreiche youtube-Videos von deutschen Thailand-Auswanderern.

    Ich habe auch kein wirkliches Problem, aber ich strebe ständig nach Optimierungen und möchte nicht mehr Versicherungsschutz als ich für mich nötig erachte haben. Das steckt einfach in meinen Genen und hat mit letztendlich bei privaten Finanzen und im Job erfolgreich gemacht ;)

    Ist wie beim Auto. Klar könnte ich mir einen Mercedes vor die Tür stellen und diesen VK und HP versichern. Aber wozu, wenn mein gebrauchter Dacia für 15k meine Ansprüche an die Mobilität genauso erfüllt.

    Hat übrigens nix mit Geiz zu tun, gerne gebe ich relativ Geld für z.B. gutes Essen und komfortable Reisen aus :)

    Danke für den Tipp mit internationalen Versicherungen:thumbup: Eine KV brauche ich eigentlich nur für den Großschaden, sprich irgendwelche Dinge die mich > 50k € kosten würden....oder chronische Krankheiten, die mich dauerhaft mit mehr als 10k € / a belasten würden.

  • Eine KV brauche ich eigentlich nur für den Großschaden, sprich irgendwelche Dinge die mich > 50k € kosten würden....oder chronische Krankheiten, die mich dauerhaft mit mehr als 10k € / a belasten würden.

    Dann wäre eventuell mit einem Selbstbehalt Sparpotential da, sofern nicht bereits vorhanden.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Ich gehe zurück zum Thema "deutliche Beitragserhöhungen". In meinem HUK-Tarif ist die mögliche Beitragsrückerstattung jetzt auf 1 (!) Monatsbeitrag reduziert worden. Das entspricht bei Leistungsfreiheit im Vorjahr bereits einer Erhöhung von knapp 7%. Ich werde in meinen Berechnungen diese 7% auf die zu erwartende BAP in 2026 dazurechnen.
    Die Frage ist natürlich wie immer wie man darauf reagiert. Da in vielen Jahren meine versicherten Gesundheitskosten unterhalb des Selbstbehaltes (SB) liegen überlege ich eine Erhöhung des SB. Meine Sorge ist dass der Tarif mit dem erhöhten SB langfristig einer höheren Beitragsentwicklung unterliegt und ich eventuell den SB in Zukunft nicht mehr reduzieren kann.

  • Das entspricht bei Leistungsfreiheit im Vorjahr bereits einer Erhöhung von knapp 7%.

    Klarstellung: die knapp 7% sind der rechnerische Wert in meinem Tarif in diesem Kalenderjahr. Aber von der Größenordnung her eben signifikant. Ich frage mich auch ob der Versicherer mit der Reduzierung der BRE einen Zweck verfolgt, beispielsweise das Wechseln des VN in einen anderen Tarif oder Erhöhung des SB.
    Also: Was kann/soll ich als VN tun?

  • In meinem HUK-Tarif ist die mögliche Beitragsrückerstattung jetzt auf 1 (!) Monatsbeitrag reduziert worden. Das entspricht bei Leistungsfreiheit im Vorjahr bereits einer Erhöhung von knapp 7%. Ich werde in meinen Berechnungen diese 7% auf die zu erwartende BAP in 2026 dazurechnen.

    Wenn eine Beitragsrückerstattung auf 1 Monatsbeitrag reduziert wurde und das einer Erhöhung des Beitrags um 7% entspricht, mögen es vorher 2 Monatsbeiträge gewesen sein.

    BAP kenne ich, das ist eine Band aus Köln ("Verdamp lang her" Hm 1981. Stimmt. Ist tatsächlich verdammt lang her!).

    Die Frage ist natürlich wie immer, wie man darauf reagiert. Da in vielen Jahren meine versicherten Gesundheitskosten unterhalb des Selbstbehaltes (SB) liegen, überlege ich eine Erhöhung des SB.

    Inwieweit hilft Dir das dann?

