Anteil sicher/unsicher

  • Wenn man 1500€ netto aus der GRV bekommt, entspricht das einem Depotwert von rund 500K€.
    So oder so handelt es sich um nicht unerhebliche Beträge. Zumindest nicht für mich.

    Ich finde das etwas hoch.

    Eine gesetzliche Rente läuft aktuell um die 20 Jahre (bei Männern etwas kürzer, bei Frauen etwas länger), das überschlage ich mit 250 Monaten (was manchen Foristen immer wieder dazu bemüßigt anzumerken, daß 20 * 12 = 240 sei und nicht 250). Einen kalkulatorischen Kapitalertrag buche ich auf Inflationsausgleich, lasse ihn somit aus der Rechnung weg.

    Ich schreibe daher immer: 1000 € anfänglicher Rente entsprechen etwa 250 T€ Kapital.

    Von einer gesetzlichen Rente gehen um die 10% Kranken- und Pflegeversicherung weg sowie ein unterschiedlicher Betrag für die Steuer. Wenn das 10% sind, ist es schon viel. Macht zusammen etwa 20%.

    Hat man einen Kapitalstock und lebt davon herunter, fällt Steuer nur auf die Erträge an (das könnten 3% pro Jahr sein, davon etwa ein Viertel Steuer, wenn nicht bei Rentnern weniger) und keine Krankenversicherung. Kapitalverzehr ist also fast brutto für netto.

    Die meisten Leute unterschätzen den Wert eines Rentenanspruchs oder umgekehrt: Sie haben ein Vermögen aufgebaut, das sie für ordentlich oder gar enorm halten (Sagen wir mal: 200 T€), und sind dann überrascht darüber, welch geringe Beträge sie sogar bei Kapitalverzehr als Altersrente entnehmen können. Dabei hatten sie ursprünglich geplant, nur die Erträge zu entnehmen, damit sie auch was zu vererben haben. Dieser Plan ist aber völlig unrealistisch.

  • Ich finde das etwas hoch.

    Kommt halt drauf an, wie man es betrachtet. Du rechnest die Auszahlung über rund 20 Jahre. Beim Depot rechnet man die sichere Entnahmerate in der Regel über mindestens 30 Jahre. Der kritische Unterschied ist halt, dass die GRV ein Kollektiv hat und sich die Abweichungen vom Durchschnitt rauskürzen während beim Depot entsprechend vorsichtiger kalkuliert werden muss. Dafür profitieren eben die Erben davon, wenn die Entnahmephase viel kürzer ausfällt als geplant oder sich die Entnahmerate als übervorsichtig herausstellt

  • Kommt halt drauf an, wie man es betrachtet. Du rechnest die Auszahlung über rund 20 Jahre. Beim Depot rechnet man die sichere Entnahmerate in der Regel über mindestens 30 Jahre.

    Der kritische Unterschied ist halt, dass die GRV ein Kollektiv hat und sich die Abweichungen vom Durchschnitt rauskürzen während beim Depot entsprechend vorsichtiger kalkuliert werden muss. Dafür profitieren eben die Erben davon, wenn die Entnahmephase viel kürzer ausfällt als geplant oder sich die Entnahmerate als übervorsichtig herausstellt

    Das ist ein unterschiedlicher Ansatz. Wenn man generell sagt: Eine Altersversorgung ist das und das wert, dann bezieht man sich auf ein Kollektiv. Wenn man die eigene Entnahmerate mit dem real existierenden Depot plant, würde man potentiell sicherlich mit einer längeren Entnahmedauer kalkulieren.

  • Ich finde das etwas hoch.

    Eine gesetzliche Rente läuft aktuell um die 20 Jahre (bei Männern etwas kürzer, bei Frauen etwas länger), das überschlage ich mit 250 Monaten (was manchen Foristen immer wieder dazu bemüßigt anzumerken, daß 20 * 12 = 240 sei und nicht 250). Einen kalkulatorischen Kapitalertrag buche ich auf Inflationsausgleich, lasse ihn somit aus der Rechnung weg.

    Meine Vorfahren haben deutlich länger als der Durschnitt Ihrer Alterskohorte durchgehalten. Daher kalkuliere ich lieber mit min. 25 Jahren.
    Und die Depot-Entnahme bezieht sich auf die 4%-Regel bei der es einen Puffer benötigt, wenn es auch für 25-30 Jahre einigermaßen sicher funktionieren soll.

  • Wie man nun die GRV rechnet ist wohl nicht so wichtig, wenn man den monatlichen Netto-Auszahlungsbetrag kennt, kann man berechnen wie hoch die Lücke zum Bedarf ist, für mich der einzige wichtige Punkt. Gerade diese Lücke ist sehr verschieden und unterscheidet sich noch in dringend nötig oder für die schönen Dinge des Lebens.

  • Das ist ein unterschiedlicher Ansatz. Wenn man generell sagt: Eine Altersversorgung ist das und das wert, dann bezieht man sich auf ein Kollektiv. Wenn man die eigene Entnahmerate mit dem real existierenden Depot plant, würde man potentiell sicherlich mit einer längeren Entnahmedauer kalkulieren.

    Ich habe ja gestern schon geschrieben, dass der Vergleich zwischen Depot und GRV etwas hinkt und hier schlägt die Problematik halt durch. Den Wert der persönlichen GRV-Ansprüche kann man nicht beziffern, indem man die monatliche Rente mit der durchschnittlichen Bezugsdauer des Kollektivs multipliziert. Damit bekommt man vielleicht eine gewisse Hausnummer zur Abschätzung...der große Vorteil der GRV besteht aber darin, dass man statt eines fixen Zeitraums eine quasi-ewige Rente hat. Den Punkt ignoriert die Rechnung mit 20 Jahren vollkommen.

  • Ich habe ja gestern schon geschrieben, dass der Vergleich zwischen Depot und GRV etwas hinkt und hier schlägt die Problematik halt durch.

    Den Wert der persönlichen GRV-Ansprüche kann man nicht beziffern, indem man die monatliche Rente mit der durchschnittlichen Bezugsdauer des Kollektivs multipliziert. Damit bekommt man vielleicht eine gewisse Hausnummer zur Abschätzung.

    Eben. Und diese Abschätzung reicht, wenn man sich auf Sicht von 20 oder mehr Jahren Gedanken um seinen Vermögensmix macht. Man nimmt auf diese Zeit ja auch eine Rendite und eine Inflation an und bemüht sich dabei um das, was der Ami einen educated guess nennt.

    Sachlich treffender wäre eine entsprechende Kurvenschar zwischen der besten angenommenen Entwicklung und der schlechtesten angenommenen Entwicklung. Diese Unsicherheit möchte der so sehr auf Sicherheit bedachte Deutsche nicht, der will seine Vermögensentwicklung auf 30 Jahre hinaus auf den Cent genau berechnen können.