Thesaurierer oder Ausschütter?

  • Sollte man jetzt 2025 eher in Thesaurierer oder Ausschütter investieren und warum?


    Mit einem Ausschütter hätte man die Steuer „hinter sich“, oder?


    Also wenn der Staat jetzt noch mehr Geld benötigt und die Steuer erhöht, dann könnte man mit einem Thesaurierer Pech haben, richtig?

    Oder überwiegen die Vorteile eines T?

  • hier noch einer

    Nalphinger
    5. August 2025 um 13:59
  • Irgendwie gibt’s da keine fundierten Infos dazu mit richtigen Rechnungen oder gar einem Rechner wo man selbst Werte eintragen kann, sehr schade.

    hier wurde das Thema speziell für die Entsparphase mal unter die Lupe genommen.

    Vorab-Pauschale bei thesauriendem ETF

    Allg kann man grob sagen: in der Ansparphase ist der Thesaurierer in der Regel steuerlich im Vorteil, in der Entnahmephase kann es andersrum besser sein (historisch war das öfter so) unter den aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen, speziell, wenn man erst gegen Ende der Ansparphase höhere Beträge eingebracht hat.

    Das Ganze hat aber viele Variablen und ist sehr individuell, deswegen gibt es auch kein pauschales das oder jenes ist renditetechnisch immer besser....aber mit dem Excel in dem thread kann etwas rumspielen...und dann kommen ja noch die weichen Faktoren dazu, also wie rational legt man die Ausschüttungen wirklich wieder an, motivieren die Ausschüttungen dass man eher dabei bleibt usw usf...

  • Irgendwie gibt’s da keine fundierten Infos dazu mit richtigen Rechnungen oder gar einem Rechner wo man selbst Werte eintragen kann, sehr schade.

    Weil so eine Vergleichsberechnung, in die Zukunft betrachtet, nie richtig oder fundiert sein kann. Dafür müsste man wissen, wie sich so Kleinigkeiten wie z.B. das deutsche Steuerrecht, der Basiszins o.ä. innerhalb des Zeitraums verändern werden. Das einzige, was mit 100%iger Sicherheit feststeht: Es wird sich irgendwas irgendwie ändern.


    Mit einem Ausschütter hätte man die Steuer „hinter sich“, oder?

    Das ist für mich einer der Gründe, zu den Anhängern der Ausschütter zu zählen. Jetzt wird versteuert, im nächsten Jahr in der Steuererklärung verarbeitet, und fertig. Wenn ich einen Thesaurierer jetzt noch 20-30 Jahre halte, mache ich eine Wette auf das Steuerrecht in dieser Zeit, und auch eine Wette darauf dass meine Broker und die deutsche Finanzverwaltung sich Daten vernünftig untereinander austauschen. Kann klappen, kann auch nicht. Will man das Steuerthema transparent und nachvollziehbar halten, nimmt man Ausschütter.

  • Nach aktueller Rechtslage ist ein Thesaurierer immer mindestens so gut wie ein Ausschütter. In der Regel ist er steuerlich deutlich besser und zwar sowohl in der Ansparphase (Vorabpauschale) als auch in der Entnahmephase (es wird nur der Gewinnanteil eines Verkaufs besteuert). Was die Zukunft bringt, kann dir keiner zuverlässig vorhersagen. Man kann den Ausschütter jetzt als Versicherung gegen eine Änderung des Steuerrechts sehen, aber aktuell sind die Ausschüttungsrenditen recht niedrig. Du versicherst also nur einen kleinen Teil während der Wertgewinn weiterhin dem Risiko einer Steueränderung ausgesetzt ist.

    Grundsätzlich sehe ich hier auch keinen echten Bedarf im Voraus einen Nachteil hinzunehmen. Eine Änderung wird wahrscheinlich mit einem Bestandsschutz für Altfälle kommen, außerdem kommt die Änderung in einer Demokratie nicht aus dem Nichts. Im Zweifelsfall kann man immer noch vor einer Umstellung von Pauschalbesteuerung auf persönlichen Steuersatz das Depot rollen. (Unter der Annahme, dass der persönliche Steuersatz zur Entnahmephase so hoch liegen wird, dass sich das auch wirklich rentiert)

  • Nach aktueller Rechtslage ist ein Thesaurierer immer mindestens so gut wie ein Ausschütter. In der Regel ist er steuerlich deutlich besser und zwar sowohl in der Ansparphase (Vorabpauschale) als auch in der Entnahmephase (es wird nur der Gewinnanteil eines Verkaufs besteuert).

    das wird in dem o.g. thread im WPF anders gesehen und eben auch mit Daten belegt. Du kannst gerne den Fehler im Excel suchen und aufzeigen, der Ersteller ist das sehr offen dafür...

  • Mir fehlt die Lust, mich durch ein Excel zu wühlen. Georg sieht das auch ganz anders in seiner Berechnung: https://www.finanzen-erklaert.de/vorabpauschale…terhin-optimal/

    Es ist aber ganz klar, dass in der Ansparphase der Thesaurierer immer besser ist, da die der Ausschütter immer mindestens die VAP zu versteuern hat, häufig aber eine höhere Ausschüttung. Dies gilt insbesondere für alle Jahre, in denen die Kursentwicklung negativ ist und die VAP entfällt, trotzdem aber ausgeschüttet wird. Gleichzeitig spielt ein eventueller Freibetrag keine Rolle, da er zum einen bei nennenswerten Depots schnell ausgeschöpft ist und zum anderen auch bei Thesaurierern durch Rollen genutzt werden kann. Das ist die eine Hälfte.

    Die andere Hälfte ist, dass der Ausschütter auf zwei Arten entnehmen kann. Entnahme durch Ausschüttung bedeutet, dass 100% der Entnahme zu versteuern sind. Entnahme durch Verkauf ist äquivalent zum Thesaurierer und hat den Gewinnanteil zu versteuern. Die Mischentnahme in der Praxis ist also schlechter als Entnahme durch Verkauf,, und zwar umso schlechter, je größer der Anteil der Entnahme durch Ausschüttung ist.

    Dazu kommt das Thema Steuerbarkeit. Im "Worst Case" übersteigen während der Entnahme die Ausschüttungen die geplante Entnahme. Man versteuert also Entnahmen, die man mit dem Thesaurierer gar nicht hätte.

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