    Meine Sorge ist dass der Tarif mit dem erhöhten SB langfristig einer höheren Beitragsentwicklung unterliegt und ich eventuell den SB in Zukunft nicht mehr reduzieren kann.

    Ich rechne im Moment auch. Die Beitragsrückerstattung ist ein nettes Gimmick, mit dem man nicht kalkulieren sollte. Typischerweise steigen im Alter die Gesundheitsausgaben, dann bekommt man die Beitragsrückerstattung nicht mehr. Man kann dann auch davon ausgehen, daß man den Selbstbehalt erfüllt.

    Ich habe vor vielen Jahren als Angestellter einen Selbstbehalt abgeschlossen. Das hat damals den Beitrag um mehr als den Selbstbehalt reduziert. Allerdings zahle ich den Selbstbehalt aus eigener Tasche, die Tarifreduktion teile ich mir mit meinem Arbeitgeber. In der Rückschau hätte ich diese Ersparnis sinnvollerweise in einen Beitragsentlastungstarif gesteckt, der mit 50% Arbeitgeberzuschuß jede übliche betriebliche Altersvorsorge hinter sich läßt. Schnee von gestern. :)

    Interessehalber habe ich mal bei meiner Versicherung angefragt, was der gleiche Tarif ohne den Selbstbehalt von 500 €/a kosten würde. Hintergrund: vom Krankenversicherungsbeitrag kann ich etwa 80% bei der Steuer angeben, vom Selbstbehalt nichts. Steuersatz jetzt 45%, im Ruhestand vermutlich um die 30%. 100 € Tarif mehr bedeutet somit jetzt 100 * 80% * 45% = 36 € Steuer weniger, im Ruhestand vermutlich 100 * 80% * 30% = 24 € Steuer weniger. Antwort: Der gleiche Tarif ohne Selbstbehalt kostet 2500 €/a mehr. Lohnt sich also nicht.

    Möglicherweise lohnt sich die umgekehrte Kalkulation: Selbstbehalt erhöhen. Erhöhe ich den Selbstbehalt von 500 € auf 1500 €, so sind das 1000 € mehr; netto jetzt 640 € mehr, im Ruhestand vermutlich 760€ mehr. Spätestens im Ruhestand kann ich davon ausgehen, daß ich auch diesen Betrag regelmäßig als Arztkosten habe, kann ihn also gleich zum Tarif dazurechnen.

    Wohlgemerkt: Es ist zu kurz gegriffen, lediglich die Tarifreduktion (bzw. dessen geringere Steigerung) zu sehen. Erhöht man den Selbstbehalt um 1200 € (damit ich leichter rechnen kann), muß man fairerweise 100 € zum Tarif dazurechnen.

    Billiger wird die Krankenversicherung in Zukunft nicht werden. Nicht die PKV, nicht die GKV.

  • Ok habe ich gemacht. Antwort des Versicherers (VR): In 2024 war der Leistungsaufwand des VR höher als geplant und demzufolge das Budget für die BRE kleiner. Somit wurden die BRE in vielen Tarifen halbiert (bei mir in der Tat von zwei Monatsbeiträgen (MB) auf einen).
    Mein erster Gedanke war dass hier eine erforderliche Beitragsanpassung für 2026 abgemildert werden sollte. Mein zweiter Gedanke war dass Tarife mit höherer SB attraktiver gemacht werden sollen um eine andere Verteilung von VN in unterschiedlichen Tarifen zu erreichen. Und bei all dem Wissen hier im Forum hat vielleicht jemand eine Idee.
    Ich überlege dies alles nur um meine Entscheidungen in der Zukunft vorzubereiten (Anpassung SB, Tarifwechsel).

  • Wieviel Tastendrücke hast Du jetzt per saldo durch die Verwendung dieser nicht allgemein üblichen Abk. gespart?

    Am besten denkt man bei Abk. nicht, sondern schreibt sie einfach aus. Das ist regelmäßig eindeutig.

    :)

  • Ok habe ich gemacht [nämlich den Versicherer gefragt]. Antwort des Versicherers ...: 2024 war der Leistungsaufwand des [Versicherers] höher als geplant und demzufolge das Budget für die [Beitragsrückerstattung] kleiner. Somit wurden die BRE in vielen Tarifen halbiert (bei mir in der Tat von zwei Monatsbeiträgen auf einen).

    Auf bestimmte Fragen bekommt man von Firmen keine sinnvolle Antwort, so auch hier.

    Beitragsrückerstattung und Selbstbehalt rechnen sich letztlich ähnlich. Die Beitragsrückerstattung bekommen die Versicherten, die keine Rechnungen einreichen. Das ist immer ein Rechenexempel, das mir mein Versicherer auch jedes Jahr vorrechnet: Angenommen, ich könnte für einen schadenfreien Vertrag 1000 € Beitragsrückerstattung bekommen und hätte Rechnungen über 800 € zur möglichen Erstattung liegen, dann lasse ich die liegen und zahle sie selber, wenn ich 1000 € Erstattung bekomme. Kürzt die Versicherung die Beitragsrückerstattung aber auf 500 €, dann reiche ich die Rechnungen ein.

    Die Rechnung ist in Wirklichkeit noch etwas komplizierter infolge eines Steuereffekts, auch könnte ein spekulatives Moment dazukommen in Form einer sich steigenden Beitragsrückerstattung bei mehreren schadenfreien Jahren.

    Mein erster Gedanke war, dass hier eine erforderliche Beitragsanpassung für 2026 abgemildert werden sollte. Mein zweiter Gedanke, war dass Tarife mit höherer SB attraktiver gemacht werden sollen um eine andere Verteilung von VN in unterschiedlichen Tarifen zu erreichen. Und bei all dem Wissen hier im Forum hat vielleicht jemand eine Idee.

    Ich überlege dies alles nur um meine Entscheidungen in der Zukunft vorzubereiten (Anpassung SB, Tarifwechsel).

    Man muß sich das immer individuell ausrechnen.

  • Zitat

    Ich überlege dies alles nur um meine Entscheidungen in der Zukunft vorzubereiten (Anpassung SB, Tarifwechsel).

    Teils nachträglich von mir gefettet.

    Du weißt doch nur selbst, wie Dein Gesundheitszustand ist. Ich hatte vor ein paar Jahren meinen SB (Selbstbehalt) erhöht, aber nur, weil ich in allen Jahren davor praktisch nie Rechnungen einreichen musste.

    Und ich mir selbst mal vorsichtig eine gute weitere „Prognose“ für etliche folgende Jahre machte, so dass ich durch den SB - und hoffentlich so bald keine weiteren Rechnungen - unterm Strich mit der Beitragsersparnis Geld spare.

    Auf dem Sterbebett werde ich dann wissen, ob meine „Prognosen“ geliefert haben. Hehehe.

  • Haha- mich erst auffordern nachzufragen und dann erklären es gebe keine sinnvolle Antwort. Ich fand die Antwort des Versicherers erstaunlich offen.

    Das mit dem individuell Ausrechnen kann ich fürs laufende Jahr und fürs kommende; mir geht es um eine längerfristige Perspektive. Und daher hinterfrage ich die Motivation. Denn durch die Reduzierung der BRE werden ja- wie in Post 375 schön erläutert- mehr Rechnungen zur Erstattung eingereicht. Der Verwaltungs- und Prüfaufwand steigt also (also auch Kosten). Gleichzeitig erfährt der Versicherer mehr über seine Versicherungsnehmer (da er ja die Diagnosen auf den Rechnungen lesen kann). Da gibt es also eine Reihe von Motivationen und Effekten..

  • Haha- mich erst auffordern nachzufragen und dann erklären es gebe keine sinnvolle Antwort. Ich fand die Antwort des Versicherers erstaunlich offen.

    Für mich ist das eine typische Ausrede, wie man sie von Hotlines regelmäßig bekommt.

    Daß die Leistungsausgaben der Versicherer höher sind als erwünscht, kann ich mir denken. Just diese sind ja Grund für die Tariferhöhungen und diese wiederum Anlaß für diesen Thread. Mit der Funktion einer Beitragsrückerstattung hat das aber nichts zu tun.

    Das mit dem individuell Ausrechnen kann ich fürs laufende Jahr und fürs kommende; mir geht es um eine längerfristige Perspektive. Und daher hinterfrage ich die Motivation. Denn durch die Reduzierung der BRE werden ja - wie in Post 375 schön erläutert - mehr Rechnungen zur Erstattung eingereicht. Der Verwaltungs- und Prüfaufwand steigt also (also auch Kosten). Gleichzeitig erfährt der Versicherer mehr über seine Versicherungsnehmer (da er ja die Diagnosen auf den Rechnungen lesen kann). Da gibt es also eine Reihe von Motivationen und Effekten.

    Eben, eben. Da steckt mehr dahinter, als die Hotline Dir verraten will oder kann. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein einzelner Versicherter an den Menschen herankommt, der das entscheidet (und umgekehrt nicht, daß dieser Mensch einem einzelnen Versicherten wirklich eine echte Antwort gibt, wenn man an ihn denn tatsächlich herankäme).

    Es wäre vielleicht interessant zu erfahren, warum ein Versicherer seine Vorgehensweise bezüglich einer Beitragsrückerstattung ändert. Wissen kann das nur der Versicherer selber, nicht etwa die Mitforisten hier, es ist aber nicht davon auszugehen, daß der Versicherer Dir seine Motive auf die Nase bindet.

  • Ich überlege dies alles nur um meine Entscheidungen in der Zukunft vorzubereiten (Anpassung SB, Tarifwechsel).

    Zitat

    Ich überlege dies alles nur um meine Entscheidungen in der Zukunft vorzubereiten (Anpassung SB, Tarifwechsel).

    Wenn Du den Namen beim Zitat läßt, weiß man gleich, wen Du zitiert hast (und kann per Klick auf den Namen auch zum zitierten Posting springen).

    Du weißt doch nur selbst, wie Dein Gesundheitszustand ist. Ich hatte vor ein paar Jahren meinen SB (Selbstbehalt) erhöht, aber nur, weil ich in allen Jahren davor praktisch nie Rechnungen einreichen musste.

    Ich hatte die Rechnung oben schon angedeutet.

    Verschiedene Versicherer bieten die grundsätzlich gleichen Tarife mit unterschiedlichen Selbstbehalten an, beispielsweise mit 0, 500, 1500 und 2500 € Selbstbehalt im Jahr. In erster Näherung kannst Du diese Beträge einfach durch 12 (Monate) dividieren und zum Tarif dazuaddieren.

    Wenn etwa der Tarif mit 2500 € Selbstbehalt im Monat 300 € günstiger ist als der gleich Tarif ohne Selbstbehalt, dann lohnt sich das für Dich. Wenn Du einen solchen Tarif abschließt, tust Du allerdings wohl daran, 1/12 des Selbstbehalts explizit oder implizit separat zu buchen.

    Mancher Selbständige, dem der Krankenkassentarif unerträglich hoch geworden ist, hält die Vereinbarung eines Selbstbehalts für ein Sparmodell. Das ist es letztlich, aber die Ersparnis ist nicht so hoch wie erhofft. Um beim obigen Beispiel zu bleiben, spart man mit dem Selbstbehaltstarif mit 2500 € Selbstbehalt nicht etwa 300 € im Monat (um die der eigentliche Tarif billiger ist), sondern nur 100 € im Monat, weil man 200 € im Monat als Zwölftel des Selbstbehalts fairerweise dazurechnen muß.

    Sollte man diese im Verlauf des Jahres an Krankheitskosten nicht ausgeben müssen, so mag man das Geld einschieben und sich darüber freuen, quasi als Beitragsrückerstattung. Ich habe oben schon erläutert, daß Selbstbehalt und Beitragsrückerstattung kalkulatorisch ähnlich sind.

    Man tut sich allerdings gesundheitlich keinen Gefallen, wenn man eine notwendige Behandlung mit Blick auf Beitragsrückerstattung oder Selbstbehalt aufschiebt oder unterläßt.

    In Wirklichkeit ist die Kalkulation noch etwas komplizierter. Bei jedem kommt der Steuereffekt dazu (Zahlungen an die Krankenkasse sind zu etwa 80% steuerlich abzusetzen, den Selbstbehalt bezahlt man selbst aus dem Netto), bei Angestellten zusätzlich der Arbeitgeberzuschuß (der vermindert sich um die Tarifreduktion, den Selbstbehalt bezahlt man selbst aus dem Netto). Weiter zu berücksichtigen (gerade in jungen, gesunden Jahren) ist ein Beitragsrückerstattung, die sogar gestaffelt sein kann. Spätestens dann bekommt die Geschichte ein spekulatives Moment:

    Ich habe jetzt Rechnungen in Höhe des Selbstbehalts plus der erwarteten Beitragsrückerstattung liegen (oder 200 € mehr). Reiche ich die nun ein und falle bei der Beitragsrückerstattung auf 0 zurück oder zahle ich das selber?

    Ich habe vor vielen Jahren als Angestellter einen Selbstbehalt von 500 € vereinbart. Das hat den Tarif damals um mehr als 1000 € verbilligt. 1000 € wären ein Nullsummenspiel für mich gewesen, wenn ich Rechnungen in Höhe des Selbstbehalts (oder höher) gehabt hätte, denn die Hälfte der Tarifreduktion habe ich meinem Arbeitgeber gegeben. Ein Selbständiger sieht das anders, der zahlt ja seinen kompletten Beitrag selber. Ich hatte über viele Jahre zum Glück nur minimale Krankheitskosten, also habe ich das Geld für den Selbstbehalt oft nicht ausgeben müssen.

    Für beide gilt der Steuereffekt. Von einem PKV-Tarif ist nur die Grundversorgung steuerlich relevant, das könnten 80% des Tarifbeitrags sein. Zahlt einer 44% Steuer, kosten ihn 100 € mehr Tarif etwa 64 € (80% von 44 sind 36). Den Selbstbehalt zahlt man voll.

    Es wird als Einschränkung gern geäußert, man solle den Selbstbehalt nicht zu hoch wählen, denn man müsse das Geld dafür haben und komme ohne Gesundheitsprüfung nicht zurück. Stimmt beides. Wenn man das Geld für einen PKV-Tarif im Alter nicht mehr hat, hat man in der Tat ein Problem. Wenn das aber sichergestellt ist, sehe ich kein Problem: Es ist egal, ob ich das Geld der Krankenkasse gebe oder dem Arzt. Ich habe mal spaßeshalber nachgefragt, um welchen Betrag mein Tarif sinken würde, wenn ich den Selbstbehalt von 500 € auf 1500 € hochdrehen würde (also 83 € mehr pro Monat). Der Tarif wäre im Monat 150 € günstiger; nicht genug für meine Situation. Ein Selbständiger könnte das aber erwägen.

    Es gibt noch einen Effekt, der für einen höheren Selbstbehalt spricht: Mal angenommen, ich hätte Arztrechnungen für 1000 € liegen und würde mir überlegen, ob ich sie einreiche oder nicht. Mit 500 € Selbstbehalt könnte ich 500 € von der Krankenkasse erstattet bekommen. Mache ich das, ist die Beitragsrückerstattung weg. Habe ich aber 1500 € Selbstbehalt, stellt sich die Frage überhaupt nicht, denn die 1000 € erfüllen ja den Selbstbehalt nicht. In diesem Fall bekomme ich die Beitragsrückerstattung so oder so. Mit höherem Selbstbehalt ist die Beitragsrückerstattung also leichter erreichbar. Und der Tarif ist halt Monat für Monat billiger.

    Macht was draus!

    :)